WM-Special - Brasilien 2014

Bunt, abwechslungsreich und nicht langweilig! So war das Abendprogramm der letzten Tage. So war und so ist die Fußball-WM in Brasilien. Die 32 Nationalmannschaften auf dem grünen Rasen und deren Fans auf den Rängen sorgten für tolle Unterhaltung. Die perfekte Droge für jeden Fußball-Junkie!

DFB-Kader: Von der Nummer 1 bis zur 23

 

Neuer: Ein Gigant zwischen den Pfosten, ein Meister seiner Zunft! Was eine unglaubliche WM des 28-Jährige: Torwart-Spiel in Perfektion und den Libero neu entdeckt. Seine Ausstrahlung vermittelt Sicherheit und Ruhe. Dazu ein Schuss Lockerheit und sein verschmitztes Lächeln. Ein Teufelskerl.

Seine Profi-Karriere? Einfach sensationell! In acht Jahren schaffte Neuer es vom Torwart-Bubi zum besten Torhüter der Welt! Mit 20 Jahren löste er Rost im Schalker Tor ab. Und schon damals sah man sein Potenzial, das er in Spielen wie in Porto oder im Revier-Derby unter Beweis stellte. Dann sein Wechsel zu den Bazen. Aus königsblauer Sicht schmerzt dieser immer noch. Aber neutral betrachtet: sportlich hat Neuer alles richtig gemacht! Deutscher Meister, Champions-League-Sieger und jetzt Weltmeister. Mehr geht nicht? Doch, Manu! Deine Krönung wäre die deutsche Meisterschaft mit dem FC Schalke 04! Denk mal drüber nach und nimm Dir LeBron James als Vorbild! 

 

Großkreutz: Der Ober-Zecken-Unsympath kam zwar nicht zu einem WM-Einsatz, aber man hätte es ihm gegönnt. Fakt ist: der Schwatt-Gelbe gibt immer Gas und im Trikot mit dem Bundesadler will man genau das sehen. Genial seine Blues-Brother-Einlage als die anderen schon in der Kabine waren.

 

Ginter: Der 20-Jährige blieb zwar ohne WM-Minute, hat aber dennoch einen großen Anteil am WM-Sieg. Vor allem der Teamgeist wurde von allen Spielern in höchsten Tönen gelobt. Natürlich ist es frustrierend nur auf der Bank zu sitzen, aber dennoch im Training immer Gas zu geben.

 

Höwedes: Ein königsblauer Weltmeister! Unser Schalker Kapitän: Stammspieler als Linksverteidiger. Oft kritisiert, absolvierte er dennoch alle Partien vom An- bis zum Abpfiff. Bene weiß selbst, dass er kein "Roberto Carlos" ist, aber er hat seine Aufgabe erfüllt - als Kampfsau und Teamspieler! Respekt!

Und Höwedes wurde sogar vom Kaiser geadelt: "Wer mir am meisten imponiert hat, war Benedikt Höwedes, der auf einer für ihn völlig fremden Position gespielt hat. Das hat er mit Bravour bewältigt", lobte Beckenbauer bei Sky Sports News den Knappen.

 

Hummels: Der Kopf Hummels' ebnete den Weg ins Halbfinale und sorgte für den 1:0-Erfolg gegen Frankreich. Mit voller Power ging der 25-Jährige in den Ball, blieb robust gegen Varane und hämmert die Kugel ins Netz. Räumte in der Defensive fast alles weg und war der Herr der Lüfte.

 

Khedira: Nach seinem Kreuzbandriss fehlte ihm der Saft für alle Spiele. Gegen Frankreich und Brasilien im Verbund mit Schweini aber ganz wichtig in der Zentrale. Beim Warmmachen vor dem Finale zwickte die Wade, er musste passen. Bitter für ihn, aber der Pokal ließ es ihn verschmerzen.

 

Schweinsteiger: Schweini steht für die goldene Generation des Sommermärchens von 2006. Lange hechelte der 29-Jährige dem großen EM- oder WM-Titel hinterher. Verletzungen machte ihm immer wieder zu schaffen. Doch jetzt ist er am Ziel seiner Träume. Schweini ist ein "altes Kampfschwein".

 

Özil: An ihm Scheiden sich die Geister. Seine WM-Bilanz: wenig Licht, viel Schatten. Der 25-Jährige hatte geniale Momente, spielte Pässe zum Zunge schnalzen. Doch die kamen beim Turnier zu selten. Gegen robuste Gegenspieler konnte er sich oftmals nicht behaupten, verlor Bälle und wirkte hilflos.

 

Schürrle: Mister Joker! Wenn Schürrle reinkam, ging sofort die Post ab. 3 WM-Tor plus die entscheidende Vorlage im Finale. Vor allem der Wechsel nach England war goldrichtig. Danke, Herr Mourinho! Sein Trainer bei Chelsea schickte ihn in den Kraftraum und machte ihn robuster!

 

Podolski: Auf dem grünen Rasen spielte Poldi nicht mehr die erste Geige, aber abseits des Feldes ist der 29-Jährige der große Entertainer. Da ist er nicht zu ersetzen. Die Stimmungskanone kennt keine schlechte Laune und sorgt für eine gute Atmosphäre. Und sein Sohn hat die Wumme vom Vater.

 

Klose: 2002 das Finale verloren, 2006 und 2010 im Halbfinale gescheitert. Jetzt endlich gekrönt! Miro flossen die Tränen. WM-Pokal plus 16 WM-Tore - das durfte Klose nach Schlusspfiff mit seinen Zwillingen feiern. Mehr geht eigentlich nicht. Auch mit 36 Jahren ist er sich für keinen Weg zu schade.

 

Zieler: Die Nummer 3 gilt als der WM-Tourist schlechthin. Eine undankbare Aufgabe für jeden Profi-Sportler. Bekam aber nach dem WM-Sieg Glückwünsche von Manchester United. Beim englischen Spitzenklub wurde der 25-Jährige ausgebildet. Wird Zeit für einen Wechsel zu einem Topklub.

 

Müller: Die wilde 13 mit den Porreepiepen. Der Mann ohne Waden ist Wahnsinn. Welche Wege der Typ geht, ist krass. Für seinen Einsatz belohnt er sich immer wieder selbst. 5 Tore bei der WM 2010 und jetzt 5 Tore bei der WM 2014. Unorthodox, verrückt und immer für einen Spruch gut. Genial!

 

Draxler: Und noch ein Knappe ist Weltmeister. Zwar hatte Jule nicht die Einsatzzeiten wie Höwedes, durfte aber immerhin 15 Minuten WM-Luft beim historischen 7:1 gegen Brasilien schnuppern - inklusive einem genialen Pass auf Özil. Dazu gab es den WM-Pokal und ein Selfie mit Rihanna.

Anscheinend inspiriert von Rihanna legte Jule auf der Fanmeile in Berlin richtig los. Was eine geile Performance des S04-Youngster auf der Bühne. Mit tiefer Stimme rockte er den neuen Sommer-Hit: „Großkreutz, rück den Döner raus! Großkreutz, rück den Döner raus! Großkreutz, rück den Döner raus!“

 

Durm: Für den Linksverteidiger reichte es ebenfalls nicht für einen WM-Einsatz. Dabei hätte man ihn durchaus gerne gegen defensiv eingestellte Teams mal gesehen, um mehr Druck auszuüben. Aber wäre hätte vor drei Monaten gedacht, dass der 22-Jährige sich heute Weltmeister nennen darf?

 

Lahm: Der 30-Jährige bildete mit Messi (je 1,69m) wohl das kleinste Kapitäns-Duo bei einer WM. Spielte erst im defensiven Mittelfeld, dann als überragender Rechtsverteidiger. Kleiner Mann jetzt ganz groß auf einer Stufe mit den anderen Weltmeister-Kapitänen: Walter (1954), Beckenbauer (1974) und Matthäus (1990).

 

Mertesacker: Der Wutausbruch des "Big fuckin' German" nach dem Algerien-Sieg geht in die WM-Analen: "Watt woll'n Sie jetzt von mir? Glauben Sie, unter den letzten 16 ist irgendwie eine Karnevalstruppe?" Danach ging er in die Eistonne, verlor seinen Stammplatz und ist jetzt Weltmeister.

 

Kroos: Der 24-Jährige ist die personifizierte Passmaschine, die lediglich gegen Algerien ein Systemfehler hatte. Und dann war da noch sein großer Schocker im Finale. Bei seiner Kopfballrückgabe auf Neuer übersah er Higuain. Sein Glück: Neuer schockte Higuain, der vergab. Immer verlässt er den Weiwurst-Äquator und geht nach Madird - sympathisch!

 

Götze: Götze ist nicht everbody's darling, weil er arrogant und zu zaghaft wirkt. Verlor während der WM seinen Platz an Klose. Aber der 22-Jährige ist ein genialer Fußballer - siehe Finale 113. Minute. Nun steht er auf einer Stufe mit Rahn, Müller und Brehme - alle vier schossen Deutschland zum WM-Titel.

 

Boateng: Der beste Verteidiger der WM. Schnell, kopfball- und zweikampfstark - eine Wand. Unglaublich, was der alles abräumt. Allerdings braucht der 25-Jährige immer Druck, sonst verfällt er in sein Phlegma und wird zum Bruder Leichtfuß. Bleibt er konzentriert, ist er fast unüberwindbar.

 

Mustafi: Das Shkodran-Märchen! Erst im erweiterten WM-Kader, dann ausgemustert. Nach der Reus-Verletzung nachnominiert - als WM-Tourist? Von wegen! Gegen Algerien in der Startelf, bis ein Muskelfaserriss sein Turnier beendete. Nach dem WM-Sieg ganz stark beim Hüftschwung zu "Lucky".

 

Weidenfeller: Wer fährt als Nummer 2 zur WM? Adler, ter Stegen, Leno oder Zieler? Nein, Löw entschied sich für Weidenfeller. Eine Blitzkarriere in der Nationalmannschaft - im hohen Alter. Mit 33 Jahren debütierte er am 19.11.2013 in Wembley gegen England (1:0), 225 Tage später ist er Weltmeister.

 

Kramer: Noch eine verrückte Geschichte. Erst war der 23-Jährige nicht mal im erweiterten WM-Kader, rutschte aber nach einer guten Leistung gegen Polen rein. Plötzlich stand er im WM-Finale und wurde von Garays Schulter ausgeknockt - raus nach 30 Minuten. Zum Feiern wieder fit und mit Gruß an Oma.

WM-FINALE 2014

Deutschland - Argentinien 1:0 n.V

 

WIR SIND WELTMEISTER! Deutschland holt sich den 04. WM-Titel. Nach Bern 1954, München 1974 und Rom 1990 heißt es jetzt auch: Rio de Janeiro 2014. Im Maracana behielt die DFB-Elf in einem hart umkämpften Match mit 1:0 die Oberhand gegen Argentinien. In der 113. Minute erlöste Götze mit einem Traumtor Fußball-Deutschland und sorgte für kollektive Ekstase in Schwarz, Rot und Gold. Wahnsinn, was ein geiles Tor! Schürrle setzte sich über links durch und flankte an den Fünfer. Götze nahm die Kugel elegant mit Brust an und pfefferte die Kugel volley mit links in die Maschen – grandios von den Jokern. Bis zum entscheidend Tor war es ein Spiel auf Augenhöhe. Chancen auf beiden Seiten. Higuain und Rodrigo versagten frei vor Neuer, Höwedes scheiterte am Aluminium. Schade, Bene, das wäre affengeil gewesen. Die Gauchos machten es den Deutschen mit ihrer robusten Gangart schwer und waren bei Kontern brandgefährlich. Messi sah man nicht oft, aber wenn er aktiv wurde, war der Floh kaum zu stoppen. Doch Jogis Jungs hielten dagegen, gingen bis an ihre Leistungsgrenze und darüber hinaus. Symbolisch dafür stand Schweinsteiger, der wie ein angeschlagener Boxer aussah, – geschüttelt von Krämpfen, gezeichnet von den Tritten und ein Cut unter dem Auge – aber immer wieder Aufstand und zurückkam. Aber nur mit diesem Wille war die Albiceleste zu knacken. Die Belohnung: Eintrag in die Geschichte des Welt-Fußballs und Legenden-Status!

 

Vier Jungs aus der Schalker Knappenschmiede gehören ebenfalls zu den Weltmeister. Höwedes stand bei allen 7 WM-Spielen die komplette Spielzeit  als Linksverteidiger auf dem Feld. Draxler durfte beim historischen 7:1-Halbfinalsieg immerhin 15 Minuten WM-Luft schnuppern. Zwischen den Pfosten stand der Gelsenkirchener Gigant Neuer. Ebenfalls in Gelsenkirchen geboren ist Özil, der im Mittelfeld die Fäden zog.

Halbfinale

 

Niederlande – Argentinien 2:4 n.E.

„Ar – gen – ti – na! Gooooooooooooooooooooool“, dröhnte es aus den Lautsprechern beim Public Viewing in Buenos Aires und katapultierte die Massen in Ekstase. Soeben hatte Maxi Rodriguez den entscheidenden Strafstoß im Elfmeterschießen versenkt und die Gauchos ins WM-Finale geschossen. Was war für eine Zitterpartie für alle Argentinier und Niederländer! Was war für ein Genussspiel für alle Defensiv-Fanatiker! Aber was für ein Horror-Kick für alle anderen Zuschauer! Da spielen Robben, van Persie, Messi und Higuain – vier Fußball-Ästheten der Neuzeit. Was kommt dabei heraus? Grütze! Weil die anderen 16 Feldspieler nur eine Aufgabe hatten: ZU ZERSTÖREN! Oder wie es im modernen Fußball heißt: mit höchster taktischer Disziplin spielen. 120 Minuten gab es das Duell der Maurermeister mit dem glücklicheren Ende für die Albiceleste. „Es ist die schlimmste Weise, ein Spiel im Elfmeterschießen zu verlieren“, heulte van Gaal rum. Mitleid? Im Leben nicht! Selber schuld, Tulpen-General! Warum agiert man mit so einer Defensiv-Taktik, die einen offensichtlich zum Elfer-Roulette führt? Das war Angsthasenfußball. Oranje braucht sich nicht beschweren, das Glückspiel verloren zu haben. Dafür hätten sie nur mutiger und mit mehr Risiko kicken müssen. So mogelten sich die argentinischen Minimalisten ins Finale. Die Beton-Abwehr ließ seit 373 Minuten kein Gegentor mehr zu.  Dazu schossen sie in den drei KO-Spielen (2x Verlängerungen) zwei mickrige Tore. Nicht nur für die Brasilianer wäre es der Horror, wenn der ungeliebte Nachbar am Sonntag im Maracana den Weltpokal in die Luft stemmt, sondern auch für alle Freunde des gepflegten Fußballs.

 

Brasilien – Deutschland 1:7

Was ein historischer Abend – 7:1 im WM-Halbfinale! Was ein unglaubliches Spiel – 7:1 gegen Brasilien - im Gastgeberland! Was eine Leistungsexplosion der DFB-Elf! Müller ebnete nach einer Kroos-Ecke den Weg. Was folgte, war der Wahnsinn – vier Tore in sechs Minuten. Klose schoss sein 16. WM-Tor und verewigte sich in den Geschichtsbüchern – kein Spieler traf öfter bei Weltmeisterschaften. Kroos schnürte einen Doppelpack und Khedira krönte die magischen 240 Sekunden von Belo Horizonte! 5:0 nach 30 Minuten – sensationell! Brasilien überrollt, die Selecao gedemütigt und ein ganzes Land ins Tal der Tränen gestürzt. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Kicker vom Zuckerhut noch einmal alles und legten offensiv los. Doch der Gelsenkirchener Gigant zwischen den Pfosten demoralisierte die Gastgeber endgültig. Neuer brachte Oscar, Paulinho, ja ganz Brasilien zur Verzweiflung. Zum Schluss gab es noch den doppelten Schürrle, Draxlers WM-Debüt und den Ehrentreffer von Oscar. Da war der historische Abend längst perfekt! Aber Vorsicht, wir sind noch nicht Weltmeister! Es war „nur“ das Halbfinale. Am Sonntag geht wieder bei Null los. Allerdings scheinen die Spieler schon fokussiert zu sein. Der unglaubliche Müller: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen.“ Röchtög, denn ein historisch-magischer Abend soll noch folgen.

Viertelfinale

 

Niederlande – Costa Rica 4:3 n.E.

Holland zittert sich ins Halbfinale. Erst im Elfmeterschießen hat sich die Elftal gegen Costa Rica durchgesetzt. Dabei bewies van Gaal ein gutes Näschen. In der Nachspielzeit der Verlängerung wechselte der Trainer seine Nummer 2 für Cillessen ein. Und Krul entschärfte zwei Elfer zum Sieg. Während der Keeper für Holland der große Held war, ist er für den Rest der Welt eher ein Anti-Held. Vor jedem Elfmeter ging er zum gegnerischen Schützen und machte seine Mätzchen bzw. billigen Trash Talk. Ob es Ruiz und Umana irritierte, sei mal dahin gestellt, aber so etwas ist unsportlich und hat nichts mit Fair Play zu tun. Allein wegen dieser Aktion wäre es eine Genugtuung, wenn die Lateinamerikaner eine Runde weiter gekommen wären. Unterm Strich ist der Oranje-Erfolg aber verdient. Zwar taten sie sich ungemein schwer gegen das Abwehr-Bollwerk, hatten aber auch mit drei Aluminium-Treffer viel Pech. Doch im Elfmeterschießen waren die Schützen eiskalt – zur rechten Zeit.

 

Argentinien – Belgien 1:0

Die Minimalisten mogeln sich ins Halbfinale. Nach dem 1:0 gegen die Schweiz folgte ein 1:0 gegen Belgien. Die Leistung? Besser, aber nicht überragend. Dazu mussten sie nach einer halben Stunde einen Schock verdauen. Di Maria humpelte mit einer Oberschenkel-Verletzung vom Feld. Da stand es schon 1:0. Nicht weil Messi (hatte insgesamt nur 2 Offensivaktionen) wieder mal einen rausgehauen hatte, sondern weil Higuain endlich wach wurde. Mit einer schönen Direktabnahme schoss er die Albiceleste zum Sieg. Danach verließen sich die Gauchos auf ihr Abwehr-Bollwerk. Mit Erfolg! Belgien wollte, quälte sich aber regelrecht. Ideen? Fehlanzeige. Hazard war ein Totalausfall, de Bruyne unscheinbar. Und die beiden Spitzen? Origi und Lukaku waren total abgemeldet Hohe Bälle auf Fellaini und am Ende auf van Buyten und Kompany brachten noch die größte Gefahr. Aber es war zu wenig. Zudem verließ „Willy das Kampfschwein“ Wilmots das glückliche Händchen. Die Roten Teufel blieben harmlos und fliegen heim.

 

Deutschland – Frankreich 1:0

Halbfinale, wir kommen! Wer braucht schon die Hand Gottes? Wir haben mehr: die Hand Neuers, den Kopf Hummels‘ und die Lunge Müllers. Das Trio steht symbolisch für den unbändigen Willen der Deutschen gegen Frankreich. Grandios, wie sich Hummels gegen Varane seinen Mann stand und das Tor des Tages köpfte. Sensationell, wie Neuer in der Nachspielzeit Benzemas Knaller entschärfte. Wahnsinn, wie Müller in der 80. Minute den x-ten Sprint ansetzte – trotz über 30 Grad im Maracana. Am Ende stand ein knapper, aber verdienter 1:0-Sieg gegen die Equipe Tricolore. Damit stehen die Deutschen zum 4. Mal in Folge unter den letzten 4. Teams bei einer WM. Und ein Lob an Löw bzw. an die Person, die dem Bundestrainer die Aufstellung ins Ohr flüsterte. Lahm auf rechts, Hummels und Boateng in der Innenverteidigung und Klose in den Sturm –genau so muss es sein.

 

Brasilien – Kolumbien 2:1

Ein schockierende Freundentaumel in gelb und grün. So nah liegen Freude und Leid beieinander. Brasilien steht nach einem knappen 2:1-Erfolg gegen Kolumbien im Halbfinale. Das Innenverteidiger-Duo, Silva und Luiz, zeigten mal wieder ihren Offensivkollegen, wo das Tor steht und brachten die Selecao auf die Siegesstraße. Rodriguez sorgte mit seinem Anschlusstreffer, sein 6. WM-Tor, noch einmal für Spannung. Doch Kolumbien wachte zu spät auf. Zu lange ließen sie sich durch taktische Fouls aus dem Konzept bringen und müssen nach Hause fliegen. Nach dem Schlusspfiff hätte das Gastgeberland eigentlich im Freundentaumel liegen müssen. Allerdings schockte die Verletzung Neymars die ganze Nation. In der 88. Minute wurde der 22-Jährige vom Feld getragen. Die grausame Diagnose Stunden später: Bruch des 3. Lendenwirbels – WM-Aus. Die große Party wurde abrupt unterbrochen. 

Achtelfinale

 

Argentinien – Schweiz 1:0 n.V.

Große Spieler entscheiden große Spiele. Die Gauchos haben sogar zwei davon, die aber lange Zeit alleine statt zusammen gespielt haben. Bis zur 118. Minute. Kurzer Messi-Antritt, abgelegt auf di Maria – 1:0. Was ein Drama für die Schweiz, für die es noch schlimmer kam. Letzter Angriff: Kopfball Dzemaili – Pfosten! Die Eidgenossen waren raus, die Gauchos letztlich verdient im Viertelfinale. Nutzte die Schwyz in der ersten Hälfte ihre Chancen (Xhaka, Drmic) nicht, kam danach offensiv nix mehr. Die Albiceleste übernahm das Kommando, ohne aber Benaglio in arge Bedrängnis zu bringen. Dann kam Messi-di-Maria. Hitzfelds Co-Trainer Pont treffend: „Fußball ist total brutal.“

 

Belgien – USA 2:1 n.V.

1000 Mal probiert, 1000 Mal ist nix passiert. 1000 und ein Schuss - und es hat Boooom gemacht. Gefühlte 1000 Mal stand ein überragender Howard dem Wilmots-Team im Weg. Origi, Hazard, Mirallas und Kompany verzweifelten reihenweise am US-Keeper. Dann kam die Verlängerung, de Bruyne machte Boooom und erlöste die Roten Teufel. Lukaku legte nach,die US-Boys waren tot. Doch aufgeben? Nicht die Klinsmänner. Fußballerisch zwar limitiert, überzeugten sie mit ihrem Kämpferherz. Greens  Anschlusstor gab ihnen noch einmal die 2. Luft. Doch Dempsey vergab die dicke Ausgleichschance. Was ein Krimi! Aber das ist halt die WM 2014 in Brasilien – aufregend!

 

Deutschland – Algerien 2:1 n.V.

Deutschland steht im Viertelfinale! Wie, warum und weshalb interessiert morgen keine Sau mehr. Ganz nüchtern betrachtet, war der Sieg sogar verdient, da die DFB-Elf die besseren Chancen und physische Vorteile hatte. Sie haben es erzwungen und nicht mit der "Löw'schen" Schönspielerei gewonnen - zurück zu den deutschen Tugenden! Algerien machte ihnen das Leben schwer, aber es ist auch WM und kein Kirmes-Turnier. Deutschland wackelte, fiel aber nicht. Auch weil die Wüstenfüchse nicht in der Lage waren, die Fehler zu bestrafen und der Sprit im Tank mit fortdauernder Spielzeit immer weniger wurde. Die Deutschen blieben geduldig, feierten das Revivial des Liberos und schlugen in der Verlängerung zu. Erst Schürrle, dann Özil - Frankreich, wir kommen.

 

Dann gibt es aber auch noch den anderen Blickwinkel: die Gefühlswelt während der 120 Minuten vorm TV. Diese zu beschreiben, ist fast unmöglich, weil so facettenreich. Es war ein Mix aus Wut, Spannung, Erleichterung und Galgenhumor bei unzähligen Slapstick-Einlagen. Fürchterlich, wie grausam die erste Halbzeit war. Unfassbar, wie viele Ballverluste die DFB-Elf produzierte - allein Kroos spielte gefühlt mehr Fehlpässe als in der gesamten abgelaufenen Saison. Traurig, dass Neuer der beste Feldspieler der Viererkette war. Unbegreiflich, warum Mustafi und Höwedes als Außenverteidiger missbraucht wurden. Sensationell der Freistoß-Trick (88.) als Müller (gewollt?) fiel. Unglaublich, welche Chancen liegen gelassen wurden. Aber Klose versauerte auf der Bank, wir brauchen ja keinen Stürmer. Erschreckend wie Özil und Götze in einem Kampfspiel trotzdem zaubern wollten und untergingen. Herrlich, wie Löw mit leidvollem Blick an der Seitenlinie kaputt ging, wenn die Deutschen nach einer Ecke mal wieder in einen Konter liefen. Apropos Bundestrainer, über dessen Experimente (Außenverteidiger, Lahm), Nominierungen (Mustafi erst wegschicken, dann nachnominieren / die restlichen Alternativen, die anscheinend keine sind) und Taktik (der Schmarrn mit der falschen Neun) sollte man auch mal diskutieren und kritisch beäugen - das wirkt alles so kompliziert, so gezwungen. Zum Glück gab es in der Offensive aber auch Fighter wie Müller und Schürrle, die einfach marschierten. Zwar klappte auch bei denen nicht alles, aber sie behaupteten sich im direkten Duell. Kein Wunder, dass gerade dieses Duo die Partie in der Verlängerung entschied. Dann die Erlösung mit dem Schlusspfiff, und die Erkenntnis: Leck mich am Arsch! Frankreich, wir kommen.

 

Frankreich – Nigeria 2:0

Nach dem Spaziergang in der Vorrunde wurden die Franzosen erstmals gefordert. Das behagte ihnen nicht. Die Defensive wirkte nicht souverän, vorne harmonierten Giroud und Benzema überhaupt nicht. Dann schlug die Stunde des Generals. Nach einer Stunde korrigierte Deschamps seine Taktik, brachte Griezmann für Giroud und erlöste Benzema. Plötzlich blühte der Stürmer auf und die Equipe Tricolore nahm Fahrt auf. Cabaye hämmerte die Kugel an die Latte. Kurz darauf folgte der KO für die Afrikaner. Keeper Enyeama patzte, Pogba köpfte - 1:0. Nigeria war demoralisiert, Frankreich weiter.

 

Costa Rica – Griechenland 6:4 n.E.

Das Märchen Costa Ricas geht weiter. Dank Nerven aus Stahl: fünf Elfer, fünf Treffer. Perfekt war der Einzug ins Viertelfinale. In einem niveauarmen Kick gingen die Ticos durch Ruiz in Front. Dann wurden die griechischen Götter aktiv. Das Handspiel von Torosidis im Strafraum übersah der Referee. Zudem flog Duarte vom Platz. Die Griechen wussten mit der Überzahl lange nichts anzufangen, schlugen aber wie gegen die Elfenbeinküste in der Nachspielzeit zu - Sokratis zum 1:1. Dort hätten sie sich fast den Titel der "Nachspielzeit-Könige" endgültig gesichert. Doch Mitroglu fand seinen Meister in Navas (120+1.) - genauso wie Gekas im Elfmeterschießen. Aus der Traum für Hellas.

 

Niederlande – Mexiko 2:1

Oranje war schon auf dem Heimweg. Bis der Hunter kam. 346 Minuten schmorte Huntelaar auf der Bank, bevor in van Gaal in aussichtsloser Situation brachte. Die Aufholjagd begann. Mexiko führt verdient mit 1:0 und hatte den Hexer Ochoa, der zwei Mal sagenhaft reagierte. Dann brach der Bann. Kopfballablage Huntelaar und Sneijder zimmerte die Kugel in die Maschen – 1:1 (88). Verlängerung? Von wegen! Robben holte in bester Schauspielmanier einen Elfer heraus. Der Hunter blieb in der Mittagshitze arschcool. In der 04. Minute der Nachspielzeit schoss der Schalker Oranje ins Viertelfinale. 

 

Brasilien – Chile 4:3 n.E.

Drama baby! Was ein Elfer-Krimi, was ein geiles Spiel. Taktieren, abwarten? Nicht mit den Südamerikanern. Sie duellierten sich mit offenem Visier, mit kleinen Vorteilen für Brasilien. Von Minute zu Minute wurde es dramatischer. In der 120. Minute knallte der Chilene Pinilla die Kugel an die Latte – Wahnsinn. Es folgt der Showdown im Elfmeterschießen. Brasiliens Held: Keeper Cesar hält zwei Elfer. Chiles tragischer Held: Jara. Erst das Eigentor, dann setzte er den entscheidenden Penalty an den Innenpfosten. Am Ende weinten beide Seiten: die einen vor Trauer, die anderen vor Glück.

 

Kolumbien – Uruguay 2:0

Warum zahlt der AS Monaco vor einem Jahr 45 Millionen Euro für einen kolumbianischen Nobody? Weil James eine Granate ist! James Rodriguez, der Mann mit der Lizenz zum Tore schießen und ein ganzes Land in Ekstase bringt. Genial wie sich der 22-Jährige die Kugel mit der Brust vorlegte und den Ball volley unter die Latte knallte. Danach traf noch einmal und schoss sein Team mit seinem 5. WM-Tor fast im Alleingang ins Viertelfinale. Zu viel für die Urus , die mit ihrer Defensivtaktik James und Co nicht stoppen konnten. Zudem ließen sie ohne Suarez den nötigen Biss im Angriff vermissen. 

Gruppe H

 

Belgien: "Willy, das Kampfschwein" wurde zum "Glücksschwein". Seine Joker stachen. Fellaini, Mertens und Origi wurden eingewechselt und ließen die Roten Teufel noch jubeln. Viel mehr war vom Geheimfavoriten aber nicht zu sehen. Viele gute Einzelspieler bilden noch lange kein starkes Kollektiv. Behäbig im Spielaufbau, ideenlos in der gegnerischen Hälfte. Während Hazards Können manchmal aufblitzt, fällt de Bruyne nur durch seinen Sonnenbrand auf. Und Lukaku? Totalausfall!

 

Algerien: Was ein historisch-emotionaler Abend für "Les Fennecs". Durch den 1:0-Erfolg gegen Russland schafften die "Wüstenfüchse" bei ihrer vierten WM-Teilnahme erstmals den Sprung ins Achtelfinale. Absolut verdient. Und laut algerischen Journalisten schauten auch 100 Prozent der 37 Millionen Einwohner im flächenmäßig größten Land Afrikas zu. Das junge Team hat eine offensive Grundausrichtung und spielt mit viel Leidenschaft und Einsatzbereitschaft. Respekt!

 

Russland: Putins Männer haben eine gute defensive Organisation. Ist ja auch Capello am Werke. Aber das reicht heute im Fußball nicht mehr. Kaum über die Mittellinie beginnt das Elend. Die Würze fehlt: die Kreativität um Tore zu schießen. Und das gegen Südkorea und Algerien! Der Sbornaja fehlt ein Spieler vom Kaliber eines Arshavins oder Karpins. Alle sind gut, alle sind solide, aber ohne das gewisse Etwas. Dzagoev hat Potenzial, passt aber nicht in Capellos Philosophie. Selber Schuld.

 

Südkorea: Die Asiaten enttäuschten auf ganzer Linie. Bieder gegen Russland, katastrophal gegen Algerien und in Überzahl gegen Belgien? Ohne Worte. Unglaublich wie naiv sich die südkoreanische Defensive präsentierte. Lange Bälle, teilweise mit Schnee drauf, reichten, um die Abwehr auszuhebeln und ins Chaos zu stürzen. Nicht viel besser machte es die Offensive, die leicht auszurechnen ist. Wie bei Japan: Es fehlt eine torgeile Drecksau. Aber das ist nicht ihre Mentalität.

