Ein Blick zurück auf die Saison 2012 / 2013

 

Das Minimalziel wurde erreicht. Aber obwohl die Samen gesät sind, muss die Ernte erst noch eingefahren werden! Der FC Schalke 04 hat sich in der 50. Bundesligasaison Rang vier gesichert und somit die Champions-League-Qualifikationsrunde erreicht. Aber die Millionen aus der Königsklasse haben die Knappen noch nicht. Dafür muss das Team von Trainer Jens Keller in einem Playoff-Spiel (Hinspiel 20./21. August, Rückspiel 27./28. August) erst für die Gruppenphase qualifizieren.
 

Dennoch überwog bei den S04-Verantwortlichen und -Spielern am Ende die Freude über Rang vier. Denn zwischenzeitlich sah es alles andere als prickelnd aus mit dem internationalen Geschäft. Insgesamt war es eine Schalker Spielzeit, die einer Berg- und Talfahrt glich. Nach einem Traumstart folgte ab November der Totalabsturz. Infolgedessen musste Trainer Huub Stevens gehen und Keller übernahm das (Himmelfahrts-???)Kommando. Die Talfahrt ging im Dezember mit dem Pokal-Aus gegen Mainz und der Pleite gegen Freiburg weiter. In der Rückrunde stabilisierten sich die Schalker, jedoch blieben extreme Schwankungen nicht aus. Unterm Strich kamen die Königsblauen mit einem blauen Auge davon.

 

Die Tops und Flops im doppelten Dreierpack:

 

Top: "Derbysieger, Derbysieger, hey, hey", hallte es in dieser Saison zwei Mal - einmal bei den Schwatt-Gelben, einmal in der Donnerhalle. Beide Mal setzte sich Schalke mit 2:1 gegen Lüdenscheid Nord durch, und dass jeweils absolut verdient. Nimmt man die Champions-League-Partie bei Arsenal London (2:0) noch hinzu, zeigten die Knappen in diesen drei Partien, welches Potenzial in ihr steckt bzw. stecken kann. Leider konnten sie diese Leistungen zu selten abrufen, weil ...

 

Flop: ... die Königsblauen zu oft ihr hässliches Gesicht zeigten. Man denke nur an das 2:2 in Düsseldorf, das 2:3 in Hoffenheim, das 1:2 gegen Fürth, das 0:3 in Nürnberg, das 0:1 in Frankfurt oder das 1:2 gegen Stuttgart. In keinem Spiel war Schalke das schlechtere Team, phasenweise war man sogar die bessere Elf, aber am Ende verschenkten sie den Sieg. Hauptkritikpunkt: die fehlende Siegermentalität. Das Auftreten, die Körpersprache, die Leidenschaft, der Wille und die Überzeugung fehlte. Die Knappen waren zu oft ein Team, die nicht den nötigen Killerinstinkt hatten.

 

Top: Erst ist gerade einmal 19 Jahre alt und schon einer der wichtigsten Spieler bei Schalke 04. Julian Draxler hat sich in dieser Saison von einem hoffnungsvollen Talent zu einem Führungsspieler entwickelt. Ein rasanter Aufstieg des Nationalspielers. Zahlen belegen mittlerweile seinen Wert für die Mannschaft. Sein Treffer am 32. Spieltag in Gladbach sicherte den Knappen den wichtigen 1:0-Sieg. Genauso wichtig war sein 1:0 beim 2:1-Erfolg am letzten Spieltag in Freiburg. Insgesamt traf der Youngster in der Bundesliga zehn Mal in 30 Spielen (plus vier Vorlagen) und führte mit Hunterlaar die interne Torjägerliste an. Seinen Wert versüßte ihm sein Verein mit einer Vertragsverlängerung bis 2018 inklusive einer Gehaltserhöhung. Zudem wurde seine Ablösesumme auf 45,5 Millionen Euro festgelegt. Ein Beleg dafür, dass die Knappenschmiede sehr gute Arbeit leistet. Und das nächste Talent klopft schon an die Profi-Tür: Max Meyer.

 

Flop: Schalke legte einen Traumstart hin und war Bayern-Verfolger Nummer 1. Dann kam das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden. Es folgte der brutale Absturz. Von Mitte November bis Ende Februar holte der S04 aus elf Bundesligaspielen gerade einmal einen Sieg (5:4 gegen Hannover). Dazu folgte das Pokal-Aus gegen Mainz. Erschreckend, wie sich die Mannschaft während dieser Zeit von Leverkusen (0:2), Hamburg (1:3), Freiburg (1:3) und Bayern (0:4) vorführen ließ. Für eine Mannschaft eines Kumpel- und Malocherclubs ein Armutszeugnis. Inwieweit die Verletzungsseuche solche Spiele erklären kann, lässt sich nicht bemessen. Erwähnen sollte man sie dennoch. So absolvierten Ibrahim Afellay (stark in Lüdenscheid und in London) und Kyriakos Papadopoulos gerade einmal zehn Saisonspiele. Auf noch weniger Einsätze kamen Christoph Moritz und Chinedu Obasi. Dazu fielen zwischendurch noch Klaas-Jan Hunterlaar, Jefferson Farfan, Marco Höger, Ciprian Marica und Timo Hildebrand wochenlang aus. Und auch ein Julian Draxler musste wegen seines Handbruchs gegen Montpellier eine kurze Verletzungspause einlegen. Dadurch haben die Spieler ihren Rhythmus verloren, was zur Improvisation und Qualitätsverlust führte.

 

Top: Aus Sicht der Horster Kurve gab es in dieser Sicht ein absolutes Highlight. Es war der 18. Januar und ziemlich kalt. Aber das war total egal! Wir lebten wie Gott in Frankreich. Wasabi gebeizter Fjordlachs im Noriblatt auf Sojaschmand und Terrine vom Landgockel mit Shitake Pilzen auf scharfem Gemüsecassoulet gab es u.a. als Vorspeise. Als Hauptgericht wurde Involtini vom Jungkalb mit Landschinken und Mozzarella in Tomaten-Paprikasugo und Black Barbeque Salz gelackte Poulardenbrust auf Mango-Ingwerschaum gereicht. Das Kartoffel-Rahmsüppchen mit Trüffelschaum rundete die ganze Sache ab. Und nicht nur das vorzügliche Menü schmeckte, sondern auch das Veltins und das 5:4-Spektakel gegen Hannover 96. Unser Event in der S04-Loge „Nordstern“ (was hätte besser gepasst als die ehemalige Horster Zeche?) über der Nordkurve war ein Volltreffer! Mit leuchtenden Augen schritten die 22 Kurvis unseres Fanclubs die gut sechs Stunden durch die Loge. Auch wenn der Blick am Ende immer verschwommener wurde, waren sich alle einig: eine geiler Abend.

 

Flop: 50 Gegentore haben die Schalker kassierte. Bei keinem anderen Team aus den Top-6 zappelte die Kugel öfter im eigenen Netz. Eindeutig zu viel! Vor allem, weil viele der Gegentore "zu einfach" fielen. Man konnte fast die Uhr danach stellen, wann Schalke einen haarsträubenden Fehlpass im Spielaufbau produzierte oder nach einer eigenen Standard in einen Konter läuft. Genauso häufig wurden die Außenverteidiger (ohne Trick) ausgespielt und die Flanke hämmerte der gegnerische Stürmer in die Maschen. Matip war bis zu seinen beiden Treffern am 23. Spieltag ein Sicherheitsrisiko. Uchida war für einen Stellungsfehler immer gut. Doch eine Alternative zum Japaner gab es nicht. Fuchs wurde viel zu oft überlaufen. Erst mit der Wachablösung durch Sead Kolasinac stabilisierte sich die linke Seite. Neustädter schlug ein wie eine Bombe ein, verlor aber ab November (Hallo Herr Löw :)) komplett den Faden und produzierte Fehlpässe am Fließband. Hinzu kam, dass die Offensivreihe nicht immer mit letzter Konsequenz nach hinten gearbeitet hat. Fazit: Am Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft muss dringend gearbeitet werden. Denn die Arbeitsteilung der Mannschaftsteile in der Rückwärtsbewegung ist oftmals mangelhaft.

 

Patsches  Dreierpack  Archiv



Rückrunde Saison 2012 / 2013

Freiburg – Schalke 04 1:2 (0:1)                      

 

Champions-League-Endspiel gewonnen, Minimalziel erreicht! Durch einen 2:1-Erfolg beim SC Freiburg hat sich der FC Schalke 04 am letzten Spieltag den 4. Platz in der Bundesliga gesichert. Damit erreichten die Königsblauen die Qualifikationsrunde der Königsklasse und spielen am 20./21. und 27./28. August 2013 um den Einzug in die Gruppenphase der Champions League. Damit ging eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen letztendlich versöhnlich zu Ende.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Individuelle Klasse: „Freiburg spielt Fußball, Schalke hat Draxler“, lautete der Facebook-Kommentar von ‚Carlchen‘. Treffender hätte man es nicht sagen können. Während die Breisgauer ansehnlichen Kombinations- und Teamfußball spielten, kamen die Schalker mal wieder schwer in die Gänge. Und dennoch gingen die Königsblauen in Führung, da sie über die nötige individuelle Klasse verfügen. Draxler tanzte Mujdza aus, trockener Schuss – 1:0! Danach machte der 19-Jährige die Usain-Bolt-Pose und ließ sich feiern. Immer wieder waren es Einzelaktionen, die Schalke retteten. Zusammenspiel und Kombinationen? Fehlanzeige!

 

Statistiken: Für die einen sind Spielstatistiken nur schwarze Zahlen auf einem weißen Blatt Papier. Für die anderen sind sie ein Hinweis, warum eine Partie gewonnen oder verloren wurde. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. In Freiburg hat mich die Statistik überrascht bzw. bei einem Wert total erschrocken. Bei der Laufleistung der Mannschaften hätte ich nicht gedacht, dass beide Teams fast identisch viel gelaufen sind – Freiburg 119,5 km, S04 119,3 km. Gefühlt hätte ich gesagt, dass die Breisgauer zehn Kilometer mehr abgespult haben. Klarer Fall von: Denkste! Derweil war es beim Ballbesitz eindeutig. Der SCF hatte 61 Prozent Ballbesitz und war klar die spielbestimmende Mannschaft. Allerdings machten es die Knappen den Hausherren schwer, weil sie tief und kompakt standen und 51 Prozent der Zweikämpfe gewonnen haben. Richtig erschrocken war ich bei den Ballkontakten. Fast ungläubig musste ich feststellen, dass Hildebrand mit 54 die meisten hatte. Der Torwart – irgendwie peinlich! Sein Gegenüber Baumann hatte die wenigsten Ballkontakte (38) in der Freiburger Startelf, damit aber immerhin fünf mehr als Huntelaar (33) und nur drei weniger als Schalkes Spielmacher Raffael (41)! ABER die entscheidenden zwei Zahlen sprachen für den S04: Schalke 2, Freiburg 1.  

 

Schalkes Erfolgsformel: Eine Einzelleistung, ein Kontertor und das Unvermögen des/der Gegner(s)! So kann man nicht nur die 90 Minuten in Freiburg zusammenfassen, sondern irgendwie auch die letzten Wochen der Schalker. Dank starker Einzelleistungen blieb Schalke oftmals im Spiel bzw. in der Erfolgsspur (Draxler in Gladbach, Hunterlaar gegen Hamburg). Allerdings kassierte sie auch viele Gegentore nach Kontern, weil sie den Ball in der Vorwärtsbewegung verloren haben oder nach einer eigenen Standardsituation dem Gegner zu viel Platz ließen. Letztendlich siegten die Schalker in Freiburg, weil sich die Breisgauer die Kugel ins eigene Netz schoben. Und somit profitierten die Knappen vom Unvermögen der Konkurrenz aus Frankfurt und Freiburg, die zuletzt auch immer wieder patzten. Der S04-Lohn: Chapions-League-Qualifikation.

Schalke 04 – VfB Stuttgart 1:2 (0:1)

 

„Die Jungs sind alle geil auf die Champions League“, hatte Jones in der letzten Woche gesagt. Davon haben die 61.673 Zuschauer im letzten Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart nichts gesehen – NULL KOMMA NULL! Schalke schenkte die Partie mit 1:2 ab und muss um die Königsklasse zittern. Liebe Schalker Spieler: Was war das für eine Bankrott-Erklärung gegen die Schwaben? Dieser Auftritt war unerträglich, eine Blamage! Und dann hört man noch solche Worte von Huntelaar: „Wir sind nicht mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen!“ Wie bitte? Das ist ein Schlag in die Fresse für jeden Schalke-Fan! Und wer mir jetzt noch etwas erzählen will, dass die Knappen beim Pfostenknaller vom Hunter kein Glück hatten, kann ich nur lachen. Das muss man sich verdienen, und das hat sich nur der VfB, der gefightet hat. Diese Tugenden wie Kampf und Einsatzwille muss man der S04-Mannschaft „leider“ absprechen. 112,8 km sind die Königsblauen gelaufen, Stuttgart, für die es um nichts mehr ging, immerhin 116,1 km. Und die Sprintdistanz? VfB 4,2 km - S04 3 km! Hinzu kommt die Körperhaltung und das Auftreten – eine Schande! Nobbi brachte es auf den Punkt: „Es geht um so viel für die Mannschaft und den Verein. Und dann sehe ich so tote Nüsse!“

   

Dreierpack zum Spiel

 

Stuttgarter Schreckgespenst: Hinspiel beim VfB – 1:3. Rückspiel gegen den VfB – 1:2. Zwei Pleiten, fünf Gegentore, ein Mann: Ibisevic! Der Bosnier schoss die Knappen in diesen beiden Spielen im Alleingang ab. Fünfmal traf der Stürmer gegen Schalke! Spätestens nach seinem Dreierpack im Hinspiel hätte man in Gelsenkirchen wissen müssen, dass dieser Mann ein Knipser ist. Naja, immerhin hat er nur ein Doppelpack geschnürt. Traurig aber wahr!

 

Keller verlängert: Wochenlang brodelte die Gerüchteküche: Wer wird Trainer auf Schalke? Veh, Tuchel, Streich, Effenberg und was weiß ich wer noch. Plötzlich, zwei Spieltage vor Saisonende, wird das Geheimnis gelüftet! Keller bleibt Coach und verlängert um zwei Jahre. Die Reaktionen der Mannschaft: Ein Grottenkick gegen den VfB, das große Zittern um die Champions League und eine neue Trainerdiskussion? Für die Einstellung der Elf ist der Trainer verantwortlich. Und die war gegen den VfB katastrophal. Nicht das erste Mal in der Rückrunde, wenn man an Augsburg (0:0), Fürth (1:2), Bayern (0:4), Nürnberg (0:3), Leverkusen (2:2) oder Frankfurt (0:1) denkt. Und selbst bei den Siegen gegen Bremen (2:0) und Gladbach (1:0) war eine große Portion Glück dabei. Bislang profitierten die Knappen von der Schwäche der Konkurrenz im Kampf um die Königsklasse. Doch damit ist jetzt Schluss. In Freiburg muss die Mannschaft eine Reaktion zeigen, die sich medial für den Coach ausgesprochen haben. Bleibt die aus und verpasst Schalke die Champions League, brennt am Schalker Markt der Baum und die Trainerdiskussion geht weiter. Oder doch nicht, wie Payki spekulierte: „Vielleicht verlängert sich Kellers Vertrag nur dann, wenn er am Saisonende Platz vier erreicht.“   

 

Draxler verlängert: In den letzten Wochen spekulierten die Medien über einen Wechsel von Draxler zum Saisonende. Unter anderem war von Schwatt-Gelb die Rede. Dieses dementierte der Youngster. Jetzt verlängerte der 19-Jährige sogar seinen Vertrag bei den Königsblauen vorzeitig bis 2018. Neben einer netten Gehaltserhöhung gab es als Bonbon die Nummer 10 für die neue Saison. Eine super Nachricht für Schalke und seine Fans. Aber muss es diesen Zirkus rund um die Verlängerung geben? Acht LKWs mit überdimensionalen Fotos von Draxler im neuen Auswärtstrikots und den Schriftzug „Mit Stolz und Leidenschaft bis 2018“ durch Gelsenkirchen und Umgebung. Das ist für einen Kumpel- und Malocherclub zu viel Firlefanz! Und so spielt auch die Mannschaft.

M‘Gladbach – Schalke 04 0:1 (0:0)

 

Geduldsspiel gewonnen! Ein Geistesblitz hat dem FC Schalke 04 drei Punkte bei Borussia Mönchengladbach eingebracht. Nach einem Doppelpass mit Raffael, der per Tunnel vorgelegt hatte, haute Draxler mit einem trockenen Schuss das Ding aus fünf Metern in die Maschen - 1:0 (82.). Damit machten die Königsblauen einen großen Schritt in Richtung Königsklasse (Rang 4) und beendeten nebenbei die schwarze Serie bei den Fohlen. Nach fünf Pflichtspielniederlagen bei der „guten“ Borussia konnten die Fans der Knappen endlich wieder über einen Dreier jubeln.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schwere Kost: Unterm Strich steht ein Auswärtssieg – etwas glücklich, aber morgen interessiert es keine Sau mehr! Dennoch: Offensiv war das Schlafwagenfussball! Und ein Eurofighter analysierte es in der Halbzeit treffend. „Schalke spielt zu statisch“, sagte Mulder. Draxler und Bastos klebten auf der Außenlinie. Gladbach doppelte sie und nahm das Duo aus dem Spiel. Huntelaar zog sich ins Mittelfeld zurück, so dass im Sturmzentrum weit und breit kein Knappe zu sichten war. Überraschungseffekt? Gleich null! Und dann diese elendigen langen Bälle aus der eigenen Hälfte – grausam. Somit wurde Schalke nur mit Distanzschüssen (2x Bastos, Draxler) gefährlich. Naja fast, einen Geistesblitz gab es auch noch J

 

Konzentration oder Klasse: Fehlt Schalke die Klasse oder sind es lediglich Konzentrationsschwächen? Die Vielzahl der technischen Mängel war bei den Königsblauen unübersehbar. Mal gehen die Schalker nicht konsequent und energisch in den Zweikampf, mal versprang der Ball bei der Ballannahme und dann sind die Pässe teilweise zu ungenau. Anstatt eine gefährliche Situation zu kreieren, steht der Ballverlust und unter Umständen eine gute Kontersituation. Im Borussia-Park hatten die Knappen das Glück, dass die Fohlen leichtfertig mit den Geschenken umgegangen sind. Entweder sie vertändelten die Kugel selbst direkt wieder oder scheiterten an Hildebrand oder am Aluminium (Xhaka, Arango).

