FC Schalke 04 - BxB 1:1 (0:0)

 

Remis im Revier-Derby! Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund haben sich 1:1 getrennt. Im 171. Aufeinandertreffen brachte Aubameyang die Gäste in der 53. Minute mit 1:0 in Führung. Die Hausherren glichen in der 77. Minute durch Thilo Kehrer aus. Die Schwatt-Gelben waren insgesamt die reifere und spielerisch besser Mannschaft, verpassten aber den Sack vorzeitig zu zumachen. Schalke besann sich bis zum Rückstand vornehmlich auf das Verteidigen. Erst nach dem 0:1 wurden die Knappen mutiger, waren zwar hinten offener, vorne aber auch endlich gefährlicher. In der Nachspielzeit hätte sie aber sogar das Spiel für sich entscheiden können.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Kehrer: Die starke Entwicklung von Kehrer im Laufe der Saison fand im Derby einen neuen Höhepunkt. Goretzka spielte den 20-Jährigen im Strafraum per Hacke frei, und Kehrer drosch die Kugel flach ins linke untere Eck. Ein Moment, den der Abwehrspieler wahrscheinlich nie vergessen wird. „Es ist ein Riesengefühl, im Derby das 1:1 zu schießen. Ich bin überglücklich“, grinste Kehrer, der diesmal als Linksverteidiger für den verletzten Kolasinac aushelfen musste. Damit unterstrich der S04-Youngster auch seine Flexibilität, dass er in der Defensive auf allen Positionen eingesetzt werden kann. Ein hohes Gut des talentierten Abwehrmannes aus der Knappenschmiede.

 

Wechselbad der Gefühle: Das 0:1 war zwar nicht unverdient, aber ärgerlich, da die Knappen kurz davor selbst das 1:0 auf dem Fuß hatten. Zum einen hätte Burgstaller den flachen Querpass von Goretzka besser Bentaleb überlassen, der die Kugel aus zehn Metern frei auf das Tor hätte schießen können. Burgstaller stoppte aber den Ball, drehte sich und zog mit links ab. Es wurde aber nur ein Kullerball auf Bürki, weil Sokratis Hand auf Burgis Oberschenkel legte. Der Österreicher forderte Elfmeter- puuh schwere Entscheidung. Während Burgi noch lamentierte, liefen die Gäste einen Highspeed-Konter. Dembeles schickte Kagawa steil, der frei vor Fährmann auf Aubameyang quer legte. Der Gabuner musste den Ball nur noch ins leere Tor einschieben. Der Treffer ließ aber auch die Schalker endlich mutiger werden, wobei sie den Gästen dadurch mehr Räume anboten, die sie vor allem durch Dembele zu nutzen wussten. Allerdings versäumten es die Gäste, den Sack zu zumachen. Aubameyang tauchte frei vor Fährmann auf und wollte quer legen, doch Höwedes rettete in letzter Sekunde. Kurz darauf traf Dembele den Pfosten. Glück für Schalke. Doch die Knappen waren jetzt besser im Spiel und wurden belohnt.

 

Hektische Schlussphase: Nach dem Ausgleich von Kehrer waren die Schalker Chef im Ring. Es wurde hektisch, wovon die Knappen profitierten. Die Arena bebte und hätte fast den königsblauen Derby-Sieg gesehen. Kehrers Hereingabe in der Nachspielzeit schoss sich Barta selbst an die ausgestreckte Hand. Doch der Pfiff von Schiedsrichter Zwayer blieb aus. Als Fußballer sagt man, was soll ich machen, nach den Regel ist es aber ein Elfer. Und die Regeln zählen. Anderseits muss man aber auch an das Gladbach-Spiel und den Handelfer zum 2:2 erinnern. So ist halt der Fußball. Vielleicht kommt ja der Videobeweis. Doch trotz dieser ‚Fehlentscheidung‘ hätte Schalke noch gewinnen können. Denn der Hunter hätte fast noch zugeschlagen. Huntelaars Drehschuss wurde aber im Strafraum noch geblockt. Das war knapp.