Gruppe G

 

Deutschland: Alles Müller oder was? Absolut! Der Typ mit den Porreepiepen begeistert Fußball-Deutschland  - 9 WM-Spiele, 9 Tore. Der Mann ist überragend. Dazu überzeugte die DFB-Elf mit ihren Standards. Nur spielerisch ist noch Luft nach oben. Der letzte Pass im letzten Drittel kommt zu selten. Auch weil immer noch gelernte Außenverteidiger fehlen, die mit anschieben. Jerome und Bene sind in der Vorwärtsbewegung limitiert. Fazit: Souverän, solide, nicht überragend und ganz viel Müller.

 

USA: Der Erfolgs-Jürgen hat die Amis im Griff. Der Fitness-Guru brachte die US-Boys zum Laufen. Schlapp machen die auch bei 40 Grad nicht, marschieren wie die GIs. Die USA spielen diszipliniert, haben eine gute Grundordnung und lassen dem Gegner wenig Luft zum Atmen. Mit dem Fußball "spielen" hapert es dagegen. Kein Wunder, wenn Jones der Antreiber im Mittelfeld ist - da geht es eher rustikal zu. Gefährlich sind die Klinsmänner hauptsächlich bei Kontern über die Außenseiten.

 

Ghana: Immer dieselbe Leier mit den Nebenkriegsschauplätzen. Viel Potenzial, wenig Disziplin und immer diese Unruhe. Der Paukenschlag folgte einen Tag vor dem Portugal-Spiel: Boateng und Muntari wurde nach Hause geschickt. 24 Stunden später folgte der Rest der Truppe. Taktisch wirkt es teilweise vogelwild. Die Black Stars können in der einen Minute zaubern, in der anderen sich die Murmel gegen das Schienbein wichsen. Wenn man sich doch nur auf Fußball konzentrieren würde.

 

Portugal: Der Traum vom WM-Titel wurde ganz schnell zum Albtraum in Brasilien. Bereits nach der Vorrunde ist Schluss. Aber wie soll es auch funktionieren? Mit einem durchgeknallten Pepe, der mit einer Aktion das ganze Turnier für das Team schrottete. Dazu in der Theorie drei Angreifer (Almeida, Postiga, Eder), die praktisch Anti-Stürmer sind. Bleibt noch Ronaldo. Der Weltfußballer wollte, konnte aber nicht. Gehandicapt durch die Verletzung ist CR7 nicht mal die Hälfte wert.

Gruppe F

 

Argentinien: Die Fans der Gauchos sind schon mal weltmeisterlich und sorgen mit ihrem Gesang für Gänsehaut-Stimmung in den Stadien. Wenn jetzt noch die Künstler der Albiceleste auf dem grünen Rasen zaubern würden, würde das Stadion beben. Doch das ist das Problem: Messi, Higuain, Agüero und Di Maria funktionieren (noch) nicht zusammen. Für Bosnien, Iran und Nigeria reichte es noch. Aber nur dank der Geistesblitzte von Messi. Zu wenig für den ganz großen Wurf.

 

Nigeria: Von Scheiße bis einfach Klasse - die Achterbahnfahrt der Super Eagles brachte sie ins Achtelfinale. Das 0:0 gegen den Iran ging auf keine Kuhhaut - eine unterirdische Leistung, die mit einem Punkt belohnt wurde. Ich wusste gar nicht, dass man solche voraus-telegraphierten Fehlpässe spielen kann. Dass sie es anders können, zeigten sie gegen Bosnien. Kombinationen, Zug zum Tor, guter Fußball. Auch gegen Argentinien war was drin, aber gegen Messi ist kein Kraut gewachsen.

 

Bosnien: Der WM-Neuling zahlte Lehrgeld. Trotz Eigentor (armer Kola) nach 180 Sekunden gegen Argentinien zogen sie ihr Ding durch und schafften den Ausgleich. Doch dann kam Messi - 1:2. Gegen Nigeria wurde ein Tor von Dzeko wegen Abseits nicht gegeben - Fehlentscheidung. Fast im Gegenzug kassierten sie den entscheidenden Treffer zum 0:1. Gut gespielt, aber dafür kann man sich nix kaufen - Vorrunden-Aus. Immerhin gab es noch gegen den Iran den 1. WM-Sieg - ein versöhnlicher Abschluss.

 

Iran: Die Perser schnüffelten am Achtelfinale. Ein Sieg gegen Bosnien hätte gereicht. Doch die Iraner verpulverten gegen Argentinien ihre Körner und waren so im letzten Spiel chancenlos. Dabei waren sie gegen die Albiceleste so nah dran an einer Sensation. Ein Sieg war möglich, ein Remis wäre verdient, aber ein Genie-Streich von Messi zerstörte den Traum. Dennoch: Respekt, Iran! Mit bescheidenen Mitteln brachten sie die Gauchos ins Wanken. Nur das Tore schießen ist nicht ihr Ding.

Gruppe E

 

Frankreich: Was ist bei der Equipe tricolore passiert? Vom zerstrittenen Sauhaufen bei der WM 2010 zu einer homogenen Truppe a la "Einer für alle, alle für einen". Und das ohne den Frank mit c, der lieber auf Ibiza plantscht (macht die Horster Kurve ja auch bald). Oder vielleicht gerade deswegen? Benzema blüht auf, ist on fire und kann sich auf seine Kollegen verlassen. Gegen die Schweiz trafen fünf Spieler - Offensivpower pur. Wenn jetzt noch die Defensive den ersten Sturm übersteht, dann ... Magnifique, les Bleus.

 

Schweiz: Mit Glück und Shaqiri haben die Eidgenossen die Vorrunde überstanden. Im Auftaktspiel drehten zwei Joker (Mehmedi & Seferovic) die Partie und ließen die Schwyz jubeln. Danach kam die Hitzfeld-Truppe gegen Frankreich unter die Räder (2:5). Kein Wunder: mit zwei Litfasssäulen (Senderos & Djourou) in der Viererkette gewinnt man keinen Blumentopf. Dass es dennoch für das Achtelfinale reichte, lag an der Leistungsexplosion von Shaqiri - Dreierpack beim 3:0 gegen Honduras.

 

Ecuador: In Gedanken waren sie bei ihrem verstorbenen Teamkollege Chucho und fighteten auf Teufel komm raus. Aber die offensiven Mittel sind bescheiden. Die tragische Figur war ihr Star. Große Hoffnungen lagen auf Antonio Valencia. Doch der Flügelflitzer von Manchester United enttäuschte auf ganzer Linie. Negativer Höhepunkt: Rot im letzten Spiel. Dafür sorgte Namensvetter Enner für die Sternstunden (3 Tore). Zu wenig. Ohne die 2800 Höhenmeter in Quito langte es nur für Honduras.

 

Honduras: Der Exot feierte den 1. WM-Treffer seit 32 Jahren. Einmal klappte das Kick and Rush und Costly traf. Insgesamt waren die Südamerikaner, bei denen einige Spieler (vor allem Abwehr-Bulle Bernardez) die Statur eines Rugbyspielers haben, stets sehr bemüht, aber begrenzt in ihren Möglichkeiten. Dabei haben sie doch Boniek im Team. Der trägt aber nur den Namen des polnischen Superstars aus den 1980er Jahren und hat beileibe nicht sein Zauberfüßchen.

Gruppe D

 

Costa Rica: Italien? Nein! Uruguay? Nein! England? Nein! Los ticos rockten die Gruppe! Galt der Sieg gegen die Urus noch als Ausrutscher, setzten die Zentralamerikaner gegen die Azzurri ein Statement. Leidenschaftlich schmissen sie sich in jeden Zweikampf und standen kompakt in der Defensive, dass selbst die Künstler des Catenaccios neidisch wurden. Dazu kamen offensive Nadelstiche mit Pressing und schnellen Abschlüssen, dass dem Mutterland des Fußballs die Tränen flossen. Costa Rica rockt!

 

Uruguay: Nach der Pleite gegen Costa Rica herrschte Schockstarre bei den Urus. Doch der Beißer gab ihnen die Hoffnung zurück. Mit seinem Doppelpack versenkte Suarez die Engländer. Gegen Italien biss er sich ins Spiel und grinste. Denn Abwehrchef Godin köpfte Uruguay nicht nur ins Achtelfinale, sondern mischte noch Beton an. An seiner Seite agierte Gimenez. Beeindruckend wie abgeklärt der 19-Jährige von Atletico Madrid spielte. Uruguay steht halt für bein- und beißharte Verteidigung.

 

Italien: Arrivederci, Italia! Die destruktive Spielweise der Squadra Azzura wurde bestraft. Zwei Ecken, zwei Gegentore gleich zwei 0:1-Pleiten. Schnelles Umschaltspiel? Dieser Trend scheint an Italien komplett vorbei gegangen zu sein. Stattdessen setzten die Azzurri auf ihren Catenaccio, einen behäbigen Spielaufbau, Pirlo und dem extravaganten Balotelli. Für England reichte es, aber nicht für Costa Rica und Uruguay. Was bleibt: Ärger über Rot für Marchisio und die Bisswunde von Chiellini.

 

England: Rooney hat es geschafft: ein WM-Tor. Doch Wayne interessierts? Niemanden. Denn England ist raus. Dabei spielten die Three Lions gegen Italien und die Urus nicht schlecht, wurden aber von zwei Torjägern heim geschossen: Balotelli und Suarez. Was fehlte? Die zündende Idee im Kreativbereich. Sie haben nur Handwerker wie Gerrard oder Henderson in der Schaltzentrale und  kein Genie wie Pirlo oder Özil, die die schnellen Leute (Sturridge, Sterling, Welbeck) einsetzen.

Gruppe C

 

Kolumbien: Die Cafeteros haben Geschichte geschrieben - drei WM-Siege in Folge gab es noch nie. Die Belohnung: nach 24 Jahren stehen sie wieder im Achtelfinale. Die Basis bildet die Defensive. Dann geht nach Ballgewinnen die Post ab. Dazu gefährliche Standards, fertig ist das Erfolgsrezept von Trainer Pekerman. Und das alles ohne ihren Top-Star Falcao (Reha nach Kreuzbandriss). Dafür trumpft Rodriguez groß auf. Bleibt noch der Titel für den besten Torjubel: Columbia-Dance-Sensation!

 

Griechenland: Aufgeben verboten. Trotz chronischer Offensivleiden steht Hellas erstmals im WM-Achtelfinale. Ein mickriges Törchen schossen die Griechen in 270 Minuten. Gut, dass die Vorrunde 273 Minuten dauerte. Genug Zeit um ein 2. Tor nachzulegen. Bekanntlich soll der Gefoulte einen Elfer nie selber schießen. Interessierte Samaras herzlich wenig. Mit Nerven aus Stahl schoss er seine Elf in der 93. Minute in nächste Runde. Warum? Wissen die griechischen Götter auch nicht.

 

Elfenbeinküste: Die goldene Elefanten-Generation stand Sekunden vor dem erstmaligen Einzug in ein WM-Achtelfinale. Doch in der Nachspielzeit wurde Drogba und Co. in die Nationalmannschafts-Rente geschickt. Selber schuld. Kurz zuvor vergaben sie bei einem Konter die Vorentscheidung. Dazu katastrophale Fehler im Spielaufbau (Dié gegen Kolumbien, Tiote gegen Griechenland) und Schläfrigkeit bei Standards (2 Gegentore). Zu viel Stückwerk, zu hölzernd. Time to say goodbye.

 

Japan: Nippons Spieler pflügen wie immer den Rasen um und betreiben dank ihrer Technik ein gepflegtes Kurzpassspiel. Doch was kommt dabei raus? Nichts! Vor dem Tor sind die Japaner schlichtweg unterirdisch. Killerinstinkt? Fehlanzeige! Die Geilheit unbedingt ein Tor zu machen, geht ihnen komplett ab. Ihnen fehlt eine Drecksau vor der Hütte. Selbst in 50 Minuten gegen zehn Griechen schafften sie es nicht, ein Törchen zu schießen. So starben die Nippon-Kicker in Schönheit.

Gruppe B

 

Niederlande: Robben und van Persie rocken! Der Rest malocht im 5-3-2-System für das Top-Duo. Der Erfinder des neuen Oranje-Fußballs heißt van Gaal. Der Coach revolutionierte die Spielphilosophie: vom ästhetischen Fußball zum ergebnisorientierten Kick. Sein Credo: defensiv sicher stehen, offensiv auf Konter lauern. Gebt die Kugel Robben oder van Persie, die machen was daraus. Der Erfolg gibt dem Tulpen-General recht: In 2 Spielen erzielten Rob-Sie 6 Tore und lösten das Achtelfinal-Ticket.

 

Chile: "Wir sind wie ein Selbstmord-Kommando. Wir geben unser Leben für diese WM", sagt Vidal. Besonders der Krieger und Sanchez, der High-Speed-Filigrane, stehen für den Fußball der Roja: Technik gepaart mit einer enormen Physis. Die Attribute: kampfstark, aggressiv, kompakt und flink. Der Geheimfavorit wurde seiner Rolle gerecht. Die Schwäche: die Körpergröße! Bei gegnerischen Standards hat Chile oft das Nachsehen und muss auf Keeper Bravo hoffen.

 

Spanien: Am Tag als König Juan Carlos abdankte, tat es ihm die Seleccion gleich. Vorrunden-Aus für den Welt- und Europameister - nach zwei Spielen! Von den fliegenden Holländern vorgeführt und den flinken Chilenen schwindelig gespielt. Spanien enttäuschte. Defensiv wacklig, offensiv ohne Inspiration. Von einer Alt-Herren-Truppe zu sprechen, wäre despektierlich. Aber im Gegensatz zu ihren Gegner war in ihrem Spiel kein Tempo und keine Durchschlagskraft zu sehen. Zu wenig im Konzert der Großen.

 

Australien: Raus mit Applaus. Die Socceroos schieden zwar standesgemäß in der Vorrunde aus, doch was sie zeigten, war aller Ehren wert. Kämpfen bis zum Ende. Wie die Catweazle machten sie Robben und Co das Leben schwer. Ein Phänom: Cahill (was ein Hammertor gegen Holland). Der 34-Jährige ging voran -2 Spiele, 2 Tore, 2 Gelbe Karten. Seine WM-Bilanz: 5 Tore in 8 Spiele. Davon können Messi (10 Spiele/3 Tore), Cristiano Ronaldo (12/2) und Rooney (10/ 1) nur träumen.

Gruppe A

 

Brasilien: Pflichtaufgabe erfüllt, aber die Samba do Brasil läuft noch nicht rund. Dabei dreht sich alles um Neymar. Der 22-Jährige hält (bisher) dem Druck mit vier Toren stand und berauscht mit seinen Tricks die Massen. Doch vom Rest kommt (bisher) zu wenig. Der Superstar erhält kaum Unterstützung von Hulk, Oscar und Co. Zudem ist Fred im Sturm nur ein Leichtgewicht. Die hochgelobte Defensive zeigt Schwächen. Außen anfällig und Innen mit Konzentrationsschwächen.

 

Mexiko: El Tri? Loco! An der Seitenlinie hampelt ein Michelin-Männchen im Anzug herum und flippt fast jede Minute aus. Trainer Herrera treibt damit seine Jungs unermüdlich an. Die gehorchen und rennen um ihr Leben. Angeführt vom ewigen Marquez (4. WM), räumt der Kapitän nicht nur als "Libero" alles ab, sondern erzielt auch Tore. Im Tor steht ein Teufelskerl. Ochoa brachte Brasilien zur Verzweiflung. Bemerkenswert auch der Rhythmuswechsel. Mal schnell, mal abwartend, völlig loco.

 

Kroatien: Wenn es drauf ankam, haben die Kroaten versagt. Im Gruppen-Finale gegen Mexiko enttäuschten die Balkan-Kicker auf ganzer Linie und müssen nach der Vorrunde bereits die Koffer packen. Im Do-or-die-Spiel funktionierten die beiden Filigrantechniker nicht. Gaben Modric und Rakitic in den ersten beiden Partien den Takt vor, gingen sie in der Crunchtime unter. Genau wie Torwart Pletikose, der schon bessere Tage hatte. Die Abwehr? Gegen flinke Angreifer überfordert.

 

Kamerun: Was eine Chaos-Combo! Wegen einem Prämienstreit flogen sie zwei Tage später an den Zuckerhut. Das hätten sie sich auch sparen können. Es raubte den Löwen wohl zu viel Energie. Die disziplinlosen Auftritte waren eine Frechheit. Songs Schlag gegen Mandzukic war schon krass, aber die Kopfnuss von Assou-Ekotto gegen Teamkollege Moukandjo - unfassbar. Dazu Grüppchenbildung und die Posse um Diva Eto'o. Immerhin schoss Matip das einzige Tor. Dennoch: Raus ohne Applaus!

Rückblick Saison 2013 / 2014: Der Traum von mehr

 

Manchmal sitzt man nach dem Schlusspfiff in der Donnerhalle, schaut sich das blau-weiße Treiben auf den Rängen an und versinkt in Gedanken. War es ein gutes oder schlechtes Spiel? Ein glücklicher Sieg oder doch ein verdienter Punkt? Unterm Strich gibt es immer eine Antwort! Doch auf eine Frage fehlt die passende Antwort: Was passiert, wenn der FC Schalke 04 von Verletzungen verschont bleibt und sein komplettes Potenzial abruft?

In dieser Saison reichte es zu Rang 3. Und das obwohl immer wieder Leistungsträger ausfielen. Uchida, Aogo, Fuchs, Höger, Höwedes, Papadopoulos, Santana, Höger, Kirchhoff, Boateng, Draxler, Obasi, Clemens, Farfan und Huntelaar fehlten verletzungsbedingt wochen- bzw. monatelang. Dazu vergisst man oft, dass der jeweilige Spieler nach seiner Verletzung auch noch Zeit benötigt, um wieder in Wettkampfform zu kommen.

Bestes Beispiel ist Papadopoulos. Der Grieche trainiert seit Monaten mit der Mannschaft mit. Allerdings ist der Innenverteidiger immer noch ein Schatten seiner selbst und weit weg von seiner Gala-Form von vor zwei Jahren, wo er alles abräumte. So mussten Rekonvaleszenten wie Papa immer wieder ans Team heran geführt werden. Dabei wurde der Spielbetrieb natürlich nicht eingestellt.

Und so öffnete sich die Tür für die jungen Spieler im Kader  Die Meyers, Goretzkas und Ayhans wurden ins kalte Wasser geschmissen und mussten direkt von Null auf Hundert durchstarten. Eine englische Woche jagte nach der anderen. Verschnaufpausen? Fehlanzeige! Die Youngsters mussten sich im Schnelldurchlauf an das Bundesliga-Niveau akklimatisieren und meisterten ihre Aufgabe bravourös. Gleichzeitig galt es, die Jungs aus der Knappenschmiede im Profibereich zu integrieren. Dabei geht es noch nicht einmal vordergründig Spieler wie Max, Sane, Sobottka, Erdmann, Avdijaj usw. in den Pflichtspielen einzuwechseln, sondern vielmehr darum, den Trainingsbetrieb auf ein bestimmtes Niveau zu hieven und damit auch die Rückkehrer schon in den Übungseinheiten auf den Wettkampf vorzubereiten. Ganz nach dem Motto: so wie man trainiert, so spielt man.

Die Folge: von einer Stammelf ist am Schalker Markt schon seit langer Zeit keine Rede mehr. Improvisation war das Stichwort. Unterm Strich stand nach einer durchwachsenen Hinrunde und einer sehr guten Rückrunde Rang 3. Das zeigt die Stärke des FC Schalke 04. Trotz aller Widrigkeiten stehen die Königsblauen vor Leverkusen, vor Wolfsburg und vor Mönchengladbach. Dafür reicht das Potenzial der Knappen. Jedoch muss man auch ehrlich sein: Für ganz oben reicht es nicht! Gegen Real Madrid, den FC Chelsea, den Bazen aus Nord-Österreich - allesamt Teams, die im Halbfinale der Champions League standen - und den Schwatt-Gelben (ebenfalls geplagt von Verletzten), waren die Schalker chancenlos - ein glückliches Pünktchen gegen den BxB.

Diese Teams waren mindestens eine Nummer zu groß für den S04. Die spannende Frage ist: Wären die Königsblauen in diesen Partien auch so unterlegen, wenn man aus dem Vollen schöpfen könnte und alle Spieler bei 100 Prozent wären? Eine hypothetische Frage, die aber zum Träumen animiert. Auf der anderen Seite ist aber auch klar: Ohne Verletzungspech würden wir heute nicht über die Ayhans, Meyers, Sanes usw. sprechen.

Fakt ist: Schalke hat aktuell 25 Profis plus ein halbes Dutzend Jungs aus der Knappenschmiede im Kader. Egal wer spielte, es genügte am Ende für die direkte Qualifikation zur Champions League. Die Qualität in der Breite ist somit ohne Frage vorhanden. Verschwindet jetzt  noch die Verletzungsseuche und verbessert sich die Qualität noch weiter in der Spitze - durch Spielpraxis, weitere Entwicklung der Youngsters und punktuelle Verstärkungen - dann ist am Schalker Markt vielleicht noch mehr drin. Und dann sitzt man nach Schlusspiff in der Donnerhalle und träumt nicht mehr, sondern genießt einfach nur noch ...

Schalke 04 – Nürnberg 4:1 (2:0) 

 

Champions League, wir kommen! Der FC Schalke 04 hat die Saison 2013/2014 auf dem 3. Platz beendet. Durch den 4:1-Heimerfolg gegen den 1. FC Nürnberg sicherten sich Knappen die direkte Teilnahme an der Champions League und nehmen zum dritten Mal in Folge an der Gruppenphase der Königsklasse teil. Vereinsrekord! Genauso wie die gesamte Rückrunde. Noch nie zuvor sammelten die Königsblauen mehr Punkte in der zweiten Saisonhälfte - 36 Zähler (11 Siege, je 3 Remis und Pleiten).

 

Dreierpack zum Spiel

 

Max & Leon: Eine positive Überraschung gab es bereits zwei Tage vor dem Nürnberg-Spiel. Sowohl Meyer als auch Goretzka wurden in den vorläufigen deutschen 30-Mann-Kader für die WM in Brasilien nominiert. Damit wurde das S04-Youngster-Duo für die Leistungen in der Rückrunde vom Bundes-Jogi belohnt. Und die Nominierung beflügelte die Zwei. Goretzka war ein Aktivposten gegen den Club und kurbelte das Spiel der Königsblauen immer wieder über die rechte Seite an. Meyer scheint sein kleines Tief überwunden zu haben und wirbelte in der Zentrale. Ob sie es letztendlich in den WM-Kader schaffen, scheint eher unwahrscheinlich. Dennoch können sie schon mal DFB-Luft schnuppern. Allerdings sorgt das bei S04-Fans auch ein wenig für Bauchschmerzen. Denn zum einen steigt dadurch die Erwartungshaltung, zum anderen müssen sie die Leistungen aus dieser Saison erst noch bestätigten. Wie schwer das ist, zeigt das Beispiel von Draxler. Der 20-Jährige hatte die gesamte Rückrunde Probleme (was auch durch die Verletzung zum Ende der Hinrunde zu tun hatte), Akzente zu setzen und muss um seine WM-Teilnahme zittern.

 

Schalke und der FCN: Es herrschte mal wieder Gänsehaut-Atmosphäre in der Donnerhalle. Bereits vor dem Spiel untermauerten beide Fanlager ihre Fanfreundschaft. Das 4:1 nach 90 Minuten bedeutete zwar die direkte CL-Teilnahme für den S04, aber gleichzeitig auch den Abstieg des Clubs. Und so schallte es kurz nach dem Abpfiff durchs Stadion: "Der FCN, der FCN, der FCN steigt wieder auf!" Wahre Freunde stehen halt zusammen. Kommt schnell zurück!

 

Kurven-Tippspiele: Mit dem letzten Spieltag fielen auch die letzten Entscheidungen bei den Tippspielen der Horster Kurve. Das Rückrunden-Tippspiel hat Blömme mit 212 Punkten gewonnen. Damit ist er Nachfolger von Stefan und sicherte sich das Trikot. Meiner einer kam wie schon in der Hinrunde auf Rang 2, also quasi der moralische Sieger J Mit allen fairen Mitteln (will ich hier mal betonen!!!) habe ich versucht, den Kollegen vom Thron zu stoßen. Ich hatte sogar die Tendenz von ALLEN 9 Spielen am 34. Spieltag richtig, aber am Ende fehlten sechs Punkte. Vielleicht bekomme ich ja einen Trostpreis - eher wohl aber nicht. Der wichtige Platz NullVier ging an den Kurven-Vadder. Damit geht der Kasten Stauder an Jimmy. Dass die Horster Kurve dennoch keine Ahnung hat, wurde mal wieder beim Torschützen-Tippspiel unter Beweis gestellt. Erst im 3. Versuch sicherte sich Stanzi den Pott, da zuvor keiner der sechs Kurvis auf Matip und Neustädter getippt hatte. O-Ton Blömme zur Halbzeit: "Wir gewinnen hier heute 8:0 und keiner zieht den Pott ab."

Schalke 04 – Gladbach 0:1 (0:1)

 

Ist die Luft beim FC Schalke 04 raus? Nach dem vermeintlichen Ausrutscher in Stuttgart vor einer Woche legten die Knappen einen enttäuschenden Auftritt nach. Mit 0:1 gingen die Königsblauen gegen Borussia Mönchengladbach als Verlierer vom Platz. Mit der ersten Heimpleite gegen die Fohlen nach fast 22 Jahren vergaben die Knappen auch eine Vorentscheidung im Kampf um Platz 3. Zwei Spieltag vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf Rang 4 nur noch drei Zähler. Bei einem Sieg gegen die Elf vom Niederrhein wären es sechs gewesen. Aber Huntelaar traf nach der Partie den Nagel auf den Kopf: "Wir haben es heute einfach nicht verdient!"

 

Dreierpack zum Spiel

 

Apropos Huntelaar: Kurz vor der Halbzeit waren wir uns in der Horster Kurve sicher: Der Hunter kommt zur 2. Halbzeit. Trotz Krankheit saß Schalkes Nummer 25 auf der Bank, also kann er spielen. Und das war nach den ersten 45 Minuten auch dringend nötig. Die zeigten mal wieder, dass (8-Millionen-Mann und die Mainzer tanzen immer noch auf den Tischen) Szalai leider auch nicht im Ansatz Huntelaar ersetzen kann. Doch ich in der Pause sah man auf dem grünen Rasen weit und breit keinen Hunter, der sich aufwärmte. Im Fünf-Minuten-Takt ging es dann weiter: "Wann kommt der denn endlich?" In der 64. Minuten? Nein, erst wurde Obasi für Meyer gebracht. Dann endlich! 72. Minute: Huntelaar kam und direkt war mehr Zug im Spiel. Der Niederländer wirbelte sofort, ging drauf, hatte einen Abschluss und bereitete die dicke Chance von Szalai vor. Für ein Tor reichte es aber nicht. Dennoch bleibt die Frage: Warum kam der Hunter erst so spät?

 

Das Gegentor: Der Treffer von Herrmann war eine Verkettung von Schalker Unzulänglichkeiten und passte zum S04-Spiel wie die Faust aufs Auge. Neustädters Rückpass zu Matip an die Grundlinie war schon unnötig und schlampig gespielt. Der Innenverteidiger wurde leicht unter Druck gesetzt und wollte die Kugel löschen. Trotz einem Rasen wie ein Teppich, maßgeschneiderte Fußballschuhe und einen Ball, den selbst die Alten Herren vom SV Horst-Emscher 08 50 Meter kicken könnten, verunglückte der überhastete Befreiungsschlag von Matip. Das Runde landete bei Krämer 25 Meter vor dem Tor. Aus dem Gladbacher Angriff resultierte eine Ecke, die Folgen hatte. Die Kugel segelte durch den Strafraum und landete bei Herrmann. Der nahm den Ball an  und versenkte die Kugel aus 15 Metern halbrechter Position im Netz. Unverständlich, wie Gladbachs Nummer 7 so frei stehen konnte, obwohl ALLE Schalker Feldspieler sich im eigenen Strafraum tummelten - warum auch immer die dort alle stehen müssen und nicht schon ein, zwei Mann zwei, drei Gegenspieler außerhalb der eigenen Gefahrenzone binden und unter Umständen auf einen Konter lauern. Aber so stehen sie sich gegenseitig auf die Füße. Ganz nach dem Motto: "Nimm Du ihn, ich habe ihn sicher." Da aber vom zuschauen noch kein Gegenspieler vor Angst erstarrt ist, fragte David zu Recht: "Hast Du gesehen, wie der Draxler da stehen geblieben ist?" Ja, habe ich, aber ... 0:1 Herrmann!

 

Farfan: "Alle meckern über Farfan. Eine Diva, die viel Geld kostet. Die Knaller sehen doch wie wichtig er für Schalke ist. Ihm sollte man einen 10-Jahres-Vertrag anbieten mit einem Gehalt von 15 Millionen Euro", platzte Tom nach dem Spiel der Kragen und traf den wunden Punkt im Schalker Spiel. Ohne Jeff ist die S04-Offensive nur die Hälfte wert. Gegen Gladbach wie schon gegen Stuttgart war sie maximal wie ein laues Lüftchen. Kein Spielwitz, kein Tempo, keine Überraschungsmomente. Schalke spielte statisch und hatte keine Ideen gegen kompakte Borussen. Einzig Goretzka versuchte mal mit dem Ball am Fuß Tempo aufzunehmen, auch wenn nicht immer alles klappte. Der Rest trabte über den Platz. Bewegung? Mangelware. Teilweise standen vier bis fünf Offensivspieler in vordester Front in einer Reihe und ALLE standen. So wurde der Ball 40 Meter vorm Tor immer wieder quer geschoben und selbst da schaffte es Neustädter, über vier Meter einen Fehlpass zu spielen. Die größte Krise auf den Rängen bekommt man aber, wenn Fährmann die Kugel abfängt und verzweifelt nach einer Anspielstation sucht, aber keine findet, da alle mit dem Rücken zu ihm stehen und mutterseelenruhig nach vorne spazieren. Hallo? Das ist der Moment, wo der Gegner unsortiert steht und man mit Tempo Lücken reißen kann. Aber das interessiert anscheinend niemanden. So blieb abschließend nur noch die Hoffnung auf eine Aktion von Draxler. Doch der 20-Jährige ist nach seiner Verletzung immer noch von der Rolle. Ohne Selbstvertrauen kickt der Nationalspieler lediglich wie ein Mitläufer. Was dabei rauskommt: Alibi-Pässe und Alibi-Übersteiger. Da ist es kein Wunder, dass die Sehnsucht nach Jeff umso größer ist. Denn diese "Diva" verkörpert Tempo, Dribbling und Spielwitz in einem. Und dafür müsste ihm die Kollegen oder Verantwortlichen jede Woche eine Shopping-Tour nach Mailand oder Madrid bezahlen.