 

Schwache Standards: Wenn es schon aus dem Spiel heraus nicht läuft, hilft vielleicht der ruhende Ball. Von wegen! Die Ecken und Freistöße waren erschreckend schwach. Entweder ter Stegen fischte den hohen Ball im Fünfer locker ab, oder die Kugel segelte irgendwo hin, wo kein Blauer stand. Negativer Höhepunkt war die kurze Ecke von Draxler auf Raffael – Konter Mönchengladbach!

Schalke – Hamburger SV 4:1 (2:1)

 

Huntelaar vernascht Hamburger! Der FC Schalke 04 bleibt nach dem 4:1-Sieg gegen den HSV weiter auf Champions-League-Kurs und profitiert vor allem von der schwächelnden Konkurrenz. Nach der Bankrott-Erklärung in der Vorwoche in Frankfurt zeigten die Knappen wieder ihr anderes Gesicht. Dabei ging zu Beginn das Elend wieder los. Hamburg legte los wie die Feuerwehr. Nach einer Ecke störte keiner Westermann. Dessen Kopfball-Bogenlampe köpfte Jansen aus fünf Metern zum 0:1 ein. Dabei schaute Neustädter nur gemütlich zu und Hildebrand klebte auf der Linie. Doch der Rückstand nach fünf Minuten wirkte wie ein Hallo-Wach-Effekt. Plötzlich war Schalke im Spiel, während die Hamburger wie Falschgeld über den Platz liefen. Schon krass, wie so eine Mannschaft immer noch Chancen hat, in der kommenden Saison international zu spielen. Und ein Mann drehte bei seinem Comeback mächtig auf: Klaas-Jan Huntelaar!

   

Dreierpack zum Spiel

 

Hunter-Show: Fünf Spiele musste Huntelaar verletzungsbedingt zuschauen. Gegen den HSV durfte der Niederländer wieder spielen und zeigte, wie wichtig er für den S04 ist. Zunächst legte der Hunter für Bastos zum 1:1-Ausgleich auf. Danach schoss Huntelaar die Norddeutschen mit einem Dreierpack im Alleingang ab. Alle Tore erzielte er in „seiner Box, wo er einfach Weltklasse verkörpert. Kurios: Als der Quatscher 04 die Aufstellung in die Donnerhalle schmetterte, war Huntelaar gar nicht dabei. Stattdessen hätte Erdmann sein Startelf-Debüt gegeben. Erst danach fiel ihm auf, dass einer fehlt J Anscheinend haben das die Hamburger nicht so richtig mitbekommen und den Stürmer vergessen. Bleibt zu hoffen, dass der Hunter auch in den letzten drei Spielen weiter auf die Jagd geht.  

 

Schalker Lachnummer: Musical-Highlights zur Jahreshauptversammlung! Was sich anhört wie ein schlechter Scherz, scheint auf Schalke Realität zu werden. Bei dieser Veranstaltung sollen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden und kritisch über eine Dinge wie Vianogo diskutiert werden. Und was machen die Verantwortlichen des Vereins daraus? Eine Showveranstaltung! Da kann man nur den Kopf schütteln. Schalke ist ein Kumpel- und Malocherclub und kein Karnevalsverein!

 

Versöhnlicher Wochenabschluss: Nach dem Katastrophen-Auftritt am letzten Samstag in Frankfurt fing die Woche schon beschissen an. Doch was danach noch folgte, wurde immer grausamer. Kaum hatte man eine Zeitung in der Hand oder machte den Fernseher an, gab es immer nur dieselben Themen: Hoeneß hier, Götze da, Lewandowski überall. Zudem zerstörten die Bazen den FC Barcelona mit 4:0, während die Zecken Real Madrid mit 4:1 demontierten. Damit scheint das Finale der Champions League zwischen der Pest und Cholera fest zu stehen. Und was gab es vom FC Schalke 04? Wörns wird neuer Trainer der U17! Und immerhin einen versöhnlichen Wochenabschluss mit dem 4:1 gegen den HSV sowie Klartext von Draxler auf facebook: „Ich versichere euch, bei allem Respekt, dass ich nächstes Jahr und sollte ich nicht einer Gehirnwäsche unterzogen werden, auch die nächsten Jahre nicht für den BVB auflaufen werde.“

 

Eintr. Frankfurt - Schalke 1:0 (0:0)

 

Ein Trauerspiel, FC Schalke 04! Beim 0:1 in Frankfurt haben die Königsblauen die Chance verpasst, eine großen Schritt Richtung Champions League zu gehen.  Anstatt die Eintracht endgültig aus dem Rennen um die Königsklasse zu schießen, lassen sie die Hessen weiter davon träumen. Dabei ging es gut los – aber nur bis zum Elfer-Geschenk (Das Handspiel hat nur der Schiedsrichter gesehen), das S04 nicht annahm. "Danach waren wir total im Spiel, haben Leidenschaft und Herzblut gezeigt und das ist auch belohnt worden", fasste Eintracht-Trainer Veh den Rest des Spiels zusammen. Dagegen waren die Knappen von der Rolle, obwohl Frankfurt auf vier wichtige Spieler (Trapp, Jung, Schwegler, Meier) verzichten musste. Natürlich kam bei den Schalke noch Pech dazu, als der Linienrichter vor Pukkis Tor den Ball im Aus gesehen hat - Tomatenanfall. Dennoch ging die B-Elf der Eintracht nicht unverdient als Sieger vom Platz, weil sie gegen Schalke einfach dagegen gehalten haben.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Oh Mann, Münfried: Blömme brachte die Sache ins Rollen. „Wer macht mit bei der Torwette?“ Zur Erklärung: Bei der Horster Kurve wird der 1. Schalker Torschütze getippt. Im Nachhinein hätten wir uns das sparen können, aber wer weiß das schon vorher. Aber zurück zur Frage. Wie aus der Pistole geschossen antwortete Müni: „2:1 Schalke!“ Alles klar, Münfried! Tor 3 – Zonk!

 

Matchwinner Nikolov:Schalke verzweifelte am alten Mann zwischen den Pfosten. Dabei steht Nikolov nur im Tor, weil sich Trapp bei einem Werbedreh bei der U21-Nationalmannschaft die Hand gebrochen hat. Und gegen die Königsblauen erwischte der 38-Jährige einen Sahnetag. Wahnsinn, was der „Opa“ gehalten hat! Seine Königsparade war der gehaltene Elfmeter gegen Bastos (Warum schoss der Brasilianer und nicht wie im letzten Spiel Raffael?) beim Stand von 0:0. Danach vereitelte Nikolov noch die Chancen von Marica, Draxler und Pukki und hielt damit den Eintracht-Sieg fest.

 

Heldts Wutrede reloaded: Schalkes Manager hat auf den Tisch gehauen, mal wieder. "Entweder man will was oder man will nix - anscheinend wollen wir nix", wetterte Heldt. Doch was bringen seine Wutreden? Nichts, wie die Reaktion der Mannschaft zeigt. Und auch Trainer scheint die Spieler nicht anzustacheln. Galligkeit und Begeisterung? Fehlanzeige. Sie kommen aufs Feld und spielen ihren Stiefel runter. Wenn es läuft, dann läufts. Wenn es nicht läuft, wehren sie sich nicht. Es fehlt einfach die Winner-Mentalität, der unbedingte Willen siegen zu wollen, auch wenn man sich quälen muss. Und die Wutreden des Managers verpuffen.

Schalke 04 – Leverkusen 2:2 (0:1)

 

Big Point verpasst! Im Kampf um Platz drei und der direkten Champions-League-Teilnahme kam Schalke 04 nicht über ein 2:2 gegen Bayer Leverkusen hinaus. Nach dem Spielverlauf müssen die Knappen aber froh sein, überhaupt noch einen Punkt geholt zu haben. Nach Treffern von Rolfes und Kießling war der Werks-Klub eigentlich schon auf der Siegesstraße Richtung Königsklasse. Doch Schalke wurde noch rechtzeitig wach und kam in den letzten 20 Minuten zum Ausgleich. Damit bleibt der S04 weiterhin vier Zähler hinter Leverkusen und damit in Schlagdistanz. Allerdings müssen sich die Schalker endlich mal besinnen 90 Minuten Gas zu geben. Teilzeitarbeit bringt auf Dauer keinen Erfolg.

   

Dreierpack zum Spiel

 

Zufrieden oder nicht zufrieden: Nach dem Spielverlauf muss man mit dem 2:2 zufrieden sein. Respekt, dass Schalke nach einem 0:2 noch die Moral hatte zurückzugekommen und einen  Punkt mitnahm. ICH bin aber NICHT zufrieden! Das ist zu wenig! Warum wurden die Knappen erst in den letzten 20 Minuten wach? Natürlich fehlte Farfan, Jones oder Neustädter, aber wieso spielt Schalke 70 Minuten ohne Überzeugung, ohne Körpersprache und ohne  Emotionen? Gerade Emotionen sind so wichtig für diesen Verein. Und was damit möglich ist, hat man in den letzten 20 Minuten gesehen. Doch dafür muss sich die Mannschaft zerreißen! Über Schalkes zwei Gesichter wurde an dieser Stelle schon so oft gesprochen – die Wundertüte Schalke. Die Knappen spielen in 90 Minuten konstant unkonstant. Mal grottenschlecht und fünf Minuten später auf einmal wie aus einem Guss. Das macht einen irre auf den Rängen.

 

Pukki on fire: Schalke war nach einer Stunde klinisch tot. 0:2 zurück, keine Überzeugung, keine Emotionen. Leverkusen sah wie der sichere Sieger aus. Einzig Hildebrand hielt den S04 noch ein wenig im Spiel. Dann reagierte Keller in der 66. Minute! Marica raus, Pukki rein. Und der Finne hauchte den Knappen neues Leben ein. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung stand er dort, wo ein Stürmer stehen muss und staubte zum 1:2 ab. Die Initialzündung für Fans und Spieler. Plötzlich bebte die Arena, Schalke war im Spiel und Pukki sorgte indirekt für den Ausgleich. Als der Joker den Turbo gezündet hat, foulte ihn Toprak im Strafraum. Raffael versenkte den Elfer und rettete den Königsblauen den Punkt. Pukki sei Dank! Seine Leistung untermauerten auch die Statistiken:

Pukki in 24 Minuten: 8 Ballkontakte, 1 Torschuss, 1 Tor, 5 Zweikämpfe, 3,29 km gelaufen.

Marica in 66 Minuten: 22 Ballkontakte, 0 Torschüsse, 0 Tore, 8 Zweikämpfe gewonnen, 7,5 km gelaufen.

 

Elendige Diskussionen: Hätte der Schiedsrichter vor dem 0:1 das Spiel unterbrechen müssen als Marica im Fünfer lag? Darüber kann man sich totdiskutieren. Gräfe hat nicht abgepfiffen, also ging das Spiel weiter.

Hätte Leverkusen den Ball ins Aus spielen müssen? Dazu reicht die Antwort von Höwedes: „Ich weiß nicht, ob wir den Ball in einer ähnlichen Situation ins Aus gespielt hätten…“  

War es ein Foul an Pukki und damit Elfmeter? Toprak berührt ihn mit dem linken Fuß an der linken Hacke – Foul, Elfmeter! Die Rote Karte ist hart, aber so ist halt die Regel.

Warum in der Öffentlichkeit die ganze Zeit nur über diese Szenen rauf und runter diskutiert wird, weiß kein Mensch. Und es nervt. Doch über die wichtigste Frage diskutiert kein Mensch: Warum spielt Schalke in den ersten 70 Minuten so emotionslos?

Werder Bremen - Schalke 0:2 (0:0)

 

Werder bleibt ein Schalker Lieblingsgegner. Durch das 2:0 an der Weser sind die Königsblauen mittlerweile seit sechs Spielen ohne Niederlage gegen Bremen (5 Siege, 1 Remis). Vor allem Matip, der in der Defensive wieder eine gute Leistung gezeigt hat, würde gern öfter gegen die Grün-Weißen spielen. Seine Bilanz: sechs Spiele, sechs Siege! Bis der Dreier diesmal unter Dach und Fach war, brauchte es zunächst einen starken Hildebrand und Schützenhilfe von Bremen. Die beiden Gastgeschenke von Lukimya nahmen Draxler und Marica gerne an. Doch wie hat Schalke den Appell von Manager Heldt umgesetzt, der vor der Partie gefordert hatte: „Ich erwarte volle Konzentration auf die verbleibenden Spiele. Jede persönliche Situation muss hinten anstehen!“

 

Dreierpack zum Spiel

 

Hässliche Fratze: Ich glaube, in den ersten 45 Minuten muss es in Heldt gebrodelt haben. Denn was die Knappen da zeigten, war schlicht und einfach unterirdisch. Sie spielten pomadig und ohne Tempo. Torchancen? Fehlanzeige! In der Defensive hatten sie keinen Zugriff auf den Gegner und kamen nicht in die Zweikämpfe. Von Zerreißen konnte keine Rede sein. Schalke lief knapp drei Kilometer weniger (55,8 km zu 52,9 km) als Bremen. Hildebrand versuchte seine Vorderleute lautstark zu wecken – vergeblich. Seine Mitspieler konnten sich letztendlich bei ihrem Keeper bedanken, dass es zur Pause 0:0 stand. Eine Reaktion auf die Worte des Managers? Noch keine!

 

Strahlender Schwan: Was musste passieren, dass Schalke aus seiner Lethargie erwacht? Die passenden Worte von Keller in der Kabine. Und die hat der Coach gefunden. Zudem gelang ihm wieder ein Glücksgriff. Für Bastos, der einen gebrauchten Tag erwischte und in der ersten Hälfte weniger Ballkontakte (23) als Hildebrand (25) hatte – Draxler hatte in übrigen 24 -, kam Raffael. Und mit dem Brasilianer kam mehr Schwung rein. Schalke spielte wie verwandelt. Plötzlich war Tempo in den Offensivaktionen und das Pressing funktionierte. So zwang der S04 die Werderaner zu Fehlern und die Gelsenkirchener nutzten diese eiskalt aus. Danke, Herr Lukimya! Danach spielte Schalke die Partie souverän und konzentriert zu Ende! Genauso wie es Heldt vor der Partie erwartet hatte. Aber auf Schalke klappt halt nicht immer alles so, wie man es will.

 

SV Lazarett 04: Um es vorweg zu sagen: Beide Mannschaften haben elf Mann zusammenbekommen und konnten auch spielen. Wenn man sich aber die Verletztenlisten von Schalke und Bremen anschaut, würde man daraus einen schlagkräftigen Kader zusammen bastelt können. Und wenn ich Trainer (würde bei meiner Verletzungsanfälligkeit sogar passen) wäre, würde ich folgendes daraus machen.

Die Startelf des SV Lazarett 04: Unnerstall (S04) – Gebre Selassie (SVW), Papadopoulos (S04), Jones (S04), Schmitz (SVW) – Fritz (SVW), Junuzovic (SVW) – Barnetta (S04), Ekici (SVW), Afellay (S04) – Huntelaar (S04). Zudem hätte ich mit Wolf (SVW), Bargfrede (SVW), Obasi (S04), Füllkrug (SVW) und Akpala (SVW) gute Alternativen von der Bank. Europa League würde ich mir zutrauen. Wobei mir Champions League mit Schalke lieber wäre.

 

Schalke 04 – Hoffenheim 3:0 (0:0)

 

Schalke legt drei Eier ins Nest und belohnt sich selbst mit drei Eiern. Frohe Ostern auf Schalke, da die

Pflichtaufgabe erfüllt wurde. Die Knappen haben 1899 Hoffenheim 3:0 besiegt. In einem zähen Geduldsspiel erlöste Höger die Königsblauen gegen den Abstiegskandidaten. 70 Minuten „quälten“ sich die Knappen gegen kompakte Kraichgauer. Dann schlug die Stunde von Höger! In der 71. Minute eroberte der 23-Jährige den Ball am eigenen Strafraum, marschierte über das halbe Feld und schickte Farfan auf die Reise. Der Peruaner legte die Kugel zurück an den Sechzechner, von wo aus Höger die Pille ins rechte Eck zirkelte – ein perfekter Konter gekrönt mit einem Traum-Tor. Danach war Joker-Time! Raffael und Pukki, der unter der Woche Finnland zu einem 1:1 in Spanien schoss, machten den Sack zu.