Mainz 05 - FC Schalke 04 0:1 (0:0)

 

Zum Sieg malocht! Der FC Schalke 04 hat einen 1:0-Auswärtssieg beim 1. FSV Mainz 05 gefeiert. Es war ein Kraftakt der Königsblauen. Man merkte den Schalkern den Kräfteverschleiß der letzten englischen Wochen an. Der Tank bei den Knappen wurde mit fortdauernder Spielzeit immer leerer, doch mit großem Willen fuhren sie letztendlich den nicht unverdienten Erfolg ein. Symbolisch dafür stand Kolasinac. Mit einem Kraftakt erzielte der Linksverteidiger den Treffer des Tages – und das durchaus sehenswert.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Treffer des Tages: Das Tor war eine Kombination aus feinem Fußball gepaart mit Wille und Zielstrebigkeit durch einen gekennzeichneten Spieler, der für die Malocher-Mentalität auf Schalke steht: Kolasinac! Schalkes Nummer 6 stoppte in der eigenen Hälfte einen langen Mainzer Ball mit der Brust, leitete den Angriff ein und marschierte nach vorne. Doppelter Doppelpass mit Choupo-Moting an der Mittel, Doppelpass mit Burgstaller  und dann ab in den Strafraum. Dort holte der Linksfuß aus und drosch die Kugel flach ins rechte Eck. Was eine Energieleistung von Seo, der seit Wochen wegen eines Nasenbeinbruchs mit einer Maske spielt sowie mit muskulären Problemen erst immer wieder kurzfristig grünes Licht für einen Einsatz gibt. In Mainz stand Coke Gewehr bei Fuß für sein Comeback im Kader. Doch Kolasinac biss erneut auf die Zähne und belohnte sich und die S04-Fans mit dem Treffer des Tages.

 

Stabile Defensive: Zauberfußball in Mainz konnte man von Schalke nicht erwarten. Nach den intensiven letzten Wochen liefen die Spieler in der Opel-Arena auf dem Zahnfleisch. Allerdings bissen alle auf die Zähne und waren sich nicht zu schade, in der Defensive jeden Schritt zu machen der nötig war. Die Speerspitze bildete erneut Burgstaller, der immer wieder die Mainzer Abwehrspieler anlief und attackierte. Dahinter waren auch Schöpf, Meyer und Choupo-Moting immer unterwegs und störten das Aufbauspiel der Gäste, die sich oftmals nur mit langen Bälle zu helfen wussten, die unter Druck aber des Öfteren im Niemandsland landeten. Quälten sich die Mainzer dann doch mal durch, wartete mit Stambouli ein aufmerksamer Staubsauger vor der Abwehr mit einer starken Zweikampfbilanz. Zuletzt räumte dann, falls nötig, die Viererkette ab. Einzig bei den Standards der 05er hatten die Knappen ihre Probleme. Doch da war noch Fährmann, der zur Stelle war, falls es brannte. So wie kurz vor der Pause als  der Keeper innerhalb von drei Minuten drei Mal stark parierte. Dank einer starken defensiven Mannschaftsleistung konnten die Königsblauen am Ende neben einem Sieg auch das Zu-Null feiern.

 

Miserable  Konter: In der Schlussphase verpassten es die Schalker, den Sack vorzeitig zu zu machen. Und das äußerst kläglich. Trotz Überzahlsituationen spielten sie ihre Konter miserabel aus. Bentaleb lief von der Mittellinie alleine auf das Tor zu. Dass er dann an Lössl im Abschluss scheiterte, mag durchaus passieren. Aber was sich Bentaleb danach bei seiner Kopfball-Rückgabe gedacht hat, bleibt sein Geheimnis. Fünf Meter neben ihm stand Choupo-Moting völlig frei. Apropos Choupo-Moting. Der Linksaußen machte es bei einer 2-gegen-1-Situation nicht besser. Er war nicht in der Lage den Querpass zu spielen und blieb am Gegenspieler hängen. Letztendlich wurden die katastrophal vorgetragenen Konter nicht bestraft. Schalke fuhr das 1:0 nach Hause. Aber in Zukunft sollten sie ihre Gegenangriffe konzentrierter und effizienter zu Ende spielen. Das würde auch die Nerven der S04-Fans schonen.