Tim Hoogland, die Schalker Real-Madrid-Tormaschine


Was hat der FC Schalke 04 in dieser Champions-League-Saison geschafft, was die Lüdenscheider und Bazen nicht gelang? Röchtög, ein Tor im Estadio Santiago Bernabeu zu schießen. Tja, sie haben halt keinen Hoogland in ihren Reihen, die Schalker Real-Madrid-Tormaschine. Dafür muss man den Rechtsverteidiger feiern und ein Denkmal setzen. Dadurch erzielten die Knappen in BEIDEN Partien gegen die Königlichen jeweils einen Treffer. An die Endergebnisse kann ich mich zwar gerade nicht mehr erinnern, aber Schwamm drüber. Immerhin standen den Knappen ein fitter Cristiano Ronaldo und ein fitter Bale gegenüber. Davon konnte beim Spiel der Madrilenen gegen die Nord-Österreicher keine Rede sein. Der Fitnesszustand von CR7 lag bei 50 Prozent. Seine Bewegungen wirkten unrund - wie ein Ferrari mit Corsa-Motor. Auf seine gefürchteten Tempoläufe verzichtete er nahezu komplett. Dennoch entschied Ronaldo die Partie mit. Sein Pass in die Tiefe auf Coentrao, dessen Hereingabe zum 1:0-Siegtreffer durch Benzema führte, war aus dem Stand und allererste Sahne. Nach 73 Minuten hatte Reals Nummer 7 Feierabend und wurde durch Bale ersetzt. Den Waliser hatte eine Grippe geplagt, so dass ihm lediglich die Jokerrolle übrig blieb. Und was ist Real Madrid ohne sein 200-Millionen-Super-Duo-nicht-in-Vollbesitz-seiner-Kräfte wert? Eigentlich nicht viel, aber gegen die Nord-Österreicher reichte es an diesem Abend. Denn der spanische Rekordmeister zeigte Tugenden, die man eigentlich von ihnen nicht kannte: defensive Drecksarbeit in taktischer Perfektion. Wow, was ein italienischer Trainer so alles aus einem weißen Ballett herausholen kann. Wahrscheinlich gab Ancelotti seinen Mannen zudem noch Blut zu saufen, und so grätschte die Viererkette um Carvajal, Powerlocke Pepe, Torero Ramos und  Coentrao nur so über den grünen Rasen. Dazu flog Casillas wie in besten Zeiten durch die Lüfte. Im Mittelfeld räumten Alonso und Modric (bester Mann auf dem Platz) alles ab und leiteten gleichzeitig blitzschnelle Konter über di Maria, Isco und Benzema ein. Von dieser neuentdeckten königlichen Leidenschaft für den Catenaccio (wie gruselig, das in Verbindung mit Real Madrid zu bringen. Ist fast wie Merkel bei DSDS neben Bohlen in der Jury) waren Peps Mannen derart überrascht, dass sie vor Ehrfurcht erstarrten. Vor allem der Fronk mit c wirkte irritiert. Da wollte der Franzose in einem großen Spiel mal zeigen, dass eigentlich er der legitime Weltfußballer des Jahres ist und war dann noch zwei Klassen schlechter als der Ferrari mit Corsa-Motor. Und so schoben die Bazen die Kugel von links nach rechts, von vorne nach hinten. Hätten sie mal auf den Vize-Kaiser Franz aus den Bazen-Land gehört und nicht nur auf sein neues Bärtchen gestarrt: was nutzen mir 70 oder 80 Prozent Ballbesitz, wenn ich kein Tor schieße? Ja, da hatte der Monarch mal wieder recht. Aber das scheint die Bazen nicht zu interessieren. Stattdessen redeten sie ihre Ballstafetten noch schön. Lahm schwärmte, Robben und Guardiola waren "stolz". Das war die Horster Kurve auch. Auf das Spiel und vor allem auf das Ergebnis! Ja, es gibt noch ein Rückspiel. Ja, der Drops ist noch nicht gelutscht, wie der Felix gern sagt. Aber dennoch muss ein bisschen Schadenfreude da sein (zugegeben: es kommt ja nicht so oft vor bei den Bajuwaren). Dazu bleibt die Hoffnung auf ein fittes 200-Millionen-Euro-Super-Duo. Und wenn Gareth Ronaldo mit ihren Toren am Weißwurst-Äquator Real ins Finale schießen, kommt ihr Konterfei auf das Denkmal von Schalkes Real-Madrid-Tormaschine :-)

Stuttgart - Schalke 04 3:1 (1:0)


Das war nix! Nach sieben Spielen ohne Niederlage (davon 5 Siegen) hat es den FC Schalke 04 mal wieder in der Bundesliga erwischt. Beim VfB Stuttgart setzte es für Königsblau eine verdiente 1:3-Pleite. Die Niederlage hatte sich nach den letzten beiden Auftritten auf fremden Plätzen leider angedeutet. In Lüdenscheid-Nord (0:0) und in Bremen (1:1) entführte man schon glücklich ein Pünktchen. Im Schwabenland wurden die Knappen erst nach dem 0:3 wach. Zu spät, um noch etwas zu holen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

60 Minuten Sommerfußball: In der ersten Stunde des Spiels hatten die Schalker zwar deutlich mehr Ballbesitz (ca. 70 Prozent), wussten aber nichts damit anzufangen. Es fehlte an Ideen und führte dazu, dass die Schalker Torgefahr gegen Null tendierte. Stuttgart stand kompakt und ließ die Schalker bis 40 Meter vor ihrem Tor die Kugel hin und her schieben. Kamen der S04 in die gefährliche Zone waren die Schwaben in den wichtigen, entscheidenden Zweikämpfen ggressiver und bissiger. Da der VfB auch nicht gerade ein Offensivfeuerwerk abbrannte, war eine Standardsituation der Dosenöffner für die Hausherren. Didavis Freistoß köpfte Harnik zum 1:0 ein. Kein Schalker war weit und breit beim Österreicher, Fährmann kam zu spät. Nach dem Seitenwechsel folgte ein schneller Doppelschlag (Hoogland sieht da nicht gut aus) und die Partie war nach 60 Minuten entschieden. Zwar bäumten sich die Schalker danach endlich auf, aber das war zu spät. Zu mehr als dem Anschlusstreffer durch Szalai reichte es nicht mehr.

 

Spielaufbau: Dem Schalker Spiel fehlte es in Stuttgart an Spielwitz und Tempo. Allerdings machten es die Stuttgart auch clever. Sie überließen den Knappen bis 40 Meter vor ihrem Tor viel Raum und machten dann die Schotten dicht. Die Folge: Ayhan (111) und Matip (99) hatten die mit Abstand meisten Ballkontakte. Das ist Gift für das Blau-Weiße-Offensivspiel, da dabei zu wenig raus kommt. Gefühlte 100 Mal trieb Matip die Kugel am Fuß über die Mittellinie und spielte einen … Fehlpass. Ayhan machte es mit seinen langen Bällen oftmals nicht besser. Zu Gute halten muss man dem Innenverteidiger-Duo, dass sie auch kaum Anspielstationen hatten, da in der Offensivreihe zu wenig Bewegung war. Und wenn Huntelaar schon hinter dem Offensivtrio rumturnt, ist das ein schlechtes Zeichen. Da sind auch die beiden Sechser gefragt. Neustädter und Boateng müssen sich öfter fallen lassen und die Angriffe selbst einleiten.  

 

Respekt, Schalke: Die Enttäuschung nach dem 1:3 ist natürlich groß. Leverkusen (in Nürnberg) und Wolfsburg (in Hamburg) erledigten ihre Aufgaben bei Abstiegskandidaten souverän. Schalke bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm bei einem potenziellen Absteiger und ging als verdienter Verlierer vom Platz. Ärgerlich im Kampf um Platz drei. Dennoch muss man an dieser Stelle auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wer hätte im Januar damit gerechnet, dass Schalke auf Rang drei steht mit vier Punkten Vorsprung auf Leverkusen? Zur Erinnerung: damals war S04 auf Rang 7 mit fünf Zählern hinter Rang 3. Hinzu kommt, dass die Knappen seit Monaten mit einem Rumpfkader auftreten. Höger, Aogo, Clemens, Kirchhoff, Papadopoulos, Höwedes, Uchida, Fuchs, Santana, Obasi und Farfan fehlten entweder schon die komplette Rückrunde oder mussten wochenlang zuschauen. Die Alternativen bestehen fast nur noch aus jungen Wilden aus der Knappenschmiede oder Rekonvaleszenten, die direkt funktionieren müssen. Nicht zu vergessen, dass diese Spieler auch im Trainingsbetrieb das Niveau hoch halten müssen. In Stuttgart gab nun der 18-jährige Sane sein Bundesliga-Debüt. Doch egal welcher Youngster oder Wiedergenesene spielte, sie machten unterm Strich ihre Aufgabe einfach sensationell. Nicht umsonst stehen die Königsblauen auf Rang 3! Und das ohne Murren und lamentieren. Trotz der Verletztenseuche sucht man darin kein Alibi. Im Gegensatz zu einem Verein aus Nord-Österreich, der schon rumheult, wenn mal drei Spieler aus dem angeblich besten Kader der Liga ausfallen. Gegen Manchester United gab Herr Sammer vor dem Spiel zu bedenken, dass man ja ohne Schweinsteiger, Thiago und Martinez auskommen muss. Mir kamen die Tränen. 

Schalke 04 –Frankfurt 2:0 (0:0)

 

Immer wieder freitags ist der FC Schalke 04 erfolgreich. Seit zehn Spielen sind die Königsblauen in einem Freitagsspiel ungeschlagen. Durch das 2:0 gegen Eintracht Frankfurt holten die Knappen den achten Sieg bei dieser Flutlicht-Atmosphäre. Doch bis der Dreier eingefahren wurde, brauchten die Schalker eine Anlaufzeit von 45 Minuten. Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte legten die Hausherren erst nach dem Seitenwechsel los, ließen die S04-Fans dann lange zittern, bevor Farfan kurz vor Schluss den Sack zu machte.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schreckminuten: Respekt, Fans von Eintracht Frankfurt! Respekt, Fans des FC Schalke 04. Vor dieser Reaktion beider Fanlager muss man den Hut ziehen. Denn plötzlich ist der Fußball völlig egal. Nach einer Viertelstunde liefen Sanitäter und S04-Doc Rarreck Richtung Südkurve. Hinter dem Tor von Fährmann ist während des Spiels hinter der Bande ein Fahnenträger zusammengebrochen. Aus der Entfernung sah man, wie einer der Helfer einen Defibrillator auspackte. Ein Schock. Nach 15 Minuten wurde der Mann auf einer Trage abtransportiert und in ein Krankenhaus gebracht. Und das unter Applaus aller Zuschauer im Stadion. Besonders Bemerkenswert: Während des viertelstündigem Drama, in der die Beteiligten um das Leben des Mannes kämpften, verzichteten zunächst die Frankfurter und die Schalker in der Südkurve sowie kurz darauf auch die Nordkurve auf der Gegenseite auf den Support! Eine tolle Fair-Play-Geste! Noch besser: der Sohn des zusammengebrochenen Mannes gab am Samstagmorgen bekannt, dass es seinem Vater den Umständen entsprechend gut geht.

 

Pleiten, Pannen, Pech und Tore: Irgendwie wollte das runde Leder nicht so richtig ins Eckige. Es war schon kurios, was sich in der 2. Hälfte abspielte. Schon das 1:0 musste erzwungen werden. Kolasinac traf nur den Pfosten, den Nachschuss von Huntelaar parierte Trapp. Erst der dritte Versuch von Meyer war erfolgreich – 1:0 Schalke. Danach hatten die Blau-Weißen gute Chancen die Partie vorzeitig zu entscheiden. Aber es wurde kurios: Draxler schoss, die Kugel kullerte in Zeitlupen-Tempo über die Linie. Die Arena bebte, das Tor wurde vom Quatscher 04 durchgegeben. Der Ball lag an der Mittellinie. Anstoß Frankfurt? Nein. Schiedsrichter Dingert hielt Rücksprache mit seinem Linienrichter und gab plötzlich Freistoß für die Eintracht. Der Referee gab das Tor wegen Abseits nicht – im Nachhinein eine korrekte Entscheidung, aber zu diesem Zeitpunkt unverständlich. Kurz darauf pfiff Dingert Elfmeter für Schalke. Huntelaar trat an und scheiterte an Trapp – sein zweiter verschossener Strafstoß in Folge. Da wirst du verrückt! Das Zittern auf den Rängen begann. Wird so etwas bestraft? Fast! Doch Joselu fand seinen Meister in Fährmann. Auf der Gegenseite hatten die Schalker wieder das 2:0 auf dem Fuß, aber Goretzkas Knaller landet nur am Gebälk. Die Hände wurden immer feuchter bis Farfan endlich für die Erlösung sorgte. Kurz nach seiner Einwechslung zirkelte der Peruaner die Kugel ins linke Eck – 2:0. Irgendwie ging das runde Leder am Ende doch ins Eckige J

 

Money, money: Neulich beim Champions-League-Spiel der Bazen gegen Manchester United in der Kurve: „Auf geht's Man United“, gab Tom die Richtung an. Blömme stimmte mit ein: „Bin auf deiner Seite“, und hoffte auf ein 0:1 in der 87. Minute durch Rooney. Naja, ich hätte mit einem bajuwarischen Eigentor in der 89. Minute zum 0:1 auch leben können. Aber wir sind ja keine Unmenschen a la: Shermingham scores, Solskjaer scores! Die Hoffnung keimte nach dem 1:0 für Man United sogar kurz auf, verflog aber schnell. Die Folge: „Na, wo ist der Off-Knopf? Da issa ... Good night“, machte Tom den Anfang. Aber es gibt ja auch immer etwas Gutes beim Schlechten. Denn bei den Nord-Österreichern steht ein Keeper zwischen den Pfosten, der Schalke immer noch Bares einbringt. Und so rollt der Rubel schon wieder. Kohle für die Meisterschaft, Kohle für den Einzug ins Halbfinale usw. Und so können wir es wirtschaftlich durchaus verschmerzen, wenn die im Süden mal was gewinnen. Auch wenn Geld nicht immer alles ist :) Anders verhält sich da der Fall Rafinha. Der Brasilianer wechselte 2010 von Gelsenkirchen zum CFC Genua und ist heute immer noch Thema am Schalker Markt. Obwohl der Rechtsverteidiger bereits ein Jahr später nach Nord-Österreich wechselte und die Italiener Ablöse kassierten, warten die Königsblauen immer noch auf ihr Geld. „Damals wurde eine Ratenzahlung vereinbart - aber die Fristen sind natürlich längst abgelaufen“, erklärte Heldt. Geld, das den Schalkern gut zu Gesicht stehen würde, da es sich wohl um fünf Millionen Euro handelt. Selbst Gerichtsurteile vom CAS und der FIFA pro Schalke juckt die Italiener nicht die Bohne. Genauso wenig wie mögliche Strafen: Ausschluss von europäischen Wettbewerben? Bringt nichts, da sie im Mittelfeld rumdümpeln. Punktabzug in der Liga? Bringt nichts, absteigen können sie nicht mehr. Zwangsabstieg? Wäre möglich, kann aber noch Jahre dauern bis es durchgesetzt wird. „Genua behandelt das mit einer Gleichgültigkeit sondergleichen“, ärgert sich Heldt und muss weiter auf die Kohle warten. Da trösten auch die Zusatz-Millionen für den Schnapper nicht.

Bremen - Schalke 04 1:1 (1:1)

 

Fußball-Magerkost mit einem Zwischenhoch nach taktischer Korrektur ergibt ein Pünktchen. Immerhin hat Schalke mit dem 1:1 in Bremen seine Serie gegen Werder ausgebaut. Seit acht Spielen haben die Knappen gegen die Weser-Elf nicht mehr verloren. Allerdings haben es die Königsblauen verpasst, den sechsten Sieg in Folge einzufahren. Der Dreier war zwar möglich, wäre aber unverdient, weil die Leistung zu dürftig war. Das lag unter anderem an die „beste Saisonleistung“ (O-Ton Dutt) von Werder, aber auch an Schalke, die bis auf ein zehnminütiges Zwischenhoch nicht in die Puschen kamen und fußballerisch enttäuschte.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Taktische Korrektur: Nach seiner Gelb-Sperre kehrte Boateng zurück ins Team. Doch nicht wie zuletzt auf die Doppel-Sechs, sondern für Meyer, der eine Verschnaufpause bekam, auf der Zehn. Ein taktische Schachzug, der in die Hose ging. Das drastische Zwischenfazit (29. Minute) von Jimmy live aus dem Weserstadion: „Wenn ich Trainer wäre, wäre der Prince schon wieder draußen.“ Zwar reagierte Keller nicht, aber Boateng konnte wohl die Worte unseres Kurven-Vadders hören und änderte die taktische Marschrichtung. Schalkes Nummer 9 ging zurück auf die Sechs, schob Goretzka nach Linksaußen und Draxler (seine Leistung bleibt durchwachsen) auf die Zehn. Boatengs Leistung wurde zwar nicht besser, wie Jimmy („Wie lange noch?“) und der Sky-Kommentator („Boateng hat Probleme“) nach 60. bzw. 70 Minuten erkannten, aber nach der taktischen Optimierung folgte das …

 

Zwischenhoch: Anscheinend gab die Korrektur den Knappen auftrieb und es folgte die beste Phase des ganzen Spiels. Obasis Flanke landete über einen Umweg bei Goretzka, der die Kugel zum 1:1 in die Maschen hämmerte. Kurz darauf fast noch die S04-Führung. Doch Obasi scheiterte frei vor Wolf, den Nachschuss von Huntelaar kratzte Prödl von der Linie. Danach war aber schon wieder Schluss mit der Schalker Herrlichkeit. Bis auf diese Phase zeigte der S04 …

 

Fußball-Magerkost: Vor dem Zwischenhoch waren die Königsblauen dem Heimteam unterlegen. Bremen war spielerisch besser und aggressiver. Die Werder-Führung war ein Spiegelbild des Spielverlaufs. Elia setzte seinen Körper gekonnt gegen Ayhan an, der nicht aggressiv genug zu Werke ging. Hoogland hätte helfen können, agierte aber zu zögerlich, während Neustädter (verlor 9 von 29 Zweikämpfe!) nur passiv zuschaute. Elia legte ab auf di Santo, der aus spitzem Winkel Fährmann tunnelte und zum 1:0 traf. 120 Sekunden später hätte der Argentinier die Partie schon fast entschieden. Glück für den S04, dass di Santo nur den Pfosten traf. Auch nach dem Seitenwechsel waren die Grün-Weißen das bessere Team und wirkten frischer, ohne sich aber großartig Chancen heraus zu spielen. Schalke brachte fußballerisch so gut wie nichts mehr auf den grünen Rasen und konnte sich mal wieder beim Keeper für den Punkt bedanken. Einen Schuss von Junuzovic lenkte Fährmann stark über den Querbalken. Immerhin ein Pünktchen, aber irgendwie enttäuschend, weil es insgesamt zu wenig war.     

Schalke 04 –Hertha BSC 2:0 (1:0)

 

Die Serie geht weiter! Hertha BSC Berlin bleibt ein Lieblingsgegner vom FC Schalke 04. Nach dem 2:0-Erfolg sind die Königsblauen zum 11. Mal in Folge zu Hause gegen die Hauptstädter (10 Siege, 1 Remis) ohne Niederlage und zum 7. Mal  in Folge ohne Gegentor. Bereits vor dem Spiel gab es schon Gänsehaut-Atmosphäre. Die Lichter in der Donnerhalle gingen aus. Und mit dem Steiger-Lied wurden die Teams empfangen.   

 

Dreierpack zum Spiel

 

2 x 20 Minuten: Die Königsblauen mussten auf elf Spieler verzichten. Die Mannschaft ging nach den beiden englischen Wochen auf dem Zahnfleisch, biss sich aber durch. Vor allem in den ersten 20 Minuten der jeweiligen Hälften gaben sie Gas und schossen den Sieg heraus. Obasi nach einer Viertelstunde und Huntelaar nach 29 Sekunden in der 2. Hälfte schossen den Dreier heraus. Dank Pressing verbunden mit viel Laufarbeit (insgesamt 122,3 km) und Aggressivität  in den Zweikämpfen (Quote: 55 Prozent) ließ der S04 den Gästen kaum Luft zum Atmen. So reichten 40 starke Minuten, um die harmlose Hertha zu besiegen.

 

Leon und Joel: Goretzka und Matip wurden bislang oft gescholten. Doch gegen Berlin hatte das Duo maßgeblichen Anteil am Erfolg der Blau-Weißen. Goretzka durfte als Boateng-Ersatz endlich auf seiner Lieblingsposition vor der Abwehr spielen und konnte überzeugen. Der Youngster verbuchte einige Ballgewinne und initiierte viele Angriffe – mal mit einem öffnenden Pässe, mal mit einer Tempoverschärfung. Der 19-Jährige war präsent, hatte die meisten Ballkontakte (71) und ging die weitesten Wege (12,06 km). Manchmal fehlte ihm die Übersicht, aber die Erfahrung kommt noch mit den Jahren. Unterm Strich stand eine sehr gute Leistung. Genauso wie bei Matip. Der 22-Jährige gewann 71 Prozent seiner Zweikämpfe und schalte Ramos komplett aus. Berlins Top-Torjäger sah gegen Matip kein Land. Immer wieder war der Schalker einen Schritt schneller und sicherte sich die Kugel. Einzig an seiner Körpersprache muss er arbeiten. Die bringt einen fast zur Verzweiflung. Da braucht er endlich mal die Scheiß-egal-Mentalität nach einem Foul oder Fehlpass!

 

Mein Stadion: Esther und Uli waren mal wieder in Gelsenkirchen. Doch diesmal wusste die Kurve nicht, wo sich das Sky-Duo versteckte. Ärgerlich, denn diesmal waren sie im Fuck in Buer. Das ärgerte unseren Kurven-Vadder! Doch Jimmy schaute direkt in die Zukunft. In zwei Wochen spielen die Knappen wieder am Freitag. „Vielleicht kommen die dann ins Klatsch“, träumte Jimmy … „Im Hintergrund süppeln Joe und Müni Havanna Nummer 7 bis 13. Jimmy, Tom und Gerdl haben mittlerweile genug Halbe intus und machen mit dem Kopp auf der Theke ein Nickerchen. Piri brüllt alle zwei Minuten ‚da issa‘ ins Mikrofon. Blömme und Patschi fragen Esther andauernd, wo die Fahne ist, die Marcelo mit in die Kabine (und nach Brasilien) genommen hat. Kelle und Ollek (natürlich mit Kippe) diskutieren mit Nobbi und David, ob Kofi (Annan) bei Horst 08 überhaupt eine Chance hätte. Helle zieht im Hintergrund David und Nobbi alle 24 Sekunden die Kapuze von der blauen Kurvenjacke übern Kopp. Und was macht Stanzi? Er fragt Sky-Uli seit 21 Minuten immer wieder: ‚Bin ich sch….?“, nur weil er am Moderatoren-Tisch alle Getränke abgeräumt hat. Kaum geht die Sendung zu Ende holt Taxi-Ahmed einen Trupp ab, um sie in die nächste Location zu bringen. Am nächsten Morgen ist das Fuck leer, nur die Kurven-Fahne liegt ausgebreitet auf der Theke.“ Dann piept plötzlich was. Der Wecker, Jimmy ist wach ;-)

BxB – FC Schalke 04 0:0

 

Torloses Revier-Derby. Der FC Schalke 04 hat sich einen Punkt bei Borussia Dortmund erkämpft. Die Schalker Rasselband (im Durchschnitt 23,1 Jahre) wehrte sich mit allen Mitteln und hatte am Ende neben dem Glück des Tüchtigen in Fährmann auch den überragenden Mann des Spiels. Sehr positiv war vor allem, dass es rund um das Pott-Duell keine schwerwiegenden Zwischenfälle unter den Fan-Gruppen gab. Tja, dann noch ein Wort zur Meisterentscheidung. Haben die Nord-Österreicher wirklich schon den Titel gewonnen? Bin mir nicht sicher, zumindest habe ich keine Bierduschen gesehen noch fließenden Schampus. Und die Straßen (auf der Leopold) in München? 40 bis 50 Kunden stürmten laut Sky aus den Kneipen – was eine Ekstase! Ich glaube, da waren mehr Löwen-Fans unterwegs, die sich auf ihr Auswärtsspiel am Mittwoch in Cottbus „vorbereiteten“.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Derby-Held: Dass es im „besten Heimspiel seit Monaten“ (O-Ton Hummels) nichts mit einem Sieg von Schwatt-Gelb wurde, lag vor allem an einem Mann: Ralf Fährmann! Bislang war ich immer vorsichtig mit überschwänglichem Lob an Schalkes Nummer 1: Kann er dieses Niveau konstant halten? Anscheinend ja. Denn was Ralle gestern Abend abgeliefert hat, war gigantisch! Mkhitaryans Schuss nach einer halben Stunde parierte Fährmann zum Warmmachen zur Ecke. Den Schuss von Reus aus 14 Metern kurz vor der Pause war da schon einen Tick schwerer. Seine Meisterleistung lieferte Ralle aber in der 68. Minute ab. Im Eins-gegen-Eins luchste er überragend Lewandowski die Kugel vom Fuß. Und 120 Sekunden entschärfte er noch den Kopfball von Reus! Die Zecken verzweifelten, so dass Mkhitaryan frei vor Fährmann erst gar nicht aufs Tor schoss, sondern links vorbei! Bockstark, Ralle. Derby-Held!

 

Zugriff! Kein Zugriff: Was die Schalker in der ersten halben Stunde gespielt haben, war sehr gut. Sie ließen die Schwatt-Gelb nicht zur Entfaltung kommen, hatten eine guten Zugriff und Ballkontrolle. Die Knappen machten die Räume schon in der gegnerischen Hälfte durch kontrolliertes (also nicht auf Teufel komm raus) pressen dicht. Dazu waren sie aggressiv in den Zweikämpfen. Huntelaar und Meyer liefen immer wieder Hummels und Sokratis an, Draxler, Boateng und Goretzka schoben nach. So blieb den BxB-Innenverteidigern nichts anderes übrig, als die Bälle lang zu spielen, die dann fast alle bei den Blau-Weißen landeten. Dadurch hielten die Königsblauen den Gegner aus dem eigenen Abwehrdrittel. Und das war wichtig, denn sobald sich die Zecken in diese Zone durcharbeiteten, wurde es gefährlich. In den ersten 30 Minuten war es noch vereinzelt, danach vermehrt. Schalker verlor den Zugriff. Zum einen gewannen sie nicht mehr so viele Zweikämpfe, zum anderen schlichen sich Fehlpässe im Spielaufbau ein. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Schwatt-Gelben Druck und die Schalker Rasselbande schwamm. Vor allem sorgten sie kaum noch für Entlastung und gaben den Ball zu schnell wieder ab. Aber sie stemmten sich mit allem was sie hatten, warfen sich in jeden Ball bzw. Zweikampf und erkämpften sich so den Punkt.

 

Fehlende Effektivität: Schalke hat die beste Chancenauswertung der Liga. Hätten sie im Revier-Derby daran angeknüpft, wäre es nicht nur ein glücklicher Punktgewinn, sondern ein triumphaler Dreier gewesen. Doch „leider“ machten es die Knappen vor dem Tor nicht besser als ihr Revier-Rivale. Huntelaar drosch die Kugel nach toller Vorarbeit von Kolasinac drüber. Neustädters (völlig frei) Kopfball nach einer Stunde war nicht mehr als eine Rückgabe. Und Boatengs Schuss nach Huntelaars Ablage parierte Weidenfeller zur Ecke. Vielleicht wäre es des Guten zu viel gewesen, aber scheiß druff! Das sind ja bekanntlich die schönsten Erfolge!

Schalke 04 – Braunschweig 3:1 (1:0)

 

In der Bundesliga bleibt Schalke auf der Erfolgsspur. Die Knappen besiegten Eintracht Braunschweig mit 3:1 und polierten ihre Rückrundenblianz auf 22 von 27 Punkten auf. Ein perfektes Fazit lieferte Braunschweigs Coach Lieberknecht: „Das war ein hoch verdienter Sieg des FC Schalke 04. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt des Spiels die Ordnung auf dem Platz. Das lag vor allem am Gegner, der es sehr gut gemacht hat. Dennoch hätten wir das Spiel innerhalb von zwei Minuten fast auf Unentschieden gedreht. Dass das aber überhaupt nicht dem Spielverlauf entsprochen hätte, wissen wir selbst.“ Dank einer ganz starken Parade von Fährmann gegen Elabdelloui feierten die Schalker eine erfolgreiche Generalprobe vor dem Revierderby.

 

Dreierpack zum Spiel


Dominante Rasselbande: Die Statistiken untermauerten die Dominanz der Knappen. 63 Prozent Ballbesitz, 14:4 Ecken und 32:11 Torschüsse. Dazu eine sehr gute Fehlpassquote von 16,4 Prozent. Besonders die Spielverlagerungen brachten Räume gegen die defensiven Gäste. Dabei mussten die Knappen verletzungsbedingt auf zehn (!) Spieler verzichten. Dennoch legte die junge Schalker (im Durchschnitt 23,1 Jahre) direkt los wie die Feuerwehr. Die Belohnung folgte durch das Youngster-Trio. Draxler (20 Jahre) spielte auf Meyer (18 Jahre), der weiter auf Goretzka (19 Jahre) leitete und Schalkes Nummer 8 hämmerte die Kugel in die Maschen – 1:0. Trotz der kurzen Zitterpartie nach dem Anschlusstreffer kann man Keller verstehen, wenn der Trainer stolz auf seine „Rasselbande“ ist.

 

Kaan Ayhan: Zur Rasselbande gehört auch Kaan Ayhan. Der 19-Jährige spielt seine erste Profisaison und stand gegen Braunschweig erstmals in der Bundesliga in der Startelf. Nach den Verletzungen von Höwedes, Santana und Papadopoulos durfte Ayhan in der Innenverteidigung ran. Und dort machte er seine Sache sehr gut. Neben seiner Zweikampfstärke wirkte Ayhan sehr ruhig und abgeklärt. Er hatte immer eine Lösung parat und spielte einfach. Bemerkenswert war vor allem, dass der Youngster schon Anweisungen gab. Daran sieht man, dass er als Kapitän der U19 bereits Verantwortung in jungen Jahren übernommen hatte. Da kann sich vor allem Matip eine Scheibe abschneiden, der zwar auch erst 22 Jahre ist, aber immerhin schon 131 Bundesliga- und 38 Europapokalspiele auf dem Buckel hat. Natürlich muss Ayhan erst noch konstant beweisen, dass er auf diesem Niveau weiter bestehen kann. Aber der Anfang (starke Halbzeit gegen Hannover, gute Partie bei Real Madrid) macht jedenfalls Geschmack auf mehr.