   

Dreierpack zum Spiel

 

Prophet Keller: Eine Fußball-Weisheit besagt: Der Trainer hat immer recht! So wie am Samstag auf Schalke! Prophetisch hatte Keller die Erfolgsparameter vorausgesagt: Geduld und Kaltschnäuzigkeit. Und geduldig spielten seine Mannen, bis sie in der 71. Minute eiskalt zuschlugen. Ok, als Schalker Anhänger hätte man sich zuvor mehr Elan und Engagement gewünscht (insgesamt sind die 1899-Spieler 114,2 km gelaufen, während die S04-Akteure nur auf 109,8 km kamen). Aber es reichte. Und damit nicht genug. Keller las das Spiel und bewies ein goldenes Händchen. Raffael rein, Raffael traf. Pukki rein, Pukki traf. Dar Trainer hat halt immer recht!

 

Endlich wieder zu Null: Wann blieb Schalke zum letzten Mal in einem Partie ohne Gegentreffer? Mein Kurzzeitgedächtnis konnte dabei nicht helfen. Denn es war mittlerweile zwei Monate bzw. sieben Spiele her, als die Null noch stand. Am 26. Januar 2013 beim 0:0 gegen Augsburg. Jetzt war es endlich wieder so weit. Kolasinac und Uchida machten die Außenbahn dicht, während Matip und Höwedes im Abwehrzentrum alles im Griff hatten. Zudem erstickten Höger und Neustädter bereits viele Angriffsbemühungen der Gäste im Keim. Nur einmal tankten sich die Hoffenheimer durch. Doch da war Hildebrand zur Stelle und vereitelte die einzige Großchance. Zugegebenermaßen waren die biederen Hoffenheimer offenisv sehr harmlos. Aber zum einen ist der Gegner nur so gut, wie man es zulässt (3 Euro ins Phrasenschwein). Zum anderen tut es immer gut, wenn man ohne Gegentor bleibt. 

 

„Blömme-Bruder-Mafia“: In der Horster Kurve gehört die Torwette mittlerweile zum Standard bei Heimspielen. Wer schießt das 1. Schalker Tor? Einsatz: 5 Euro. Und die „Blömme-Bruder-Mafia“ hat zugeschlagen – wie schon bei „comunio“ spielen sie mit unfairen Mitteln ;-)

Dabei hatte alles harmlos begonnen. Blömme nahm Draxler, Martin entschied sich für Bastos. David und Stefan setzten auf die Innenverteidiger Höwedes und Matip – nach einem Standard kann immer was passieren. Hege ging auf Nummer sich: Marica. Nur Nadine, meine bessere Hälfte, ging noch eine Nummer sicherer: Uchi. Aber sie wusste ja, dass ich mit Jeff gewinne :-)

Dann kam Stanzi: Kolasinac, Höger oder Neustädter? „Tolle Auswahl“, motzte er, „Neuerstädter.“  An unserer Auswahl erkennt, welche Experten wir sind: einfach keine Ahnung! Bis zur Halbzeit hatte noch jeder Hoffnung. Dann folgte die spielentscheidende Szene. Blömme holte seinen „Großen Bruder“ und „zwang“ ihn zum Mitspielen. Dirk nahm natürlich Höger und … booom: gewonnen! Pfui, buuh, Schiebung! Immerhin hat es geschmeckt. Prost, Marco Höger. Prost Dirk ähh Blömmes, ah „Blömme-Bruder-Mafia“!!! :o)

 

Aktuelle Sportstudio

Dann noch was in eigener Sache. Am Samstag war Schalkes Julian Draxler zu Gast im ZDF beim Aktuellen Sportstudio. Dazu konnte man per Twitter einen Frage an den 19-Jährigen stellen. Und welche Frage wurde genommen? Guckst Du!

Leider gibt es nur das Foto, da in der ZDF-Mediathek diese Szene wohl ausgeschnitten wurde. Schade!

 

#FragDraxler im ZDFsportstudio! Habe ich gemacht

1. FC Nürnberg - Schalke 3:0 (1:0)

 

Grausam, einfach nur grausam! Der FC Schalke 04 hat eine 0:3-Pleite beim 1. FC Nürnberg kassiert. Dabei mussten die Knappen gewarnt sein. In der letzten Saison kamen die Knappen beim 1. FC Nürnberg bereits mit 1:4 unter die Räder. Doch der Lerneffekt tendierte gegen Null. Natürlich kann  man mit dem Schiedsrichter hadern. Vor dem 0:1 hatte Feulner den Ball mit der Hand gespielt. Aber darf sich ein Champions-League-Teilnehmer bzw. -Anwärter zwei Mal in Folge beim Club Nürnberg so abkochen lassen? Anscheinend schon, aber dann braucht man sich nicht wundern, wenn die Königsklasse verpasst wird. Immerhin gab es eine tolle Choreografie, die dem Spiel einen tollen  Rahmen gab und die gut 30-jährige Fanfreundschaft zwischen dem Glubb und den Knappen untermauerte: „Schalke und Nürnberg. Das ist wie Bier und Bratwurst. Das passt einfach zusammen.“

 

Dreierpack zum Spiel

 

Dr. Jeykll und Mr. Hyde: „Was war das denn?“, hat mich mein Bäcker, der Fortuna-Fan, am Sonntagmorgen gefragt. Meine Antwort: „Das war Schalke in der Saison 2012 / 2013: konstant unkonstant.“ Die Knappen sind eine Wundertüte. Allerdings schaffen sie es nicht nur von Spiel zu Spiel positiv wie negativ zu überraschen, sondern auch innerhalb einer Partie. In jedem Spieler steckt ein Dr. Jekyll und Mr. Hyde, der jede Minute sein gutes oder auch sein schlechtes Gesicht zeigen kann - mal weltklasse, mal kreisklasse! Diese Diskrepanz in der Leistung zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison: eine extreme Achterbahnfahrt.

 

Achterbahnfahrt in Nürnberg: Blömme erklärte die Diskrepanz beim Glubb: „In den ersten 30 Minuten war Schalke total überlegen. Doch sie belohnten sich nicht und vergaben drei hundertprozentige Chancen. Die Strafe folgte durch das umstrittene 0:1. Trotz des Rückschlags blieben die Knappen weiter das spielbestimmende Team, zeigten Moral und hatten gute Chancen. Bis zum 0:2. Nürnberg konterte und Schalke gab sich danach auf.“ Die reinste Achterbahnfahrt.

 

Kein Killerinstinkt: Schalkes Thema der Woche: Chancenauswertung! Gegen Lüdenscheid-Nord hatten die Knappen versäumt, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Gegen Galatasaray kosteten die vergebenen Möglichkeiten den Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Und in Nürnberg bedeutete der fehlende Killerinstinkt drei Punkt. Ja, es war auch Pech dabei. Jedoch spielte auch eine große Portion „Unvermögen“ mit. Draxler (Pfosten), Farfan, Obasi oder Höwedes (Pfosten) versagten vor dem Tor. Wie man es macht, zeigten die Nürnberger. Bestes Beispiel war das 0:2. Man spürte, dass Esswein unbedingt das Tor machen wollte. Mit eisernen Willen behauptete er sich gegen Bastos und traf zur Vorentscheidung. 

Schalke 04 - Galatasaray 2:3 (1:2)

 

Bye, bye Königsklasse! Es war dramatisch, es war spannend! Aber am Ende fehlte das Happy-End. Der FC Schalke 04 ist im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. Nach dem 1:1 im Hinspiel unterlagen die Knappen im Rückspiel Galatasaray Istanbul mit 2:3. Trotz einer schwachen ersten Halbzeit ging der S04 durch Neustädter in Front. Eine fünfminütige Tiefschlafphase nutzten die Gäste zu einem Doppelschlag. Nach dem Seitenwechsel drehten die Königsblauen mächtig auf, kamen durch Bastos zum Ausgleich und drängten auf das 3:2. Doch Pech, Unvermögen und Muslera verwehrten dieses Glücksgefühl. Mit dem Schlusspfiff besiegelte Bulut das endgültige Aus der Königsblauen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Das ist Fußball: Innerhalb von vier Tagen gab es für die Schalke-Anhänger die volle Ladung Fußball. Was die Schalker in den 180 Minuten im Revier-Derby und gegen Galatasaray ablieferten, sind die Spiele, die wir Fans doch lieben: Leidenschaft! Dramatik pur! Spannung satt! Adrenalin bis in die Haarspitzen! Und eine Donnerhalle, die bebte! Eine Mannschaft, die sich bis zum Schluss zerreißt und alles gibt. Einmal gab es ein Happy-End (2:1 gegen den BxB), einmal nicht. Auch wenn das Aus gegen Galatasaray enttäuschend und bitter ist, war es eine große Fußball-Nacht.

                                                                                                                                                                

Defensivschwäche: Ich weiß nicht, wie oft ich an dieser Stelle über das Thema einfache Fehler gesprochen habe. Und auch diesmal haben sich die Schalker damit das Genick selber gebrochen. Sie kassieren zu viele Gegentore und bringen sich dadurch immer selbst in die Bredouille. Selbst wenn die Knappen mit 1:0 in Führung gehen, hat man das Gefühl: Für Gegentore ist der S04 immer gut. Besorgniserregend ist vor allem, dass die Schalker selten ausgespielt werden, sondern durch individuelle Fehler einfache Treffer kassieren. Seit Ur-Zeiten weiß man in Gelsenkirchen, dass Altintop einen guten Schuss hat. Und warum lässt man ihn schießen? Bei dem Querpass von Inan stehen ALLE Schalker im und am Strafraum. KEINER hat einen Blick für die 2. Reihe. Die Strafe folgte zugleich: Schuss, Innenpfosten, Tor! Beim 1:2 spielte Neustädter einen schlechten Pass, Yilmaz schüttelte Höwedes ab und düpierte den zögerlichen Hildebrand mit einem Lupfer. Zwei Fehler, zwei Gegentore in fünf Minuten. Der Gegner wird sich immer Chancen herausspielen, aber bei Schalke reichen oftmals zwei, drei Aktionen im ganzen Spiel, um sich selbst um den Lohn zu bringen.

 

Kein Respekt: Cristiano Ronaldo hat es vor einer Woche vorgemacht. Der Portugiese schoss das entscheidende 2:1 für Real Madrid bei Manchester United, seinem Ex-Verein. Doch anstatt seinen Treffer voller Freude und ausgiebig zu bejubeln, hob er stattdessen entschuldigend seine Hände - aus Respekt vor den Fans vom ManUtd. Diese Größe hatte Hamit Altintop nach seinem sehenswerten Treffer nicht! Wie von der Tarantel gestochen zelebrierte er seinen Tor-Jubel. Das gehört sich nicht. Altintop ist in Gelsenkirchen geboren und machte sich auf Schalke einen Namen als Profi. Ein bisschen mehr Respekt gegenüber den S04-Anhängern wäre angebracht gewesen.

Schalke 04 – Lüdenscheid 2:1 (2:0)

 

DERBY-SIEGER - gezaubert, gezittert, gewonnen! Wie im Hinspiel in Lüdenscheid-Nord besiegte der FC Schalke 04 den Revier-Rivalen auch im Rückspiel mit 2:1. Nach grandiosen ersten 45 Minuten gingen die Knappen mit einem 2:0 in die Pause. Draxler und Huntelaar (der sich später einen Innenbandteilabriss im Knie zuzog und einige Wochen ausfällt) schossen nach Vorlage des neuen Flanken-Gottes Uchida die S04-Anhänger in Ekstase. Nach dem Seitenwechsel verkürzte der BxB durch den kommenden Bazen-Stürmer auf 1:2. Danach hatte Schwatt-Gelb ein Übergewicht, ohne sich aber hochkarätige Chancen herauszuspielen. Schalke blieb durch Konter immer gefährlich, verpasste es allerdings, eine der dicken Möglichkeiten zur Vorentscheidung zu verwerten. Somit blieb es bis zum Schluss spannend in der Donnerhalle – bis zum Abpfiff von Schiedsrichter Gagelmann – die Erlösung für den neuen POTT-MEISTER!

   

Dreierpack zum Spiel

 

Jules Jubiläen: Mit neuer Kampffrisur zog Draxler ins Revier-Derby. Und der Knappen-Youngster lieferte eine beeindruckende Show ab. In seinem 100. Pflichtspiel (so viele Partien absolvierte ein Profi mit 19 Jahren noch nie zuvor) erzielte Draxler seinen ersten Derby-Treffer und feierte am Ende seinen ersten Derby-Sieg auf dem Feld. Drei Jubiläen in einem Spiel sorgten für den perfekten Tag für den neuen König des Ruhrpotts!

 

„Klobb“ verzockt: Danke „Juri Klobb“! Schalke hat beide Revier-Derbies in dieser Saison verdient gewonnen, weil sie in beiden Spielen die bessere Mannschaft waren. Allerdings hat sich „Klobbo“ beides Mal verzockt! Im Hinspiel hatte er es mit einer Dreier-Kette probiert, was in die Hose ging. Und auch im Rückspiel hat er sich vercoacht. Zum einen ließ er die Hummel in der Innenverteidigung spielen. Doch der Abwehrspieler wirkte nach seiner Grippe alles andere als fit, spielte schwach und musste zur Pause in der Kabine bleiben. Zum andere setzte der Coach Reus auf die Bank. Den Fehler korrigierte er ebenfalls in der Halbzeit. Zu spät, „Klobbo“, Schalke war schon enteilt!                  

 

Emotionen pur: Um 17:21 Uhr wandelte sich die Spannung in Entspannung um. Völlig losgelöst schrie Höwedes seine Freude heraus. Dieser emotionale Akt wurde in Zeitlupe auf dem Videowürfel gezeigt und stand sinnbildlich für alle Schalker in der Donnerhalle. Schlusspfiff im Revierderby, Schalke siegte 2:1. Die Emotionen kannten keine Grenzen und spiegelten wieder, welche Bedeutung das Revier-Derby für Spieler und Fans hat. Meine Nadine sagt immer: „Ist doch nur Fußball!“ Ja klar, aber es ist auch Faszination und Emotionen pur. Diese 90 Minuten toppen noch einmal jedes andere Spiel in einer Saison. Es ist einfach Adrenalin pur. Oder eine Fahrt zwischen Himmel und Hölle. Mit dem Anpfiff beginnt die Anspannung. Jeder Ballkontakt, Pass oder Schuss wird penibel verfolgt – der eine mit versteinerter Miene (nicht wahr, Helle), der andere mit allen Körperteilen die er hat (nee, Jimmy). Zappelt die Kugel im Netz der Schwatt-Gelben folgt sofort ein unfassbarer Adrenalin-Stoß durch den Körper. Alle Blau-Weißen springen wie von der Tarantel gestochen auf. Mit strahlenden Gesichtern umarmen sich alle und schreien ihre Freude heraus. Doch kurz danach wieder Konzentration auf das Spiel. Die Anspannung ist zurück, das Spiel läuft noch. Plötzlich das Gegentor – nur noch 1:2. Die einen Knappen-Fans seufzen ein langgezogenes „Neinnnnn“, während die anderen innerlich fluchen. Das Zittern beginnt. Die Pessimisten denken: „Hoffentlich nicht noch der Ausgleich!“ Die Optimisten hoffen: „Jetzt ein Konter zum 3:1!“. Und dann gibt es noch Nobbi: „Leverkusen liegt zurück, nur noch sechs Punkte bis Rang 3!“ Man muss halt alles im Blick haben. Die letzte halbe Stunde bietet alles, was das Fußballer Herz liebt. Dramatik, Spannung und Adrenalin pur. Bis der Mann mit der Pfeife das Schauspiel beendet. Mit einem Happy-End für die Königsblauen um 17:21 Uhr.

VW Wolfsburg - Schalke 1:4 (0:1)

 

Schalker Befreiungsschlag! Mit 4:1 haben die Königsblauen beim VfL Wolfsburg gewonnen. Nach einem Jahrzehnt und zehn Pflichtspielen ohne Sieg konnten die Knappen wieder einen Dreier beim Werksclub einfahren. Zuletzt jubelte Schalke bei den Wölfen am 25. Januar 2003 – Kmetsch und Varela hatten das 2:1 herausgeschossen. Gleichzeitig feierten die Schalker den ersten Auswärtserfolg seit dem Revierderby am 20. Oktober 2012. Apropos Derby: 90 Minuten peitschten die S04-Fans ihr Team in der VW-Fußball-Werkstatt nach vorne. Nach dem 3:1 fokussierten sie sich bereits auf das Duell gegen die Schwatt-Gelben. Und mit einem Sieg gegen Lüdenscheid in der kommenden Woche sollte die Schalker Krise endgültig ad acta gelegt werden!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Jubiläum für Keller: Endlich geschafft! Keller hat seinen ersten Auswärtssieg als Bundesliga-Trainer gefeiert und bringt die Knappen (langsam) wieder auf Kurs. Sein Pressing trug erstmals Früchte. Vor allem in Persona von Jones eroberten die Schalker viele Bälle und schalteten blitzschnell um. Auch personell trifft er die richtigen Entscheidungen. Die schwächelnde linke Seite hatte er bereits mit der Hereinnahme von Kolasinac stabilisiert. In Wolfsburg ließ er den indisponierten Neustädter in der Pause in der Kabine. Endlich agiert Keller und nimmt sein Schicksal selbst in die Hand.

 

Neustädter ohne Worte: Was ist bloß mit dem defensiven Mittelfeldspieler los? Seit seinem Länderspiel-Debüt im November 2012 zeigt seine Formkurve rapide bergab. In Wolfsburg erlebte der 3-Minuten-Nationalspieler einen neuen Tiefpunkt. Zur Pause musste Neustädter, der unter der Woche grippegeschwächt war (was aber keine Entschuldigung sein darf), vom Feld. Seine grausame Bilanz: Zehn Zweikämpfe, keinen gewonnen! Unter anderem kam er beim Lattenkopfball von Kjaer zu spät und konnte sich bei Hildebrand bedanken, dass der Keeper einen Schuss von Diego entschärfte, nachdem er den Ball in der Vorwärtsbewegung verloren hatte. Die Auswechslung dürfte für ihn wie eine Erlösung gewirkt haben. Aber Kopf hoch, Roman. Das Derby steht vor der Tür. Ein guter Zeitpunkt deine persönliche Krise zu beenden – mit einem Kopfball-Treffer zum Derby-Sieg!