M'Gladbach - FC Schalke 04 2:2 (2:0)

 

Was ein Europapokal-Abend! Schalke 04 zieht ins Viertelfinale der Europa League ein! Nach dem 1:1 im Hinspiel reichte den Königsblauen ein 2:2 bei Borussia Mönchengladbach, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Dabei standen die Knappen zur Pause schon so gut wie vor dem Aus. Die Fohlen führten nach Toren von Christensen und Dahoud mit 2:0. Doch Schalke zeigte Charakter, kämpfte sich mit der Unterstützung der grandiosen S04-Fans zurück ins Spiel und startete die Aufholjagd. Zunächst verkürzte Goretzka auf 1:2, kurz darauf glich Bentaleb per Handelfmeter zum 2:2 aus. Am Ende entwickelte sich die Partie zu einem Thriller, bei dem die Schalker vor allem defensiv kühlen Kopf bewahrten. Insgesamt war es ein Duell auf Augenhöhe, das Schalke nicht unverdient dank der Auswärtstorregel für sich entschieden hat.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Glück-/Pech-Diskussion: Keine Frage, beide S04-Tore im Borussia-Park waren glücklich. Ein Platz-Fehler begünstigte den Treffer von Goretzka. Das angebliche Handspiel von Dahoud war kein Elfmeter. Wie das Spiel ohne die Fehlentscheidung von Clattenburg ausgegangen wäre, ist hypothetisch und wird niemals zu einem Ergebnis führen. Da hatte Gladbach einfach Pech. Aber das Ausscheiden der Fohlen nur darauf zu reduzieren, ist zu einfach. Denn die Elf vom Niederrhein konnte sich keineswegs über mangelndes Glück beklagen. Das 1:0 wäre wohl nicht gefallen, wenn Höwedes die Kugel nicht mit der Brust abgefälschte hätte. Das war Pech für Schalke. Und den Sonntagsschuss von Dahoud kann man durchaus auch als Glücksschuss bezeichnen. Zudem war da noch das Hinspiel, als die Schalker Pech bei einem Pfosten- und Lattenknaller hatten – Glück für Gladbach. Dagegen wird der VfL den Einwand bringen, dass vor dem 1:1-Ausgleich von Burgstaller, der Schiedsrichter ein Foul an Raffael hätte pfeifen können. Glück für Schalke, Pech für Gladbach. Bei dieser ganzen Glück- und/oder Pech-Diskussion sollten sich die Fohlen aber auch an die eigene Nase fassen. Eine 1:0- bzw. 3:1-Führung reichte ihnen nicht um weiter zu kommen.

 

Erste Halbzeit: Schalke fehlte in den ersten 45 Minuten das gewisse Etwas in ihrem Auftritt. Einige Spieler „schwammen“ einfach nur so mit und schienen nicht voll dabei zu sein. Das reicht nicht, um in Gladbach zu bestehen. Bentaleb musste man suchen, um ihn auf dem Feld zu sehen. Geis war wieder im Trab-Modus. Kolasinac wirkte ungewohnt verhalten. Kehrer unterliefen einfache Fehler bei der Ballverarbeitung. Einen leichten Ballverlust in der Vorwärtsbewegung konnte Schalkes Nummer 20 nur mit einem Foul an Hofmann ausbügeln. Die Folge: Freistoß, Gegentor zum 0:1. Für das i-Tüpfelchen sorgte aber Choupo-Moting, der bis dahin schon einen gebrauchten Tag hatte, kurz vor dem Pausenpfiff. Schalke lief einen vielversprechenden Konter. Doch Choupo vertändelte leichtfertig den Ball an der Strafraumgrenze. Die Fohlen schalteten schnell um und starteten selbst einen Konter. Über Raffael kam Dahoud an die Kugel. Der Gladbacher zimmerte den Ball per flatterndem Sonntagsschuss in die Maschen – 0:2. Schalke stand mit dem Rücken zur Wand.

 

Zweite Hälfte: In der Halbzeit muss Weinzierl die richtigen Worte gefunden haben. Denn nach dem Seitenwechsel stand plötzlich eine von der Einstellung ganz andere S04-Mannschaft auf dem Platz. Jetzt waren die Knappen hellwach, aggressiv und zielstrebig. Auch der Pausenwechsel mit Meyer für Geis belebte das Spiel der Knappen. Gladbach begann zu wackeln, und der beste Schalker auf dem Platz brachte sein Team endgültig zurück in die Spur. Goretzkas Anschlusstreffer war ein Produkt des Willens, der belohnt wurde. Es entwickelte sich ein spannender Europapokalabend. Zunächst mit dem Ausgleich der Königsblauen, dann mit einer Schlussphase, die nichts für schwache Nerven war. Doch Schalke blieb cool und ging trotz des Remis‘ als verdienter Sieger vom Feld.