 

Horster Bierspiele: Gestern stand die Horster Kurve kurz vor einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Muss ein Bierverbot her? Wie viel Bier in den 90 Minuten verschüttet wurde, ist einfach inakzeptabel ;-) Nach einem Ellenbogencheck vom Müni, verlor David sein halbes Bier. Piri zuckte und schon flutschte der nächste Schluck aus dem Becher. Stanzi wollte es dem Hunter nachmachen und kickte einen vollen Becher am Boden weg. Stefan rutschte der Six Pack aus der Hand und musste mit einem halben Becher vorlieb nehmen. Höhepunkte der Horster Bierspiele war der gerissene Six-Pack von Stanzi. Während Stefan, Müni und ich noch mit kleinen Spritzer davon kam, bekam Biene eine komplette Bierdusche. Jacke und Haare komplett nass (plus Bienes böser Blick)! Demnächst bitte mehr Konzentration, meine Herren. Wir sind doch beileibe keine „Bier“-Rasselbande mehr :-)

Real Madrid – Schalke 04 3:1 (1:1)

 

Bye, bye Champions League! Der FC Schalke 04 ist im Achtelfinale der Champions League gegen Real Madrid ausgeschieden. Nach der 1:6-Hinspiel-Blamage verabschiedeten sich die Knappen im Rückspiel mit einer 1:3-Niederlage aus der Königsklasse. Gegen die Madrider B-Elf verkauften sich die Königsblauen 70 Minuten lang noch recht ordentlich und hätten in ihrer besten Phase, ab dem 1:1 durch Hoogland (31.) bis zur Pause, sogar in Führung gehen können. Zu einem Unentschieden reichte es aber dennoch nicht, weil mal wieder individuelle Fehler zu Gegentoren führten. Letztendlich verhinderten das Glück und ein ganz starker Fährmann ein erneutes Debakel. Somit war nur das Auftreten der S04-Fans champions-league-reif. 5000 pilgerten nach Madrid und hinterließen mächtig Eindruck in der spanischen Hauptstadt, wie Kommentare, Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken unter Beweis stellten. Das bestätigten auch unsere Kurvis, die vor Ort waren.

 

Dreierpack zum Spiel


Passgenauigkeit: Man kann nicht sagen, dass Real Madrid auf 'Teufel komm raus' gepresst hat. Im Gegenteil. Sie ließen es ruhig angehen. Bestes Beispiel: das Tor von Hoogland. Ohne Gegenwehr kam der Rechtsverteidiger zum Abschluss. Doch was die Knappen ansonsten aus diesem Ballbesitz gemacht haben, war zum Haare raufen. Unfassbar wie viele Pässe unbedrängt (!!!) ungenau gespielt wurden. Hier nur einige Beispiele für die Defizite in der Präzision: Seitenwechsel von Draxler auf Obasi - einen Meter zu hoch. Pass von Neustädter auf Obasi - einen Meter zu lang. Meyer aus drei Metern auf Ayhan - zu ungenau. Obasi beim Konter zu Ayhan - zu lang. Szalai schickte Meyer - der Ball kullerte ins Seitenaus. Wegen solcher einfachen Ballverluste ging der S04 auch im Santiago Bernabeu als Verlierer vom Platz. Dreckspass Kolasinac zu Ayhan - Konter zum 1:2. Dreckspass Draxler zu Matip - Konter zum 1:3. Vereinzelt und unter Druck mögen solche unsaubere Zuspiele noch verzeihbar sein, aber nicht in dieser Masse und vor allem nicht ohne Bedrängnis.

 

Cristiano Ronaldo: Ja, auch CR7 ist auch nur ein Mensch. Ich musste schmunzeln, als der Portugiese in der 70. Minute im Schalker Strafraum den Ball nicht richtig traf und sich auf den Hosenboden setzte. Doch mehr Slapstick gab es von Reals Nummer 7 nicht zu sehen. Seine Bilanz gegen den S04: zwei Spiele mit zwei Doppelpacks, womit er seine Bilanz auf 48 Treffer in 47-CL-Partien ausbaute. Doch ich hatte nicht das Gefühl, dass er zufrieden war.  Es ist schon grotesk, wenn man nach dem Schlusspfiff in die Gesichter der Schalker und Ronaldos schaute und sich fragte: Wer hat verloren? Wahrscheinlich ärgerte sich Ronaldo über die drei Aluminium-Treffer im Hin- und Rückspiel. Natürlich ist da viel Schauspielerei nach einer vergebenen Chance dabei, aber sie dokumentiert einfach nur seinen Ehrgeiz. Ronaldo hätte sich ja auch zur Pause auswechseln lassen können, um sich für den Clasico zu schonen. Ich glaube, auf diese Idee ist er überhaupt nicht gekommen. Diese Mentalität, diese Überzeugung: beeindruckend. Deswegen halte ich es wie Frank Buschmann, der twitterte: "Man muss Ronaldo nicht mögen, aber das ist ein geiler Kicker!" Bockstark, Buschi!


Youth Leauge: In Madrid standen acht Spieler in der Schalker Startelf, die der Knappenschmiede entstammten - Fährmann, Hoogland, Höwedes, Matip, Kolasinac, Ayhan, Meyer und Draxler. Allein das spricht für einen starke Nachwuchsarbeit am Schalker Markt, auch wenn Real Madrid den Jungs deutlich die Grenzen aufzeigte. Dennoch ist es unumstritten der richtige Weg, den die Schalker gehen. Und für Nachschub scheint gesorgt zu sein. Während die Profimannschaft aus der Champions League sang- und klanglos die Segel strich, sorgt die U19 in der Youth League für Furore. Nach dem überraschenden Sieg im Achtelfinale bei Real Sociedad San Sebastian setzte das Team von Trainer Elgert noch einen drauf. Im Viertelfinale schafften die Jung-Knappen die Sensation und siegten beim Topfavoriten FC Chelsea mit 3:1. Damit treffen die Schalker im Halbfinale am 11. April in Nyon auf den FC Barcelona.

Augsburg - Schalke 04 1:2 (1:1)

 

„Das war ein Scheißspiel, Drecksarbeit“, schmunzelte Boateng beim sky-Interview. Aber genau solche Spiele muss man gewinnen, um oben dabei zu sein. Das Rezept für den 2:1-Sieg von Schalke beim FC Augsburg war einfach. Man nehme eine Portion Glück, mischt es mit Augsburger Unvermögen und gibt zwei Schuss Huntelaar dazu. Fertig ist ein geschmackvoller Auswärtssieg.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Geschenke, Geschenke: Bei der Platzwahl tauschen die Kapitäne beider Teams normalerweise die Vereinswimpel. Doch in Augsburg gibt es keinen Wimpel als Geschenk, sondern eine Marionette der Augsburger Puppenkiste. Da wollten die Schalker keine schlechten Gäste sein und revanchierten sich nach fünf Minuten. Hooglands Kopfballrückgabe zu Fährmann misslang, Werner sagte Danke und schloss eiskalt zur frühen 1:0-Führung ab. Doch die Hausherren wollten das nicht auf sich sitzen lassen und machten ihren Ruf als gute Gastgeber aller Ehren. Boatengs Schuss (endlich knallte mal ein Schalker auf die Kiste) ließ Manninger nach vorne abprallen und Huntelaar staubte in bester Torjäger-Manier zum 1:1 ab.

 

Viererkette: Die königsblaue Viererkette hat nicht gerade ihren besten Tag erwischt. Besonders in der letzten Viertelstunde schwamm der blau-weiße Abwehrriegel bedenklich – mit Ausnahme von Fährmann und Höwedes. Sowohl bei den Zweikämpfen (insgesamt gewann Schalke gerade einmal 38 Prozent der direkten Duellen!) und dem Spielaufbau machte das Quartett nicht die beste Figur. Zu Hooglands Bock gesellten sich gerade einmal vier gewonnene Zweikämpfe. Matip stand am Ende bei sechs, hatte aber gerade gegen Bobadilla enorme Probleme. Im Boxen wäre es ein Duell zwischen einem Mittel- gegen einen Schwergewichtler. Bei langen, hohen Bällen hatte das „Hemd“ Matip gegen den „Bullen“ Bobadilla fast immer das Nachsehen. So auch vor dem 0:1. Höwedes entschied auch nur fünf direkte Duelle für sich, war aber am Ende noch der Stabilste. Der Aggressivste war  noch Kolasinac, der 18 gewonnene Zweikämpfe verbuchte. Allerdings hatte der Linksverteidiger beim Spielaufbau dieselben Probleme wie Matip und Hoogland. Nach katastrophalen Pässen mussten Huntelaar, Draxler und Ayhan sogar taktische Fouls begehen (plus gelbe Karten), um den schnellen Gegenangriff zu unterbinden – zum Glück! Doch diese vielen Ballverluste aus der Abwehr heraus sind inakzeptabel. Dank des Unvermögens der Augsburger, die die Angriffe schlecht ausspielten, wurden diese Fehlpässe nicht bestraft. In Madrid wird es nicht so glimpflich ausgehen.

 

Positive Aspekte: Ein guter Angriff reichte, um die Partie zu entscheiden. Ayhan spielte Doppelpass mit Boateng und spielte weiter zu Draxler. Der legte raus auf den anstürmenden Kolasinac. Der Linksverteiger zog in den Strafraum und legte quer auf Huntelaar – das entscheidende 2:1! Super Angriff, nur leider zu selten, da Schalke kaum schnell spielte und zu viele Fehler im Spielaufbau hatte. Dafür war die Effektivität in persona von Huntelaar wieder überragend. Nach seinem Dreierpack der Vorwoche legte der Hunter ein Doppelpack nach. Damit untermauerten die Knappen in der Liga ihre Spitzenposition bei der Chancenauswertung – vor der Partie war die Quote 34,8 Prozent. Ebenfalls positiv das Defensivverhalten bei Standards. Zwölf Augsburger Ecken verteidigen die Schalker souverän – eine deutliche Verbesserung!

Schalke 04 –Hoffenheim 4:0 (2:0)                

Ich bin mal wieder sprachlos! Doch diesmal hat es nichts mit einer enttäuschenden Leistung des FC Schalke 04 zu tun! Im Gegenteil. Ich bin überrascht über die Vorstellung der Königsblauen. Nach den beiden Klatschen gegen Real Madrid und den Nord-Österreichern gab es gegen 1899 Hoffenheim ein 4:0-Fußball-Fest. Was eine Reaktion der Mannschaft! Endlich waren die Knappen mal hungrig auf Tore und schenkten der zweitschlechtesten Defensive richtig ein. Gleichzeitig hielten sie die Null gegen die drittbeste Offensive der Liga. Nach der Horror-Woche ist dieser Dreier Balsam für die Schalker Seele. Allerdings muss man den Erfolg auch richtig einordnen. So wie Draxler: „Bei allem Respekt vor Hoffenheim, es ging nicht gegen Bayern München oder Real Madrid.“

 

Dreierpack zum Spiel

 

Worten folgten Taten: Vor der Partie hatten die Schalker den Mund ganz schön voll genommen. „Wir werden eine deutliche Reaktion zeigen“, war sich Kapitän Höwedes sicher. Und Keeper Fährmann setzte noch einen drauf: „Hoffenheim wird von der ersten Sekunde an spüren, dass wir zu Hause eine Macht sind. Wir wollen ein Feuerwerk abbrennen.“ Mein erste Gedanke: große Schnauze, nix dahinter? Falsch gedacht! Den starken Worten folgten große Taten. Unterm Strich brannten die Blau-Weißen zwar kein Feuerwerk ab, aber dank ihrer Effektivität schossen sie 1899 aus der Donnerhalle.

 

Hunters Dreierpack trotz Krampf: Der Hunter war in Torlaune. Mit einem Dreierpack bewies Huntelaar seine Torjäger-Qualitäten. Beim ersten und dritten Tor zeigte er eindrucksvoll, wo ein Stürmer stehen muss. Sein zweites Tor war ein schönes Lehrbeispiel für einen perfekten Schuss mit dem schwächeren (linken) Fuß. Jedoch verpasste Schalkes Nummer 25 einen lupenreinen Hattrick innerhalb von 25 Minuten. Beim Elfmeter chippte Huntelaar die Kugel überheblich in die Arme von Casteels. Doch warum? „Ich habe beim Schuss einen Krampf bekommen“, klärte der Stürmer schmunzelnd auf.

 

Knappenschmiede: An dieser Stelle muss man mal die sehr gute Schalker Jugendarbeit loben. Gegen Hoffenheim standen acht Spieler(!) im Kader, die schon in der Jugend das blau-weiße Trikot trugen. Die komplette Abwehrreihe inklusive Torwart wurde am Schalker Markt ausgebildet. Vor Fährmann verteidigten Hoogland, Matip, Höwedes und Kolasinac. Dazu zog Draxler, nach seiner Verletzung mit aufsteigender Form und zwei Vorlagen, im offensiven Mittelfeld die Fäden. Das Feld komplettierten der eingewechselte Meyer und Ersatzmann Ayhan. Und für Nachschub scheint gesorgt zu sein. Die U19 rangiert in der Liga auf Rang zwei mit der beste Angriffsreihe und der zweitbesten Defensive. Zudem stehen die Jungs von Trainer Elgert in der UEFA-Youth-League als einzige deutsche Mannschaft im Viertelfinale und treffen dort auf den FC Chelsea.

Bazen - Schalke 04 5:1 (4:0)

 

Der Albtraum ging weiter. Nach der 1:6-Vorführung gegen Real Madrid gab es für Schalke 04 in Nordösterreich die nächste Klatsche - 1:5-Debakel im Schlauchboot. Vor allem wie sich die Knappen in den ersten 45 Minuten präsentiert haben, war schlichtweg katastrophal, unterirdisch.

 

Ich kann mich nicht erinnern, jemals so blamable Partien innerhalb von 04 Tagen gesehen zu haben. Sorry friends, aber das verschlägt mir schlichtweg die Sprache. Kein Bock auf Dreierppack! 

Schalke 04 –Real Madrid 1:6 (0:2)

 

Es sollte ein Fußball-Fest werden. Es wurde eine historische Pleite, ein Albtraum! Dabei war die Vorfreude auf die Champions League riesengroß. Hinspiel im Achtelfinale, Real Madrid zu Gast in der Donnerhalle. Was willst Du mehr? Das Kribbeln stieg stetig an und fand seinen Höhepunkt bei der Hymne der Königsklasse. Doch was sich dann in den kommenden knapp zwei Stunden abspielte, machte einen fassungslos. Schockstarre in Perfektion! Mit 1:6 fegten die Königlichen die Königsblauen aus ihrem blau-weißen Königspalast - eine Lehrstunde über 90 Minuten. Ein Debakel! Nie zuvor hatten die Schalker im Europapokal eine höhere Pleite einstecken müssen: 1:6, eine Blamage! Zur Belohnung folgt in der Bundesliga ein Bonbon: Gastspiel in Nordösterreich. Man kann nur hoffen, dass die Bazen erbarmen und kein Bock auf ein zweistelliges Ergebnis haben. Was ein Albtraum!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Naive Schalker: Die Erwartungshaltung vor dem Spiel war verhalten. Hauptsache sich nicht so präsentieren wie Leverkusen beim 0:4 gegen Paris. Vielleicht, mit ein wenig Glück, ein Unentschieden. Und wenn alles Bombe läuft - ein Sieg. In den ersten 92 Sekunden konnte man sogar kurz träumen. Ecke Farfan, Kopfball Höwedes, Matip verpasste am 2. Pfosten. Es folgte die Demontage in sechs Akten, mit einem kurzen Hoffnungsschimmer nach dem 0:1. Da wirst du verrückt, wenn du die Chance von Draxler siehst. Aus NullVier Metern schießt der 20-Jährige Casillas an, Meyers Nachschuss ging in die Wolken - Wahnsinn! Doch letztendlich war das alles nur ein kleines Strohfeuerchen. Insgesamt spielten die Schalker zu naiv, machten zu viele leichte Fehler und bekamen brutal ihre Grenzen aufgezeigt. Selbst das Traumtor von Huntelaar - endlich hat da mal einer auf das Tor geschossen und nicht immer und immer wieder 20 Meter vor dem Tor die Kugel nach Außen quer gespielt - konnte da nicht versöhnen. Am Ende waren die Knappen mit dem 1:6 noch gut bedient. Doch auch so schon wurde die (niedrige) Erwartungshaltung bei weitem nicht erfüllt.

 

Dreifacher Doppelpack: Reals Offensive war on fire! Die Offensive um Ronaldo, Benzema und Bale schlug jeweils doppelt zu und rotierte wie verrückt. Geld schießt halt doch Tore. Denn dieses 250-Millionen-Trio verkörpert einfach nur Klasse! Schneller Antritt, stark im Eins-gegen-Eins und eiskalt im Abschluss. Dahinter wirbelte der beste Madrilene. Unglaublich was di Maria auf den Rasen zauberte. Quirlig, dribbelstark und selbst in der Rückwärtsbewegung bockstark. Krass, wie der Argentinier im Laufduell gegen Schalkes Besten, Farfan, die Oberhand behielt. Abgesichert wurde die Offensive von Alonso und Modric. Beide gaben den königlichen Takt vor, waren ballsicher, ruhig und hatten immer eine Lösung parat. Das war für Schalke alles zu viel. Sie waren durchweg zu langsam, kamen so kaum in die Zweikämpfe und waren in allen Belangen unterlegen. Individuelle Klasse plus Tempo-Fußball in die Tiefe und die Gier nach Toren (CR7 ärgert sich auch bei einem 5:0 über eine vergebene Chance wie verrückt) ergeben einen "unfuckingfassbaren" Klassenunterschied.

 

Wo war Raul? Das reicht jetzt zum Spiel in der Donnerhalle. Widmen wir uns schöneren Dingen. Wir hatten auch mal einen Weltklasse-Spieler in unseren Reihen. Schalke hatte Raul sogar zum Spiel seiner beiden Ex-Teams eingeladen. Doch der Spanier musste absagen, da er selbst in der asiatischen Champions League am Ball war. Rauls Team Al Sadd traf auf Foolad Mobarakeh Sepahan aus dem Iran und gewann 3:1. Khalfan brachte Al Sadd mit 1:0 (18.) in Front. Sepahan glich durch Sharifi zum 1:1 (78.) aus. Doch die Kataris schlugen noch zurück. Nadir (87.) und Rodrigo (90+2.) schossen doch noch den Sieg heraus. Aber wo war Raul? ‚El Siete‘ stand weder auf dem grünen Rasen, noch war er im Kader. Was war los? Die Auflösung gab ein Tweet von 'Asian Football Feast': "Raul has been ruled out with injury." Übersetzt: verletzt. Hätte er doch Zeit gehabt für einen Kurztrip.

Schalke 04 - Mainz 05 0:0

 

Mehr erwartet, aber mehr war nicht drin. Schalke 04 und der FSV Mainz 05 haben sich 0:0 getrennt. Nach vier Rückrundensiegen in Folge mussten sich die Knappen diesmal mit einem Remis begnügen. Vielleicht waren die Erwartungen nach dem super Lauf auch etwas zu hoch. Vielleicht waren aber auch die Gedanken bei den nächsten beiden Knallern. Am Mittwoch kommt Real Madrid in die Donnerhalle, am Samstag geht es in Richtung Österreich zu den Bajuwaren.  

 

Patsches Dreierpack 


Mainzer Spaßverderber: Quirlige und aggressive Rheinhessen machten den Knappen das Leben schwer. Die Mainzer ließen die Schalker nie zur Entfaltung kommen. Die Basis bildete dabei die Laufleistung. 118,7 Kilometer, und damit 3,7 Kilometer mehr als die Schalker, spulten die 05er ab. Noch wichtiger waren aber die Laufwege. So hatte man das Gefühl, dass die Tuchel-Truppe gerade im Mittelfeld immer in Überzahl war. Dazu kam noch ihre Zweikampfstärke. Fast 56 Prozent der direkten Duelle gingen an die Gäste. Diese Kombination aus Lauf- und Zweikampfstärke nahmen den Königsblauen die Freude am Spielen. Allerdings konnten die Gäste mit ihrer optischen Überlegenheit wenig anfangen, da die Königsblauen in der Defensive meistens stabil standen. Kamen sie letztendlich doch mal durch, war der Abschluss zu harmlos oder Fährmann stand im Weg. So wie nach einer halben Stunde als Schalkes Nummer 1 den Schuss von Okazaki grandios parierte.

 

Sand im Getriebe: Im Gegentsatz zu den letzten Spielen hatte Schalke von Beginn an kein Zugriff auf den Gegner und konnte nie Druck ausüben. Das Pressing funktionierte überhaupt nicht, weil sie nicht bereit waren, die Wege zu gehen. Dasselbe Gefühl hatte man beim Spielaufbau. Viele Anspielstationen hatte der Mann am Ball nicht. War da vielleicht schon Real Madrid im Hinterkopf? Oder lag es einfach nur an den taktisch gut agierenden Mainzern? Eine Mischung aus beidem scheint die Lösung zu sein. Denn Fakt war, dass Farfan lediglich Ansätze zeigte, während Meyer sich sich oftmals im Dribbling verhedderte. Boateng war überhaupt nicht zu sehen und Goretzka hatte kaum gute Aktionen. Leider brachten auch die Joker keinen neuen Schwung. Draxler blieb bei seinem Comeback blass (wobei man da auch keine Wunderdinge erwarten konnte), Obasi kam aus meiner Sicht zu spät. So hing Huntelaar im Sturm oftmals in der Luft, der aber auch keinen guten Tag erwischte.

 

Kurve schlägt Guildo: Nach dem Spiel ging ein Teil der Horster Kurve wie immer zum Schalker. Dort warteten diesmal Ulli P. und Esther S. mit ihrer sky-Sendung "Mein Stadion". Tja, was soll man dazu sagen? Es war ein interessantes Schauspiel! Zunächst einmal muss man fragen, wie man auf die Idee kommt, so einen Gast einzuladen? Ein Geißbock-Fan am Schalker Markt! Nicht, dass das schon überhaupt nicht passt, schmetterte Guildo Horn noch zwei seiner Lieder ins Mikro. Wenigstens verpasste Trompeten-Willi dem "Schlager-Star" einen Schalke-Schal. Allerdings wurde das noch durch die beiden Moderatoren getoppt. Was ein geiles Schauspiel. Kaum war die Kamera an, grinsten Esther S. und Ulli P. in die Röhre. Kaum war die Kamera aber aus, war auch schon Schluss mit der Herrlichkeit. Spaß an der Sendung sieht zumindest anders aus. Esthers Mimik gab nur eins zu verstehen: "Hoffentlich ist es bald vorbei." Untermauert wurde es mit der Geste des Tages. Einfach geil, wie Esther Ihren Kopf erschöpft auf Ullis Schulter legte. Und genial wie so ein hübsches Gesicht auch mal gequält aussehen kann :-) Allerdings muss ich an dieser Stelle die Kurvis "Großer Bruder" Dirk, Blömme, Stefan und mich loben. Dass wir die Kurven-Fahne an die Wand hingen, war natürlich selbstverständlich. Aber dass wir noch ein kleines Liedchen angestimmt haben und alle mitgesungen haben, war weltklasse. Ok, Biene verdrehte ein wenig die Augen, aber "Erst kommt der Montag, dann kommt der Dienstag, dann kommt der Mittwoch und dann der Donnerstag, dann kommt der Freitag, dann kommt der Spieltag, dann kommt der Sonntag und dann ist wieder Montag - ole, ole  - ole, ole" war immerhin der bessere Hit als der von Guildo.

Leverkusen - Schalke 04 1:2 (0:1) 

 

Big Point im Spitzenspiel! Schalke 04 hat 2:1 bei Bayer 04 Leverkusen gewonnen und seine Rückrundenbilanz auf NullVier Siege in NullVier Spielen ausgebaut. „Wir hatten heute viel Glück gehabt. Der Sieg war glücklich, aber wir nehmen ihn gerne mit.“, sagte Keller bei sky. Man kann  dem S04-Coach nur zustimmen. Aber im Gegensatz zur Hinrunde haben sich die Königsblauen dieses Glück erarbeitet bzw. auch erspielt. Einsatz, Laufbereitschaft (in der BayArena ist die Mannschaft mit 116,2 km 1,2 km mehr gelaufen als der Gegner), Wille und Mentalität stimmten zu 100 Prozent. Kaum stimmen diese Tugenden, klappt es auch direkt mit dem spielerischen Element. Und so war der Sieg zwar etwas glücklich, aber keinesfalls unverdient. So wollen wir unseren Kumpel- und Malocherverein sehen.  

 

Dreierpack zum Spiel

 

Stabilisator Fährmann: Die Torwart-Diskussion verstummt auf Schalke. Fährmann übernahm den Posten zwischen den Pfosten von Hildebrand, überzeugt mit sehr guten Leistungen und stabilisiert die Abwehr. In Leverkusen war er der Sieggarant. In der ersten Viertelstunde blieb Färhmann zwei Mal lange stehen und parierte im Eins-gegen-Eins ganz stark gegen Kießling und Son. Genauso hervorragend lenkte Schalkes Nummer 1 den Schuss von Rolfes in der 90. Minute über die Latte. Hinzu kommt, dass der Keeper auch das Glück des Tüchtigen hat. Denn gegen den Kopfball von Toprak in der Nachspielzeit wäre er machtlos gewesen, aber der Querbalken rettete ihn. Jetzt gilt es diese Leistung konstant zu halten, an der Ausstrahlung und Kommunikation weiter zu arbeiten. Und vor allem Patzer zu vermeiden. Denn als er den Ball nach einer Bogenlampe im Luftduell gegen Kießling durch die Hände flutschen ließ, musste man kurz die Luft anhalten.

 

„Raul“ Goretzka: Schalkes Nummer 8 machte es wie einst die legendäre „El Siete“. Einfach Weltklasse wie der 19-Jährige das 1:0 gegen Leverkusen erzielte. Dieses Tor ist einzig und allein sein Verdienst! Erst luchste er Bender den Ball ab, ließ dann Wollscheid ins Leere grätschen und lupfte dann aus spitzem Winkel die Kugel sensationell über Leno ins Tor – einfach Wahnsinn, Senor Raul lässt grüßen. Endlich muss man fast schon sagen. Denn bislang war das Kapitel Schalke für den Youngster eher durchwachsen. Eine Verletzung, eine Mandel-OP und Abi-Stress sorgten bisher dafür, dass Goretzka noch nicht richtig am Schalker Markt angekommen war. Auch in Leverkusen wirkten viele Aktionen von ihm unglücklich. Offensiv klappte nicht viel, defensiv sah er nicht immer gut aus auf der ungewohnten Position Linksaußen. Doch in der 28. Minute trumpfte Goretzka erstmals im Schalker Trikot auf und schlug ein wie eine Bombe. Und so sprach Toto allen aus der Seele: „Hoffentlich ist beim ihm jetzt der Knoten geplatzt.“

 

Schalker Schwachstellen: Insgesamt muss man zufrieden sein mit der Mannschaftsleistung in Leverkusen. Gerade wenn man berücksichtigt, dass mit Hoogland und Goretzka zwei Spieler in der Startelf standen, die zuletzt kaum gespielt haben. Dennoch machten sie es zusammen mit ihren Mannschaftskollegen sehr ordentlicht. Und zu verlangen, dass es jedes Mal so perfekt ist, wie in der ersten Hälfte gegen Hannover wäre auch zu viel verlangt bei einem Top-Gegner wie Leverkusen. So war auch die Marschrichtung eine andere. Im Gegensatz zum 96-Heimsieg verzichteten die Schalker nahezu komplett darauf, die Leverkusener im Spielaufbau zu pressen. Stattdessen ließ man die Werkself spielen, versuchte nach Ballverlusten direkt wieder hinten den Ball zu kommen und wollte kompakt stehen. Doch das gelang nicht immer. Vor allem mit den beiden offensiven Außenverteidigern hatten die Knappen ihre Probleme. Boenisch und Hilbert machten offensiv immer wieder Betrieb, während Farfan und Goretzka nicht immer mitkamen. So gerieten Hoogland und Kolasinac oftmals in Bredouille und hatten zudem im Zweikampf das Nachsehen. Doch Fährmann, eine Portion Glück und das Unvermögen der Leverkusener Offensivkräfte sorgten dafür, dass ein Gegentor nicht viel. Dagegen brachte eine andere blau-weiße Schwäche den zwischenzeitlichen Ausgleich. Nach einem Eckball zappelte die Kugel im Netz. Pechvogel war dabei Santana, der nach seiner Rettungstat 23 Sekunden zuvor, diesmal den Ball mit dem Knie ins eigene Tor beförderte. Doch dieser Rückschlag brachte die Knappen nicht aus dem Tritt. Sie gaben schnell die Antwort. Freistoß Farfan, Kopfball Huntelaar. 2:1. Auswärtssieg.

Schalke 04 - Hannover 2:0(2:0)                       

Schalke behält Weiße Weste! Auch das dritte Rückrundenspiel haben die Knappen gewonnen. Im Heimspiel gegen Hannover 96 setzten sich die Königsblauen souverän mit 2:0 durch. Dazu gab es nach Spielschluss noch eine weitere positive Meldung. Der vom HSV ausgeliehene Aogo (aktuell Kreuzbandriss) wurde fest verpflichtetet und erhält ab Sommer einen Drei-Jahres-Vertrag. Leider gab es aber auch drei Wermutstropfen. Uchida und Höwedes fallen die nächsten Wochen wegen Muskelfaserrisse aus. Offen ist noch die Ausfallzeit von Neustädter. Schalkes Nummer 33 zog sich eine Prellung und Risswunde am Knie zu.

 

Patsches Dreierpack

 

Kuriose Kurve: An dieser Stelle müssen wir mal im Namen von Blömme noch mal "Sorry, Marlene" sagen. Nach 2:06 Minuten verließ Stanzi den Block. NullVier Minuten kehrte er mit zwei Six-Packs in der Hand zurück. Blömme ging ihm zur Hand und das Unglück nahm seinen Lauf. Der Träger riss und der Sechserpack landete auf dem Rücken von Marlene, die natürlich 'not amused' war. Aber Papa und Kurven-Mitglied Andy nahm es sportlich. "Passiert halt mal im Stadion." Als Entschuldigung gab es für Marlene eine Apfelschorle. Für den Materialfehler ein neues Six-Pack vom Getränkestand. Weniger ein Materialfehler, sondern mehr ein Systemfehler zwischen beiden Ohren gab es bei einem Kurvi in der Halbzeit. Als gerade alle berauschend über die 1. Halbzeit schwärmten, kam folgender Satz: "Watt machen wir jetzt?" Schweigen. Antwort: "Ist doch Halbzeit!" Wieder schweigen. "Aha", purzelte über die Lippen inklusive verwundeter Fragezeichen im Blick. Wobei man ja im Nachhinein sagen muss: Vielleicht hat er es auch geahnt, dass in der 2. Hälfte nicht mehr sooo viel passiert.

 

Super Tore: Es ist lange her, dass wir in der Kurve mit offenem Mund dastanden. Auch nachdem wir uns die Augen gerieben haben, kamen wir zum Schluss: Die Knappen können ja Fußball spielen. Einfach stark, was der S04 in den ersten 45 Minuten abgeliefert hat. Gekrönt wurde die Vorstellung mit zwei super herausgespielten Toren kurz vor dem Pausenpfiff. Obasi schickte per Hackentrick Kolasinac die Seitenlinie entlang. Der bosnische Nationalspieler ließ Marcelo stehen und zog an der Grundlinie nach Innen. Ausrisspass und Farfan musste nur noch aus fünf Metern ins leere Tor einschieben - 1:0. Eine grandiose Energieleistung von Kolasinac. Es kam noch besser. Toller Seitenwechsel von Boateng. Farfan wartete bis Uchida den Turbo zündete und spielte butterweich durch zwei Hannoveraner in die Tiefe. Der Japaner legte die Kugel zurück an den Elfer. Huntelaar blieb weg und Meyer sagte Danke - 2:0. Und die Kurve ist aus dem Häuschen. Hege postete: "Standing Ovations im Wohnzimmer!" Gerdl war ebenfalls beeindruckt: "Weltklasse!" Aus Toto sprudelte es nur noch: "Hammer! Super! Unglaublich! Das gibt es doch gar nicht." Und Tom fasste es zusammen: "Datt sieht doch mal nach Fusek aus." Röchtög!!!