 

Draxler überragend: Einmal mit rechts, einmal zu genau, einmal mit links und einmal mit Übersicht. Oder zwei Tore, ein Assist und einen Pfostentreffer. Oder einfach WELTKLASSE, Julian Draxler! Der 19-Jährige zeigte eine überragende Leistung in Wolfsburg. Beim 1:0 kam die Zottel-Zopf-Fraktion (Kyrgiakos und Kjaer) auf Draxler angeflogen. Er blieb cool und hämmerte die Kugel mit rechts in die Maschen. Kurz darauf war der Offensivmann zu genau. Nach dem Traumpass des ebenfalls starken Jones (unglaublich viele Ballgewinne im Mittelfeld. Einziger Wermutstropfen: die 5. Gelbe Karte) setzte er den Ball aber nur an den rechten Pfosten. Nach der Pause machte „Jule“ es besser. Als ich schon lautstark geschimpft habe, „warum schießt der nicht“, schob er die Kugel trocken mit links in die Maschen – 2:1. Zum guten Schluss verzichtete Draxler auf seinen dritten Treffer und bediente Farfan mustergültig zum 3:1. „Ein Danke schön an Jeff, der mir schon oft Bälle auflegt hat“, grinste Draxler. Nein, Jule, wir haben zu danken! 

Schalke 04 – Düsseldorf 2:1 (1:0)

 

In der Fußballsprache nennt man so etwas einen Arbeitssieg. Der FC Schalke 04 hat Fortuna Düsseldorf mit 2:1 besiegt. Allerdings fehlen einem schon die Worte nach diesen 90 Minuten. Vor allem wie schwer sich die Knappen gegen den limitierten Aufsteiger in der zweiten Halbzeit getan haben. Unterm Strich gab es diesmal ein Happy-End (Fürth lässt grüßen) oder wie ich es sagen würde: ein gezitterte Schweine-Sieg. Aber vielleicht ist es ja genau das, was die Schalker in der aktuellen Lage brauchen. Nach den Unentschieden in Mainz und in Istanbul wurde der freie Fall erstmals gestoppt. Jetzt folgte endlich der erlösende Dreier gegen die Fortuna. Und vielleicht kann so ein dreckiger Erfolg die Krise beenden. Wir hätten nichts dagegen.

   

Dreierpack zum Spiel

 

Doppelter Matip: Rea Garvey würde bei „The Voice of Germany“ sagen: „Das war unfuckingfassbar!“ Das war es. Wir konnten es auch kaum glauben. Matip rettete mit seinen Toren Schalke den Dreier. Selbst der kamerunische Nationalspieler schaute nach seinen Treffern zunächst ungläubig drein. Sein erster Blick ging Richtung Schiedsrichter-Assistent. „Stand ich im Abseits?“ Nein, Joel, alles regulär. Erst dann huschte ein Lächeln über seine Lippen und bejubelte seine Tore. Matip, der Erlöser! Ausgerechnet Matip, der (auch zu recht) vielgescholtene Innenverteidiger avancierte zum Helden des Spiels. Bleibt zu hoffen, dass Matip dadurch genug Selbstvertrauen und Sicherheit tanken konnte, um seine Leistungen in der Defensive zu stabilisieren. Denn Matip als Doppeltorschütze ist wahrscheinlich nicht mehr als ein „One-Hit-Wonder“, über den sich alle gefreut haben. Da würde mir wohl auch Rea Garvey nicht widersprechen.  

 

Schalkes zwei Gesichter: Erste Halbzeit hui, zweite Halbzeit pfui! In den ersten 45 Minuten erlebten die Zuschauer Einbahnstraßen-Fußball in der Donnerhalle. Schalke dominierte die Partie, hatte Chancen (trotz Düsseldorfer Beton und 119,1 km Laufleistung gegen Schalker 113,1 km!) und ging nach einer Standard mit 1:0 in Front. Düsseldorfer Offensive? Bis auf einen Schuss von Schahin nicht vorhanden. Schalke auf dem Weg zum souveränen Heimerfolg? Von wegen! Was die Königsblauen nach dem Seitenwechsel –insbesondere die erste Viertelstunde - ablieferte, ist unerklärlich. Dabei musste die Fortuna noch nicht einmal viel machen. Ein bisschen Pressing spielen und schon produzierten die Schalker Fehlpässe im Minutentakt. Der Erfolg stellte sich schnell ein. Ein Ball abgefangen, vier Pässe gespielt und schon stand es 1:1. Obwohl die Schalker immer in Überzahl waren. Die Verunsicherung bei den Königsblauen war förmlich zu spüren. Doch die biederen Düsseldorfer waren nicht in der Lage, noch mehr Ertrag daraus zu schöpfen. Und so schlug Schalke noch einmal eiskalt nach einer Standard zu und sicherte sich den erlösenden Dreier. Zum Glück!   

 

Glücksbringer Daniel: Ja, ich heiße Daniel. Nein, ich bin nicht der Glücksbringer. Der Glücksbringer war Daniel Lauschus. Der 11-Jährige war zum ersten Mal mit seinem Papa Nobsche in der Veltins-Arena. Und wenn der Vater mit dem Sohn erstmals in die Donnerhalle geht, muss es fluppen. Und Daniel machte es deutlich besser als Nobsche bei seinem ersten Mal auf Schalke. Damals war er ebenfalls elf Jahre am 16. Dezember 1978. Schalke spielte im Parkstadion trotz 4:2-Führung nur 4:4 gegen Eintracht Braunschweig. Daniel holte einen 2:1-Erfolg. Und vielleicht wird Matip sein zweiter Lieblingsspieler neben Draxler. Obwohl ich das nicht glaube, oder Onkel Gerdl, Onkel Tom und Onkel Helle?

Galatasaray - Schalke 04 1:1 (1:1)

 

Hexenkessel in Istanbul? Ich würde von einem Kartoffelacker am Bosporus sprechen. Der "Rasen" war für ein Achtelfinale der Champions League unwürdig! Doch die krisengeschüttelten Schalker ließen sich weder vom katastrophalen Grün noch von den heißblütigen Anhängern (wahrscheinlich half die Lautsprecher-Simulation der Stadion-Atmosphäre in der Mannschaftsbesprechung) beeindrucken und holten sich ein 1:1 bei Galatasaray. Auch wenn am Ende mehr drin war als "nur" ein Remis, ist das Ergebnis eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in der Veltins-Arena. Denkt man an die Leistungen der letzten drei Monate zurück, ist das Viertelfinale der Königsklasse nach dem Hinspiel mehr als nur ein Traum.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Selbstbewusste Schalker: Was die Champions-League-Hymne so bewirken kann. Krise auf Schalke? Welche?! Selbstbewusst, mutig und spielfreudig trat der S04 in Istanbul auf. Die Elf präsentierte sich als Einheit mit einer überzeugenden Körpersprache. Dazu Kombinationsfußball (vor allem in der ersten Hälfte) wie lange nicht mehr gesehen. Selbst der Rückstand konnte das Mannschaftsgefüge nicht erschüttern. Die Reaktion: ein überragender Konter zum Ausgleich. Ballgewinn Jones, blitzschnelles Umschalten über Hunterlaar und Farfan, eiskalter Abschluss von Jones - weltklasse! Dank ihrer Spielweise wurden die heißblütigen Gala-Fans abgekühlt. So hörte man nach einer halben Stunde auch die Gesänge der 3.500 mitgereisten Schalke-Anhänger. Auch wenn nach der Pause die letzte Konsequenz im Spiel nach vorne fehlte (Danke, Kartoffelacker!), war Schalke über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft. Allerdings war nicht alles Gold was glänzte …

                                                                                                                                                                

Eklatante Aussetzer: "Willy" Sneijder, "Dieter" Drogba sowie die restlichen Gala-Spieler stellten die Knappen nicht vor unlösbaren Aufgaben. Schalkes größter Gegner sind sie selbst. Durch individuelle Fehler brachten sie sich in die Bredouille. Beim 0:1 von Yilmaz spielte Neustädter unbedrängt einen eklatanten Fehlpass im Spielaufbau. Kurz darauf ließ sich Neustädter von Drogba vernaschen. Den Schuss des Ivorers parierte Hildebrand stark, beim Nachschuss von Altintop wackelte das Gebälk. Nach dem Seitenwechsel verlor Höwedes den Ball als letzter Mann und hatte Glück, dass Yilmaz beim Zuspiel von Drogba im Abseits stand. Von drei dicken Böcken wurde einer bestraft, zwei Mal kam Schalke mit einem blauen Auge davon. Und dann gab es einen weiteren BÖSEN Aussetzer - von Huntelaar. Hunter, watt waren datt für gelb-schwatte Treter? Geht gar nich ;-)

 

Kolasinac überzeugt: Endlich hat Keller gehandelt und auf die Schwachstelle hinten links reagiert. Kolasinac spielte für Fuchs. Der Österreicher war in den letzten Wochen ein Unsicherheitsfaktor und machte vor allem in der Rückwärtsbewegung eine unglückliche Figur. Nun handelte Keller, und Kolasinac rechtfertigte seine Aufstellung mit Leistung. Besonders in der Defensive überzeugte der 19-Jährige und ließ auf seiner Seite so gut wie nichts anbrennen. Zudem legte der Youngster auch immer wieder den Vorwärtsgang ein. Der "Zwillingsbruder von Papadopoulos" hat zwar nicht die gefühlvolle linke Klebe von Fuchs, aber dafür wurde die offene Schleuse auf links geschlossen. Jetzt gilt es noch eine Lösung für rechts zu finden. Ihr nächster Auftrag, Herr Keller! 

Mainz 05 - Schalke 04 2:2 (1:1)

 

Ach wie schön, dass es Floskeln gibt. „Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!“ Oder: „Nicht Fisch, nicht Fleisch!“ Oder wie es S04-Trainer Keller gesagt hat: „Das war ein Teilerfolgserlebnis.“ Nach dem glücklichen 2:2 beim FSV Mainz 05 ist eins klar: Gestoppt wurde die Schalker Talfahrt nicht. Aber es war ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft. Was dieses Teilerfolgserlebnis wert ist? Keine Ahnung! Am Mittwoch wissen wir mehr - im Hexenkessel von Galatasaray Istanbul. Ob in der Türkei Keller wieder auf ein System ohne gelernten Stürmer setzt, hängt davon ab, ob Huntelaar fit wird. Die Barca-Taktik in Mainz war wie das gesamte Spiel: ein Teilerfolgserlebnis.  

 

Dreierpack zum Spiel

 

Keine Mechanismen: „Aggressivität und Pressing“, waren die Schalker Trainingsschwerpunkte der letzten Woche. Und wie haben es die Spieler umgesetzt? Mit 32 Prozent gewonnener Zweikämpfen in der ersten Halbzeit. Nach 90 Minuten waren es immerhin über 40 Prozent. Gefruchtet hat die Trainingsarbeit anscheinend nicht ganz. In den direkten Duellen war die Mainzer entschlossener. Allerdings gab es noch ein zweites Problem: Oftmals kam Schalke erst gar nicht in die Zweikämpfe, weil das Pressing nicht funktionierte. Das macht nur Sinn, wenn die gesamte Mannschaft mitarbeitet. Einer geht drauf, die anderen machen die Räume eng bzw. decken ihren Gegenspieler ab, dass der Gegner keine Anspielstationen hat. Doch bei Schalke klappte das nicht, weil nur zwei, drei Spieler mitmachen und der Rest zuschaut. Mechanismen beim Pressing sind nicht zu erkennen. Die Folge: keine Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte, um schnelle Angriffe gegen eine unsortierte Abwehr zu starten.

                                                                                                                                                                

Schalker Abwehrchaos: Es ist erschreckend, wie Schalke verteidigt! Einfache Doppelpässe und kurze Antritte reichen, um die Schalker wie Slalomstangen stehen zu lassen. So kamen die Mainzer zu acht hochkarätigen Torchancen! Nur dank ihres Unvermögens (Muchas Gracias, Senor Soto!) und Hildebrand blieb es bei zwei Gegentoren. Typisch für diese Saison das 0:1. Raffael und Draxler schauten nur zu, wie Fuchs mal wieder ohne Trick ausgespielt wurde. Müller legte zurück, wo Ivanschitz ungestört einschieben konnte. Zwei weitere Aspekte kamen noch hinzu. Höger untermauerte erneut, dass er als Rechtsverteidiger nur eine Notlösung ist. Und Matip? Der Innenverteidiger produziert auch weiterhin seine zwei bis drei Böcke pro Spiel. Man hat nicht immer den Eindruck, dass sich die Elf als Einheit zusammenarbeitet. Schalkes Abwehrverhalten ist ein Ritt auf der Rasierklinge!

 

Schalker Moral: Es ist noch Leben in der Mannschaft von Schalke 04. Trotz der Krise und zwei Rückständen zeigten sie Moral und wehrten sich gegen die Niederlage. Bastos hauchte mit seinen beiden Treffern (das 2. Tor auf Vorlage des 17-jährigen Debütanten Meyer, der die Übersicht behielt). Und fasst hätte der Brasilianer die Talfahrt komplett gestoppt und seinen dritten Treffer erzielt. Doch Draxlers Zuspiel war zu ungenau. Vielleicht wäre es auch des Guten zu viel gewesen, auch wenn es mir total schnuppe wäre. Allerdings machte eine halbe Stunde (35. bis 60. Minute sowie ab der 85. Minute) in Mainz Hoffnung, dass die Knappen vielleicht Selbstvertrauen getankt haben, um den Bock endlich umzustoßen und sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. 

FC Bayern - Schalke 04 4:0 (2:0)

 

Düsseldorf? Helau! Kölle? Allaf! Mainz? Helau! In den Karnevalshochburgen geht mal wieder die Post ab. Aber auch in Gelsenkirchen sind die Jecken wieder los - bis auf die Spieler des FC Schalke 04. Dort herrscht seit Monaten eine Karnevalsphobie! Am 11.11.2012 um 11:11 Uhr wurde der Karneval standesgemäß eingeleitet. Und seitdem geht bei den Königsblauen nichts mehr. Das 0:4 am Weißwurst-Äquator war nur ein weiterer (schmerzhafter) Tiefpunkt -  die 6. Pleite aus den letzten zehn Bundesliga-Spielen seit dem 11. November, dazu noch drei Unentschieden, ein mickriger Sieg und oben drauf das Pokal-Aus. Die Fans sehnen nun händeringend den Aschermittwoch herbei. Dort ist bekanntlich alles vorbei. Hoffentlich auch die Krise auf Schalke. Helau, Alaaf!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schlachtfest: Um 20:18 Uhr folgte die Erlösung durch Schiedsrichter Gagelmann – Schlusspfiff! Die Nord-Österreicher haben die Schalker vorgeführt. Und dafür mussten sie noch nicht mal alles geben. „Bayern beherrscht Schalke … im 3. Gang“, brachte es Paul Breitner zur Halbzeit (!!!) bereits auf den Punkt. Leider wurden die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen, da die Art und Weise, wie die Niederlage zu Stande kam, erschreckend war. Gegenwehr? Keine! Aggressive Zweikampfführung? Nicht vorhanden! Körpersprache? Null! Der Glaube an sich selbst? Fehlanzeige! So darf sich eine Mannschaft des FC Schalke 04 in München nicht präsentieren, auch nicht wenn neun Spieler fehlen. So spielt ein Absteiger!

                                                                                                                                                                

Naive Schalker: Höger hielt Ribery fest. Elfmeter, 1:0 Alaba (19.). Kolasinac rempelte Robben um. Freistoß, 2:0 Schweinsteiger (32). Nach etwas mehr als einer halben Stunde lagen die Knappen 0:2 zurück. Doch nicht weil die Hausherren ein Feuerwerk an spielerischer Klasse abfeuerten, sondern weil die Schalker zu naiv waren. Zwei dummen Fouls folgten zwei Gegentore. Aber auch bei den Treffern von Alaba und Gomez zum 3:0 und 4:0 standen die Königsblauen nur Spalier und guckten zu. Die Spieler agierten wie das Kaninchen vor der Schlange. Und wäre die Vorstellung während der 90 Minuten nicht schon peinlich genug, musste man sich noch die Worte von Höwedes im Interview anhören. „Zum Schluss haben wir uns ergeben" oder „in Mainz müssen wir mit Leidenschaft spielen“ war da zu hören. So emotionslos wie der Kapitän wirkte, war auch die Leistung der gesamten Mannschaft. Da erwarte ich auf dem Feld mehr Leidenschaft und am Mikrofon Klartext!

 

Elendige Test-Länderspiele: Schalke plus Länderspiele gleich Seuche. So lautet aktuell die Formel im Hinblick auf die königsblauen Nationalspieler. Diesmal schrieben vier Knappen negative Schlagzeilen und mussten in München zuschauen. Hunterlaar fiel mit einer Augenverletzung aus. Draxler kam mit einer Erkältung zurück – 90 Minuten auf der Ersatzbank. Uchida brachte aus Japan eine Muskelverletzung mit – nicht im Kader. Und Farfan brauchte sage und schreibe drei Tage, um aus Trinidad und Tobago zurück zu kommen. In Venezuela musste der Peruaner einen ungewollten Zwischenstopp hinlegen. Letztendlich landete er fünf Stunden vor Spielbeginn in München und wurde in der 72. Minute eingewechselt. Pleiten, Pech und Pannen! Wie bereits nach den letzten Test-Länderspielen: Afellay-Verletzung, Neustädters Formverlust und Beginn der Schalker Krise. Die waren im Übrigen am 14. November 2012. Kurz nach Karnevalsbeginn. Helau und Alaaf!