FC Schalke 04 - FC Augsburg 3:0 (3:0)

 

Schau an, schau an, Schalke 04 kann auch ganz souverän auftrumpfen. Die Königsblauen haben sich gegen den FC Augsburg hochverdient mit 3:0 durchgesetzt. Nach den Treffern von Burgstaller (2x) und Caligiuri war die Partie bereits nach 34 Minuten entschieden. Zudem profitierten die Knappen beim Stande von 2:0 von einem verschossenen Elfmeter (Höwedes foulte Bobadilla) von Verhaegh – Fährmann parierte stark. Ansonsten dominierten die Schalker die Partie gegen harmlose bayerische Schwaben nach Belieben, versäumten es aber, das Ergebnis noch höher zu schrauben. Nach dem Seitenwechsel war die Chancenauswertung mangelhaft. Diesmal konnte es der S04 verkraften.   

 

Dreierpack zum Spiel

 

Ecke, Tor: Irgendwann ist immer das erste Mal. Und bei Schalke dauerte es etwas länger. Während alle anderen Teams in der Liga bereits mindestens ein Mal nach einer Ecke jubeln durften, mussten die Knappen bis zum 24. Spieltag warten. Gegen Augsburg war es endlich so weit: Ecke, Tor. Geis brachte den ruhenden Ball in den Strafraum. Dort ging er zunächst an Freund und Feind vorbei. Bis die Kugel am 2. Pfosten auf Burgstaller traf. Der Österreicher vollstreckte mit der Sohle aus einem Meter. Es war geschafft, Schalke kann auch nach einem Eckball treffen.

 

Burgstaller: Etwas mehr als drei Monate reichten dem Guido, um die Herzen der Fans am Schalker Markt zu erobern. Bei seiner Auswechslung in der 84. Minute erhebte sich das S04-Publikum und feierte den Österreicher. „Es war Gänsehaut pur, ein überragendes Gefühl“, strahlte Burgstaller, der mit zwei Toren maßgeblichen Anteil am Erfolg gegen Augsburg hatte. Doch die Tore sind nur das i-Tüpfelchen. Denn Burgi verkörpert das, was man auf Schalke sehen will: Maloche. Und Burgstaller fightet  um jeden Zentimeter auf dem grünen Rasen, rennt jedem Ball hinterher und schmeißt sich in jeden Zweikampf rein. So etwas wird auf Schalke mit Applaus honoriert. Weiter so, Guido!

 

Choupo & Meyer: Das S04-Duo gehörte gegen Augsburg zu den Aktivposten im Spiel – endlich mal wieder. Denn die beiden spielen aktuell alles andere als eine überzeugende Saison. Beide sind technisch versiert, tun sich aber schwer, wenn es nicht läuft und sie auf Gegenwehr stoßen. Bei Choupo-Moting wirkt es dann lethargisch, bei Meyer fehlt die körperliche Präsenz. Doch gegen Augsburg zeigten beide, dass es auch anders geht. Choupo war schon nach seiner Einwechslung gegen Mönchengladbach ein Aktivposten. Mit seinen Dribblings kreierte Überzahlsituationen und sorgte für Gefahr – so wie beim 2:0 als er nach einer erfolgreichen Eins-gegen-Eins-Situation Burgstaller bediente. Auch Meyer wirkte spielfreudig. Mit seinen Körpertäuschungen verschaffte er sich immer wieder Raum und leitete die Angriffe ein. Nur beim Abschluss haperte es, das waren bessere Rückgaben als Torschüsse. Aber es kann ja nicht sofort alles klappen. In Gladbach kann er es dann gerne besser machen :-)

FC Schalke 04 - M'Gladbach 1:1 (1:1)

 

Ordentlich, aber kein Grund zu Freudensprüngen. Im Hinspiel der Achtelfinals der Europa League trennten sich der FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach 1:1. Nach der frühen Fohlen-Führung durch Hofmann gaben die Königsblauen schnell eine Antwort durch Burgstaller zum 1:1. Nach dem Ausgleich war Schalke das aktivere Team und dem Führungstreffer deutlich näher dran als die Gäste. Gladbach stellte nach dem Seitenwechsel seine Offensivbemühungen nahezu ein und beschränkte sich auf die Defensive. Mit Erfolg, dank Sommer, dem Pfosten und der Latte.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Systemumstellung: Weinzierl verzichtete auf die Dreierkette und ließ den S04 im 4-4-2 agieren. Kehrer, Höwedes, Nastasic und Kolasinac bildeten die Viererkette. Geis, der sich bei Ballbesitz fast immer zwischen den beiden Innenverteidigern fallen ließ, und Stambouli gaben die Doppel-Sechs. Caliguri (links) und Schöpf (rechts) bekleideten die Außenbahnen, während Goretzka als hängende Spitze rumwirbelte. Burgstaller gab den Sturmtank. Die Systemumstellung brauchte zwanzig Minuten Anlaufzeit bis die Abstimmung in der Defensive stabil wurden. Danach weitere 40 Minuten bis die Offensive auf Touren kam. In der letzten halben Stunde wirkten dann auch die Angriffe deutlich flüssiger, was vor allem mit der Einwechslung von Choupo-Moting zu tun hatte.