 

Hannover zermürbt: Wie Schalke startete auch Hannover mit zwei Siegen in die Rückrunde. In Wolfsburg und gegen Gladbach, Schalkes Konkurrenten im Kampf um die Champions League, behielten die Niedersachsen dank ihrer Kompaktheit und Konterstärke die Oberhand. Doch auf Schalke wurden die 96er zermürbt. Aggressive Knappen, die 60 Prozent der Zweikämpfe gewannen, beschäftigten die Gäste pausenlos und ließen ihnen nicht den Hauch einer Chance. Die doppelte Viererkette wurde konsequent über Außen bearbeitet - mit Erfolg kurz vor dem Seitenwechsel. Und offensiv fand Hannover kaum statt. Das Konterspiel wurde oftmals im Keim erstickt. Kamen die Gäste die zwei, drei Mal dann doch mal durch, waren sie an Harmlosigkeit kaum zu überbieten. Auch der 96-Spielaufbau von hinten heraus wurde ganz stark von den Königsblauen verteidigt. Kaum hatte Zieler den Ball, deckten Meyer und Huntelaar die beiden Innenverteidiger ab, während sich Farfan und Obasi um die Außenverteidiger kümmerten. Ließen sich die beiden Sechser fallen, gingen Boateng und Neustädter (später Ayhan, der eine sehr gute Partie zeigte) sofort mit. So musste Zieler oftmals einen langen Ball spielen, den sich meistens Matip und Santana sicherten. Kurz und bündig: Taktisch ganz stark!

Horster Kurve im Block S6

Schalke 04 - Wolfsburg 2:1 (1:0) 

 

Ein hartes Stück Arbeit – aber: Schalke 04 legt nach. Im Duell der Champions-League-Aspiranten besiegten die Königsblauen den VfL Wolfsburg mit 2:1. Die starke Anfangsphase krönte Santana mit dem 1:0 (9.). Mit der Führung im Rücken wurden die Knappen zu passiv. Wolfsburg kam besser ins Spiel. Die Pausenführung rettete Fährmann mit einem „great save“ gegen Gustavo. Nach dem Seitenwechsel schien die Partie nach der roten Karte gegen Caligiuri (50., Beleidigung) entschieden zu sein. Von wegen! Plötzlich trumpften die Wölfe auf. In Unterzahl ließen sie Ball und Gegner laufen und kamen verdient zum 1:1 (65.) durch Arnold. Für Schalke war der Ausgleich der Startschuss zum Gegenschlag. Kurz geschüttelt übernahmen sie das Kommando. Allerdings taten sie sich enorm schwer, da die Wolfsburger geschickt verteidigten und weiter Nadelstiche setzten. Doch ein Geniestreich von Neustädter erlöste die Blau-Weißen. Der Mittelfeldspieler täuschte einen Schuss an und passte auf Boateng. Der Prince blieb cool und versenkte die Kugel aus 16 Metern ins rechte Eck – 2:1 (81.).

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schalker Kreisel: Nach der Ehrenrunde schlenderte Bordon mit der Fahne der Horster Kurve auf dem Rücken in die Kabine. Seitdem wurde das wichtigste Utensil der Horster Kurve nicht mehr gesehen. Gibt es jetzt noch einmal Hoffnung, die Fahne zurück zu bekommen? Im Schalker Kreisel zum Wolfsburg-Spiel wurde über dieses „Besondere Merkmal“ geschrieben. Denn in der Vereinszeitung wurde unser Fanclub vorgestellt. Wer wissen will, warum es uns gibt, wer der Junior bzw. der Methusalem ist, was für uns „unvergesslich“ und unser Ritual ist, sollte sich schnellstens eine Kreisel schnappen. Lohnt sich. Und vielleicht erinnert sich Bordon an unsere Fahne ;-)

 

Schwache Überzahl: Besser kann man das Schalker Spiel nach dem Platzverweis nicht analysieren. „Wir haben danach kein gutes Spiel gemacht und waren zu passiv. Viele Passfehler, einfache Ballverluste und keine gute Verlagerung haben uns das Leben schwer gemacht. Wir hätten Wolfsburg laufen lassen müssen“, brachte es Huntelaar auf schalke04.de auf den Punkt und Boateng ergänzte:

„Es ist immer schwer, gegen zehn Mann zu spielen. Der Gegner läuft dann mehr und es ist eine Kopfsache für das Team in Überzahl.“ Mehr muss man dazu nicht sagen. Und so wurde es eine Zitterpartie. Allerdings hatte man das Gefühl, dass es in der Rückrunde (bisher) etwas anderes ist als in der Hinrunde …

 

Positive Stimmung: Schalke nahm den Schwung des Auswärtssieges in Hamburg (auch wenn der HSV aktuell nicht gerade ein Maßstab ist, muss man dort 3:0 gewinnen) mit. Mit dem Anpfiff legten die Knappen den Vorwärtsgang ein, gingen aggressiv zu Werke und machten die Räume mit ihrem Pressing eng. Huntelaar und Boateng gaben immer wieder Kommandos, die Mitspieler folgten. Und: das Publikum war sofort da und sah: „Die Jungs geben Gas.“ So etwas sorgt für positive Stimmung. Der Lohn: die frühe Führung. Leider agierten die Königsblauen danach zu passiv. Und es wurde nach dem Platzverweis noch schlimmer. Aber angeführt vom Hunter, der immer wieder Anweisungen gab und versuchte die Mitspieler zu wecken, rissen sich die Hausherren wieder zusammen. Der Wille und Mut war da, die Partie für sich zu entscheiden und wurde erneut belohnt. „Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wir haben nach einer Phase, in der es nicht so super lief, den Schalter wieder umgelegt und das Spiel gewonnen“, freute sich Boateng. Genauso wie Huntelaar: „Umso schöner ist es, dass wir trotzdem die Partie gewonnen haben.“ Damit war der 6-Punkte-Rückrundenstart perfekt.

Hamburg - Schalke 04 0:3 (0:1)

 

Der rote Champions-League-Teppich war am 18. Spieltag ausgelegt. ALLE Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze hatten am Samstag zum Rückrundauftakt gepatzt - Leverkusen (2:3 in Freiburg), die Zecken (2:2 gg Augsburg), Gladbach (0:2 gg die Bazen), Wolfsburg (1:3 gg Hannover) und Berlin (0:1 in Frankfurt). Eine tolle Steilvorlage für einen königsblauen Spieltag? Ja, absolut! Denn die Knappen blieben bei Minus neun Grad total cool. Souverän haben die Schalker beim Hamburger SV mit 3:0 gewonnen und setzten direkt ein Statement zum Rückrundenauftakt. Die Leistung war kein Vergleich zu den Testspielpleiten in Köln und in Oberhausen. Die Mannschaftsteile in der Analyse:

 

Dreierpack zum Spiel

 

Abwehr: Zum dritten Mal in Folge stand die Null. Zwar stellte die HSV-Offensive die Knappen nicht gerade vor großen Aufgaben, aber in Hamburg muss man auch erst mal die Null halten. Von einem van der Vaart oder dem hochgelobten Calhanoglu war so gut wie nichts zu sehen. Einzig der eingewechselte John bereitete sowohl Uchida als auch Kolasinac zwischen der 35. und 50. Minute Schwierigkeiten. Doch letztendlich waren die Hamburger zu harmlos bzw. die Schalker räumten alles ab. Matip und Santana waren oft einen Schritt schneller oder grätschten die Kugel humorlos weg. Verbesserungswürdig bleibt aber weiterhin der Spielaufbau der beiden Innenverteidiger. Derweil untermauerte Fährmann seinen Status als Nummer 1. Zwei Mal parierte er stark gegen van der Vaart und Jansen. Hinzu kam noch das Glück als Badelj den Pfosten traf – da war die Partie aber schon entschieden.

Fazit: Schalke stand kompakt, ließ kaum Torchancen zu. Allerdings kommen noch härtere Bewährungsproben.

 

Mittelfeld: Boateng regierte das Mittelfeld. Der 26-Jährige war Dreh- und Angelpunkt im Schalker Spiel und hatte die meisten Ballkontakte (76). Als Partner von Neustädter auf der Sechs stopfte er Löcher, initiierte Pressingsituationen, leitete viele Angriffe ein und kam selbst zum Abschluss. Das ist genau das, was die Knappen brauchen, einen Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive, der wenig Fehler im Spielaufbau und Passspiel macht. Den Rest erledigte die offensive Reihe. Meyer wirbelte die HSV-Deckung durcheinander, Farfan war unstoppable. Es ist einfach ein Genuss, Jeff in Aktion zu sehen - einfach unersetzbar für den S04. Positiv war zudem die gesamte Laufleistung der Mannschaft. 118 Kilometer standen am Ende bei den Blau-Weißen zu Buche, sechs Kilometer als die Rothosen.

Fazit: Boateng kann die Lösung des Problems auf der Sechs sein, wovon vor allen die Offensivreihe profitiert. Allerdings bleibt es abzuwarten, ob die Schalker immer so viel Platz zum Kombinieren haben werden.

 

Angriff: Die Königsblauen waren eiskalt im Eisschrank HSV-Arena. Abgezockt und effektiv vor dem gegnerischen Tor - ja, das schreibe ich wirklich über den S04. Dafür stand vor allem ein Comebacker. Nach 5,5 Monaten spielte Huntelaar von Beginn an. Und direkt war die Jagd-Saison des Hunters eröffnet. Mit seinem Kopfballtreffer zum 1:0 brachte der HSV-Schreck (10 Tore in 7 Spielen) die Knappen auf die Siegesstraße. Damit verdeutlichte Huntelaar, dass er eine ganz andere Hausnummer als Szalai ist. Besonders stark war, wie der Niederländer die Bälle behauptete, so dass seine Mitspieler die Zeit zum Nachrücken. Der personifizierte Unruhestifter.

Fazit: Überraschend, dass Huntelaar nach seiner Verletzung direkt so einschlug. Kann er die Form halten, werden die Knappen auch gegen nicht-chaotische Abwehrreihen gefährlich bleiben.

S04-Rückrunden-Vorschau                               

Die Winterpause geht zu Ende, die Rückrunde steht vor der Tür. Doch wo ist die Aufbruchstimmung beim FC Schalke 04? Nach den Testspiel-Doppelpack-Pleiten beim 1. FC Köln (1:2) und RW Oberhausen (0:1) fehlen mir (mal wieder) jegliche Worte. Allein der Zusatz "verdiente" Niederlagen sorgten für ein Grummeln in der Bauchgegend. Also lautet mein Fazit: Nix Neues am Schalker Markt! Da man selbst aber nicht immer als Nörgler und Pessimist bezeichnend werden will, bleibt ja die Hoffnung, dass nach der verpatzten Generalprobe die erfolgreich Rückrundenpremiere in Hamburg folgt.

 

Patsches Dreierpack

 

Pechvogel Kirchhoff: Er kam als die neue Option für das defensive Mittelfeld. Doch bereits nach der 2. Trainingseinheit verabschiedete sich Kirchhoff ins Lazarett zu Aogo und Höger (beide Kreuzbandriss). Der 23-Jährige fällt mit einem gerissenen Syndesmoseband mehrere Wochen aus. Da zudem noch Jones freiwillig (oder auch nicht?!) geht bzw. gehen will (oder spielt er nach einer Gehaltserhöhung doch noch ein halbes Jahr weiter :-), hat sich die Lage im defensiven Mittelfeld eher angespannt denn entspannt. Aber vielleicht explodiert ja Neustädter oder Goretzka. Oder Heldt schlägt noch einmal auf dem Transfermarkt zu.

 

Draxler-Mania: Der Youngster wird noch mindestens bis Mitte / Ende Februar ausfallen. Danach muss der 20-Jährige in Form kommen. Deswegen ist mir auch völlig unverständlich, wieso in den Medien immer wieder von einem Wechsel zu Arsenal London berichtet wird. Warum sollte Draxler fünf Monate vor der WM wechseln? Nach seiner Verletzung braucht der Youngster nur eins: Spielpraxis, um sein Top-Niveau zu erreichen. Die bekommt Draxler sofort nur auf Schalke und nie im Leben in London oder sonst irgendwo. Bei einem Wechsel zu den Gunners wäre Draxler nur einer von vielen und müsste sich erst akklimatisieren - im Ausland. Bis dahin wäre der Zug nach Brasilien allerdings abgefahren. Wieso das Risiko eingehen? Und warum sollte so ein cleverer Coach wie Wenger, das Risiko eingehen, im Winter einen verletzten Spieler für über 45 Millionen Euro zu kaufen, der ihm nicht direkt im Titelkampf hilft?

 

Fehlpass ist kein Fehlpass: Unser Kurven-Mitglied Stefan meckert immer, dass wir oftmals zu negativ sind. Nach dem 0:1 in Oberhausen schimpfte er: „Ist schon wieder bullshit-bingo-Zeit?“ Ok, Stefan, ich will es mal versuchen. Aber wie soll man das bei dem Fußball der Knappen nur schaffen? Ich grübelte und brauchte Impressionen. Und siehe da, ich wurde bei einem Ex-Horst-Null-Achter. Im Interview mit Reviersport sagte RWE-Coach Wrobel folgendes: „Im Trainingslager haben wir Pressingssituationen artikuliert. Das heißt, nach einem Fehlpass sofort in die Pressingsituation zu kommen. Wir sagen: Ein Fehlpass ist kein Fehlpass, sondern die Möglichkeit ins Pressing zu gehen, den Ball zu erobern. Es geht also darum, eine Situation, die viele erstmal als negativ empfinden, positiv zu sehen.“ BINGO, das ist es. Jetzt haben wir genug positive Ansätze für die Rückrunde. Jetzt muss nur noch irgendwie das Pressing klappen.

Schalkes Hinrunde 2013 / 14                               

Ernüchternd und enttäuschend! Das war die Hinrunde des FC Schalke 04. Negativer Höhepunkt war das Aus im DFB-Pokal gegen Hoffenheim. Dagegen rettete sich der S04 in der Königsklasse im letzten Gruppenspiel gegen Basel ins Achtelfinale. Dort wartet Real Madrid - ein Highlight, hoffentlich. Und in der Liga? Nach 17 Spielen stehen die Knappen mit 28 Punkten auf Rang 7 - acht Siege, vier Remis, fünf Niederlagen. Praktisch heißt das: kein internationaler Startplatz. Theoretisch ist noch alles drin. Selbst die erneute Qualifikation für die Champions League, die "nur" vier Punkte entfernt ist. Dafür ist aber eine Leistungsexplosion von Nöten. Doch wer bescherte uns in der Hinrunde dicke Backen bzw. breites Grinsen im Gesicht?

 

Dreierpack zum Spiel

 

Dicke Backen: Im Mittelpunkt steht Keller. Trotz Sommervorbereitung hat es der Coach nicht geschafft, der Mannschaft eine Identität zu geben. Wo ist die Handschrift des Trainers? Welche Spielphilosophie hat Schalke? Ich kann es nicht sagen. Im Sommer hießen die Schwerpunkte schnelles Passspiel mit wenig Kontakten und Pressing. Doch davon ist nicht viel zu sehen.  Einzelleistungen prägen das Offensivspiel der Königsblauen. In der Defensive (28 Gegentore) sieht es nicht besser aus, wo phasenweise Chaos herrschte, u.a. wegen haarsträubender individuellen Fehler. Oftmals spielt auch eine Portion Glück mit. Das Verletzungspech mag ein Erklärungsansatz für fehlende Mechanismen sein, hat aber nichts mit der grundsätzlichen Spielweise zu tun. Immerhin hat man nach den Bazen (und Wolfsburg?) den zweit- oder drittteuersten Kader der Liga. Dafür ist auch der S04-Manager verantwortlich, allerdings mit der Einschränkung, dass er mit Altlasten zu kämpfen hat. Dennoch muss man bei der Sommerbilanz von Heldt dicke Backen machen. Anfang August hatte er die Transferaktivitäten für beendet erklärt. Man habe sich sehr gut verstärkt, hieß es. Ein Trugschluss! Nach drei Spieltagen und einem Pünktchen herrschte Ende August Alarm am Schalker Markt. Die Transferpolitik musste korrigiert werden. Immerhin kamen mit Boateng und Aogo noch zwei gute Griffe. Doch Santana, Goretzka, Clemens und Szalai konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Aber nicht nur die neuen Enttäuschten. Neustädter und Jones liefen ihrer Form hinterher. Fatal auf der wichtigen Position in der Schaltzentrale. Konstant war bei Beiden nur die Fehlerquote. Unkonstant war zudem die Leistung von Draxler. Highlights konnte der 20-Jährige lediglich in der Königsklasse setzen. In der Liga hinkte der 45,5-Millionen-Euro-Teen - auch wegen der übertriebenen Erwartungshaltung - seinen Leistungen hinterher. Eine unendliche Geschichte ist auch die Torwartfrage. Hildebrand war lange die Nummer 1 - solide, aber nicht fehlerfrei. Am Ende übernahm Fährmann, der zwar als einer der Gewinner der Hinrunde gilt, es aber in der Rückrunde beweisen muss. Wie so viele andere auch!

 

Breites Grinsen: Außer Frage steht der Mann mit neun Toren in 20 Pflichtspielen. Farfan ist weiterhin ein dickes Faustpfand. Was wären Schalke bloß ohne den Peruaner? Unterstützung erhielt Jeff von einem Youngster. Es war eine Freude, Meyer wirbeln zu sehen. Auch ein Verdienst von Heldt, der dafür Raffael nach Mönchengladbach ziehen ließ. Mini-Max nutzte die Verletzungsseuche in der Offensive und spielte sich in den Vordergrund. Eine Verstärkung war auch Aogo. Defensiv ein Stabilisator und im Spielaufbau ein Lichtblick. Dank seiner Technik hatte er immer eine Lösung parat. Sein Kreuzbandriss war ein Schock. Hoffentlich bleibt die HSV-Leihgabe ein Schalker.

 

Hoffnungen der Rückrunde: Ideal wäre es, wenn bei Schalke eine Spielphilosophie zu erkennen wäre und diese sich entwickelt. Heldt und Tönnies vertrauen dabei weiter auf Keller. Aber da dominieren bei mir eher die dicken Backen anstatt ein breites Grinsen. Deswegen sehnen wir lieber die Rückkehr von Huntelaar herbei. Nach einem halben Jahr wird es Zeit, dass der Hunter wieder auf Tore-Jagd geht. Unterstützung ist ihm sicher. Auf Farfan und Meyer wird er sich verlassen können. Und Draxler wird nicht noch einmal eine durchwachsene Runde spielen. Wenn Boateng die Wintervorbereitung durchziehen kann und seine Physio für sein linkes (Wackel-) Knie weiter einschlägt, wird sich der Prince noch steigern. Vielleicht ist er sogar die beste Lösung für einen Part auf der Doppelsechs. Dann ist da noch Papadopoulos. Wobei man zunächst keine Wunderdinge vom Griechen erwarten darf. Er fehlte fast doppelt so lang wie Huntelaar. Aber allein durch seine Mentalität schafft er es vielleicht, einige Kollegen mitzureißen. Und wenn dann noch der ein oder andere, der für dicken Backe gesorgt hat oder ein Vergessener (Obasi, Annan, Hoogland) aufersteht und bei uns am Ende der Saison ein breites Grinsen hervorruft, bleibt die Hoffnung auf die Champions League.

Nürnberg - Schalke 04 0:0                               

Nach drei Wochen Urlaub (ohne ein Schalke-Spiel) fällt mein Fazit wie folgt aus: Es hat sich nichts geändert. Schalkes Auftritte bleiben qualvoll. Im letzten Bundesligaspiel des Jahres ist der FC Schalke 04 nicht über ein 0:0 beim 1. FC Nürnberg hinaus gekommen. Wobei man noch von Glück sagen kann, dass es beim Tabellenvorletzten überhaupt ein Punkt wurde. Ein Tor von Drmic wurde zu Recht wegen Abseits (hauchdünn) nicht gegeben, zudem scheiterte Nilsson per Kopf an der Latte. Und Schalke? Die standen zumindest mit elf Mann auf dem Platz.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Think positiv: Immerhin blamierte sich Schalke nicht und wurde nicht das erste Team, welches gegen den Club verloren hat – 17 Spiele, kein Sieg, elf Remis, sechs Pleiten. Wenigstens ging die schwarze Serie in Nürnberg zu Ende. Nach drei Pleiten reichte es für ein Pünktchen. Abschließend ist noch positiv zu vermerken: Schalke hat zu Null gespielt. Wie auch immer sie das geschafft haben.

 

Nicht seltsam, normal: „Es bleibt ein seltsam passiver Auftritt von Schalke 04“, sagte Sky-Kommentator Fuss während der 1. Halbzeit. Wirklich? War das seltsam? Nein, es war normal. Das ist der Fußball den Schalke spielt, nämlich keinen! Spielerisch geht bei den Knappen gar nichts. Die  Fehlpassquote in Nürnberg lag bei 30 Prozent. Kombinationen sind so selten, wie Wasser in der Sahara. Königsblau lebt nur von Einzelaktionen! Und das ist zu wenig. Aber das ist ein altes Lied und deswegen schon mal gar nicht seltsam, sondern normal - leider. Aber da redet man sich ja wusselig, dass das Team ohne Struktur und Idee spielt. Aber passieren tut ja eh nix am Schalker Markt.

 

Nicht akzeptabel: Mittlerweile regt man sich ja schon gar nicht mehr auf, dass es spielerisch vorne und hinten nicht läuft. Was aber einen zur Weißglut bringt, ist das Auftreten der Mannschaft. Kämpfen und rennen muss jeder können, egal wer auf dem Platz steht. Und dieses Gefühl hat man überhaupt nicht. Diese Leistung ist nicht schalke-würdig, so spielt kein Kumpel- und Malocherverein. Und wenn diese Mentalität weiter beibehalten wird und sich nichts an der Einstellung ändert, werden die Auftritte der Königsblauen auch im neuen Jahr so trist bleiben. 

Schalke 04 - VfB Stuttgart 3:0


 

Nach einer überzeugender Heimvorstellung, konnten die Fans des S04 endlich mal wieder frohen Mutes die Heimreise antreten.  Durch Tore von Jefferson Farfan ( 2 ) und Jemaine Jones spielten die Schalker einen hochverdienten Sieg gegen die Schwaben heraus.

 

 

Dreierpack zum Spiel

 

Kniefall Nr. 3:

Schalke und das Knieproblem scheinen eine feste Story für diese Jahr zu sein. Nicht nur, dass wir jeden Tag den Status vom Princen Knie bekommen, mussten wir auch noch eine Hiobsbotschaft am Freitag zum Thema Knie hinnehmen. Dennis Aogo, einer unserer Lichtblicke der letzten Wochen , verletzte sich beim Abschlusstraining schwer und fällt wohl für den Rest der Saison aus. Diagnose: Kreuzband-, sowie Innenbandriss. Dieses ist mittlerweile die 3. schwere Knieverletzung, die die Schalker wegstecken müssen. Mal sehen was unser Horst jetzt aus dem Leihgeschäft um Aogo macht, keine einfache Entscheidung !

 

Zukunft:

Vor dem Spiel gab es schon den ersten Jubelsturm in der Arena. Die Königsblauen vermeldeten die Vertragsverlängerung von Max Meyer bis ins Jahr 2018! Zur Belohnung durfte Max sich auch gleich auf die Ersatzbank setzen, aber wer 3:0 gewinnt hat Recht. Auf jeden Fall haben wir unser vielleicht größtes Talent langfristig gebunden, Glückwunsch Horst!

 

Horster Kurve:

Zur Einweihung des neuen Kurven Banners war die Horster Kurve in Bestform.  Beispielloser Support in S6 während und nach dem Spiel im Schalker! Es wurde gesungen was die Kehlen hergaben und fanden im Klatsch einen würdigen Abschluss des königsblauen Jubeltages. Kleine Notiz am Rande: Nicht nur der Banner war neu, sondern meinte auch ein Mitglied der Kurve eine neue Regel einführen zu müssen. Er brachte zum ersten Mal 12 Bier statt 6 mit und wurde dementsprechend gefeiert.

Rudi Assauer unterschreibt die HK-Fahne

Bukarest – Schalke 04 0:0

 

In den letzten Wochen und Monaten wurde an dieser Stelle schon viel über die Art und Weise des Spiels vom FC Schalke 04 gesprochen. Es kommt mir vor wie ein Remake des Films: Und täglich grüsst das Murmeltier. Dem ist nach dem 0:0 bei Steaua Bukarest auch nicht viel hinzuzufügen. Okay, die Abwehr stand gegen biedere Rumänen bis auf drei, vier Situationen sicher - wobei eine Mannschaft mit Qualität nutzt solche Chancen, Chelsea lässt grüßen. Offensiv gab es gerade um die 30. Minute einige nette Ballstafetten. Aber an Harmlosigkeit im gegnerischen Strafraum war es kaum zu überbieten. Killerinstinkt oder der absolute Wille das Tor machen zu wollen? Fehlanzeige! Bestes Beispiel: Nach dem guten Anspiel von Farfan legte Draxler quer auf Szalai, der aber nicht zum Abschluss kam - Elfmeter hin oder her (den hätte auch Bukarest nach der Boxeinlage von Fährmann bekommen können). Aber warum macht ihn Draxler aus fünf Meter nicht selber? Der Youngster wird sich selbst am meisten ärgern, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Und so muss man mit dem zähen 0:0 zufrieden. Scheint halt aktuell nicht mehr drin zu sein.

 

Patsches Dreierpack

 

Kurz und bündig: Die Teilnahme an der Europa League ist gesichert, Schalke überwintert im Europacup. Trotz des 0:0 in Bukarest und dem 1:0-Sieg von Basel (8 Punkte) gegen Chelsea (9 Punkte) haben die Knappen (7 Punkte) den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse in der eigenen Hand. Dafür muss ein Heimsieg gegen die Schweizer am 11. Dezember her. Keller ist sich sicher, dass man mit dem Druck umgehen kann. Höwedes ist sich fast sicher, da man in diesen Situationen oftmals die beste Leistung abgerufen hat. Na dann habe ich ja Hoffnung - alles im Lot.

 

Prince-Knie: Boateng reiste noch vor dem Spiel zurück nach Deutschland. Sein linkes Knie ließ einen Einsatz nicht zu. Der Prince und sein Knie. Das ist genauso ein Rätsel wie die Spielphilosophie der Königsblauen - keiner weiß, was da wirklich los ist. Aber die Verantwortlichen sehen kein Problem - weil das Risiko bekannt oder es wirklich halb so schlimm ist? Ein Rätsel. Öffentlich reagiert man mit Unverständnis, wenn das Thema "Boatengs Knie" ausgeschlachtet wird. Aber wen wundert es, wenn der 26-Jährige vor so einem wichtigen Spiel (oder auch nicht?) mal eben abreist. Angeblich war man auf einem guten Weg. Doch das Länderspiel Ghanas in Ägypten brachte den Rückschlag. Allerdings bekommt es der Physio-Guru in München schon hin. Das Knie, aber wohl nicht die Fitness - Bremen lässt grüßen. Für die Partie gegen Stuttgart besteht laut Heldt wohl keine Gefahr. Na dann habe ich ja Hoffnung - alles im Lot.

 

Horster Kurve: Die beste Nachricht des Tages: Wir haben wieder eine Kurven-Fahne! Die allerbeste Nachricht des Tages: Rudi Assauer hat auf unserer Fahne unterschrieben! Diese positive Stimmung konnte auch das Spiel auf Augenhöhe in Bukarest nicht schmälern. Naja, fast. Um 22:33 Uhr platzte Gerdl zu Recht der Kragen: "Kompletter Trümmerhaufen, zum Kotzen." Fast 20 Minuten später fasste es unser Kurven-Vatter zusammen: "Bin zum vierten Mal in Folge sprachlos. Es wird Spiel für Spiel und Woche für Woche offensichtlicher: Obwohl wir über weite Phasen offensiv konzeptlos zocken, können wir uns trotzdem noch passable Chancen herausspielen. Die individuelle Überlegenheit ist oftmals vorhanden. Nur leider sehe ich keine permanente und selbstbewusste Überlegenheit durch ein System oder eine Taktik." Bingo! Allerdings sind wir an dieser Stelle wieder beim Murmeltier. Sorry, deswegen positiv. Tönnies sieht Fortschritte. Keller braucht Zeit. Na dann habe ich ja Hoffnung - alles im Lot.

 

Frankfurt - Schalke 04 3:3 (0:2)                      

Wie kann man sich so präsentieren, FC Schalke 04? Das 3:3 in Frankfurt macht einen fassungslos! Nach einer geschenkten 2:0-Pausenführung versagten die Knappen nach dem Seitenwechsel und kassierten in zwölf Minuten drei Gegentore. Zwar gelang Höwedes noch der Ausgleich, aber es fällt schwer, sich darüber zu freuen. Dieser Auftritt war blamabel, und zwar über 90 Minuten! Vielleicht ist die Erwartungshaltung an diese Mannschaft zu hoch. Aber diese Leistung bzw. diese Art und Weise von Fußball kann doch nicht der Anspruch des Vereins sein!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Geschenke, Geschenke: Plötzlich stand es nach 18 Minuten 2:0 für Schalke. Warum?  Weil Frankfurt innerhalb von 04 Minuten Geschenke verteilte. Eigentor Flum zum 0:1. Dummes Foul von Russ, Freistoß Aogo, Kopfball Matip – 0:2. Die Hessen waren bis dahin besser, wirkten aber nach dem Rückstand verunsichert und haderten mit ihrem Schicksal. Und Schalke? Normalerweise spielt eine gute Mannschaft jetzt souverän und mit Selbstvertrauen. Aber nicht die Königsblauen. Die spielen überheblich, unterirdische Konter und haben vor der Halbzeit noch Glück, dass Flum nur den Pfosten traf. Dann war Pause, und dann:

 

Desolat und blamabel: Was der S04 nach dem Seitenwechsel abgeliefert hat, war für Höwedes „ein Rätsel.“ Es war einfach katastrophal. Innerhalb von zwölf Minuten drehte die ‚tote‘ Eintracht die Partie. Hildebrand irrte durch den Fünfer, Flum köpfte das 1:2. Jung konnte unbedrängt flanken, Joselu unbedrängt köpfen – 2:2. Konter Frankfurt! Joselu nahm die Kugel frei wie ein Vogel an und zimmerte sie in die Maschen – 3:2 SGE. Abwehrverhalten und Rückwärtsbewegung beim S04? Desolat! Keine Struktur, Chaos pur. Was eine blamable Vorstellung gegen einen Gegner, der bereits am Boden lag. Unfassbar. Am Ende traf Höwedes nach zwei Flipperbällen noch glücklich zum 3:3. Da aber von toller Moral zu sprechen, ist nicht angebracht. Wer diesem Punkt etwas Positives abgewinnen will, ist für mich ein Schönredner, der die Situation auf Schalke überhaupt nicht kritisch sehen bzw. hinterfragen will.