Schalke – Greuther Fürth 1:2 (0:0)

 

Puuh, was soll man jetzt schreiben? Mit Wut im Bauch würde man direkt nach dem Spiel alles niederschreiben wollen. Einen Tag später ist die Wut etwas verflossen, aber  die Enttäuschung immer noch groß. Ich habe nach dem Spiel in die Gesichter der Fans geschaut. Während die einen ihrem Frust freien Lauf ließen und laut fluchten, saß der andere Teil fassungslos auf ihren Sitzen und starrte schweigend in die Donnerhalle. Einig waren sich aber alle: Ein neuer Tiefpunkt ist am Schalker Markt mal wieder erreicht. Wobei man das auf Schalke LEIDer nie so richtig weiß. Nach dem torlosen Remis in der vergangenen Woche beim FC Augsburg folgte eine 1:2-Heim-Blamage gegen die SpVgg Greuther Fürth. Trotz der Führung durch Bastos drehten die Kleeblätter die Partie durch Tore von Klauß und Djurdjic (in der Nachspielzeit). Damit hat es die Mannschaft vom FC Schalke 04 geschafft, gegen den Tabellenvorletzten und –letzten ein Pünktchen zu holen. Und das Schlimme: es war noch nicht mal unverdient! Immerhin konnten zwei Schalker jubeln und wurden zu Recht gefeiert. Büskens und Asamoah fuhren den zweiten Saisonsieg(!!!) und schöpfen wieder neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt.   

 

Dreierpack zum Spiel

 

Problem Zusammenspiel: Schalke hat nur von Standardsituationen und Einzelaktionen gelebt. Nur wenn Farfan seinen Turbo zündete, Draxler einen Geistesblitz hatte oder Bastos seinen linken Hammer herausholte (Leck die Ziege, watt ein geilet Ding!) wurde es aus dem Spiel gefährlich. Ansonsten mussten gegen Fürth Ecken und Freistöße herhalten, um Gefahr auszustrahlen. Kombinationen, Spielwitz oder Kreativität waren überhaupt nicht zu sehen. Die Mannschaft konnte nie Druck ausüben bzw. den Gegner in die eigene Hälfte drängen, um ein Power Play aufzuziehen. Von einem effektiven Pressing waren die Schalker meilenweit entfernt. Es sind keine Mechanismen zu erkennen, ZUSAMMENSPIEL scheint ein Fremdwort zu sein. Selbst die 1:0-Führung sorgte nicht für Sicherheit oder neues Selbstvertrauen. Ein Armutszeugnis für eine Mannschaft, die das Ziel Champions League hat.   

 

Keller ohne Mut: Warum haben die Fans in der 67. Minute bei der Auswechslung von Draxler gepfiffen? Weil Keller der Mut gefehlt hat! Wie schon gegen Augsburg bekam Schalke das Spiel nie in den Griff. Dominanz gegen den Tabellenletzten? Traurig aber wahr: Fehlanzeige! Die Einwechslung von Raffael war natürlich richtig, aber warum muss Draxler raus und nicht Jones oder Neutstädter? Warum um Himmels Willen musste man gegen harmlose Fürther mit einer Viererkette plus zwei Sechser spielen, die fußballerisch limitiert sind und sich schwer tun das Spiel einzuleiten? Warum spielte man nicht mit Raffael und Draxler weiter, um noch mehr Druck aufzubauen? Ob es letztlich zum Sieg verholfen hätte, ist sowieso hypothetisch. Allerdings wäre es ein Zeichen gewesen, was die Fans verstanden hätten.

 

Problem Außenverteidiger: Vorweg sei gesagt, dass die aktuelle Krise nicht nur auf zwei Spieler reduziert werden kann. Allerdings sind die Defizite auf den beiden defensiven Außenbahnen eindeutige Schwachstellen im Spiel der Schalker, die der Gegner gnadenlos ausnutzt. Natürlich sind sowohl  der Rechts- als auch der Linksverteidiger auf die Hilfe seiner Mitspieler angewiesen. Aber Uchida und Fuchs fehlt es an Klasse. Das 1:1 von Fürth war bezeichnend für die Saison. Erst wurde Uchida einfach nur überlaufen, während Fuchs zu spät reagierte und seinen Gegenspieler laufen ließ. Noch schlimmer: Alternativen? Fehlanzeige! Höger und Höwedes tut man als Rechtsverteidiger keinen Gefallen. Linksverteidiger Escudero wurde in der Winterpause nach Getafe ausgeliehen. Da Fuchs jetzt gelbgesperrt ist darf entweder der Offensivmann Bastos oder der junge Kolasinac verteidigen. Und zwar bei den Bazen. Prost, Mahlzeit!  

FC Augsburg - Schalke 04 0:0

 

Punktgewinn in Augsburg! Der FC Schalke 04 hat beim FC Augsburg 0:0 gespielt. Es war das erste torlose Remis nach 65 Bundesligapartien (letztmals im Februar 2011 gegen BxB). Damit beendeten die Königsblauen zwar die schwarze Auswärtsserie von vier Pleiten in Folge, bleiben aber seit dem Derbysieg ohne Dreier auf fremden Platz. Und auch sonst gibt es nicht viel Positives zu vermelden. Eigentlich nur noch das Hildebrand endlich mal zeigen konnte, dass der Keeper ein sicherer Rückhalt sein kann.     

 

Dreierpack zum Spiel

 

Draxler & Farfan: Kennt Ihr Matthias Ostrzolek oder Ronny Philip? Wahrscheinlich nur die Bundesliga-Experten. Kennengelernt hat das Duo jetzt Draxler und Farfan. Denn gegen die Augsburger Außenverteidiger hatten die Schalker Flügelflitzer kein Land gesehen. Bis auf einen Freistoß von Farfan und einen Schuss von Draxler, die Manninger beide entschärfte, konnten sie keine Akzente setzen. Da den beiden Kreativköpfen nichts gelang, war mächtig Sand im Schalker Offensivgetriebe.

 

Kellers Taktik: Schalkes Coach setzte auf ein System mit zwei Spitzen – Marica und Huntelaar. Im Mittelfeld verzichtete er auf einen Spielmacher und agierte mit einer Doppelsechs (Holtby und Neustädter) sowie zwei Flügelspieler. Die Marschroute beim FCA: kompakt stehen. Unterm Strich ging seine Rechnung auf. Schalke spielte mal wieder zu Null. Allerdings litt darunter das Offensivspieler merklich. Auch sein Systemwechsel (78.) auf das gewohnte 4-2-3-1 brachte keine Besserung. Drei gute Torchancen (Farfan, Huntelaar, Draxler) sind beim Tabellen-17. zu wenig. Und Raffael? Der Brasilianer frierte 90 Minuten auf der Bank. Keller traute ihm anscheinend nicht zu, das trostlose Spiel der Königsblauen mit südamerikanischem Feuer zu beleben.

 

Apropos Feuer: Vielleicht lag es an den Witterungsverhältnis. Denn bei Minus 5° C kamen die Schalker nie auf Betriebstemperatur. Ganz anders die Augsburger, die mit Leidenschaft jedem Ball nachjagten und sogar spielerisch keinen Deut schlechter als der Champions-League-Aspiranten waren. Im Gegenteil, der FCA hatte auch da Oberwasser und machte das Spiel mit 55 Prozent Ballbesitz – man bedenke: ein Abstiegskandidat. Schalke schaffte es nicht, den Gegner dauerhaft unter Druck zu setzen. Bis auf 20 Minuten nach der Pause hatten sie nie richtig Zugriff auf die Gegenspieler. S04 agierte viel zu passiv und ohne Mut. Bezeichnend das Pressing. Die Knappen kamen nie in die Lage, einen Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte zu erobern. Die Abstände zwischen den Spielern waren zu weit. Und trotz der defensiven Ausrichtung hatten die Augsburger genug Chancen, um die Partie zu gewinnen. Nur dank Hildebrand und einer Portion Glück, wie beim Pfostenknaller von Mölders, holten die Knappen ein 0:0. Ein Punktgewinn - traurig, aber wahr! 

Schalke – Hannover 96 5:4 (1:0)

 

Neun-Tore-Spektakel zum Rückenrundenauftakt. Mit einem 5:4-Heimsieg ist der FC Schalke 04 gegen Hannover 96 ins neue Jahr gestartet. Nach einem langweiligen Kick in den ersten 44 Minuten eröffnete Farfan das Torfestival kurz vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag. Draxler zum 2:0 (49). Doppelschlag Hannover - Pinto (56.) und Hustzi (59.) zum 2:2. Doppelschlag S04 – Höger (64.) und Marica (67.) zum 4:2. Husztis Antwort zum 3:4 (69.). Holtby beendete das Zitterspiel mit dem 5:3 (89.)? Von wegen! Diouf verkürzte per Fallrückzieher zum 4:5 (90+1.). Die Erlösung folgte Sekunden später. Schiedsrichter Aytekin pfiff ab. Was ein Wahnsinnsauftakt. Schalke bot ein Tor-Festival und sicherte sich den ersten Dreier nach sechs sieglosen Bundesligapartien. Nur Hildebrand wirkte angefressen. Voller Wut feuerte der Keeper nach dem Schlusspfiff seine Handschuhe auf den Rasen. Kein Wunder beim dem Abwehrchaos!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schwachstelle Außenverteidiger: Manchmal konnte man nur fassungslos auf das Spielfeld schauen. Was die Schalker Defensive in der zweiten Halbzeit bot, war schlichtweg katastrophal. Die Zuordnung passte überhaupt nicht, die Abstände untereinander waren zu groß. Abstimmung und Stabilität? Fehlanzeige! Und im Mittelpunkt standen immer wieder die Außenverteidiger. Uchida und Fuchs offenbarten eklatante Schwächen in der Rückwärtsbewegung. Wenn Schalke unter Druck kam, dann über die Flügel. Beim 1:2 hat Uchida noch Pech, dass sein Kopfball Pinto direkt auf dem Fuß landete. Beim 2:2 war der Japaner zu weit weg von Torschütze Huszti. Beim 3:4 verlor er das Kopfballduell gegen Diouf. Sein Pendant auf links machte es nicht viel besser. Beim zweiten und dritten Gegentreffer ließ sich Fuchs zu einfach ausspielen und konnte die Flanke nicht verhindern. Nicht das erste Mal, dass das Duo seine Seite nicht in den Griff bekommt. Mit dem Defensivverhalten wird es für einen Spitzenplatz nicht reichen. 

 

Schalker Offensivpower: Wer zur Halbzeit gesagt hätte, dass Schalke nach 90 Minuten fünf Tore geschossen hätte, den hätten wir für verrückt gehalten und aus der Arena gejagt. Allerdings hätten wir ihn nach Spielschluss dann doch gefeiert. So ist halt Fußball. In den ersten 45 Minuten dominierten die Defensivreihen. Die Abteilung Attacke schien noch im Winterschlaf. Doch dann kam Farfan, wer auch sonst auf Schalke?, und eröffnete den Torreigen Sekunden vor dem Pausenpfiff. Neben dem Peruaner überzeugte nach dem Seitenwechsel vor allem Holtby, der mit einem Tor und zwei Vorlagen untermauerte, dass er noch das königsblaue Trikot trägt und bis zu seinem Wechsel auf die Insel alles geben wird. Außerdem war bemerkenswert, dass die Schalker ohne den gesperrten Huntelaar munter drauf los ballerten und sich die Treffer sogar aufteilten: fünf Tore von fünf Knappen. Genug Offensivpower ist vorhanden.

 

Wie Gott in Frankreich:  Wasabi gebeizter Fjordlachs im Noriblatt auf Sojaschmand und Terrine vom Landgockel mit Shitake Pilzen auf scharfem Gemüsecassoulet gab es u.a. als Vorspeise. Als Hauptgericht wurde Involtini vom Jungkalb mit Landschinken und Mozzarella in Tomaten-Paprikasugo und Black Barbeque Salz gelackte Poulardenbrust auf Mango-Ingwerschaum gereicht. Das Kartoffel-Rahmsüppchen mit Trüffelschaum rundete die ganze Sache ab. Auch wenn die Jungs von der Horster Kurve Probleme beim Lesen des Buffets hatten, haben wir gespeist wie Gott in Frankreich. Und nicht nur das vorzügliche Menü schmeckte, sondern auch das Veltins und das 5:4-Spektakel gegen Hannover 96. Unser Event in der S04-Loge „Nordstern“ (was hätte besser gepasst als die ehemalige Horster Zeche?) über der Nordkurve war ein Volltreffer! Mit leuchtenden Augen schritten die 22 Kurvis unseres Fanclubs die gut sechs Stunden durch die Loge. Auch wenn der Blick am Ende immer verschwommener wurde, waren sich alle einig: eine geiler Abend. 

Ausblick auf die Rückrunde

 

Was war das für eine Winterpause für den FC Schalke 04!?!? Nach dem Absturz zum Ende der Hinrunde (ein Sieg aus 10 Spielen) produzierten die Königsblauen fast täglich eine Schlagzeile. Zunächst wurden die Verträge von Huntelaar (bis 2015) und Höger (bis 2016) verlängert. Dagegen blieb die Einigung zwischen S04 und Holtby aus.
Im Trainingslager in Doha (Katar) überraschte Raul am Flughafen seine Ex-Kollegen. Der Wunsch, dass Heldt Raul direkt mit ins Trainingslager genommen hätte, blieb aber nur ein Traum. Nur auf seinen Spezi Farfan musste der Senor bei der Begrüßung verzichten. Der Peruaner und Edu hatten Visum-Probleme. Kaum waren die beiden Offensivspieler da, mussten zwei andere Spieler wieder zurückfliegen. Moritz (Außenbandriss im Knie) und Afellay (Einriss im Muskelsehnenübergang im Oberschenkel) verletzten sich schwer.
Auf die beiden längerfristigen Ausfälle will Heldt reagieren und auf dem Transfermarkt reagieren. Die Folge: Raffael wurde für ein halbes Jahr (plus Kaufoption) von Dynamo Kiew ausgeliehen. Zudem brodelt(e) die Gerüchteküche. Über Sneijder (Inter Mailand), Belhanda (Montpellier), Bastos (Lyon) und andere wird spekuliert.
Und dann hat der S04 seit Mitte Dezember einen neuen Trainer. Für Keller begann der Job im neuen Jahr erst so richtig. Seinen Schwerpunkt hat er schnell gesetzt: Im taktischen Bereich müsse viel gearbeitet werden. "Schnelles Umschalten in beide Richtungen und das Nutzen unserer spielerischen Qualität", forderte Keller und bekam direkt die volle Breitseite nach der 0:5-Testspiel-Klatsche gegen die Bazen. Doch wie wird die Rückrunde laufen? Ein Ausblick ;-)

 

Patsches Dreierpack

 

Schalke stürmt in die Champions League: Der Knoten ist geplatzt. Der Hunter war auf Beutezug, erzielte 17 Tore in der Rückrunde und schoss die Knappen auf Rang drei. Der Torjäger profitierte dabei von einem groß aufspielenden Trio: Farfan, Raffael (der voll einschlägt) und Draxler wirbelten die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander und bedienten den Stürmer mit Zuckerpässen. Die Basis bildete aber die stabile Defensive. Hildebrand wurde als Nummer eins gestärkt und zahlte das Vertrauen mit Leistung zurück. Der Fels in der Brandung war allerdings Höwedes, der nach seiner Vertragsverlängerung bis 2017 fast unbezwingbar war. Unterstützung erhielt der Kapitän vom wieder erstarkten Neustädter. Zwar wurde der Sechser nicht mehr von Löw für die Nationalmannschaft nominiert, was seinen Leistungen allerdings nicht schadete. Als bestes Team der Rückrunde qualifizierten sich die Knappen direkt für die Champions League. Nach Siegen gegen Galatasaray und Juventus zog Schalke ins Halbfinale der Königsklasse ein. Dort mussten sich die Knappen nach Verlängerungen dem späteren Sieger aus Barcelona geschlagen geben. Zur Belohnung darf Keller ein weiteres Jahr die Königsblauen trainieren.

 

Schalke erreicht die Europa League: Das Saisonziel "Champions League" wurde verfehlt. Als Trostpflaster bleibt nur die Europa League. Hinter den Bazen, Lüdenscheid, Leverkusen, Frankfurt und Freiburg belegen die Knappen nur Platz sechs. Die Mannschaft kam nie richtig in Tritt und zeigte zwei Gesichter. Nach guten Spielen folgten unerklärliche Leistungen. Huntelaar traf öfter, aber auch nicht alles. Nach seinem verletzungsbedingten Ausfall zu Rückrundenstart kam Afellay nach seinem Comeback nie richtig in Schwung. Auch Raffael konnte die Erwartungshaltung nicht ganz erfüllen. Doch vor allem konnte das Team die Aussetzer in der Defensive nicht abstellen. Die Folge: einfache Gegentore, denen das Team hinterher rennen musste. Oftmals rettete nur die individuelle Klasse von Draxler und Farfan Schalke vor Schlimmeren. In der Königsklasse war im Viertelfinale gegen Paris St. Germain Endstation. Für Keller kam nach Saisonende das Aus. Büskens übernimmt das Ruder.