 

Stillstand auf Schalke: So langsam geht das auf keine Kuhhaut mehr. Mittlerweile ist es eine Qual, sich die Spiele anzuschauen. Schalke kickt wie ein Hühnerhaufen (Ja, ich sehe es genauso NEGATIV). Ich sehe keine Entwicklung, keine Fortschritte. Das 2:0 in Frankfurt hatte nichts mit Schalker Offensivfußball zu tun. Spielfreude, Kombinationen, Tempo-Fußball, Überraschungseffekte? Sporadisch, höchstens in Ansätzen. Und das mit einem Draxler, Meyer, Farfan und Boateng! Mir kann keiner sagen, dass die nicht Fußball spielen können. Doch ein Spielsystem oder einen Plan erkenne ich nicht, sondern nur Einzelaktionen. Stattdessen pomadiges Ballgeschiebe gepaart mit elendigen, langen Flugbällen oder haarsträubenden Fehlpässen. Und das Defensivverhalten? Teilweise unterirdisch, obwohl die Viererkette seit Wochen zusammenspielt. Vor Hildebrand agieren seit Wochen Uchida, Höwedes und Matip plus Aogo oder Kolasinac auf links. Wenn da immer noch nicht die Abstimmung passt, muss man das hinterfragen. 26 Gegentore in 13 Spielen ist grausam - damit kann doch keiner zufrieden sein. Warum bekommt das Keller nicht in den Griff? Vom Pressing rede ich erst gar nicht. Das als Mannschaft anlaufen, sollte man sich mal bei den Schwatt-Gelben ansehen. Dabei waren das Pressing sowie Tempo-Fußball (direktes Passspiel) die Schwerpunkte in der Sommervorbereitung. Für diese Dinge ist der Trainer verantwortlich, doch eine Handschrift ist auch nach einem Jahr nicht zu erkennen. Da sind auch die Verletzungen keine Entschuldigung. Wenn eine Mannschaft eine Philosophie hat, kann man Ausfälle kompensieren, weil sich jeder auf das vorgegebene System verlassen kann. Doch welches System verkörpert Schalke 04?

Schalke – Werder Bremen 3:1 (0:1)

 

Erst gelitten, dann gejubelt. Schalke 04 hat Werder Bremen nach einem 0:1-Pausenrückstand noch mit 3:1 besiegt. Doch was ist aus Werder geworden? Einst waren die Weser-Kicker das Synonym für Offensiv-Fußball. Davon ist nicht mehr viel zu sehen. Dennoch gingen sie nach Neustädters Geschenk in Führung. Viel mehr kam aber nicht. Eine gefährliche Hereingabe entschärfte Hildebrand. Zudem verstolperte Elia eine gute Möglichkeit – Thema: Slapstick-Einlage. Dazu wirkte die Viererkette alles andere als sattelfest. Linksverteidiger musste nach 40 Minute sogar gelb-rot-gefährdet und schwindelig gespielt runter. Dass die Dutt-Elf dennoch lange Zeit an einem Pünktchen in der Donnerhalle schnupperte, lag am Unvermögen der Schalker. Ich sag nur Chancenauswertung bzw. Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor (siehe Chelsea-Texte). Doch gegen diese Bremer Elf reichte es auch trotz der S04-Schwächen. Zum Glück! Drei enorm wichtige Punkte im Kampf um Platz vier, da Wolfsburg, Gladbach und Berlin ebenfalls einen Dreier einfuhren.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Boateng: Der Sieg gegen Bremen ist eng verbunden mit zwei Namen: Kevin-Prince Boateng und Lukas Schmitz (wurde im Übrigen für Garcia eingewechselt). Einem Schalker und einem Ex-Schalker! Einmal flankte Draxler, einmal flankte Fuchs. Beides mal setzte sich Boateng im Kopfball-Duell gegen Schmitz durch, beides Mal zappelte die Kugel im Netz. Dank der Energieleistung Schalkes Nummer 9 gegen Werders Nummer 13 drehten die Knappen das Spiel gegen Werder. Den Schlusspunkt setzte Farfan. Der Peruaner hat seinen Faserriss auskuriert und kann endlich wieder spielen – was eine Wohltat. Hoffentlich muss der Peruaner jetzt nicht zur Länderspiel-Odyssee nach Südamerika.

 

Rückpass-Krankheit: Mourinho sprach mir aus der Seele. Für Chelseas Trainer war die Slapstick-Einlage von Hildebrand laut bild kein Zufall „Wir wussten, dass Schalke im Aufbau hinten sehr langsam ist und gerne zurück zum Keeper passt.“ Auch gegen Werder waren die elendigen Rückpässe nicht zu übersehen, inklusive einer erneuten Slapstick-Einlage von Hildebrand in der 61. Minute, die Elia aber verstolperte. Jetzt platzte auch Hildebrand der Kragen. „Wir spielen den Ball einfach zu oft zu mir zurück. Wir haben einen Freistoß in der gegnerischen Hälfte und der Ball landet bei mir. Das darf nicht sein“, schimpfte der Keeper zu Recht und ergänzte: „Das ist nicht nur meine Meinung. Das kommt auch aus der Mannschaft.“ Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Dann ändert das doch einfach! Vielleicht gibt der Coach jetzt auch eine neue Marschroute. Mutig Fußball spielen und so.

 

Kurve grantelt: „Wenn die heute verlieren, gebe ich meine Dauerkarte ab“, drohte Helle in der 35. Minute beim Stand von 0:1. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt in der Kurve ziemlich am Boden  und wurde kurz nach dem Seitenwechsel zunächst nicht besser. „Mutlos“, grantelte Nobbi, „ohne Mumm“, meckerte Hege. Doch dann kam der Prince und irgendwie hat Schalke doch noch gewonnen. Die Erleichterung war groß, vor allem bei Helle, der seine Dauerkarte jubelnd feierte ;-) 

FC Chelsea – Schalke 04 3:0 (1:0)                   

"Das war eine solide Leistung", sagte Mourinho. Nicht mehr, nicht weniger. Doch das reichte für Schalke 04. Wie vor zwei Wochen in der Donnerhalle setzte es auch an der Stamford Bridge eine 0:3-Klatsche für die Knappen. Viel tun musste Chelsea dafür erneut nicht. Vor der Halbzeit bedankte sich Eto'o für eine Slapstick-Einlage von Hildebrand. Nach dem Seitenwechsel warteten die Blues auf zwei Konter, die Eto'o und Ba eiskalt vollendeten. Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und kompaktes Abwehrverhalten waren das Rezept der Engländer. Zu viel für die Jungs vom Schalker Markt.

 

Patsches Dreierpack

 

Slapstick-Einlage: Es ist schon grotesk, dass sich die "große Torwartnation" England über einen deutschen Torwart lustig macht. Und wer ist der Depp? Na klar, ein Schalker. 31. Minute an der Stamford Bridge: Rückpass auf Hildebrand. Der 34-Jährige hat viel Zeit zum Grübeln: kurzer Pass oder doch die Kugel lang wegschlagen? Zwei Schritte zurück, Anlauf, Schuss - ups, plötzlich ist Eto'o da! Fuß dazwischen, Pocke geblockt, Ball kullert ins Tor - 1:0 Chelsea. Jimmy sprachlos, Tom "ohne Worte". Joe hoffte noch: "Keine Angst, das ist versteckte Kamera. Die lösen gleich auf." Doch weder Kurt Felix noch Gudio Cantz kamen um die Ecke. Dafür ging es grotesk weiter. 41. Minute, immer noch an der Stamford Bridge: Hildebrand pflückte einen Ball aus der Luft, guckte nach links, schaute nach rechts. Uchida lief an ihm vorbei, fuhr dabei den Arm heraus und zeigte auf Eto'o. "Vorsicht, Falle!" Klappt ja, nur leider kam der Hinweis zehn Minuten zu spät.

 

Klassenunterschied: Zwischen Schalke und den Topteams gibt es mittlerweile mehr als einen Klassenunterschied. Bei den Heimpleiten gegen die Bazen (0:4), die Zecken (1:3) und Chelsea (0:3) wurden den Knappen die Grenzen deutlich aufgezeigt. Die Partie an der Stamford Bridge unterstrich diesen Trend, auch wenn die Optimisten auf die guten ersten 15 Minuten hinweisen oder meinen: "Wenn Draxler oder Szalai ihre Chancen genutzt hätten, läuft das Spiel ganz anders". Mag sein, doch da fängt der Käse an. Chelsea macht aus zwei solchen Chancen mindestens ein Tor und ist dann in der Lage, defensiv so sattelfest zu stehen, dass nichts mehr anbrennt. Das sind Qualitäten, die S04 nicht hat! Und von spielerischer Klasse rede ich erst gar nicht. Bei Schalke ist die Herrlichkeit nach einer Viertelstunde zu Ende. Leider dauert ein Spiel 90 Minuten. Und wenn man in den restlichen fünf Sechstel der Spielzeit sich nur noch eine Torchance erarbeitet - Draxlers Schuss parierte Cech zu Ecke - ist das zu wenig. Natürlich ist es schwer, sich gegen ein kompaktes Chelsea durchzutanken. Aber auch ohne Huntelaar und Farfan kann man mutig spielen und was versuchen. Aber Kreativität und Ideenreichtum im Angriffsspiel sind Fremdworte. Das ratlose Quergeschiebe ist doch nicht der Anspruch, oder? Wahrscheinlich ist das aber das Problem: Anspruch und Wirklichkeit. In der Theorie sehnt man sich nach Höherem. Die Realität lautet: chancenlos gegen Topteams und glückliche Siege gegen Augsburg (Rote Karte) und Braunschweig.

 

Torres, Eto'o oder Ba - alles egal: Manchmal kann man nur den Kopf schütteln, wenn man Berichte liest. Am Mittag vor dem Spiel in London war die Breaking News: 'Deutschland- und Schalke-Schreck Torres fällt verletzt aus.' Tenor: Schlecht für Chelsea, gut für Schalke. Ich würde eher sagen: Scheiß egal für Chelsea, schlecht für Schalke. Welchen Unterschied macht es, ob Torres oder Eto'o spielt? Keinen! Was Torres kann, kann Eto'o auch. Zwei Tore gegen Schalke und genauso abgezockt! Selbst wenn Eto'o nicht kann bzw. ausgewechselt wird, kommt Ba. Egal für Chelsea, schlecht für Schalke. Auch Stürmer Nummer 3 traf. Ich wäre am Schalker Markt schon über einen der Drei froh. Schnell, technisch stark und abgezockt vor der Hütte, davon kann ich nur träumen.

Hertha BSC - Schalke 04 0:2 (0:1)

 

Auswärtssieg, Auswärtssieg! Nach der Derby-Pleite hat Schalke 04 eine Reaktion gezeigt und mit 2:0 bei Hertha BSC Berlin gewonnen. Szalai und Draxler schossen den Sieg heraus. Allerdings war offensiv erneut viel Sand im Getriebe. Da aber die Defensive über weite Strecken des Spiels sicher stand und Hildebrand endlich mal wieder die Null festhielt, reichte es am Ende zum Auswärtsdreier.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Defensive stark: Ein Torwart muss auch mal ein Spiel gewinnen. Und das tat Hildebrand erstmals in dieser Saison - endlich. „Bitte, bitte nicht Hilde überbewerten“, wünschte sich Tom. Das will ich nicht, aber: Der 34-Jähirge parierte beim Stand von 0:0 stark gegen Ben-Hatira und hielt nach der Führung die drei Punkte fest. Einen Ramos-Kopfball lenkte Hildebrand an die Latte und entschärfte noch zwei Ronny-Hammer. „Es waren keine unhaltbaren, aber schwierige Bälle“, meinte Stefan. Richtig! Ansonsten konnte sich der Keeper auch auf seine Vorderleute verlassen. Vor allem Höwedes räumte viel ab. Insgesamt stand S04 kompakt und ließ gegen agile Berliner nicht viel zu. Und wenn, dann war Hilde (endlich) mal da.    

 

Schlechte Konter: Berlin diktierte die Partie. Sie hatten mehr Spielanteile und waren die aktivere Mannschaft. Schalke begann verhalten und tat sich schwer im Spielaufbau, weil Hertha die Außen dicht machte. Das schmeckt Schalke nicht, weil sie die Räume in der Mitte einfach nicht nutzen können. Mit zwei Ausnahmen: Draxler tankte sich mittig durch und schloss ab. Seinen 2. Schuss parierte Kraft zur Ecke, aus der Szalai per Kopf Kapital schlug – 0:1. Danach war Schalker Konterspiel gefragt. Doch was die Knappen daraus machten, war schlichtweg schlecht. Fehlpässe, ungenaue Zuspiele und falsche Entscheidungen prägten das Umschaltspiel und ließ Hertha hoffen. Und so mussten die Königsblauen bis zur 94. Minute zittern. Nach einem Konter erzielte Draxler das 2:0. Etwas glücklich, da der Pass von Jones eigentlich für Szalai gedacht war.

 

Lauffaule Knappen: Überraschend ist die Statistik nicht. Schalkes Spieler laufen in der Liga am wenigstens. (Im Übrigen für mich auch ein Grund, warum das Pressing nicht funktioniert). Gegen die Bayern habe ich es bereits angesprochen. Und in der letzten Saison hatte Stefan mit mir des Öfteren über die königsblaue Laufleistung gesprochen. Jetzt haben es die (Medien-) Experten auch erkannt. Dieser Wert ist für ein Kumpel- und Malocherclub ein NO GO! Und es gab direkt eine Ansage von Boss Tönnies: „Ich verlange und fordere von unserer Mannschaft den unbedingten Willen und Einsatz zum Sieg!“ Der Anschiss hat wohl gewirkt. Die Knappen liefen insgesamt 121,4 Kilometer – ein guter Wert. Fazit von Stefan: „Gefightet und gewonnen!“

Schalke 04 – BxB 1:3 (0:1)

 

Pleite im Revier-Derby! Schalke verliert 1:3 gegen Lüdenscheid-Nord. Die Zecken spielten nicht fehlerlos. Aber egal was sie machten, es hatte immer Hand und Fuß. Da weiß jeder, vom Rechtsverteidiger bis zum Linksaußen, was er machen bzw. wie er laufen soll. Selbst individuelle Aussetzer fallen nicht so schwer ins Gewicht, weil sie als Mannschaft die Fehler des anderen ausbügeln. Und warum? Weil sich keiner zu schade ist, für den Kollegen die paar (meist entscheidenden) Meter mehr zu laufen. Und das oftmals im höchsten Tempo. Am Ende haben die BxB-Spieler 115,3 Kilometer zurückgelegt, während bei Schalke unterm Strich 109,9 Kilometer zu Buche standen.

 

Schalkes Spielweise: Provokant gefragt: Welche Spielweise? Wofür steht Schalkes Spiel aktuell? Für Kurzpassspiel? Für schnelles Umschaltspiel? Für Pressing? Für viel Ballbesitz? Für kompaktes Defensivverhalten? Das erkenne ich wenn überhaupt nur in Ansätzen. Aus meiner Sicht lebt Schalke aktuell fast nur von Einzelaktionen. Wegen der individuellen Klasse einiger Spieler reicht das für viele Gegner in der Liga. Allerdings nicht gegen starke Kontrahenten. Die Bazen, Chelsea und die Zecken haben den Knappen ihre Grenzen aufgezeigt. Fazit: Eine Handschrift des Trainers ist nicht zu erkennen. Und da braucht mir auch keiner etwas von Verletzungspech erzählen. Gerade dann ist es für eine Mannschaft wichtig, wenn sie sich auf gewisse Abläufe bzw. Mechanismen verlassen kann. Doch die erkenne ich nicht.

 

Kein Derby-Charakter: Rauchbomben wurden gezündet, Böller knallten und Bengalos flogen durch die Luft. Durchgeknallte Schwatt-Gelbe drehten vor Spielbeginn im Gästeblock durch. Das schürte zusätzlich die Emotionen. 55.000 Schalke-Fans spornte das zusätzlich an, der Support war grandios und die Donnerhalle bebte. Das muss doch den S04-Spielern einen zusätzlichen Kick geben. Mit Anpfiff musste direkt die Post abgehen. Heimspiel, Derby, Bomben-Stimmung! Es folgte der Pfiff, und? Schlafwagen-Fussball. Schalke war stets bemüht. Aber von Biss, Aggressivität und Überzeugung war nichts zu spüren.

 

Kellers Aura: In der 62. Minute keimte Hoffnung auf. Meyer (Schade für den Jungen, dass er zuvor heiß wie Frittenfett eine Stunde auf der Bank verschimmelte) erzielte den 1:2-Anschlusstreffer, die Donnerhalle begann wieder zu beben. Und wir reagierte Keller? Er setzte sich hin und nahm einen Schluck aus der Pulle. Das ist seine ruhige, besonnene Art. So spielt auch seine Mannschaft. Zurückhaltend und emotionslos. Das passt vielleicht auf die Trainerbank in Wolfsburg, Hoffenheim oder Leipzig. Aber HALLO, WIR SIND AUF SCHALKE. Das sind Emotionen pur und das müssen die elf Blau-Weißen auf dem grünen Rasen auch zeigen, gerade im Derby. Da will kein S04-Fan irgendeine weichgespülte Scheiße sehen. Schluss damit!

Schalke 04 – Chelsea 0:3 (0:1)                  

Ein Eckball, zwei Konter, drei Tore und eine kompakte Viererkette! Das hat dem FC Chelsea gereicht, um beim FC Schalke 04 mit 3:0 zu gewinnen. Torres traf doppelt, Hazard setzte den Schlusspunkt. Und die Knappen? Sie hatten mehr Ballbesitz, konnten damit aber wenig anfangen. Torchancen? Mangelware! Durch die erste Pleite in der Gruppenphase der Champions League musste Schalke den Briten den Spitzenplatz in Gruppe E überlassen. Mit sechs Punkten aus drei Spielen belegt S04 Rang 2 vor Basel (4 Punkte) und Bukarest (1 Punkt).

 

Patsches Dreierpack

 

Mourinhos Stil: Das Spiel war ganz nach dem Geschmack des portugiesischen Trainers. Nach der frühen Führung, sich zurückziehen und kompakt stehen. Dann auf Fehler des Gegners warten und diese eiskalt bei Konter ausnutzen. Das ist zwar kein Gala-Fußball oder eine überragende Spielweise, aber effizient und abgezockt. Mehr war auf Schalke auch nicht nötig. Das wird aber gegen starke Mannschaften nicht reichen, um die Champions League zu gewinnen, dem großen Traum der Jungs von der Stamford Bridge.

 

Standardschwäche: Ein Eckball nach fünf Minuten hat die Partie letztendlich entschieden. Doch die Probleme bei ruhenden Bällen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison. Natürlich sind Standards schwer zu verteidigen. Und wenn die Kopfballverlängerung von Ivanovic genau auf den Schädel von Torres landet, fällt es schwer individuelle Schuldzuweisungen zu machen. Oftmals hat der Angreifer die bessere Position, weil er dem Ball entgegen gehen kann. Der große Nachteil bei Schalke ist die Größe des Keepers. Mit 1,86 Meter gehört Hildebrand zu den kleineren Torhütern und ist damit nicht der Herr der Lüfte. Mal eben eine Flanke oder Ecke runterpflücken? Geht nicht. Ein größerer Torwart strahlt einfach eine ganz andere Präsenz aus und schränkt die Optionen für den Gegner bei Standards immerhin etwas ein.

 

15 Minuten Hoffnung: Zwischen der 30. und 45. Minuten war die beste Phase der Königsblauen. Sie waren nah dran am Ausgleich, das 1:1 fiel aber nicht. Den Gewaltschuss von Boateng und einen Kopfball von Neustädter entschärfte Cech. Zudem kombinierten sich die Knappen gegen das Londoner Abwehrbollwerk zwei, drei Mal gut durch, hatten aber Pech, dass beim letzten Pass der Linienrichter die Fahne hob - Abseits. Doch in den restlichen 75 Minuten war vieles nur Stückwerk, da die letzte Konsequenz bzw. die Durchschlagskraft fehlte. Dabei kann man den Schalkern das Quergeschiebe nicht mal vorwerfen, da Chelsea sehr gut verschoben und die Räume sehr eng gemacht hat. Und wenn Draxler nur trabt und so gut wie keine Aktionen hat, Boateng merklich nicht bei 100 Prozent ist und Clemens (mal wieder) nicht stattfindet, wird es schwer. Hinzu kommt, dass in solchen Situationen Schalkes Doppel-Sechs nicht die Qualität hat, den Gegner fußballerisch in Angst und Schrecken zu versetzen. Dadurch sind auch Höwedes und Matip mehr gefordert, sich am Aufbau zu beteiligen, was dem Schalker Spiel nicht gut tut. Und wie hat sich das in der Praxis bemerkbar gemacht? Durch unnötige Ballverluste. Fehler, auf die Chelsea gewartet hat und zwei Mal durch Kontertore bestrafte.

Braunschweig - Schalke 2:3 (1:1)

 

„Ich dachte, Glücksspiel unter freiem Himmel ist verboten!“ Volltreffer, Herr Lieberknecht. Besser hätte man den 3:2-Auswärtssieg der Schalker bei Eintracht Braunschweig nicht analysieren können. Denn mit Fußball hatte das Spiel der Knappen nicht viel zu tun. Beim 1:1 hatte S04 Glück, dass Davari den Ball abprallen ließ und Meyer abstaubte. Beim 2:2 profitierte Goretzka vom unglücklichen Querschläger von Washausen. Beim 3:2 Siegtreffer in der Nachspielzeit konnte weder ein Braunschweiger noch ein Maulwurfhügelchen den Gewaltroller von Neustädter stoppen. Das einzig Positive: zwei Rückstände aufgeholt und irgendwie drei Punkte geholt.  

 

Dreierpack zum Spiel

 

Verletzungsmisere: Ein Offensivfeuerwerk war nicht unbedingt zu erwarten. Mit Huntelaar, Boateng und Farfan fehlt Schalke viel Offensivpower aus. Dazu gesellte sich noch die Geheimwaffe Asamoah (sry, musste jetzt sein ;-). Doch den schwachen Auftritt bei biederen Braunschweigern nur mit der Verletzungsmisere zu erklären, ist zu einfach. Immerhin sind beim Aufsteiger mit Theuerkauf (Gelb-Sperre) und Bicakcic (verletzt) auch zwei Eckpfeiler in der Defensive ausgefallen. Doch die Knappen fanden offensiv kaum statt. Kombinationsfußball? Fehlanzeige! Clemens war (mal wieder) ein Totalausfall. Szalai hing in der Luft, gewann aber auch kaum mal ein Laufduell. Von Draxler war so gut wie nichts zu sehen. Meyer war bemüht, aber es fehlten Anspielstationen. Und dann ist noch der Spielaufbau. Beispiel gefällig: Höwedes spielte zwei lange Bälle (einer auf Uchida). Beide landeten im Toraus. Und alle Horster dachten an Micky Fleiß. Spitzname: Eisenfuß!

 

Abwehrchaos und Keller: Die Eintracht schoss in den acht Spielen fünf Törchen. Offensivpower? Für Schalke schon. Dem Aufsteiger reichte das laue Sturmlüftchen, um zwei Mal zu treffen. Zum einen weil sich  Höwedes von Ademi vernaschen ließ, zum anderen weil Neustädter in der Vorwärtsbewegung den Ball leichtsinnig vertändelte. Insgesamt wirkte die S04-Defensive wie ein chaotischer Hühnerhaufen. Dabei gibt es in der Abwehr keine Verletzungsmisere. Die Viererkette spielt nahezu unverändert. Seit Wochen heißt sie Uchida, Höwedes, Santana oder Matip (Gebrüder Leichtfuß) und Aogo. Davor räumen regelmäßig Höger, Neustädter und/oder Jones ab. Doch von Stabilität und Abstimmung ist die Schalker Abwehr so weit entfernt, wie die Erde vom Mond. 19 Gegentore in neun Partien sind inakzeptabel, nur Braunschweig hat mehr – 21. Hier stellt sich die Frage, warum Keller das nicht in den Griff bekommt? Überhaupt muss man mal fragen, wo ist seine Handschrift? Welche Spielidee verbirgt sich auf Schalke? Warum erkennt man keine Mechanismen – sowohl offensiv als auch defensiv? Wo bleibt das Pressing? Bei den Bazen redet man nach drei Monaten von Peps Handschrift. Bei den Zecken spricht man von Klobbo-Fußball. In Freiburg und in Mainz lobt man den Streich- bzw. Tuchel-Fußball. Und wovon lebt Schalkes Spiel? Bis auf das Leverkusen-Spiel bisher nur von Einzelaktionen und Glück. Leider!  

 

Kurven-Stimmen: Während der 90 Minuten kam Verzweiflung bei der Horster Kurve auf. „In der Zeit zwischen dem 1:0 und dem 1:1 dachte ich, dass Eintracht Zweitligaformat hatte. So leicht, wie wir da in den Strafraum kamen. Dann fällt der Ausgleich und ich hoffte spontan: ‚Jetzt gewinnen wir 5:1.‘ Doch nach dem 1:1 frage ich mich, was wieder in diese Truppe gefahren ist. Wie kann man so gegen einen so schwachen Gegner spielen“, schüttelte Jimmy den Kopf. Aber genau das kann Schalke. Sich dem schlechten fußballerischen Niveau des Gegners anzupassen und ihn mit eigenen Fehlern am Leben halten. Braunschweig fightete, spielte lange Bälle, wartete auf Fehler und konterte. Das reicht gegen Schalke. „Echt zum Kotzen“, meckerte Müni. Das Hähnchen schimpfte: „Danke für diese tolle Vorstellung. Wir sind ja leidensfähig, um das noch zu ertragen.“ Und wie reagierte Keller? „Warum meckert ihr eigentlich“, fragte Dirk, „unser Trainer steht ganz ruhig an der Linie und sieht zufrieden aus.“ Immerhin ein Punkt. Deswegen mal schnell den Meyer raus und Fuchs rein. „Ich verstehe nix mehr“, reagierte Jimmy. Genauso die Wand: „Taktisch nix, Einsatz nix!“ Und auch Gerdl ging es auf den Sack: „Hab echt schon lange nicht mehr so ein scheiß Spiel gesehen.“ Dann fällt es doch noch, der Siegtreffer in der Nachspielzeit. Jubel? Kaum, mehr Galgenhumor. Dafür gingen die 90 Minuten zu sehr auf die Kuhhaut. Das war teilweise Arbeitsverweigerung mit einem glücklichen Happy End. Oder wie Münis Fazit: „Sehr schlecht, aber drei Punkte!“

Schalke 04 – FC Augsburg 4:1 (1:0)               

 

In der 85. Minute ging zum ersten Mal an diesem Nachmittag ein Jubel-Orkan durch die Donnerhalle. Na klar, Schalke führte 4:1 gegen Augsburg – ein Fußball-Fest? Von wegen! Der Jubel hatte nichts mit dem Spiel der Knappen zu tun. An der Anzeigetafel wurde das 1:0 von Mönchengladbach gegen Dortmund eingeblendet – regelrecht Ekstase. Davon war der Auftritt der Königsblauen meilenweit entfernt. Erst die Rote Karte gegen Klavan brachte die angeknockten Schalker zurück in die Spur und letztendlich den deutlichen 600. Bundesliga-Sieg. Zudem war es der 7. Erfolg im neunten Pflichtspiel.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Gegen 11 Augsburger: Kein Zweikampfverhalten, keine Aggressivität, keine Gegenwehr und ein fußballerisches Armutszeugnis. Natürlich ist die personelle Lage angespannt. Natürlich war es das 7. Spiel in den letzten 20 Tagen. Natürlich ist der Druck mit dem 14. Tabellenplatz groß. Aber der Auftritt in der ersten Viertelstunde wirkte pomadig. Wie Santana die Kugel als letzter Mann vertändelte, war an Überheblichkeit kaum zu überbieten. Und diese Arroganz wurde kurz darauf bestraft. Uchida ist zu weit weg von Ostrzolek und fälscht die Flanke ab. Hildebrand blieb auf der Linie kleben und Santana kam einen Schritt zu spät. Mölders knallte aus fünf Metern die Kugel ins Netz – 0:1. Es ist eine gewagte These, aber: Wenn Augsburg die Partie mit elf Mann beendet hätte, wären sie keinesfalls als verlieren vom Platz gegangen! Aber hätte, wenn und aber…

 

Der Knackpunkt: Mit der ersten starken Kombination drehte Schalke die Partie. Ein dickes Danke schön geht dabei an Halil Altintop, der den Schalker Angriff mit einem misslungen Hackentrick an der Mittellinie eingeleitet hatte (Nobbi kugelt sich immer noch ab!). Boateng bediente Szalai. Der Ungar stand frei vor Manninger und wurde von Klavan von hinten umgerissen. Elfer und Rot für den Letten. Boateng trifft vom Punkt zum 1:1 (16.). Damit wurde die Partie auf den Kopf gestellt und Schalke zurück im Geschäft. Mit dem zweiten guten Angriff drehten die Königsblauen das Spiel. Neustädter mit dem langen Ball in den Strafraum auf Uchida. Der Japaner ließ nur abtropfen und Szalai traf zum 2:1 (28.). Vor der Pause hatte Santana noch Pech, als er den Ball an den rechten Pfosten köpfte. Ansonsten tat sich Schalke schwer. Phasenweise merkte man die Überzahl gar nicht. Die Augsburger pressten sogar und die Knappen griffen wieder auf ihre elendigen langen Bälle zurück. Und so musste man bis zur 78. Minute zittern, bis Aogo Szalai bediente. Der Ungar machte sein 2. Tor (plus 1 Assist) und entschied die Partie. 

 

Kein Mut: Alle waren sich in der Horster Kurve einigen: Warum fehlt Keller der Mut? Warum muss man in Überzahl mit zwei defensiven Sechsern spielen? Warum kann man nicht spätestens zur Pause Höger oder Neustädter rausnehmen, Meyer auf der 10 spielen lassen und Boateng, der sich immer wieder fallen ließ, auf die Doppel-Sechs zurückschieben. Das wäre auch ein Zeichen ans Team gewesen! In der 68. Minute kam Meyer für den verletzten Boateng (der Prince und sein mysteriöses linke Knie) und wirbelte direkt los. Bis es so weit war, machte sich Meyer warm, kam zur Bank und wurde kurz darauf wieder mit einem Leibchen hinters Tor zum Warmmachen geschickt. Reaktion in der Horster Kurve: Kollektives Kopfschütteln.

FC Basel - Schalke 04 0:1 (0:0)                       

 

Rekordstart in der Champions League! Der FC Schalke 04 ist zum ersten Mal mit zwei Siegen in die Königsklasse gestartet. Beim FC Basel gewannen die Knappen mit 1:0. Durch den zweiten Erfolg behaupten die Königsblauen die Tabellenführung in der Gruppe E. Bemerkenswert: Wie gegen Bukarest siegten die Schalker zu Null. Dabei erzielte Basel in den letzten 17 Partien mindestens ein Tor.

 

Patsches Dreierpack

 

Draxler booooom: Und es hat Booooooom gemacht. Watt ne Hütte von Jule, watt ne geile Schusstechnik! Eine Ecke von Aogo klärte Schär nur per Querschläger. Der Ball hatte viel Drall und eine komische Flugkurve. Draxler stand 18 Meter vor dem Tor, ließ die Kugel ticken und ging volles Risiko. Per Direktabnahme zimmerte der 19-Jährige das runde Leder in die Maschen - Weltklasse. Damit war Draxler der Matchwinner, auch wenn nicht alles Gold war was glänzte. Aber da zeigte er sich selbstkritisch und brachte es im Sky-Interview auf den Punkt: "Ich hing in der ersten Halbzeit auf links ziemlich in der Luft, da ist mir nichts gelungen. Spielerisch müssen wir uns sicher noch verbessern, aber wenn man 1:0 in Basel gewinnt, gibt es nicht viel zu meckern."

 

Achterbahnfahrt mit Happy End: Unterm Strich war es ein verdienter Sieg in der Schweiz. In der 1. Halbzeit standen die Schalker kompakt in der Defensive. So fand das Schweizer Kurzpassspiel keine Lücken. Bis auf einen Kopfball von Streller, der Zentimeter am Pfosten vorbeirauschte, waren die Gastgeber ungefährlich. Genauso wie Schalke. Bis auf einen Schuss von Boateng und einem Kopfball von Neustädter blieben Chancen Mangelware. Doch nach der Pause drehte S04 eine Viertelstunde lang auf. Plötzlich war Tempo im Spiel, Zug zum Tor und sofort schwamm Basel. Erst hämmerte Neustädter die Kugel an den Querbalken und keine 120 Sekunden später legte Draxler das Ei ins Nest. Danach stellten die Schalker das Fußball spielen fast komplett ein und die Zitterphase begann. Bälle wurden einfach nach vorne gedroschen. Es wirkte chaotisch. Kurz darauf waren sie aber wieder souverän, geordnet und kompakt. Ich hatte zwar das Gefühl, dass Basel noch Stunden spielen könnte, ohne ein Tor zu schießen. Aber den Gedanken unterdrückte ich. Bei Schalke weiß man ja nie. Da ist immer mal ein Bock drin. Und wenn Santana die Kugel noch per Hacke zu Hildebrand weiterleitet, läuten sofort die Alarmglocken. Zum Glück für S04, dass die Fehler nicht so gravierend waren und ausgebügelt werden konnten - im Verbund. Und so blieb die letzte halbe Stunde eine Achterbahnfahrt - mit Happy End.

 

Rund ums Spiel: Es war mächtig was los im und um den St. Jakob Park. Leider gab es vor dem Spiel Krawalle. Basler Hooligans attackierten Schalke-Fans. Die Polizei musste eingreifen. Schon zuvor soll es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Fanlagern gekommen sein. Das sind Szenen, von denen man weder was sehen noch lesen will. Kurios wurde es dann im Stadion. Nach 04 Minuten musste die Partie unterbrochen werden. Aktivisten einer Umweltorganisation seilten sich plötzlich vom Stadiondach ab (wie auch immer die das geschafft haben bei den Sicherheitsvorkehrungen), rollten einen Banner aus und protestierten gegen Gazprom.  Nach fünf Minuten setzte der Schiedsrichter die Partie fort. Und die Unparteiischen sorgten für den modischen Fauxpas. Deren schwarze Kluft mit gelben Farbtupfern schmerzt das Auge jedes Schalkers, aber die orange-farbenden Stutzen toppten alles (mussten sie aber wohl tragen, weil Schalke in schwarzen Stutzen spielte). Wobei man eigentlich an diesem Tag von keiner Modesünde sprechen konnte, wenn man Stunden zuvor die Vorstellung der Kleidung der deutschen Olympioniken gesehen hat. In den Social Media wurde direkt von "Knetmännchen" gesprochen. Einfach eine Katastrophe. Da waren die Schiris eine Augenweide. Positiv zu erwähnen, ist noch der Sky-Kommentator, der ein Genuss für die Ohren war. Selbst unser Kurven-Vadder war mit Kai Dittmann zufrieden. Jimmy: "Dittmann scheint Schalker zu sein. Er leidet richtig mit. Ist man ja sonst gar nicht gewohnt. Er erkennt viele Dinge richtig und spricht mir aus der Seele."

1899 Hoffenheim - Schalke 04 3:3 (1:3)        

 

3:3 verloren und noch Glück gehabt. Trotz einer 2:0- und 3:1-Fühung waren die Schalker nicht in der Lage, den ersten Sieg bei 1899 Hoffenheim einzufahren. Letztendlich müssen die Knappen noch froh sein, überhaupt einen Punkt geholt zu haben, da Firmino die Latte traf (85.) und Schipplock an seinem eigenen Unvermögen (89.) scheiterte. Es ist schon Wahnsinn, wie leichtfertig die Schalker diesen Auswärtssieg liegen gelassen haben. Der Auftritt in der 2. Halbzeit war eine Bankrotterklärung. Und das kotzt einen tierisch an. So wie Boateng: „Ich bin stinksauer. Wir führen 2:0, 3:1, dann darfst du hier nicht unentschieden spielen. Wir führen 3:1, dann wieder ein bisschen Hacke hier, ein bisschen Hacke da. Ein bisschen nachgeben und Hoffenheim kommt zurück.“ Scheiße!!!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Starke 1. Halbzeit: Dabei zeigten die Schalker in den ersten 45 Minuten eine fast tadellose Leistung. Bis auf die Situation zum 1:2 standen die Knappen defensiv sicher und kompakt. Und in der Vorwärtsbewegung ging die Post ab und brachte die 1899-Abwehr von einer Verlegenheit in die andere. Nach einer tollen Kombination über Jones, Höger, Farfan und Meyer vollendete Boateng den Angriff zum 1:0. Zehn Minuten später erhöhte Matip nach einem Farfan-Freistoß auf 2:0. Auch nach dem Anschlusstreffer blieben die Schalker am Drücker und baute die Führung aus. Höger ließ vier Hoffenheimer stehen und versenkte die Kugel eiskalt zum 3:1 – Traumtor (39.)! Zur Pause hätten die Blauen sogar noch höher führen müssen. Die Bestrafung folgte.     

 

Katastrophale Fehler: Unglaublich, wie viele individuelle Fehler die Schalker in Sinsheim produzierten. Beim 1:2 konnte Hildebrand die Kugel nicht festhalten, Höwedes fehlten Zentimeter um zu klären und Modeste vollstreckte. Das 2:2 ging auf die Kappe von Aogo. Einfach nur dumm, wie der Linksverteidiger im Strafraum Volland legte (Zudem hatte der 26-Jährige bei zwei weiteren Aktion Glück, dass der Schiri nicht noch einmal auf den Punkte zeigte). Der Elfer war für Firmino nur Formsache. Vor dem 3:3 kann man über das Foul von Jones streiten, aber muss man so hingehen? Abraham schoss den Freistoß sehr gut. Aber wenn wir einen Torwart hätten, der 1,90 Meter groß wäre … naja, haben wir nicht. Und als gute Gäste wollten die Schalker die Hausherren noch weiter beschenken. Ohne Worte, wie Jones als letzter Mann den Ball an Firmino verliert – Latte sei Dank. Getoppt wurde das fast noch von Högers katastrophalen Rückpass. Doch Schipplock scheiterte erst an Hildebrand und dann an Höwedes. Es wäre die gerechte Strafe für die eigene Dummheit gewesen. Eine Mentalitätsfrage? Nicht für Keller im sky-Interview: „Hören sie mir auf mit der scheiß Mentalitätsfrage. Wir haben individuell wahnsinnige Fehler gemacht, das hat aber nichts mit der Mentalität zu tun. Das hat bei dem ein oder anderen mit der Birne zu tun.“

 

Falsche Neun: Huntelaar ist immer noch verletzt, Szalai grippegeschwächt auf der Bank. Pukki kickt in Glasgow und Asamoah in der Zweite gegen RWE (Endstand: 1-1). Dazu fiel noch Draxler verletzungsbedingt aus. Also musste Boateng als falsche Neun aushelfen. Und der Schachzug ging auf. Boateng wirbelte vorne und wurde vom agilen Meyer sowie von Farfan immer wieder unterstützt. Hoffenheim kam mit dem variablen Schalker Spiel überhaupt nicht klar. Zudem verzichtete der S04 auf diese sinnlosen langen Bälle in die Spitze. Mit einer falschen Neun lässt sich Tempofußball spielen. Jetzt fehlt nur noch der Killerinstinkt, den Gegner abzuschießen.

Darmstadt 98 - Schalke 04 1:3 (1:1)              

 

Schalke steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. Die Königsblauen haben sich bei Darmstadt 98 mit 3:1 durchgesetzt. Allerdings haben sich die Knappen nicht mit Ruhm beim Drittligisten bekleckert. Fußballerische Magerkost gepaart mit den altbekannten Schwächen beim Spielaufbau und gegnerischen Standardsituationen bildeten den Rahmen auf dem Kartoffelacker. Unterm Strich setzten sich die Schalker dank Kick and Rush durch. Langer Ball von Höger, Kopfball Höwedes - 2:1 (58.), die Vorentscheidung. Der Rest war zittern bis zum 3:1 durch Meyer (86.).

 

Patsches Dreierpack

 

Hand heben: Das war die Schalker Geste des Spiels. Sie galt als Entschuldigung für den Mitspieler nach einem der unzähligen ungenauen Pässen.

 

Asamoahs Comeback: Als Nostalgiker war es eine tolle Einwechslung. In der Nachspielzeit wurde Asamoah eingewechselt. Die mitgereisten S04-Fans feierten Asa direkt mit lautstarken Sprechchören- zu Recht. Auf der anderen Seite ist es ein Armutszeugnis einen 34-Jährigen aus den Amateuren zu reaktivieren. Läuft da kein junges, hoffnungsvolles Sturmtalent in der Knappenschmiede rum? Wäre es nicht genau die richtige Plattform, um einen Bodenröder, Avdijaj (beide U19) oder Schmidt (2. MS) ins kalte Wasser zu werfen? Anscheinend nicht!

 

Keller zum Spiel: "Die Mannschaft konnte von Anfang an das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Die Jungs sind aggressiv in die Zweikämpfe gegangen, konnten die Bälle früh gewinnen und haben sich viele Chancen erarbeitet. ... Deshalb möchte ich der gesamten Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen." Mein Kommentar: Kein Kommentar.

Schalke 04 – Bazen 0:4 (0:2)                          

 

Voll auf die Fresse! Mit 0:4 sind die Schalker gegen die Bauern aus München unter die Räder gekommen. 20 Minuten konnten die Knappen den Nord-Österreichern Paroli bieten. Doch nach dem Doppelschlag war die Partie nach 22 Minuten gelaufen. Danach spielten die Gäste mit den Königsblauen Katz und Maus. Sie waren in allen Belangen den Knappen überlegen und eine Nummer zu groß für die Jungs vom Schalker Markt.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Killerinstinkt bringt Entscheidung: In den ersten 20 Minuten zeigten die Schalker eine sehr gute Leistung. In der Defensive standen sie kompakt und ließen den Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Dazu spielten sie mutig nach vorne. Ein Tor fiel aber nicht. Boatengs Schuss entschärfte Neuer. Szalai traf die Kugel nach Farfan-Vorlage nicht. Und dann schlugen die Bazen zwei Mal aus dem Nichts eiskalt zu. Das war die Entscheidung! Innerhalb von 99 Sekunden erlegten die Bauern Schalke. Allerdings brauchte die Elf vom Weißwurst-Äquator eine Standard-Situation, um in die Spur zu kommen. Genau das ist ärgerlich für Schalke. Vor dem 0:1 hat der S04 selbst eine Ecke. Aus dem Bazen-Konter entsprang die verhängnisvolle Ecke. Obwohl die Blauen in Überzahl waren und zudem noch Szalai unter den Ball sprang, kam Schweinsteiger zum Kopfball und traf. Zum Kotzen ist dabei noch, dass Uchida am langen Pfosten stand, aber zu weit in die Mitte einrückte und so den Ball nicht klären konnte. Eigentlich ist zu diesem Zeitpunkt nicht viel passiert. Aber Schalke wirkte angeknockt. Das nutzten die Gäste. Jones und Uchida ließen Alaba flanken, Matip stand zu weit weg von Mandzukic und der Kroate traf per Kopf zum 2:0. Auf der Linie versuchte Höwedes noch zu retten, doch die Kugel rollte von seinem Oberschenkel über die Linie. Kein Glück – Pech! Danach war die Messe gelesen. Die Bauern spulten ihr Programm runter und netzten noch zwei Mal ein.   

 

Die Unterschiede: Die Qualität der Spieler ist natürlich besser. Das hat auch finanzielle Gründe. Aber bei den Bazen sind alle in Bewegung. Da will jeder den Ball haben, will jeder angespielt werden. Wenn Neuer die Kugel hat, hat er mehrere Anspielstationen. Bei Schalke verstecken sich alle. Die Folge: Hildebrand drischt das runde Leder nach vorne, der Ball ist futsch. Zudem herrscht große Rotation. Plötzlich bietet sich Rafinha im Zentrum an. Alaba macht den Linksaußen. Die Sturmspitze Mandzukic spielt Rechts- und Linksaußen und ist sich auch nicht zu schade, am eigenen Strafraum den Ball zu erobern. Dennoch sind sie verwundbar, wenn man sie unter Druck setzt. Ein Lahm vertändelt den Ball, aber da fehlte den Knappen der Killerinstinkt, um den Konter sauber zu Ende zu spielen. Lässt man die Bazen dagegen etwas zu viel Raum, wie nach dem Doppelschlag, läuft die Kugel wie an der Schnur. Da verspringt kaum einem Spieler der Ball. Und so haarsträubende Fehlpässe im Spielaufbau wie bei Höwedes, Matip, Jones oder Neustädter sieht man bei den Ösis so gut wie nicht.

 

Die Statistik: Die Unterschiede werden durch die Statistik untermauert. Die Bazen hatten 65 Prozent Ballbesitz. Dennoch sind sie deutlich mehr gelaufen. Während die Knappen auf 108,3 km kamen, spulten die Bazen 114,7 km ab. Dabei sagt man immer, die Mannschaft die mehr Ballbesitz hat, die andere mehr laufen lässt. Aber die Bauern haben mehr Ballbesitz, weil alle Spieler in Bewegung sind und sie so viele Anspielstationen haben. Dadurch haben sie 722 Pässe gespielt und hatten gerade einmal eine Fehlpassquote von 14 Prozent. Dagegen kamen die Königsblauen gerade einmal auf 304 Pässe bei einer Fehlpassquote von 25 Prozent. Zudem sagt man, dass das Team mit mehr Ballbesitz weniger Räume hat, sich zu entfalten. Auf der anderen Seite lauert der Gegner auf Konter. Damit müsste die Kontermannschaft beim Umschaltspiel viele Sprints hinlegen. Die Realität: Schalke zog 196 Sprints für vier Kilometer an. Die Bazen? 248 Sprints für 5,2 km! Allein Ribery sprintete 40 Mal. Sein Schalker Pendant Draxler schaffte gerade einmal 21. Einen Abwehrriegel knackt man halt durch Tempospiel. Abschließend noch ein Blick auf die Zweikampfquote. Schalke gewann 47 Prozent der direkten Duellen und begann gerade einmal 7!!! Fouls. Zu wenig Aggressivität bei Königsblau? Naja, dafür muss man erst einmal in die Zweikämpfe kommen. Insgesamt ein ernüchternder Abend in der Donnerhalle.

Schalke 04 – Steaua Bukarest 3:0 (0:0)

 

Uchida knackt Steaua Bukarest und erlöst Schalke 04. Dass ich diesen Satz über den Japaner einmal schreiben werde, hätte ich nie gedacht. Dank des Rechtsverteidigers haben die Knappen 3:0 gegen den rumänischen Meister gewonnen und sind erfolgreich in die Champions-League-Gruppenphase gestartet. Dabei boten die Königsblauen lange Zeit „zähen“ (O-Ton von Fritz von Thurn und Taxis auf Sky auf der Arena-Toilette) „Schlafwagenfußball“ (O-Ton David Ende der 1. Halbzeit). Gegen kompakt stehende und giftige Bukarester fanden die Schalker selten ein Mittel, um Torchancen zu kreieren. Bis zur 67. Minute und dem kuriosen Führungstreffer. Uchida verunglückte eine Flanke, die an Freund und Feind vorbei „rauschte“ und die Kugel kullerte zum 1:0 über die Linie. Die Befreiung! Danach zeigten die Königsblauen, dass sie auch schnell und kombinationssicher Fußball spielen können. Boateng erhöhte auf 2:0 und Draxler setzte den Schlusspunkt zum 3:0. Damit übernimmt der S04 die Tabellenführung in der Gruppe E vor dem FC Basel. Die Schweizer setzten sich überraschend mit 2:1 beim FC Chelsea durch.

 

Patsches Dreierpack

 

Probleme im Spielaufbau: Schalkes Spiel ist darauf ausgerichtet, den Gegner über die Außenbahnen zu knacken. Wenn der Gegner den Knappen Raum lässt, ist das auch über Farfan und Draxler ein geeignetes Mittel. Doch wenn eine Mannschaft wie
Steaua die Seiten dicht macht und die Schalker ohne Tempo agieren, fehlt der Plan B. Sobald Höger oder Neustädter im defensiven Mittelfeld an den Ball gekommen sind, ging der erste Blick nach Außen. Auch wenn die Seiten dicht waren, wurde versucht, über die Flügel zu spielen. Klappte das mal nicht, folgte der Rückpass zu den Innenverteidigern. Tat sich dann immer noch nichts auf den Flügeln, folgte der lange, gechippte Schweineball auf Szalai oder Boateng. Und da sagte Szukala ‚Danke‘ und köpfte jeden Ball gnadenlos weg. Eine Alternative wäre mal, sich durch die Mitte zu kombinieren, doch diese Option scheint es für Höger oder Neustädter nicht zu geben. Und so wirkte das Spiel der Schalker statisch und langweilig, sobald der Gegner die Schotten über Außen dicht machte.

 

Defensive sicher: Gegen Bukarest spielte Schalke zum dritten Mal in Folge zu Null. Ein Verdienst der ganzen Mannschaft, die in der Rückwärtsbewegung nicht nachlässig wurde und individuelle Fehler im Verbund bereinigte. Steaua wurde bis auf zwei Standards und zwei Distanzschüssen nicht sonderlich gefährlich. Stabilisiert hat die
Abwehr auch Aogo. Der Neuzugang vom HSV hat seine linke Seite im Griff. Doch die richtige Bewährungsprobe wartet im nächsten Spiel. Dann sind die Bazen zu Gast in der Donnerhalle. Dann wird sich zeigen, wie stabil die Schalker Defensive ist.

 

Das Orakel hat gesprochen: In der Halbzeitpause habe ich meine Frau gefragt: „Schon eingeschlafen beim dem Spiel?“ Ihre Antwort-sms eindeutig: „Bin fast
eingeschlafen.“ Kein Wunder bei den ersten 45 Minuten. Über den 2. Satz von ihr musste ich dann aber schon schmunzeln. „Aber Uchi schießt noch ein Tor.“ Na klar, Uchi. Gerade der Japaner wird uns erlösen und ein Tor schießen. Weihnachten und Ostern fallen ja auch nicht an einen Tag. Tja, aber was soll ich jetzt noch sagen? In der 67. Minute war dann endgültig klar, wer der Fußballexperte in unserem Haus ist! Die nächste sms lautete nur: „Nennt mich das Orakel!“ Immerhin kann ich sagen, dass sie einen guten Lehrmeister hat :-)

Schalke 04 - Leverkusen 2:0 (1:0)                 

 

Es geht doch, Schalke 04! Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Knappen Bayer  Leverkusen mit 2:0 nach Hause geschickt und feierten den ersten Saisonsieg. Es war die erste Pleite des Werksclubs nach elf Ligaspielen in Folge ohne Niederlage. Vor der Pause köpfte Höger den Ball nach einem Farfan-Freistoß zum 1:0 in die Maschen. In der Schlussphase verwandelte der gefoulte Farfan den fälligen Strafstoß zum entscheidenden 2:0. Auch wenn nicht alles an diesem Abend klappte, z.B. der Spielaufbau, war es eine tadellose Leistung gegen die Werkself. Der S04 überzeugte mit Kampf, Einsatz und Wille. So wie es Boateng gefordert hat: „Lasst uns laufen, bis wir kotzen!“ Und endlich spielten sie wieder zu Null. Insgesamt gesehen war es ein wichtiger Heimsieg vor der Länderspielpause. Mit dieser Leistung kann man wieder optimistisch in die weiteren Liga-Spiele (in Mainz, gegen Bayern) gehen. Genauso in die Champions League, wo eine machbare Gruppe mit Chelsea, Basel und Bukarest wartet.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Starke Defensive: Was haben wir in der Saison nicht schon über das Defensivverhalten geschimpft. Zu Recht bei neun Gegentoren in drei Spielen. Und jetzt kamen die hochgelobten Leverkusener mit ihrer Tormaschine Kießling. Da werden Hildebrand die Bälle so um die Ohren fliegen. Doch von wegen! Die Königsblauen präsentierten sich in der Rückwärtsbewegung bärenstark. 90 Minuten standen sie kompakt und arbeiteten als Team zusammen. Eine Stunde dauerte es, bis Bayer zum ersten Mal die Kugel aufs Tor feuerte. Sons Schuss parierte Hildebrand zur Ecke. Danach folgten nur noch zwei weitere gute Chancen. Kießlings Versuch wurde von Uchida geblockt, Spahic‘ Kopfball ging vorbei. Ansonsten hatte die Knappen alles im Griff.   

 

Donnerhalle bebte: Wenn auf Schalke alle an einem Strang ziehen, entstehen unglaubliche Kräfte. Es war mal wieder ein Genuss, die Atmosphäre in der Donnerhalle aufzusaugen. Schalke hat grundsätzlich einen sehr guten Support! So auch gegen Bayer 04. Wenn dann aber die Spieler noch auf ihren Schlafwagenfußball verzichten und 90 Minuten malochen, springt der Funke vom grünen Rasen auf die Zuschauerränge noch bisschen mehr rüber. Und dann bebt die Donnerhalle. Grandios! Da schmeckte der Horster Kurve nicht nur die sieben Six-Packs.   

 

Neuzugänge stark: Zwischen dem 3:2-Sieg in Saloniki und dem 2:0-Erfolg gegen Leverkusen drehte sich nochmal das Personalkarussell am Schalker Markt. Pukki verließ Gelsenkirchen und kickt in Zukunft für Celtic Glasgow. Dagegen tragen ab sofort Aogo (HSV) und Boateng (Milan) das königsblaue Trikot. Keine 48 Stunden nach deren Verpflichtungen standen sie schon in der Startelf und konnten überzeugen. Aogo bestand seine Feuertaufe gegen den formstarken Sam, der nach 72. Minuten ausgewechselt wurde, und stabilisierte die linke Abwehrseite. Zudem deutete der 26-Jährige an, dass er auch in der Vorwärtsbewegung über Potential verfügt. Das hat auch Boateng. Bei Milan entwickelte sich der 26-Jährige zu einem Topspieler, auf Schalke soll er zudem Leader-Aufgaben übernehmen. Dass der Prince eine besondere Aura ausstrahlte, konnte man direkt erkennen. Selbstbewusst, aggressiv, zielstrebig und immer wieder mit Tempo präsentierte sich der Mittelfeldspieler. Mit diesem Auftritt unterstrich Boateng seine klare Ansage bei der Präsentation: "Die Bundesliga ist die beste Liga der Welt, und da gehören auch die besten Spieler hin." 

PAOK Saloniki - Schalke 04 2:3 (0:1)

 

Mission: erfüllt! Dank eines 3:2-Auswärtssieges bei PAOK Saloniki steht der FC Schalke 04 in der Gruppenphase der Champions Leauge. Dabei haben die Königsblauen Geschichte geschrieben. Erstmals qualifizierte sich der S04 zum 2. Mal in Folge für die Königsklasse. Allerdings waren diese 90 Minuten nichts für schwache Nerven und reihten sich zu den durchwachsenen Auftritten der letzten Spiele nahtlos an. Doch ehrlich gesagt, habe ich jetzt keinen Bock über das Abwehr-Chaos, die fehlende Einstellung und Bereitschaft mit elf Spielern, den Platzverweis, den katastrophalen Spielaufbau, das fehlende Tempo und die individuellen bzw. technischen Fehler zu sprechen. Ist nur schade um die eigenen Nerven. Bleiben wir bei Draxlers Fazit: „Wir kriegen es nicht hin, mit elf Leuten zu fighten.“ Traurig, aber wahr für einen Kumpel- und Malocherverein. Dennoch steht unterm Strich der Einzug in die Königsklasse, weil es dann doch drei Geistesblitze gab.

 

Patsches Dreierpack

 

Das 1:0: Schalke begann stark und hatte durch Jones‘ Kopfball direkt eine gute Chance (2.). Doch danach verfielen die Knappen wieder in ihren Schlafwagenfußball. Im Übrigen nannte Keller es „dominieren ohne zu überzeugen“. Aus dem Nichts aber die Führung zwei Minuten vor dem Pausentee. Endlich ging mal ein Außenverteidiger mit Tempo die Linie entlang, und der Diagonalpass kam an – so spielt man einen Abwehrriegel aus. Uchida ging steil. Jones spielte den langen Ball. Der Japaner kam hinter die Abwehr, legte quer und Szalai sagte Danke – 1:0 für den S04. So einfach kann Fußball sein.

 

Das 2:1: Die Knappenschmiede hat zugeschlagen. Nach dem Ballgewinn von Fuchs (muss man auch mal erwähnen) hatte Meyer blitzschnell reagiert und spielte einen Zuckerpass in die Tiefe auf Draxler, der mal mit Tempo in die Spitze ging und das runde Leder auch serviert bekam. Der 19-Jährige umkurvte den Keeper und schob die Kugel mit links ins Tor  - 2:1 (67.). Bemerkenswert: Meyer wurde erst in der 61. Minute für Clemens eingewechselt, sah 180 Sekunden später die Ampelkarte für Jones, spielte den genialen Pass und ging in der 70. Minute wieder vom Feld. Matip kam rein, um die Defensive zu stabilisieren. D-e-f-e-n-s-i-v-e zu s-t-a-b-i-l-i-s-i-e-r-e-n: da muss man aktuell einfach nur schmunzeln. Doch dieser Neun-Minuten-Auftritt vom 17-jährigen Meyer macht Bock auf mehr.

 

Das 3:2: Nach der 1:0- und 2:1-Führung schaffte es Schalke, Saloniki durch katastrophale Abwehrfehler wieder zurück ins Spiel zu bringen. Beim 1:1 stand Santana laut Keller „im Niemandsland“. Vor dem 2:2 spielte der Brasilianer einen Freistoß aus der eigenen Hälfte ebenfalls ins Niemandsland – was die Schalker Defensivakteure im Spielaufbau insgesamt sehr gut können. Beim daraus resultierenden PAOK-Angriff machte Santana ein dummes Foul, kassierte Gelb und sah, wie aus dem Freistoß das 2:2 fiel. Damit begann eine Schlussphase, die nur eins war: das große Zittern! Bis Draxler den nächsten Geistesblitz hatte. Matip schickte die Nummer 10 auf die Reise. Draxler ließ zwei PAOK-Spieler stehen und bediente Szalai mustergültig, so dass der Ungar nur noch einschieben musste (was nach Hannover auch keine Selbstverständlichkeit war/ist) – 3:2 (90.). Die Entscheidung und das Ticket für die Gruppenphase der gelöst.

Hannover 96 - Schalke 04 2:1 (2:0)               

 

Wer kann mir den FC Schalke 04 erklären? Bei der 1:2-Niederlage in Hannover haben die Königsblauen alle Facetten gezeigt, die den Verein in den letzten Monaten „auszeichnete“. In den ersten 45 Minuten sahen die 7.000!!! grandiosen Schalker Fans im Stadion (ganz toller support über 90 Minuten und länger – also so wie immer) einen katastrophalen Auftritt ihrer Mannschaft, wo nur Hildebrand Bundesliga-Niveau erreichte. Der Rest: Verunsichert, überfordert, ohne Struktur, ohne Wille und ohne Leidenschaft. Und wenn es schon schlecht läuft, kommt auf Schalke noch der dicke Hammer. 15. Minute:  Notbremse Höwedes, Platzverweis für den Kapitän und Elfmeter für 96! Zur Pause hatte ich die Befürchtung, dass die Knappen abgeschossen werden. Doch was passiert? Nachdem Hildebrand eine gute 96-Chance vereitelte, drehten die Schalker plötzlich auf. In Unterzahl dominierten sie die Partie, spielten Fußball und kamen mit dem ersten durchdachten Angriff zum Anschlusstreffer. Clemens auf Neustädter, der mit der Brust auf Szalai – 1:2. Und die Mannschaft marschierte weiter. Wille, Leidenschaft und Laufbereitschaft waren auf einmal da. Dennoch reichte es nicht zum Punktgewinn, weil unterm Strich dann doch … die Klasse fehlt? … oder weil Keller nicht der richtige ist? … oder weil die Transferpolitik falsch ist? … oder, ich weiß es nicht! Schalke bleibt eine Wundertüte und steht vor einem Hammerprogramm. In der Liga warten Leverkusen, Mainz und Bayern. Doch das entscheidende Spiel findet in Griechenland statt. In Saloniki geht es am Dienstag nicht nur um 20 Millionen Euro, sondern um den Rest der Saison – Atletico Madrid lässt grüßen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Oh Tannenbaum: Ja, is‘ denn heut‘ scho‘ Weihnachten? Nein, ist es nicht. Aber Schalke spielte in Hannover im neuen Tannenbaumsystem mit drei Sechsern: 4-3-2-1. Keller setzte im defensiven Mittelfeld auf Jones, Neustädter und Goretzka. Das Ziel: mehr defensive Stabilität. Das Fazit: ein Satz mit X, das war wohl niX. Auch die Dreierkette vor der Viererkette brachte keine Sicherheit. Schalke agierte wie ein Hühnerhaufen, wo keiner wusste, wohin er laufen sollte. Und nach einer Viertelstunde wurde alles über den Haufen geworfen. Matip hatte gezögert und kam zu spät, Sobiech schickte Diouf, den Höwedes nur per Foul stoppen konnte. Notbremse, Rot, Elfmeter. In Unterzahl passte bis zur Halbzeit nichts mehr. Hinzu kamen eklatante individuelle Fehler von Hoogland, Fuchs und Co. Es herrschte das totale Abwehr-Chaos. Nur Hildebrand verhinderte ein Debakel.

 

Unvermögen? Nach 90 Minuten ist man manchmal reif für die Klappsmühle. Doch wer selber Fußball gespielt hat, weiß, dass es nicht immer so einfach ist, wie es im TV aussieht. Dennoch schaut man fassungslos drein und kann nur staunen. Nach seinem Tor zum 1:2 hatte Szalai die Chance zum Ausgleich. Doch der Ungar schob die Kugel aus 13 Meter rechts am leeren Tor vorbei – unfassbar, aber wahr. Nicht besser machte es Hoogland in der Nachspielzeit. Barnetta flankte einen Freistoß an den zweiten Pfosten. Dort stand der Rechtsverteidiger ganz allein und musste „nur“ einköpfen. Doch was machte Hoogland? Er traf die Kugel nicht – zum verrückt werden. Pech oder Unvermögen? Ich weiß es nicht! Hast Du Scheiße am Fuß, hast Du Scheiße am Fuß – scheiß Spruch, ich weiß. Und wenn man schon im Aufregmodus ist, dann muss eine Dummheit noch angesprochen werden. Fuchs‘ Ampelkarte war nur dämlich und eines Nationalmannschaftskapitäns nicht würdig. Selbst S04-Boss Tönnies hatte danach genug und verließ seinen Platz im Stadion. Manchmal hat man das Gefühl, dass sich die Schalker wie ein Elefant im Porzellanladen präsentiert.  

 

Verstärkungen: Bis zum 2. September ist das Transferfenster noch offen. Und alle sind sich einig: Am Schalker Markt muss noch dringend etwas passieren. Eine Blutauffrischung ist dringend nötig, da die bisherigen Neuzugänge auch noch nicht einschlugen. Auf der Agenda stand nach dem Abgang von Bastos eine neue Offensivkraft. Genug Namen werden gehandelt: Podolski, Stocker, Sobota, Zyro oder Grozav. Doch brauchen die Knappen nicht Verstärkungen für die wackelige Abwehr oder im defensiven Mittelfeld? Mit einem neuen Linksverteidiger könnte man Fuchs erlösen und ihn im offensiven Mittelfeld vorschieben. Ein Rechtsverteidiger würde Schalke ebenfalls gut tun. Hoogland ist noch nicht so weit, Uchida nur Durchschnitt. Doch ob man zum jetzigen Zeitpunkt neue Spieler von Format bekommt, die für die klammen Schalker noch finanzierbar sind, ist die große Frage. Für die Sechserposition könnte ich einen Tipp geben: Mathieu Flamini! Der 29-jährige Franzose ist ablösefrei und international erfahren.