 

Schalke im Chaos: Durch ein 0:0 im letzten Spiel in Freiburg verhinderten die Knappen den Abstieg. Die Rückrunde war ein einziges Desaster. Farfan musste wegen Visum-Problemen ein halbes Jahr in Katar bleiben und holte mit Raul die Meisterschaft. Huntelaar traf keinen Möbelwagen mehr und wurde zum Bankdrücker. Jones wurde nach einer erneuten Roten Karte für 15 Spiele vom DFB gesperrt. Das Wechselspiel auf der Torwartposition führte dazu, dass Hildebrand und Unnerstall nicht mal mehr Luftballons festhielten. Nachdem Höwedes bekannt gab, dass er im Sommer zu den Bazen wechselt, lief bei ihm nichts mehr zusammen. Der Kapitän gesellte sich zu Huntelaar auf die Bank. Das neue Innenverteidiger-Duo Metzelder und Matip übertrumpften sich mit Unsicherheiten. Uchida und Fuchs bekamen ihre Defensivschwächen überhaupt nicht mehr in den Griff. Neustädter träumte immer noch von seinem Drei-Minuten-Länderspiel-Debüt. Derweil wurde Holtby im Januar suspendiert, weil er nur noch englisch gesprochen hat. Gewechselt ist er schließlich nach Katar - zu Farfan und Raul - wegen dem Wetter. Barnetta hat sogar seine Karriere als Fußballer beendet. Er wechselte das Metier und wurde Schauspieler. Der Schweizer übernahm die Rolle von Brad Pitt als Lieutenant Aldo Raine im zweiten Teil von Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds". Und Winterzugang Raffael? In Wirklichkeit war es sein Bruder Ronny! Genauso chaotisch ging es auf der Trainerbank zu. Keller musste nach sieben Spielen (4 Punkte) gehen. Eichkorn übernahm und musste ebenfalls nach sieben Spielen (5 Zähler) gehen. Die Retter hießen Rehhagel und Neururer, die das Ruder übernahmen. Das Ziel des Duos: der Klassenerhalt - und zwar ohne taktische Zwänge. Ihre Umstellung auf Libero und drei Manndecker fruchtete sofort. Mit sieben Zählern aus den letzten drei Partien sicherte das Duo den Klassenerhalt und ging in Rente. Da sich ein Tandem auf der Trainerbank etabliert hat, präsentieren die Verantwortlichen erneut ein Trainer-Duo: Matthäus und Thon! 

Hinrunde Saison 2012 / 2013

Patsches Dreierpack: die Hinrunde

 

Schalke 04 ist und bleibt der absolute Wahnsinn. Was dieser Klub in den letzten vier Monaten zu Stande brachte, schaffen andere Vereine nicht in zehn Jahren - das blau-weiße Leben zwischen Himmel und Hölle. Die Königsblauen begannen stark und legten den besten Saisonstart seit Jahrzehnten hin. Sie zeigten attraktiven Fußball und waren im Oktober Bayern-Jäger Nummer eins. Dazu qualifizierte sich der S04 in der Champions League frühzeitig für die KO-Runde. Die Höhepunkte zu dieser Zeit waren die beiden Auswärtssiege in Lüdenscheid und beim FC Arsenal. Schalke hatte zwei dicke Ausrufezeichen gesetzt und war auf einer Euphoriewelle. Alles gut? Von wegen! Was danach folgte, war ein bitterböser Absturz. Plötzlich ging nichts mehr. Die positive Stimmung rund um den Schalker Markt verpuffte. Am Ende verabschiedeten sich die Knappen mit sieben sieglosen Pflichtspielen in Folge, einem enttäuschenden 7. Platz in der Bundesliga und dem Pokal-Aus in die Winterpause. Insgesamt beeinflussten zu viele Nebenkriegsschauplätze den Verein.

 

Spielerdiskussionen: Ist Höwedes der richtige Kapitän? Wer ist die Nummer eins? Warum wird nicht rotiert? Fragen über Fragen, die immer wieder mal lauter, mal leiser diskutiert wurden. Im Mittelpunkt stand Stevens, der mit den richtigen Antworten, die Diskussionen hätte beenden können. Stattdessen wurde der "Knurrer aus Kerkrade" immer gereizter, was die Journalisten zu spüren bekamen. Die Folge: Zum Ende der Hinrunde war die Mannschaft total verunsichert und hatte kein Selbstvertrauen. Stevens wirkte angeschlagen und musste gehen.

 

Vertragsverlängerungen: Die Themen ,Huntelaar', ,Holtby' und ,Stevens' nervten im Herbst 2012. Huntelaars Vertragsverlängerung zog und zieht sich wie Kaugummi. Holtbys England-Träume kennt mittlerweile jeder. Und über Stevens‘ Nachfolger wurde bereits diskutiert, bevor er gefeuert wurde. Dementsprechend waren die Leistungen. Der „Hunter“ traf in der Liga lediglich fünf Mal. Seine Defizite beim Antritt und bei seiner Schnelligkeiten fallen durch vergebene Großchancen stärker auf. Für einen Rekordvertrag auf Schalke ist das zu wenig. Ähnlich sieht es bei Holtby aus. Der Raul-Erbe sorgte zwar immer wieder mal für Lichtblicke, aber die Konstanz seiner Leistung auf hohem Niveau blieb aus. Mangelndes Engagement kann man ihm nicht vorwerfen, aber seine Fehlerquote ist einfach zu hoch. Nicht förderlich waren ebenfalls die Diskussionen um Stevens. Wenn in den Medien schon über mögliche Nachfolgekandidaten gesprochen wird, bedeutet es meistens nichts Gutes. Wenn zudem die Mannschaft schlecht spielt und nicht gewinnt, entsteht schnell ein Flächenbrand. Und bevor man dann die Gespräche über eine Vertragsverlängerung in der Winterpause beginnen will, ist es schon zu spät. 

 

Sicherheitspaket: Wenn es sportlich nicht läuft, kann in Krisensituationen der Support der Fans der Mannschaft helfen. Doch es passte zur Situation, dass es auf diesem Gebiet ebenfalls kriselt. Auslöser war das DFL-Sicherheitspaket. Die Folge: eine Stimmung auf dem Tiefpunkt. Die Ultras haben teilweise (12 Minuten, 12 Sekunden) oder ganz geschwiegen. Wie gegen Freiburg, wo sich die Schalke-Fans zudem noch gegenseitig attackierten. "Peters raus!"-Rufe der Ultras wurden mit Pfiffen und "Ultras raus!"-Rufen quittiert. Und auf dem grünen Rasen taumelte eine blau-weiße Mannschaft. Schlimmer geht es nimmer - drei Monate nach einem grandiosen Derby-Sieg!

 

Abschließend noch eine andere Theorie, die vielleicht bezeugen kann, dass der FC Schalke 04 gar nichts für die Misere kann!

 

Danke, Jogi: Am 14. November 2012 spielte die deutsche Nationalmannschaft gegen die Niederlande. Zum aufregenden  0:0 hatte Bundestrainer Joachim Löw vier Schalker nominiert: Höwedes, Holtby, Draxler und Neustädter. Die S04-Bilanz nach dem Länderspiel: Neun Pflichtspiele - ein Sieg (1:0 gegen Piräus), drei Remis und fünf Niederlage. Hinzu kam, dass Neustädter nach seinem "lächerlichen" Drei-Minuten-Länderspiel-Debüt völlig aus dem Tritt gekommen ist. Mister Zuverlässig in Person hatte auf einmal Fehler in seinem Spiel, die man vorher nicht kannte. Eine ähnliche Formkurve war bei Holtby zu erkennen. Je länger die Hinrunde andauerte, desto stärker baute er ab. Zudem sorgte das Spiel gegen den Nachbar für einen weiteren negativen Aspekt. Afellay hatte sich eine Muskelverletzung zugezogen, die dafür sorgte, dass er bis zum Ende des Jahres verletzt ausfiel. Danke für das Test-Länderspiel! Also Herr Löw, Finger weg von die Schalkers. 

Schalke 04 – Mainz 05 1:2 (0:1)

 

Bye, bye Pokal! Schalke 04 ist nach der 1:2-Heimpleite gegen Mainz 05 im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Auch der Trainerwechsel von Stevens zu Keller sorgte nicht für die erhoffte Befreiung. Die Mannschaft wirkte verunsichert und blieb in ihrem lethargischen Trott der letzten Spiele stecken. Ein Pokalfight sieht anders aus, da reichen nicht nur die letzten fünf Minuten plus Nachspielzeit.

 

Dreierpack zum Spiel:

 

Kein Mut: Keller setzte auf ein 4-4-2-System mit zwei defensiven Sechsern und zwei offensiven Außen. Der Plan des neuen Trainers über die Flügel Druck zu erzeugen, ging nicht auf. Zwar versuchte die Elf immer wieder über Farfan und Draxler Druck zu erzeugen. Doch die Mainzer doppelten, machte die Räume dicht und nahmen die beiden Außenspieler fast komplett aus dem Spiel. Da das Flügelspiel lahmte. Ein kreativer Spieler in der Mittelfeldzentrale wäre nötig gewesen, um Variabilität ins Spiel zu bringen und die Stürmer mit Pässen zu versorgen, da sie auf gute Flanken vergeblich warteten. Allerdings setzte Keller auf zwei defensive Mittelfeldspieler mit Jones und Neustädter, die diese Fähigkeiten nicht besitzen. Warum eigentlich? Reicht in einem Heimspiel gegen Mainz nicht nur ein defensiver Mittelfeldspieler? Eine mutigere und damit eine offensivere Aufstellung wäre auch ein Statement gewesen. 

 

Einfache Gegentore: Es ist bezeichnend für die letzten Woche, wie einfach Schalke seine Gegentore bekommt. Die Mainzer spielte gefühlt zwei Angriffe aus und hatten gefühlte zwei Torschüsse, die für den 2:1-Sieg reichten. Beim 1:0 ist kein Schalker nah genug am Gegenspieler dran, so dass Caligiuri am Ende der Kette unbedrängt die Kugel ins Tor schlenzen kann. Nachdem sich Schalke zum 1:1 durch Huntelaar regelrecht gequält hatte, reichte ein 50 Meter-Pass, um die Abwehr zu überraschen. Müller sagte ,Danke' und schoss die Gäste eine Runde weiter. Das ist einfach zu simpel.

 

Schwache Standards: Wenn es schon spielerisch nicht läuft, kann man sich mit Standards retten. Genug Spezialisten gibt es im Kader der Knappen. Doch aus diesen Waffen blieben stumpf - wie auch in den vergangenen Wochen. Egal ob Fuchs, Draxler oder Farfan die Ecken und Freistöße ausführten, alle Standards hatten das Prädikat: ungefährlich! 

Schalke – SC Freiburg 1:3 (1:2)

 

Das letzte Spiel von Huub Stevens! Nach der 1:3-Heimpleite gegen den SC Freiburg trennte sich der FC Schalke 04 von seinem Jahrhunderttrainer. Überraschend kam die Trennung allerdings nicht. Seit sechs Pflichtspielen warten die Königsblauen auf einen Sieg. Seit den Gala-Spielen im Schwatt-Gelben Ländle und beim FC Arsenal zeigte die Formkurve der Knappen deutlich nach unten. Stevens wirkte bereits beim Gastspiel in Stuttgart angeschlagen. Und auch gegen Freiburg war es nicht der „Kämpfer“ Stevens auf der Bank, den man kannte. Der „Knurrer von Kerkrade“ schien zu resignieren. Vielleicht spürte er, dass sein Ende nahte. Nun soll Jens Keller bis zum Ende der Saison die Mannschaft wieder auf Kurs bringen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Respekt, Freiburg: Den Breisgauern muss man für ihren Auftritt Respekt zollen. Trotz des Rückstands spielten sie ihren Stiefel herunter. Beim Sportclub hatte man das Gefühl, dass da eine Mannschaft auf dem Platz stand. Jeder wusste, was er tun musste und wie er zu laufen hatte. In gewissen Situationen fehlte den Spielern die individuelle Qualität, sonst hätte sie noch höher gewonnen. Allerdings war das Teamwork fast perfekt – ein Rädchen griff ins andere. Ein Indiz dafür: die Laufleistung. Fast alle Spieler aus der Startelf sind zehn Kilometer oder mehr gelaufen – nur Linksverteidiger Sorg schaffte das mit 9,95 Kilometer nicht. Bei Schalke schafften das nur fünf Akteure. Das reicht(e) einfach nicht.  

 

Schalker Spiegelbild: Das war das Spiel gegen Freiburg. In den ersten 20 Minuten zeigte die Mannschaft, was ins ihr stecken kann. Die Defensive stand sicher, die Offensive wirbelte. Vor allem Draxler und Farfan machten Druck über Außen. Die Folge: Die Führung durch Farfan. Doch danach verloren die Schalker komplett den Faden, und das andere Gesicht kam zu Tage. Beim Ausgleich konnten die Freiburger Schalten und Walten, wie sie wollten. Ohne Gegenwehr traf Rosenthal zum Ausgleich. Beim 1:2 verzapfte Matip einen seiner zwei, drei obligatorischen Patzern pro Spiel. Schmid nutzte den Fauxpas eiskalt aus. Das 1:3 resultierte aus einem katastrophalen Fehlpass im Spielaufbau. Diesmal legte Metzelder perfekt auf, Rosenthal sagte „Danke“. Bei allen Gegentoren hatte man ein Deja-vu aus den letzten Spielen.

 

Schalke im Dezember 2012: Fans, die Schweigen. Eine Mannschaft ohne Leidenschaft. Ein Trainer, der kein Zugriff auf das Team hatte und gehen musste. Schalke im Dezember 2012, ein Verein ohne Emotionen. Eigentlich unvorstellbar, aber leider die bittere Wahrheit!  

VfB Stuttgart - Schalke 04 3:1 (2:1)

 

Die Trauerwochen gehen weiter! Beim VfB Stuttgart hat der FC Schalke 04 mit 1:3 verloren. Damit kassierten die Königsblauen in der Bundesliga die vierte Auswärtspleite in Folge und sind zudem seit fünf Pflichtspielen (3 Remis, 2 Niederlagen) ohne Sieg. Ibisevic versenkte die Knappen mit einem Dreierpack im Alleingang. Wahrscheinlich hat es sich nicht bis nach Gelsenkirchen rumgesprochen, dass der Bosnier Torjäger ist und man auf ihn ein besonderes Augenmerk legen muss. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Marica war nicht mehr als ein Schalker Strohfeuer. Denn die Leistung der Knappen war erneut erschreckend.

 

Patsches Dreierpack

 

Müder VfB? Von wegen! Wer von Schalker Seite dachte, dass die Stuttgarter 43 Stunden nach ihrem Europa-League-Spiel noch müde Beine hätten, wurde schnell eines Besseren belehrt. Nicht einmal 120 Sekunden hat es gedauert, bis es zum ersten Mal die Kugel im Netz von Hildebrand zappelte. Nach einem Fehlpass von Jones spielten die Schwaben einen Konter im ICE-Tempo, den Ibisevic zum 1:0 vollendete. Nicht nur in dieser Szene wirkte der VfB spritziger, frischer, aggressiver und zielstrebiger. Dagegen schienen die Knappen bei Minusgraden regelrecht zu erstarren.   

 

Schema F: Der S04 bekommt Gegentore immer nach dem gleichen Muster. Leichtfertige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, Konter – Tor! So geschehen beim 0:1. So geschehen beim 1:3 als Höwedes einen Katastrophenpass spielte und Ibisevic den schnellen Gegenangriff abschloss. Dazu kommen immer wieder ungeschickte Aktionen. Zum einen der dumme Rempler von Fuchs, der mal wieder seine Defensivschwächen nicht mit Offensivaktionen kaschieren konnte, gegen Genter. Den Strafstoß verwandelte Ibisevic zum 0:2. Zum anderen die Rote Karte von Jones fünf Minuten nach dem Platzverweis von Sakai. Schalke steht sich selbst im Wege.

 

Offensivoffenbarung: Was Schalke in der Offensive bot, war ein Offenbarungseid. Bis auf das Tor gelang den Knappen nichts. Unkonzentriert, ungenau und zu kompliziert! Jeder Pass in die Spitze landete in den Füße des Gegners. Und kamen die Schalker mal über die Flügel, folgte eine Flanke bei der Ulreich oder der Balljunge hinterm Tor ‚Danke‘ sagte. Symbolisch dafür stand Holtby, dem nichts gelang. Pässe in die Hacken des Mitspielers oder unbedrängte Abspiele ins Seitenaus sind nur ein Auszug seines Arbeitspensums. 82 Minuten durfte er das eigene Spiel ‚zerstören‘, bis Stevens reagierte und ihn auswechselte. Viel zu spät, aber nichts Neues beim Coach, der anscheinend eine Allergie gegen Wechsel hat. Neue Impulse kommen von der Bank nämlich so gut wie nie. Allerdings wirkte auch Stevens angeschlagen. Irgendwie abwesend saß der Niederländer auf der Bank. Und das lag bestimmt nicht an seiner Narbe über seinem Auge. 

Hamburg - Schalke 04 3:1 (0:0)

 

Trostlose Leistung in Hamburg. Mit 1:3 musste sich der FC Schalke 04 beim HSV verdient geschlagen geben. Nach dem Seitenwechsel brachte Beister die Hanseaten schnell mit 1:0 (51.) in Front. Rudnevs erhöhte eine Viertelstunde später auf 2:0. Nach dem Anschlusstreffer durch Huntelaar (81.) machte Badelj per Strafstoß (90+2.) den Sieg der Hamburger perfekt.

 

Patsches Dreierpack

 

12 Minuten, 12 Sekunden: Einfach gruselig, wenn das Spiel angepfiffen wird und die Fans auf den Rängen stumm bleiben. „Ohne Stimme, keine Stimmung“ heißt die Protestaktion und richtet sich gegen das Sicherheitskonzept der DFL. Nach zwölf Minuten und zwölf Sekunden beendeten die Zuschauer endlich die Stille. Nur die Schalker setzten den Grusel mit ihrer Leistung fort.