Schalke 04 – PAOK Saloniki 1:1 (1:0)            

 

Was für ein trauriger Champions-League-Abend! Leider überschattete ein Polizei-Einsatz in der Nordkurve das Playoff-Hinspiel des FC Schalke 04 gegen PAOK Saloniki. Doch auch sportlich lief es alles andere als optimal. Am Ende stand nur ein 1:1 auf dem Videowürfel in der Donnerhalle. Um sich für die Gruppenphase der Königsklasse zu qualifizieren, dürfen die Knappen im Rückspiel nicht verlieren und müssen mindestens ein Tor schießen - zittern ist angesagt. Dafür muss die Mannschaft aber endlich aus ihrer Lethargie erwachen und sich deutlich steigern.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Totale Verunsicherung: Mit dem Anpfiff war bei fast jeder Ballannahme bzw. bei jedem Pass die Verunsicherung bei den Schalkern zu spüren. Teilweise gab es auf dem Rasen, Slapstick-Einlagen zu bewundern. Fast jeder im Team hat nach dem bescheidenen Saisonstart in der Bundesliga (2 Spiele, 1 Punkt, 7 Gegentore) einen Zitterfuß. Zudem legte PAOK los wie die Feuerwehr (3 Ecken nach 5 Minuten). Die Schockstarre legten die Königsblauen erst nach zehn Minuten ab, nachdem Saloniki anfing, Abwehrbeton zu mischen. Die Knappen rannten fortan gegen eine griechische Mauer an (70 Prozent Ballbesitz), blieben aber harmlos. Spielwitz und Ideen waren Mangelware. Kombinationen wurde nie zu Ende gespielt, der finale Pass war miserabel - die Flanken: eine Katastrophe. Dennoch ging der S04 mit dem 2. Torschuss in Führung – und das auch nicht unverdient. Farfan traf zum 1:0 (32.). Die Erlösung? Von wegen! Anstatt mehr Sicherheit in die Aktionen zu bekommen, verwalteten sie das Ergebnis, spielten statisch und zelebrierten Passivfußball in Reinkultur. Das wurde bestraft. Uchida ließ Stoch ziehen, Höger und Jones kamen zu spät und schon hatten wir das Endergebnisse von 1:1. Fazit: kein Selbstvertrauen getankt, Verunsicherung gestiegen!

 

Gefährliche Aussagen: Wenn man schlechte Ergebnisse schön redet, ist das immer eine gefährliche Entwicklung. Vor allem dann, wenn man sich fragt: Welches Spiel haben die denn gesehen? Kapitän Höwedes sprach von einer "tollen 1. Halbzeit". Den Vogel schoss aber Keller ab. "Wir haben eine überragende 1. Halbzeit gespielt", sagte der Trainer. Auch wenn alle Beteiligten noch zugegeben haben, nach dem Seitenwechsel einen Gang rausgenommen zu haben (Warum auch immer?!?!), machen mich solche Aussagen sprachlos. Und deswegen zitiere ich die Worte von Oliver Kahn im ZDF: "Ich muss die Interviews erst einmal auf mich wirken lassen. Ich habe mich 90 Minuten gefragt: Was kannst du mit diesem Spiel anfangen? Ich habe wenig gesehen. Es war wenig Tempo, wenig Tempowechsel, kaum Umschaltspiel."

 

Polizeieinsatz in der Nordkurve: Leider überschatteten die Ereignisse ab der 75. Spielminute in der Nordkurve den Champions-League-Abend. Die Begrüßung der Arbeitskollegen war am Morgen danach unisono: "Haben die Schalker mal wieder randaliert?!" Tja, im TV sieht man die Bilder, wie Fans und Polizei sich prügeln. Wenn es dann um die Hintergründe geht, schlafen die meisten schon :-) Auslöser für den Polizeieinsatz war ein Banner des "Komiti Skopje" von den Ultras von Vardar Skopje, mit denen die Ultras Gelsenkirchen eine Freundschaft verbindet, der schon seit längerer Zeit in der Donnerhalle hängt. Diese Fahne soll die PAOK-Fans provoziert haben (Zusatz-Info: Im Rückspiel müssen sie vor leeren Rängen spielen. In der Donnerhalle zündeten sie zudem einige Böller und Bengalos), da sich Griechen und Mazedonier nicht "grün" sein sollen. Auf schalke04.de stand: "Nach Ansicht der Polizei habe dieses Banner den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt." Die Griechen sollen gedroht haben, die Nordkurve zu stürmen. Aufforderungen der Polizei das Banner abzuhängen, wurden nicht erhört. Die Folge: Der Einsatz in der Nordkurve. S04-Finanzvorstand Peters: "Dieser Einsatz war völlig unverhältnismäßig. Wir können dies absolut nicht gutheißen und bringen dafür nicht das geringste Verständnis auf. Wir sehen dringend Gesprächsbedarf. Dieser Vorfall muss unbedingt aufgearbeitet werden." Traurig aber wahr :-(

Wolfsburg - Schalke 04 4:0 (0:0)                   

 

Fehlstart! Blamage! Rückschritt! Nach dem 0:4 des FC Schalke 04 beim VfL Wolfsburg ist die Ernüchterung rund um den Schalker Markt riesen groß. Die Wölfe zerlegten die Knappen nach dem Seitenwechsel. Dagegen lief bei den Königsblauen nichts zusammen. Keller hatte immer wieder betont, dass es Zeit braucht, bis das Team sein System umsetzen kann. Im Sommer hatte er endlich eine komplette Vorbereitung, um alles einzustudieren. Schalke sollte schneller spielen, besser pressen und defensiv stabil stehen. Doch nach dem Saisonstart mit einem Punkt aus zwei Spielen und SIEBEN Gegentoren (!!!) muss man feststellen: Anstatt einen Fortschritt erkennt man nur einen Rückschritt. In der Abwehr herrscht Chaos, im Angriff lebt die Mannschaft nur noch vom Zufall (z.B. Huntelaars Pfostenschuss) oder Einzelaktionen. Kombinationen oder Automatismen in der Defensive oder Offensive? Davon ist nichts zu sehen. Von der Mentalitätsdiskussion will ich hier noch nicht sprechen - kann aber in den kommenden Wochen noch kommen. Jetzt warten zwei Ex-Trainer auf den S04. Zwischen den beiden Playoff-Spielen gegen Stevens‘ PAOK Saloniki empfängt noch Slomka die Königsblauen. Schalke steht bereits jetzt mächtig unter Druck!!!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Typisch Schalke: Das 0:1 offenbarte das ganze Schalker Dilemma: Individueller Fehler trifft auf Unkonzentriertheit bei Standards (Scheint aktuell Schalkes Motto zu sein). Jones hatte schon den Ball erobert und ließ sich diesen leichtfertig an der Grundlinie von Koo abluchsen. Daraus resultierte die Ecke, die die Führung der Wölfe bedeutete. Der Anfang der Blamage in der 55. Minute. Perisic gewann das Kopfballduell gegen Höger und Knoche beförderte die Kugel aus drei Meter in die Maschen. Angeblich sollte die Mannschaftskasse klingeln, falls die Knappen ein Tor nach einer Standardsituation kassieren. Wahrscheinlich wussten die Spieler, warum sie dagegen waren.

 

Ständige Diskussionen: Die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen funktioniert überhaupt nicht. Immer wieder sah man in Wolfsburg die Spieler diskutieren. Hier gestikulierte Jones, dort hatten Höwedes und Fuchs einen Disput und vorne forderte bzw. dirigierte Huntelaar seine Mitspieler, um zu pressen. Praktisches Beispiel gefällig? In der 36. Minute hatte Uchida Rodriguez nicht beim Flanken gehindert. Vierinha stand am 2. Pfosten mutterseelenallein und war so erschrocken, dass er aus drei Metern kläglich verzog. Danach schaute Höwedes Fuchs entsetzt an. Der Österreicher war sich aber sicher, in die Mitte einrücken zu müssen. Und so drehte er sich schnell um und starrte Clemens fragend an, warum er denn nicht auf Vierinha aufgepasst hatte. Letztendlich senkten alle den Kopf und schüttelten diesen gemeinsam – wenigstens herrscht da Einigkeit. Diese fehlenden Mechanismen nutzten die Wölfe nach der Pause gnadenlos aus. Oder wie es Toto treffend sagte: „Ein Hühnerhaufen!“

 

Schalker Baustelle: Vor der Saison hatten mir vor allem die Außenverteidiger große Bauchschmerzen bereitet. Fuchs und Uchida stabilisieren diese Abwehr nicht. Leider bewahrheitete sich diese Befürchtung. Das 0:2 in Wolfsburg war auch direkt eine Co-Produktion der beiden Außenspieler. Uchidas „Befreiungsschlag“ landete vor die Füße von Vierinha. Fuchs stellte den Portugiesen, ließ ihm aber aus Angst vor seinem explosiven Antritt 13 Meter vor dem Tor zu viel Platz. Vierinha zog ab und der Ball zappelte im Netz. Doch die Nebenleute machen es derzeit nicht besser. Höwedes ist noch nicht im Rhythmus. Matip sowie Santana untermauerten ihrem Ruf als „Bruder Leichtfuß“. Hinzu kommt, dass auch vor der Abwehr Neustädter weiter außer Form ist und Höger „nur“ ein guter Backup ist. Jones kämpft und rennt, aber er darf nicht die Verantwortung der Spieleröffnung übernehmen. Tut er das aber nicht, versuchen es die Abwehrspieler. Und das ist grausam. Schon beim Ausholen stellen sich meine Nackenhaare auf. Die langen Bälle von Höwedes, Santana oder Fuchs landeten allesamt im Wolfsburger NICHTS! Ein Mann wie Wolfsburgs Luiz Gustavo wäre genau der richtige Mann für Schalke. Leider ist so ein Transfer für Schalke (über 20 Millionen Euro) unerschwinglich. Und zum anderen liegt der Fokus nach dem Abgang von Bastos auf einem auch dringend benötigten Offensivspieler. Anderseits braucht Schalke in bzw. vor der Abwehr auch einen Stabilisator. Scheiße, wir haben aktuell so viele Baustellen! Und von Huntelaars Verletzung oder von Farfan, der noch überhaupt nicht in Form ist, habe ich noch nichts gesagt!

Schalke 04 - Hamburg 3:3 (1:2)                     

 

Was ein enttäuschender Saisonauftakt! Der FC Schalke 04 kam am 1. Spieltag nicht über ein 3:3 gegen den Hamburger SV hinaus. Dabei legten die Knappen einen Traumstart nicht. Draxler bediente Huntelaar – 1:0 nach 84 Sekunden! Doch damit war der Zauber in der Donnerhalle (jetzt mit 61.973 Zuschauern) schon vorbei. Am Ende konnten sich die Königsblauen bei HSV-Keeper Adler für seinen Bock bedanken, so dass Szalai mit seinem Abstauber immerhin noch einen Punkt rettete. Unterm Strich knüpften die Schalker an ihren enttäuschenden Nöttingen-Auftakt an und blieben fast alles schuldig. Die Hoffnung, dass die Schalker nach der letzten Saison einen Schritt nach vorne gemacht haben, hat direkt einen dicken Dämpfer bekommen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Katastrophale Defensive: Wenn Hege schon Mitte der 1. Halbzeit die Nerven verliert, stimmt etwas nicht: „Früher haben wir immer gesagt, dass wir mit einem wie Prus nie erfolgreich werden. Jetzt haben wir Fuchs und Uchida in der Abwehr“, nörgelte der Ex-Zehner von Horst 08. Und damit liegt er absolut richtig. Mit dem Japaner und dem Österreicher in der Abwehr wird Schalke nie zu defensiver Stabilität kommen. Wenn dann noch ein völlig indisponierter Matip hinzu kommt (O-Ton im Stadion: „Warum spielt der mit den falsch eingehängten Beinen?“), werden so „tote“ Mannschaften wie der HSV den Knappen immer die Bude vollhauen. Drei Gegentore sind zu Hause eine Katastrophe. Damit ziehen sich die Abwehrschwächen der Vorsaison nahtlos in die neue Spielzeit hinein. Und Besserung ist nicht in Sicht. Außer Heldt holt endlich neue Außenverteidiger.

 

Schwache Offensive: Spielerisch brachten die Schalker so gut wie nichts zu Stande. Hamburg stand kompakt und machte die Außenseiten zu. Das reichte, weil auch Farfan nach seiner Grippe noch nicht bei 100 Prozent war. Jetzt werden die einen sagen: „Der Draxler musste ja früh runter.“ Richtig, aber es kann doch nicht sein, dass eine Mannschaft so abhängig von einem 19-Jährigen ist. Was ist, wenn er auf einmal länger ausfällt? Dazu kommt, dass das Pressing immer noch nicht funktioniert. Immer wieder musste der Hunter seine Mitspieler mit einer Handbewegung auffordern mit zu machen. Und mit Tempo geht meistens nur Jones auf den Mann. Wie es richtig geht, zeigen leider immer wieder die Bazen und Zecken – aber die haben auch Spieler die Tempo gehen können!

 

Spielerische Defizite: So lange Schalke auf der Doppelsechs mit Jones und Neustädter spielt, wird es spielerisch immer schwer gegen defensiv eingestellte Mannschaften. Jones ist als Kämpfer unersetzlich, womit er seine fußballerischen Defizite kaschieren kann. Wenn der US-Nationalspieler aber den offensiven Part der Doppel-Sechs übernimmt, tut das dem Spiel der Schalker nicht gut. Und Neustädter? Unfassbar wie seine Leistung nach seinem Länderspiel-Debüt im November 2012 eingebrochen ist. Bleibt die Hoffnung auf Goretzka. Doch das Hamburg-Spiel verdeutlichte, dass man vom Jahrhunderttalent (noch) nicht zu viel erwarten darf.

Schalkes A-Elf, B-Elf und Patsches-Elf

 

Endlich geht es wieder los! Die Bundesliga-Saison des FC Schalke 04 beginnt. Drei Monate ohne Tore, Punkte und Siege sind genug. Doch während der Sommerpause tat sich einiges am Schalker Markt. Neben dem neuen Co-Trainer Herrmann (Bazen) tragen ab jetzt auch Szalai (Mainz), Clemens (Köln), Santana (Lüdenscheid),  Goretzka (VfL Neururer) und Ayhan (U19) das Profi-Trikot der Königsblauen. Doch es gab nicht nur Neuzugänge, sondern auch einige Abgänge zu verbuchen. Zuletzt wurde Bastos in die Wüste geschickt - zu Al Ain in die Vereinigte Arabische Emirate. Davor hatten bereits Afellay (Barcelona), Moritz (Mainz), Marica (Ziel unbekannt), Metzelder (Karriereende), Hofmann (ausgeliehen nach Ingolstadt), Escudero (Getafe) und Juardo (Spartak Moskau) ihre Koffer gepackt und den Verein verlassen. Die Akteure, die geblieben sind, lieferten sich während der Vorbereitung einen heißen Konkurrenzkampf. Im Pokal-Spiel in Nöttingen war davon aber nicht viel zu sehen. Vor allem die Hoffnung, die Mentalitätsfrage mit den Transfer gelöst zu haben, bleibt noch abzuwarten. Doch wer setzt sich letztendlich durch?

 

Patsches Dreierpack

 

Die A-Elf: Zunächst muss die Systemfrage geklärt werden: 4-2-3-1 oder 4-4-2? Die Antwort: Beides, mit Vorteilen für den Ein-Mann-Sturm! Gegen starke Mannschaften wird Keller mit einer Spitze spielen. Sollte es gegen Teams gehen, die sich hinten reinstellen (über 50 Prozent der Gastmannschaft in der Donner-Halle), wird es den Zwei-Mann-Sturm geben. Unumstritten ist die Position zwischen den Pfosten. Hildebrand ist die Nummer 1. Davor ist Höwedes gesetzt. Matip macht neben dem Kapitän das Rennen. Auf rechts wäre die Frage: Hoogland oder Uchida? Die Antwort scheint  Höger (auch wenn er selbst wohl kein Bock drauf hat) zu sein. Hoogland und Uchida sind noch nicht bei 100 Prozent. Links setzt sich Fuchs (wobei selbst die Nöttinger den Österreicher in der Defensive schlecht aussehen ließen) durch. Vor der Abwehr machen Jones und Neustädter das Rennen. Die offensive Dreierreihe bilden Farfan, Draxler und Clemens. Huntelaar macht den Torjäger. Ist ein zweiter Angreifer gefragt, kommt Szalai für Clemens ins Team.
Schalkes A-Elf : Hildebrand - Höger, Höwedes, Matip, Fuchs - Jones, Neustädter - Farfan, Draxler, Clemens - Huntelaar

 

Die B-Elf: Fährmann oder Unnerstall? Beide, abwechselnd. In der Innenverteidigung ist eigentlich Papadopoulos  gesetzt, aber bis der Grieche wieder fit ist, wird noch einige Zeit verstreichen. Santana bleibt nur der Platz auf der Bank. Der Brasilianer ist wie Matip ein "Bruder Leichtfuß", allerdings wirkt Matip aktuell stabiler – auch wenn das Nöttingen-Spiel mit Lügen straft. Ayhan hat Keller noch in der Hinterhand, geht aber erst in die Lehre. Die Back-ups hinten rechts und links sind Uchida bzw. Hoogland und Kolasinac (Rückstand wegen Verletzungspause im Trainingslager), der aber auf Augenhöhe mit Fuchs steht, da er defensiv stärker ist als der Österreicher. Vor der Abwehr lauern Höger und Goretzka auf ihre Chance. Das Ersatz-Offensiv-Trio setzt sich aus Barnetta, Meyer und Pukki zusammen. Die Alternative im Ein-Mann-Sturm heißt  Szalai.
Schalkes B-Elf: Fährmann (Unnerstall) - Uchida (Hoogland), Papadopoulos (Ayhan), Santana, Kolasinac - Höger, Goretzka - Barnetta, Meyer, Pukki - Szalai

 

Patsches Wunsch-Elf: Hildebrand ist einfach der beste Torwart des Trios. An Höwedes in Form und einem fitten Papadoupolos kommen Matip und Santana nicht vorbei. Die Baustellen gibt es in der Viererkette links und rechts. Auf beiden Seiten gibt es keine Premiumlösung. Aber ein fitter Hoogland setzt sich gegen Uchida durch. Vielleicht wäre auch Barnetta eine Option. Links setzt sich Kolasinac durch, da der U21-Nationalspieler defensiv einfach stärker ist und die Abwehr stabilisiert. Das Sechser-Pärchen bilden Kampfschwein Jones und Jahrhunderttalent Goretzka - ein dynamisches Duo. Über Farfan und Draxler braucht man nicht zu diskutieren - beide sind nicht zu ersetzen, selbst mit nur 70 Prozent! Für Linksaußen sollte Heldt noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Clemens ist noch nicht so weit. Barnetta war es mal in seiner Leverkusener-Zeit. Doch auf Schalke? Bisher Fehlanzeige. Meyer wäre durchaus eine Option. Allerdings fällt meine Wahl auf Fuchs. Als Linksverteidiger ist er defensiv zu schwach. Doch dank seiner linken Klebe und seinem Offensivdrang, ist er eine gute Lösung für Linskaußen. Im Sturm machte Szalai Druck auf Huntelaar und überflügelt ihn? Nein! Zwar profitiert der Ungar von der Hüftverletzung des Niederländers, doch am Ende wird sich der Hunter durchsetzen.
Patsches Elf: Hildebrand - Hoogland, Höwedes, Papadopoulos, Kolasinac - Jones, Goretzka - Farfan, Draxler, Fuchs - Huntelaar

Nöttingen – Schalke 04 0:2 (0:1)                   

 

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Und bei Schalke wackelte die Latte in der 1. Runde des DFB-Pokals gewaltig, fiel aber nicht. Mit 2:0 setzten sich die Knappen beim FC Nöttingen durch und verhinderten eine Blamage. Der Oberligist verkaufte sich teuer und hatte in der Anfangsphase Pech. Zwei Mal verhinderte das Aluminium die Führung des Underdogs. Eine Timeout (Trinkpause nach 27 Minute) nutzte Keller, um die Mannschaft wachzurütteln. 180 Sekunden später schoss Huntelaar die Königsblauen mit 1:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel quälten sich die Schalker weiter, mussten in der Schlussphase noch zittern und wurde in der Nachspielzeit durch Goretzkas 2:0 erlöst. Mund abputzen und weiter.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Der große Lichtblick: Schalkes Fans untermauerten mal wieder ihren einzigartigen Support. Kaum war das Spiel im Karlsruher Wildparkstadion angepfiffen, legten die Anhänger los wie die Feuerwehr. Den S04-Fans ist es egal gegen wen es geht. Egal ob Kreis-, Ober- oder Bundesligist: Schalker in der Kurve geben immer 100 Prozent!

 

Wenige sportliche Lichtblicke: Was für die S04-Fans gilt, trifft leider nicht auf die Knappen-Spieler zu. Ohne Fehl und Tadel präsentierte sich nur der souverän agierende Hildebrand. Seine beste Tat: Einen Schuss von Birgel lenkte der Keeper ans Lattenkreuz. Mit Abstrichen konnte auch Clemens zeigen, dass Ex-Kölner mit seiner Energie Schalke helfen kann. Zudem brachte Barnetta nach seiner Einwechslung etwas Schwung rein und hatte Pech, dass Nöttingens Keeper Rausch seinen Schuss stark parierte. Ansonsten war viel Leerlauf im Spiel der Knappen. Fehlpässe und fehlende Konzentration prägten das Spiel. Zudem wurde das Experiment „Zwei-Mann-Sturm“ in der 65. Minute mit der Auswechslung von Szalai beendet. Es ist noch viel Sand im Getriebe.

 

Anpfiff vom Kurven-Vadder: Ja, ich gebe es zu, ich habe bereits nach 15 Minuten gemeckert. Diese elendige Larifari-Einstellung kann ich einfach nicht kommentarlos mitansehen. Ähnlich erging es Toto.  „Tempo-Fußball wie wir ihn erwartet haben“, lautete sein bissiger Kommentar, den er noch mit einem „ein deutlicher Schritt nach vorne“ zehn Minuten später ergänzte. Kurz darauf verlor auch der „Große Bruder“ Dirk die Nerven: „So lange die Sechser (Anm. d. Red.: Jones und Neustädter) und der Mann neben unserem Kapitän (Anm. d. Red.: Matip) spielen, kann sich auch nichts ändern.“ Gekrönt wurde alles mit Joe: „Meister J!“ Da platzte unserem  Kurven-Vadder Jimmy endgültig der Kragen. „Freue mich jetzt schon auf den ersten Stadionbesuch: Schnauzen ab der 5. Minute. Jetzt weiß ich, warum ich inne Arena immer so viel saufen muss ;-) Jungs, datt iss ein Spiel gegen einen Oberligisten. Watt habt ihr erwartet?“ Danach war erst einmal Ruhe! Und nach Schlusspfiff wurden schon die ersten Anmeldungen für das Pokal-Finale in Berlin angenommen. Zudem wurde sich erkundigt, wo das Champions-League-Finale stattfindet. In Lissabon. An diese Stadt hat die Horster Kurve gute Erinnerungen. Nicht wahr, Tom!?!?!

Neu am Schalker Markt

 

Die Saison 2013 / 2014 steht vor der Tür. Und für den FC Schalke 04 geht es sofort von 0 auf 100. In der Champion League spielen die Königsblauen Ende August in der Qualifikationsrunde um den Einzug in die Gruppenphase. Bei einem Scheitern bleibt "nur" die Europa League. Was aber schlimmer wiegen würde: Die Knappen würden mit einem Negativerlebnis in die Saison starten. Das gilt es zu verhindern, denn die Ziele sind erneut ambitioniert.

 

In der Liga soll es ein Platz unter den ersten Vier sein. Im DFB-Pokal schielt man nach Berlin und international will man die Ko-Runde erreichen - am liebsten in der Königsklasse. Damit die Ziele erreicht werden, nahm Horst Heldt personelle Veränderungen vor. 04 Neue kamen für etwa 15 Millionen Euro. Dabei legte der Manager vor allem auf die Mentalität der Neuzugänge besonderen Wert. Wer ist neu am Schalker Markt?

 

Patsches "doppelter" Dreierpack:

 

Santana (Lüdenscheid): "Santana kommt nach Schalke", hieß es. Super, endlich ein Konzert des Gitarren-Virtuosen in der Donnerhalle. Doch Pustekuchen, nicht Carlos kommt, sondern Felipe, der Brasilianer von den Schwatt-Gelben. Für eine Million Euro wechselt der 27-Jährige die Fronten. Ein mutiger Schritt, der allerdings ruhiger über die Bühne ging als gedacht. Santana wurde herzlich empfangen. Und Keller schwärmte bereits nach wenigen Trainingseinheiten vom neuen Innenverteidiger und lobte seine Kommunikation auf dem Platz sowie die positive Ausstrahlung. Damit hat der Coach ein Luxusproblem in der Innenverteidigung. Höwedes und Matip waren in der Rückrunde gesetzt. Santana peilt einen Stammplatz an. Doch dafür muss der "Bruder Leichtfuß" seine Fehlerquote im Spielaufbau minimieren - Matip lässt grüßen. Und dann gibt es noch Papadopoulos. Falls der Grieche (irgendwann) wieder zurück auf dem grünen Rasen ist, wird er zwar erst strahlen, dann aber wieder schnell den "bösen" Papa-Blick aufziehen, um in die Mannschaft zu kommen. Dann hat Keller die Qual der Wahl. Genau den Konkurrenzkampf, den sich Heldt für die Zukunft wünscht.

 

Goretzka (Bochum): Dieses Hauen und Stechen um die Plätze wünschen sich die Verantwortlichen auch auf den beiden Planstellen vor der Abwehr. Dort kämpft Goretzka mit dem Aggressiv-Leader (schönes Wort) Jones, Neustädter und Höger um die Vorherrschaft. Doch was war das für ein elendiger Transfer-Hickhack um den Bochumer Youngster. Alles drehte sich um die festgeschriebene Ablösesumme. Dann kamen die Juristen ans Werk und es wurde mit Gerichtsverfahren gedroht. Von wegen Fußball ist ein einfaches Spiel. Viel simpler dürfte Goretzkas Vertrag auf Schalke auch nicht sein. Die Zeit der Bierdeckel-Verträge scheint es endgültig nicht mehr zu geben. Ob sich der ganze Aufwand gelohnt hat, wird sich zeigen. Zumindest kommt der 18-Jährige mit großen Vorschusslorbeeren nach Gelsenkirchen (O-Ton 'Pedda, der Große' Neururer: "Ein Jahrhunderttalent!"), dem von vielen Experten bereits der Durchbruch prognostiziert wird. Feine Technik, gute Übersicht und Ruhe am Ball sollen ihn auszeichnen. Dazu mit 1,89 Meter Gardemaß. Und mit Jones hätte er einen perfekten Lehrmeister - in Sachen Aggressivität und Abgezocktheit.

 

Clemens (Köln): "Ich bin gekommen, um zu spielen!" Klare Ansage des 2,8-Millionen-Euro-Mannes aus Köln. Doch genau das zeichnet Clemens aus. "Christian ist sehr ehrgeizig und besitzt eine besondere Mentalität", erklärte Heldt. Allerdings ist der Sprung vom 2. Liga-Kicker zu einem Champions-League-Spieler enorm. Der 21-Jährige ist schnell, dynamisch und schussstark. Dagegen ist seine Technik noch verbesserungswürdig. Zu seinem Einsatzgebiet zählt das offensive Mittelfeld, wo er flexibel einsetzbar ist - sowohl auf der Außenbahn als auch in der Zentrale. Direkte Attacke auf die Platzhirsche Bastos, Draxler und Farfan? Abwarten. Mit Barnetta und Meyer wird der Offensiv-Mann zunächst um Einsatzminuten kämpfen. Doch das schreckt den Youngster nicht ab. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Rheinländer nicht.

 

Szalai (Mainz): Acht Millionen Euro zahlte Schalke für den Backup von Huntelaar. Von "ich bin froh, dass wir den Szalai geholt haben" (Blömme) bis "was wollen wir denn mit dem?" (Carlchen) habe ich alles rund um den Einkauf gehört. Doch wie sehen die Fakten aus. Klar ist, Szalai weiß, wo die Bude steht - 13 Tore für Mainz in der letzten Saison sprechen für sich. Aber auf Schalke heißt der Sturmführer Huntelaar. Dem Niederländer soll Szalai jetzt Feuer unterm Hintern machen. Gelingt das und bleibt der 'Hunter' verletzungsfrei bedeutet das: Die Szalai-Kohle bleibt ohne Zinsen auf der Bank. Denn eins ist auch klar: Ein Zwei-Mann-Sturm Huntelaar/Szalai ist eigentlich undenkbar, wenn man schnelles Umschaltspiel bzw. Kombinationsfußball zelebrieren will. Dafür sind beide Angreifer zu langsam. Denn...

 

Hermann (Bauern): ... sowohl Keller als auch sein neuer Co-Trainer setzen einen besonderen Schwerpunkt: Tempo! "Das ist das A und O. Handlungsschnelligkeit, gute Technik, schnelles Umschalten. Das ist der moderne Fußball", erklärte Hermann. Und der neue Assistenztrainer auf Schalke muss es wissen. Immerhin hat der 61-Jährige in der letzten Saison das Triple gewonnen. Auch wenn Hermann keine allzu großen Unterschiede ausmacht - "bei Bayern gibt es auch Frühstück genau wie hier" - sind die Knappen leider (noch) meilenweit vom Triple entfernt. Mit seiner Erfahrung und Mentalität soll er Keller unterstützen und die Spieler weiter bringen.

 

Schalkes Baustelle: Rechtsverteidiger! Die Premiumlösung wäre Rafinha, die Alternative Riether. Beides zerschlug sich. Damit kämpfen Hoogland und Uchida um den Posten. Hoogland wäre dabei eine gute Lösung - falls er gesund bleibt und seine Form findet. In den letzten drei Jahren spielte Hoogi gerade einmal 381 Minuten. Zweifel sind da berechtigt. Bleibt Uchida! Tja, was soll man zum Japaner sagen: Solide ja, aber mehr? In der Rückwärtsbewegung hat er immer wieder Probleme. Offensiv blüht Uchida erst auf, wenn er die Mittellinie überquert. In der eigenen Hälfte scheint er froh zu sein, die Kugel nicht zu bekommen. Das reicht nicht für die internationale Klasse. Auf links sieht es nicht viel rosiger aus. Kolasinac überflügelte in der letzten Saison Fuchs. Dadurch gewann die Defensive an Stabilität, in der Offensive verwaiste die Seite, wenn nicht gerade Draxler dort wirbelte. In dieser Hinsicht ist Fuchs die bessere Alternative. Mit seinen Flanken und seinem Offensivdrang sorgt der Österreicher für Gefahr. Allerdings nimmt man dann ein Sicherheitsrisiko in der Defensive in Kauf. Von Premiumlösung ist Schalke weit entfernt.