 

Schneid abgekauft: Was macht eine Mannschaft, die auf ihren besten Kicker verzichten muss? Wie kompensiert eine Mannschaft den Ausfall ihres besten Torschützen? Ganz einfach: mit Kampf und Wille. Diese Eigenschaften zeigten die Hamburger ohne van der Vaart und Son gegen den S04. An diesem Abend reichte die limitierte Vorstellung für pomadige Schalker. Dabei tankte der HSV sogar so viel Selbstvertrauen in den ersten 45 Minuten, dass sie sogar nach der Pause Kabinettstückchen präsentierten. Beister leitete das 2:0 mit der Hacke ein. Nach Querpass hatte Rudnevs gefühlte fünf Minuten Zeit, um die Kugel seelenruhig anzunehmen und lässig einzuschieben. Und die Königsblauen? Pomadig, zu weit weg vom Gegner und zu langsam im Umschaltspiel. Tempo? Fehlanzeige! Gegenwehr? So gut wie keine! Seit dem Derby-Sieg und der Gala bei Arsenal zeigt die Formkurve deutlich nach unten. In Leverkusen und in Hamburg war die Leistung erschreckend. Stevens ist gefragt!

 

Torwart-Diskussion: Tja, Herr Unnerstall, war der Schuss von Beister zu halten? Ok, 117 Stundenkilometer sind schon der Hammer, aber meiner Meinung nach für einen sehr guten Torwart haltbar. Da sind wir aber schon mittendrin in der Diskussion, die sich wie Kaugummi zieht. Um es kurz zu machen: Unnerstall ist gut, aber hat für mich nicht das Potenzial ein sehr guten Keeper zu werden. Dafür fehlte ihm die torwartspezifische Ausbildung in der Jugend. Die Frage ist aber, ob sich Schalke „nur“ einen guten Schnapper leisten kann? In Hamburg konnte jeder Knappe sehen, was ein sehr guter Keeper ist! Adler unterstrich erneut, dass er trotz langer Verletzungspause zum Meister seines Faches gehört. Der HSV-Keeper verlebte einen ruhigen Abend, aber wenn er in den wenigen Aktionen gefordert war, war er zur Stelle. Den Elfer von Huntelaar hielt er stark, hat aber Pech beim Nachschuss. Und den Freistoß von Fuchs in der 90. Minuten pariert Adler genial. Eben mehr als gut! Sehr gut, ja weltklasse! 

Schalke 04 – E. Frankfurt 1:1 (1:1)

 

Kein Sieger im Spitzenspiel. Der FC Schalke 04 und Eintracht Frankfurt trennten sich 1:1-Unentschieden. Die frühe S04-Führung durch Huntelaar (11.) beantwortete Aigner 120 Sekunden später mit dem 1:1-Ausgleich (13.). Unterm Strich eine gerechte Punkteteilung, da die 61.673 Zuschauer in der Veltins Arena zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen haben.

 

Patsches Dreierpack

 

Erste Halbzeit: In den ersten 45 Minuten lieferten sich beide Mannschaften eine offenen Schlagabtausch mit Vorteilen für die Gäste aus Hessen. Schalke hatte vor allem mit der variablen Offensive der Frankfurter seine Probleme. Meier stieß immer wieder in die Spitze und unterstützte Matmour. Die offensiven Außenspiele, Inui und Aigner, sind oft in die Mitte eingelaufen, so dass die Außenverteidiger Jung und Ocipka den freien Raum für ihre zahlreichen Vorstöße nutzten. Da Farfan und Draxler nicht immer ausgeholfen hatten, war die Eintracht oftmals in Überzahl. Allerdings hatten die Schalker Glück, dass die Gäste diese Situationen schlecht ausgespielt haben. Allerdings hatten die Knappen auch ihre Möglichkeiten, da die Frankfurter Abwehrreihe nicht immer sattelfest war, vor allem wenn sie in der Vorwärtsbewegung Ballverluste hatten.

 

Zweite Halbzeit: Nach dem Seitenwechsel veränderten sich die Kräfteverhältnisse. Trotz der vielen Englischen Wochen legten die Knappen noch eine Schüppe drauf. Überraschend, da die Frankfurter weder international noch im DFB-Pokal aktiv sind und so eigentlich mehr Kraftreserven hätte haben sollen. Dennoch übernahm Schalke das Kommando. In der Defensive bekamen die Königsblauen die Frankfurter Offensive in den Griff, da das Gegenpressing besser funktionierte und vor allem Draxler und Farfan die Räume auf den Seiten besser zu machten. Gleichzeitig marschierten die Schalker und wollten unbedingt den Siegtreffer erzielen. Allerdings ohne Erfolg.

 

Chancenauswertung: Manchmal ist die Erklärung einfach: Es gab keinen Sieger im Spitzenspiel, da beide Mannschaften fahrlässig mit ihren Torchancen umgegangen sind. Frankfurt in der ersten Halbzeit, Schalke teilweise vor der Pause, aber hauptsächlich in den zweiten 45 Minuten. Eine Schwäche mit der die Knappen in den letzten Spielen zu kämpfen hatten. Zum einen mangelte es an der Zielstrebigkeit. Manchmal wird zu überhastet abgeschlossen, manchmal zu kompliziert gespielt. Zum anderen fehlt das Quäntchen Glück, da ein Schuss noch geblockt wird oder der Gäste-Keeper (Trapp gegen Pukki) grandios hält. Bestes Beispiel für die Situation: Huntelaar. Der Niederländer hat genügend Chancen, verwertet diese aber nicht so effektiv wie in der letzten Saison. 

Schalke 04 - Olympiakos 1:0 (0:0)

 

Achtelfinale gebucht! Durch den 1:0-Sieg gegen Olympiakos Piräus zieht der FC Schalke 04 vorzeitig in die KO-Runde der Champions League ein. In einem Geduldsspiel erlöste Fuchs die Königsblauen mit dem Treffer des Tages (77.). Im letzten Gruppenspiel am 4. Dezember 2012 in Montpellier geht es für die Knappen (11 Punkte) im Fernduell gegen Arsenal London (10 Punkte) um den Gruppensieg.

 

Patsches Dreierpack:

 

Fuchs' Hammer: "Nein, Fuchs! Nein, Fuchs! Jaaaaaa, Fuchs!" Da sieht man mal wieder, dass man keine Ahnung von dem Sport hat. Die Chronologie: Jones spitzelte die Kugel zum Österreicher. Der Linksverteidiger legte sich den Ball zum Schuss vor. Mein erster Gedanke: "Nein, Fuchs!" In meinem Kopfkino sah ich den Ball schon als nettes Weihnachtsgeschenk in den Zuschauerrängen. Fuchs war es aber egal und holte zum Linksschuss aus 25 Meter aus. Mein Kommentar: "Nein, Fuchs!" Aber es war zu spät. Die Kugel verließ bereits den Spann des Schalkers und ... zappelte kurze Zeit später im Netz der Griechen. Meine Reaktion beim Aufspringen: "Jaaaaaaaa, Fuchs!" Mein Gedanke: "Warum nicht immer so einfach!" Zum Dank meiner Nachbarn Nobbi und Martin habe ich einen Schulterklopfer bekommen: "Super, Patsche!" Ob es ernst gemeint war oder ironisch sei mal dahin gestellt.

Griechische Kolosse: Es war ein großer Spaß Dimitrios Siovas (1,91 Meter) und Kostas Manolas (1,86 Meter) bei der Arbeit zuzuschauen. Die beiden Innenverteidiger von Olympiakos sind in der Luft unbezwingbar, im Zweikampf hüftsteif aber rustikal und "breit" wie eine Wand, da sie immer wieder irgendein Körperteil ausstreckten, womit sie den Ball abblockten. Das einzige Problem des Duos ist, dass bei dem Spiel auf dem grünen Rasen der Ball im Mittelpunkt steht - und der ist nicht unbedingt der Freund der griechischen Kolosse. Wie oft Siovas und Manolas nach Ballgewinnen die Kugel ins Aus droschen, sorgte für den ein oder anderen Schmunzler in der Horster Kurve. Nicht so viel Spaß hatte vielleicht Huntelaar, der dürfe einige blauen Flecken davon getragen haben.

 

Hui und pfui: Endlich mal wieder zu Null! Bis auf die chaotischen fünf Minuten rund um die 72. Spielminute, als sich Unnerstall zum Glück nicht selbst das Ei ins Nest legte, ließen die Schalker nichts anbrennen. Nach der Flut an Gegentoren der letzten Spielen eine wahre Wohltat für die Zuschauer. Dennoch hätten es die Knappen gegen Piräus einfacher haben können. Ja wenn sie ihre Torchancen besser verwertet hätten. Huntelaar, Holtby und Draxler vergaben beste Einschussmöglichkeiten. Und als alles auf eine Nullnummer hinauslief, kam: "Nein, Fuchs! Nein, Fuchs! Jaaaaaaa, Fuchs!" 

Leverkusen – Schalke 04 2:0 (1:0)

 

Bankrotterklärung in Leverkusen! Ohne Gegenwehr war der FC Schalke 04 beim 0:2 in der BayArena chancenlos. Das indiskutable Auftreten der gesamten Mannschaft schlug einigen Spieler mächtig auf den Magen. Die Unzufriedenheit über seine eigene Leistung zeigte Farfan nach seiner Auswechslung in einem Disput mit Trainer Stevens – zur Abkühlung ging er radeln. Und auch Papadopoulos musste seinen Frust nach seinem Platzverweis Luft machen. Der Grieche fluchte auf dem Weg in die Kabine mit einem gefährlichen Blick und kickte in bester Roberto-Carlos-Manier eine Wasserflasche mit voller Power weg. Diese Energie hätte der gesamten Schalker Mannschaft auf dem grünen Rasen gut getan.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Kollektives Versagen: Eigentlich fehlen einem die Worte zu der (nicht) gebotenen Leistung der Schalker. ALLE Feldspieler boten eine katastrophale Vorstellung – ohne Ausnahme. Die Einzelkritik würde an dieser Stelle vernichtend ausfallen, wäre den Mühen aber nicht wert. Nach 90 Minuten war der S04 mit dem 0:2 noch gut bedient, was Unnerstall zu verdanken war. Der Keeper entschärfte einige Schüsse, hielt sogar einen Elfmeter von Kießling und war mit Abstand bester Mann bei Königsblau. Was seine Mannschaftskollegen lieferten, war einfach nur erschreckend, regelrecht grausam.  

 

Fehlerfestival im Spielaufbau: Unfassbar wie viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten sich die Knappen im Spielaufbau leisteten. Bezeichnend für das Fehlerfestival war der Grottenpass von Fuchs, der das 0:2 durch Kießling einleitete. Hinzu kam, dass Schalke den Gegner durch die massive Produktion an Fehlpässen immer wieder zu Kontern eingeladen hat – Schürrle sagte Danke beim 0:1. Diese Kombination aus den Fehlern im Spielaufbau und den Kontern des Gegners führen immer wieder zu Rückständen, denen das Team hinterher hecheln muss. Das ist aber kein neues Phänomen bei den Knappen. Beim 2:2 gegen Arsenal und dem 2:1 gegen Bremen konnten die Königsblauen die Blackouts dank ihrer Moral und Offensivpower ausmerzen. Doch beim 2:3 in Hoffenheim und jetzt in Leverkusen wurden diese Schwächen gnadenlos ausgenutzt.

 

Schmerztabletten für Tickets: Bekanntlich wird der Werksclub aus Leverkusen von einem Pharma-Unternehmen gesponsert. Die stellen u.a. auch Schmerztabletten her. Und diese hätte man gratis beim Versand der Eintrittskarten für das Auswärtsspiel in Leverkusen gut gebrauchen können. Inklusive Gebühren kostete das Plätzchen im Gästeblock über 75 Euronen (natürlich ohne all in) - letztes Jahr waren es noch 44 Euro! Die Folge: 450 Karten wurden von Schalke „leider“, aber völlig zu Recht zurückgeschickt. Es ist leider eine weitere Episode beim Ticketpreis-Wahnsinn bei Fußballspielen. Leider sind dabei zu viele Vereine schmerzfrei – vielleicht sollten sie mal die kleinen, runden weißen Dinger von den Pharma-Unternehmen weglassen.

Schalke – Werder Bremen 2:1 (0:1)

 

Und schon wieder eine Aufholjagd! Der FC Schalke 04 hat Werder Bremen mit 2:1 besiegt und dabei einen 0:1-Rückstand aufgeholt. Während die Königsblauen in der Champions League gegen Arsenal London aus einem 0:2 noch mit tollem Fußball ein 2:2 einfuhren, waren in der Bundesliga andere Tugenden gefragt. Nach dem 0:1 durch Hunt bissen sich die Knappen nach dem Seitenwechsel in die Partie und drehten das Spiel mit einem Kraftakt. Neustädter köpfte den 1:1-Ausgleich, Draxler entschied die Partie mit einem trockenen Linksschuss zum 2:1.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Energieleistung: Selbst auf die komplette Ehrenrunde in der Donnerhalle haben die Schalker verzichtet. Die Nachwirkungen der anstrengenden 90 Minuten waren groß. Denn diesmal war es kein Zauberfußball sondern harte Maloche. Nach den vielen englischen Wochen wirkten die Schalker leer im Kopf. Vor allem im spielerischen Bereich fehlten die zündenden Ideen. So haperte es besonders im Spielaufbau – vor allem die langen Bälle in die Spitze waren zu ungenau und leichte Beute für die Bremer. Hinzu kam, dass Werder kompakt stand und offensiv Akzente setzte. Die Königsblauen hatten Glück, zur Pause nur mit 0:1 zurückzuliegen, da Sokratis und de Bruyne noch die Latte trafen. Doch Schalke kompensierte nach dem Seitenwechsel die spielerischen Defizite mit kämpferischen Tugenden. Mit toller Moral arbeiteten sich die Knappen in die Partie. Und dank einer Standardsituation und einem Konter drehten die Schalker doch noch das Spiel. 

 

Kämpfer Jones: Für die vollbrachte Energieleistung war Jones die personifizierte Symbolfigur des Spiels. Obwohl auch ihm beileibe nicht alles gelang, trieb der 31-Jährige immer wieder seine Mitspieler an – auch lautstark, wie eine Diskussion mit Huntelaar zeigte. Die Führung durch Draxler bereitete er mit großem Willen und einem energischen Sprint beim Konter vor. Am Ende war Jones so ausgepowert, dass er mit Krämpfen ausgewechselt werden musste – unter Applaus der Zuschauer. Der verdiente Lohn!     

 

Joker sticht: Das nennt man Luxus. Draxler schmorrte 45 Minuten auf der Ersatzbank und musste mit ansehen, wie seine Kollegen in der Offensive einen gebrauchten Tag erwischten.  Huntelaar hatte insgesamt 13 Ballkontakte (genauso viele hatte der für ihn in der 63. Minute eingewechselte Marica) und vergab zwei gute Chancen. Zudem leitete der Hunter die Führung der Bremer mit einem missglückten Kopfball ein. Holtby hatte seine Sternstunden in der Defensive – vor allem mit seiner Rettungsaktion in der Nachspielzeit. Afellay war zwar körperlich anwesend, fußballerisch aber unsichtbar. Der Niederländer wurde zur Halbzeit erlöst und die Stunde von Draxler schlug. Der 19-Jährige entlastete den agilen Farfan, setzte Impulse und verhalf dem Team zum Sieg. 

Schalke 04 – FC Arsenal 2:2 (1:2)

 

Toller Fußball gepaart mit individuellen Fehlern und einer tollen Moral. So lautet das Fazit von Schalkes Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal London. 2:2 hieß es nach 90 packenden Minuten in der Veltins Arena. Dabei präsentierten die Königsblauen einen attraktiven Fußball, mussten aber nach zwei dicken Böcken einem 0:2-Rückstand nach 26 Minuten hinterher laufen. Jedoch zeigten die Knappen Comeback-Qualitäten und erkämpften sich noch einen Punkt.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Toller Fußball: Es ist beeindruckend in welcher Art und Weise der S04 den FC Arsenal über weite Strecken der Partie dominiert hat. Vor allem die Variabilität im Spiel zeugte von Klasse. Mal wurde auf die Tube gedrückt, dann wieder Tempo rausgenommen. Mal ging es überfallartig über die Flügel (leider waren zu viele Flanken suboptimal), dann wieder mit direktem Passspiel durch die Mitte. Mal wurde der Ball steil gespielt, dann wieder geduldig kombiniert und auf die Lücke gewartet. Die Folge: Schalke kreierte viele Chancen. Das Manko: die Chancenauswertung! Fuchs, Afellay, Höwedes und Farfan vergaben beste Möglichkeiten vor der Pause, Huntelaar, Höger und Holtby nach dem Seitenwechsel. Doch es gab ein noch gravierendes Manko: die …  

 

… individuellen Fehler: Die Aussetzer in der Defensive kosteten den Sieg. Beide Treffer und die zwei dicksten Chancen gingen individuellen Fehlern voraus. Beim 0:1 durch Walcott war es ein Missverständnis bzw. fehlte die Kommunikation zwischen Matip und Neustädter, der mustergültig Giroud steil schickte. Beim 0:2 ließ Höger die Grundlinie offen wie ein Scheunentor, so dass sich Podolski mit einem kurzen Antritt genug Platz verschafft hatte, um auf Giroud zu flanken. Nach der Pause sorgte Matip mit seinen fast schon obligatorischen Aussetzern für Gefahr. Sein Glück, dass Walcott einmal am rechten Pfosten scheiterte und einmal seinen Meister in Unnerstall (Ja, der Keeper hielt den Punkt fest. Bei den ersten beiden Toren lautete das Fazit: muss man nicht, kann man aber unter Umständen - mit ein wenig Glück - halten) fand. Trotz der Blackouts zeigte der S04 eine …

 

… tolle Moral: 0:1 – egal! 0:2 – na und? Der Doppelschlag innerhalb von acht Minuten ließ die Gelsenkirchener kalt. Unbeeindruckt zogen sie ihr Spiel durch. Sie haben weder ihre Ordnung in der Defensive verloren, noch ihren Mut in der Offensive etwas zu bewegen. Und sie wurden belohnt. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nutzten sie ihrerseits einen individuellen Fehler der Gunners, als Cazorla die Kugel in der Vorwärtsbewegung vertändelte, aus. Neustädter auf Holtby, der direkt weiter auf Huntelaar – 1:2. Und nach dem Seitenwechsel glich Farfan per Billard-Tor mit Vermaelen zum 2:2 aus.

Hoffenheim - Schalke 04 3:2 (1:1)

 

An kuriosen Tagen wie diesen kann man nur staunen. 2:3-Pleite in Hoffenheim! So ein Spiel zu verlieren, muss man erst einmal schaffen. Schalke hat über 70 Prozent Ballbesitz, Chancen für zwei Partien und zwei Rückstände aufgeholt. Dennoch blieben die Gelsenkirchener ohne Punkt(e). In der Nachspielzeit ließen sich die Schalker auskontern und kassierten das 2:3. Und so bleibt es dabei: Schalke kann in Hoffenheim nicht gewinnen. In fünf Spielen gab es zwei Niederlagen und drei Remis. An diesem Nachmittag war die Pleite eigenes Unvermögen.



Dreierpack zum Spiel:

 

Fehlende Klasse: Drei Chancen, drei Tore. Hoffenheim war gnadenlos effektiv. Allerdings muss man Unnerstall und Matip in diesen Situationen fehlende Klasse vorwerfen. Beim Stande von 1:1 verursachte Matip unnötig einen Elfmeter. Auch sonst wirkte der Innenverteidiger unsicher und ist in fast jedem Spiel für zwei, drei Unsicherheit „gut“. Bei den anderen beiden Gegentoren machte Unnerstall keine gute Figur. Zwar durfte Johnson beim Konter zum 0:1 60 Meter durchs Mittelfeld spazieren, aber den Schuss Volland hält ein sehr guter Torwart. Genauso beim 2:3 durch Schipplock. Unnerstall ist solide, aber kein Torwart, der auch mal in wichtigen Situationen einen schweren Ball hält. Aber nur mit einem solchen Mann zwischen den Pfosten kann man Titel gewinnen.

 

Unvermögen und Wiese: Wie es geht, zeigte Tim Wiese. Nach seinem Wechsel von Bremen ins Kraichgau spielte der Keeper bislang eine schwache Saison. Doch gegen die Knappen zeigte Wiese, was er kann und brachte die Schalker Angreifer regelrecht zur Verzweiflung. Jones, Farfan und Afellay scheiterten teilweise mehrmals an Wiese. Hinzu kam Unvermögen vor dem 1899-Tor. Oftmals verpassten die Schalker den richtigen Zeitpunkt zum Abschluss, so dass Jones, Holtby oder Huntelaar noch abgeblockt wurden.

 

Uchida trifft: Ja, das steht wirklich da. Uchida hat im 51. Spiel sein erstes Bundesliga-Tor geschossen. Doch irgendwie war das auch symptomatisch, dass der Japaner in diesem Spiel getroffen hat. Denn die Schalker Offensivabteilung um Huntelaar, Afellay, Holtby, Farfan und später Draxler sowie Marica hätten noch Stunden spielen können, ohne zu treffen. So war es auch kein Wunder, dass der andere geborene Torjäger, Roman Neustädter, den Treffer zum 1:1 erzielte. An kuriosen Tagen wie diesen bleibt nur eins … staunen!

Schalke 04 - Sandhausen 3:0 (1:0)

 

Pflichtaufgabe erfüllt! Der FC Schalke 04 hat sich in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den SV Sandhausen mit 3:0 durchgesetzt. Afellay, Marica und Huntelaar schossen die Knappen in die nächste Runde. Außerdem stellten die Anhänger des Zweitligisten einen Rekord auf. Von den 52.970 Zuschauern in der Veltins-Arena kamen 671 aus Baden-Württemberg - noch nie zuvor reisten so viele Fans des SVS zu einem Auswärtsspiel an. Und die erlebten eine tolle Stimmung in der Donnerhalle. Obwohl es kein Leckerbissen war, war der Support der Königsblauen - vor allem der Nordkurve - mal wieder aller Ehren wert.

 

Dreierpack zum Spiel:

 

2. Anzug souverän: Stevens kurbelte an der Rotationsmaschinerie. Im Gegensatz zum Nürnberg-Spiel stellte er auf acht Positionen um. Dennoch spielten die Schalker den Gegner in den ersten 20 Minuten an die Wand. Immer wieder zogen die Königsblauen das Tempo an und waren viel in Bewegung. Die Folge: viele Chancen und die 1:0-Führung. Danach nahmen sie einen Gang raus und zündeten nur noch phasenweise den Turbo. Höhepunkt war das 2:0, als Marica in bester Klaus-Fischer-Manier die Kugel per Fallrückzieher in die Maschen dreschte. Auch wenn Sandhausen nicht gerade Furcht und Schrecken verbreitete, kontrollierten die Knappen 90 Minuten das Spiel. Der 2. Anzug passte.

 

Barnetta unglücklich: Der Schweizer Nationalspieler erhielt die Chance, sich im offensiven Dreier-Mittelfeld zu präsentieren. Allerdings blieb er in der 1. Hälfte deutlich im Schatten von Draxler und Afellay. Bis auf die Flanke zu Metzelders Latten-Kopfball gelang Barnetta nicht viel. Nach der Pause testete ihn Stevens als Rechtsverteidiger. Auch dabei wirkte der 27-Jährige unglücklich. Im Zweikampf rutschte er mal aus und ließ gegen die ansonsten harmlosen Sandhausener zwei gefährliche Flanken zu. Sowohl im Konkurrenzkampf in der Offensive mit Farfan, Draxler, Afellay und Holtby, als auch in der Defensive mit Uchida, Höwedes und Höger sammelte Barnetta keine Pluspunkte. Es scheint so, als ob der Schweizer noch nicht richtig auf Schalke angekommen ist.

 

Premiere für Kolasinac: Willkommen im Senioren-Fußball, Sead Kolasinac! Nach zwei Schnupperkursen stand der 18-Jährige erstmals als Profi in der Startelf eines Pflichtspiels. Als Linksverteidiger übernahm er den Part von Christian Fuchs und erfüllte seine Aufgabe zufriedenstellend. Einsatzfreudig und kompromisslos in den Zweikämpfen ging er zu Werke. Damit machte er deutlich, dass er nicht nur von der Statur her Kyriakos Papadopoulos ähnelt. Allerdings offenbarte er technische Unsauberkeiten bei der Ballbehandlung, die aber in die Kategorie "Nervosität beim Premierenball" eingestuft werden. 

Schalke 04 – Nürnberg 1:0 (0:0)

 

Alle Neune! Der FC Schalke 04 hat mit dem 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg die perfekte Woche mit neun Punkten abgeschlossen. Nach dem Derby-Sieg und dem historischen Dreier in London folgte ein Arbeitssieg gegen den Club. Jefferson Farfan erzielte den Treffer des Tages (77. Minute) und ließ die Königsblauen nach einem harten Stück Arbeit jubeln.

 

Der Dreierpack zum Spiel:

 

Keine Inspiration: Die Beine waren schwer nach den Festtagen in Lüdenscheid-Nord und beim FC Arsenal. Es fehlte die Spritzigkeit und die Frische im Spiel der Knappen. Vor allem das Trio im offensiven Mittelfeld hatte Probleme, eine Idee gegen die kompakten Nürnberger zu kreieren. Ibrahim Afellay, Lewis Holtby und Farfan versprühten keine Inspiration, so dass das Schalker Spiel, trotz über 60 Prozent Ballbesitz, stockte und statisch wirkte. Es war viel Sand im Getriebe in der Schalker Maschinerie mit vielen Ungenauigkeiten im Passspiel. Die Nachwehen einer erfolgreichen aber anstrengenden Woche.    

 

Individuelle Klasse: Trotz Müdigkeit in den Knochen verfügen die Knappen über individuelle Klasse im Kader, um Spiele zu gewinnen, in denen es nicht rund läuft. Der eingewechselte Julian Draxler passte auf Christian Fuchs, der flankte in die Mitte und Farfan schob die Kugel, technisch stark mit dem linken Fuß, zum 1:0 ein. So spielt eine große Mannschaft in englischen Wochen. Zwischen Festtagen wie beim Derby und der Champions League muss man im Liga-Alltag geduldig und humorlos einen Dreier einfahren.

 

Unnerstall sicher: Über die Qualität von Lars Unnerstall wurde in den vergangenen Wochen viel diskutiert. Ungelenk mit fußballerischen Defiziten sagen die einen, solide zwischen den Pfosten meinen die anderen. Aber von einem Fels in der Brandung spricht keiner. Huub Stevens sind solche Meinungen egal und setzt weiter auf den Youngster. Und der Keeper bestätigte das Vertrauen in allen drei Spielen der Woche. Unnerstall strahlte Sicherheit aus und löste alle Aufgaben ohne Probleme. Besonders bemerkenswert: Der 22-Jährige leitete gegen Nürnberg sogar einen Angriff mit einem weiten Abwurf an die Mittellinie ein. Allerdings vertändelte Afellay die Kugel in der 5. Minuten. Nun gilt es für Unnerstall diese Leistung konstant abzurufen – ohne Wackler – und auch mal die sogenannten Unhaltbaren wegzufischen.



Lüdenscheid-Nord - Schalke 04 1:2 (0:1)

 

Endlich wieder ein Derby-Sieg! 2:1 hat der FC Schalke 04 in Lüdenscheid-Nord gewonnen – und dass absolut verdient. Ibrahim Afellay und Marco Höger trafen für die Knappen, die damit nach vier sieglosen Derbies (1 Remis, 3 Pleiten) ihren Anhang wieder jubeln ließen. Gleichzeitig zeigten die Königsblauen, dass sie auch in der Bundesliga in einem Top-Spiel ihre Leistung abrufen und einen Dreier einfahren können.

 

Der Dreierpack zum Spiel:

 

Stevens geht voran: „Der Knurrer von Kerkrade“ at its best! Vor der Partie gab Huub Stevens ein Interview für den Bezahlsender. Eine Frage zu der Torwartentscheidung pro Lars Unnerstall, eine zu Jermaine Jones und der Schalke-Coach war auf Betriebstemperatur. Bissig knurrte der Niederländer gegen seinen Interviewer. Und mit genauer dieser Aggressivität gingen seine Spieler ins Derby. Sie waren giftig in den Zweikämpften und kämpften um jeden Zentimeter auf dem grünen Rasen. Stevens infizierte seine Jungs.

 

Schaltzentral Neustädter: Einen Spieler aus dem Schalker Kollektiv hervorzuheben, wäre eigentlich nicht gerecht. Muss aber in diesem Fall sein. Obwohl die gesamte Elf sehr gut gegen den Ball gearbeitet hat und viele Wege gegangen ist, hob sich Neustädter noch ein wenig ab. Der Neuzugang steht immer richtig, gewinnt viele Zweikämpfe, hat eine hohe Passsicherheit und leitet viele Angriffe ein. Das i-Tüpfelchen war sein 50-Meter-Pass auf Atsuto Uchida vor dem 1:0 durch Afellay. Neustädter verkörpert den modernen Sechser und hievt die Königsblauen auf dieser Position eine Stufe höher.

 

Kein Killerinstinkt: Trotz der insgesamt souveränen Vorstellung im Derby schaute die ein oder andere Schweißperle in den letzten halben Stunde auf der Stirn vorbei. Auch wenn Lüdenscheid-Nord keine Laufkundschaft ist, die man mal ebenso abschießt, verpassten die Knappen, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Begonnen und geendet hat es mit zwei riesen Chancen. Nach dem 2:0 schaffte es Joel Matip, die Kugel aus zwei Metern übers Tor zu dreschen. In der Nachspielzeit vertändelte Klaas-Jan Hunterlaar seine Möglichkeit in stümperhafter Form, als der Stürmer alleine auf das Tor zu lief. Aber auch dazwischen fehlte die letzte Konsequenz bei den Kontern. Und so konnten sich die Schweißperlen genüßlich auf der Stirn ausbreiteten, bis Schiedsrichter Dr. Felix Brych die Partie abpfiff. Wobei man auch sagen muss, dass Die Defensive in dieser Zeit so gut wie nichts zugelassen hat.



Arsenal - Schalke 04 0:2 (0:0)

 

Historischer Sieg in der Champions League! Durch den 2:0-Erfolg beim FC Arsenal London hat der FC Schalke 04 zum ersten Mal auf englischen Boden gewonnen. In den fünf vorherigen Auswärtsspielen auf der Insel reichte es bislang nur zu einem Remis und vier Niederlagen. Zudem sorgten die Treffer von Klaas-Jan Huntelaar und Ibrahim Afellay, dass die Gunners erstmals seit September 2003 ein Gruppenspiel in der Champions League verloren haben – 0:3 gegen Inter Mailand.

 

Der Dreierpack zum Spiel:

 

Reife Leistung: Nullvier Tage nach dem Derby-Sieg in Lüdenscheid-Nord hat der S04 erneut ein Ausrufezeichen gesetzt! Mit einer bemerkenswerten Leistung setzten sich die Mannen von Huub Stevens in souveräner Manier beim FC Arsenal durch. Die für ihren offensiven One-touch-football bekannten Briten wurden von den Knappen regelrecht entzaubert. In der Defensive kompakt und kompromisslos ließen die Schalker, die Gunners nie zur Entfaltung kommen. Dazu setzte der S04 offensiv immer Akzente und übte somit Druck auf die Hausherren aus. Dank der Abgeklärtheit in der Abwehrarbeit und dem Mut im Angriff kam unterm Strich ein verdienter und souveräner Auswärtssieg heraus.  

 

Highbury Library: „Heimspiel in London“, skandierten die S04-Fans im Emirates Stadium. Support der Gunners-Fans? Fehlanzeige! Mag sein, dass das Spiel der Königsblauen den Anhängern der Kanoniere die Sprache verschlagen hat. Denn zu mehr als sechs oder sieben „Arsenal, Arsenal“-Anfeuerungen war nichts zu hören. Damit untermauerte Arsenal seinen Support-Ruf „Highbury Library“ auf der Insel. Nur dank der Knappen-Fans war es nicht so still wie in einer Bibliothek.

 

Der 2:0-Tipp: Wenn es doch immer so einfach ware! King’s cross station in London. Mittwoch, der 24. Oktober 2012, etwa sieben Stunden vor Anpfiff des Champions-League-Spiels zwischen Schalke und Arsenal. Zwei Schalke-Fans philosophieren über die Partie am Abend. Und Jimmy hatte Dirk einen Vorschlag gemacht: „Setz 50 Pfund auf einen 2:0-Sieg der Schalker.“ Gelächter. „Ja, und dann verschießen wir in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter beim Stande von 1:0“, konterte Dirk. Knapp zehn Stunden später trauerte Dirk einer vierstelligen Pfund-Summe nach. Jimmy hat’s gewusst: Der 2:0-Tipp.



FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg 3:0 (1:0)
Nach den 2:2-Niederlagen in Düsseldorf und gegen Montpellier hat Schalke gezeigt, dass der S04 eine Führung auch nach Hause fahren kann. Jefferson Farfan, Ibrahim Afellay und Roman Neustädter schossen den verdienten 3:0-Sieg heraus. Und damit waren die Wölfe noch gut bedient. Neben einem Pfostenschuss von Klaas-Jan Huntelaar, einen nicht gegebenen Elfmeter (Benaglio gegen Farfan) haben die Königsblauen noch etliche gute Chancen ausgelassen.

Der Dreierpack zum Spiel:
Farfans Wiedersehen: Großen Worten folgte ... eine große Leistung. Vor dem Spiel sprach der Peruaner Klartext gegen Ex-Coach Felix Magath und verdeutlichte, dass die beiden wohl nie einen spaßigen Urlaub am Strand mit Caipirinhas verbringen würden. Und so war Farfan motiviert bis in die Haarspitzen. Der Flügelflitzer rannte, kämpfte, grätschte - und köpfte zur Krönung seiner Leistung den wichtigen Treffer zum 1:0. Und der Jubel? Diesmal nicht jugendfrei. Anstatt wie immer an seinem Daumen zu nuckeln, gab es diesmal einige nette spanische Worte in Richtung Magath - olé.

Kompaktes Mittelfeld: Die Wolfsburger Offensive? Nur auf dem Papier. Die Wölfe war harmlos. Lakic sah gegen Höwedes und Matip kein Land. Allerdings kamen auch keine Bälle beim Stürmer an. Warum? Weil das Schalker Mittelfeld fast alles abräumt. Vor allem Höger und Neustädter vermiesten Diego den Nachmittag, machten die Schotten dicht und leiteten nach ihren Ballgewinnen viele Angriffe ein.

Huntelaars Fahrkarten: Drei Treffer erzielten die Knappen, aber der Hunter ging leer aus. Der Niederländer wollte, konnte aber nicht. Einmal war der Pfosten im Weg, manchmal war der Eigensinn zu groß, des Öfteren fehlte der Antritt, um vielleicht das Tor zu machen. Zum Glück für den Stürmer, dass diesmal andere in die Bresche sprangen.