 

Schwache Anfangsphase: Schalke erwischte alles andere als einen Start nach Maß. Zu Beginn häuften sich erneut die Fehler im Spielaufbau, die Gladbach zu Kontern einlud. Nach einer Viertelstunde sagten die Fohlen danke. Schöpf vertändelte in der eigenen Hälfte leichtfertig den Ball. Stindl reagierte schnell und schickte Hofmann auf die Reise. Genau in die Schnittstelle zwischen Nastasic und Kolasinac. Frei vor Fährmann schob der Gladbacher die Kugel mit etwas Glück in die Maschen zum 1:0. Wie reagiert Schalke? Erstmal verhalten. Doch aus dem Nichts schlugen sie zehn Minuten später zu. Nach einem Ballgewinn von Höwedes gegen Raffael (Gladbach reklamierte ein Foulspiel, was man hätte geben können) leitete Stambouli weiter auf Goretzka. Der trieb den Ball in die gegnerische Hälfte und spielte in die Tiefe auf Burgstaller. Der Österreicher fackelte nicht lang und traf aus 20 Metern flach ins linke Eck – 1:1. Nach dem Ausgleich gewann Schalkes Defensive mehr an Stabilität. Doch die schwache Anfangsphase kostete ein Gegentor.

 

Pech und Unvermögen: Über zu wenige Chancen mussten sich die Knappen diesmal nicht beklagen. Am Ende war es eine Mischung aus Pech, Unvermögen und Sommer, warum das Runde nicht über die Linie wollte. Choupo-Moting traf den Pfosten. Von dort sprang die Kugel an Sommers Arm und dann ins Aus. Die folgende Ecke verlängerte Choupo an den zweiten Pfosten, wo Burgstaller einen Tick zu spät kam. Wieder 60 Sekunden später blockte Jantschke einen Burgstaller-Knaller. Die Bogenlampe klatschte an die Latte. Den Nachschuss von Caliguri parierte Sommer stark. Kurz vor Schluss versuchte es Choupo-Moting noch einmal mit einem Schuss ins kurze Eck, aber Sommer tauchte ab und lenkte den Ball zur Ecke. Es sollte an diesem Abend einfach nicht sein. So fahren die Knappen mit einem 1:1 im Gepäck zum Rückspiel in den Borussen-Park, wo sie dann auf mehr Glück im Abschluss hoffen müssen.

M'Gladbach - FC Schalke 04 4:2 (1:1)

 

Willkommen im Abstiegskampf! Durch die 2:4-Auswärtspleite des FC Schalke 04 bei Borussia Mönchengladbach und dem 1:0-Erfolg des Hamburger SV gegen Hertha BSC Berlin müssen sich die Königsblauen ab sofort mit dem Thema Klassenerhalt auseinandersetzen. Vier Punkte trennen die Knappen nur noch vom Relegationsplatz. Und mit der Leistung im Borussen-Park braucht auch keiner mehr von internationalen Plätzen sprechen. Die Realität sieht anders aus – ganz anders. Die Schalker Spieler wirken total überfordert. Fürs Protokoll noch die Torschützen: Johnson (2), Wendt und Raffael für Gladbach, Bentaleb per Elfer und Goretzka für S04.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Katastrophaler Spielaufbau: In den ersten drei Minuten verzeichneten die Schalker drei Ballverluste im Spielaufbau. Bestraft wurden diese Fehler zu Beginn zunächst nicht. Das sollte sich aber im Laufe des Spiels ändern. So zum Beispiel zwischen der 64. und 76. Spielminute. In dieser Phase wiederholte sich das, was Heidel nach dem Bayern-Spiel zu Protokoll gab: „Ping Pong!“ Die Knappen präsentierten sich wie von Sinnen und wurden an die Wand gespielt. Immer wieder leiteten katastrophale Abspielfehler in der Vorwärtsbewegung die Gladbacher zum Kontern ein, die mit den Treffern von Johnson, Wendt und Raffael liebevoll „Danke schön“ sagten. Und es hätte noch schlimmer kommen können, wenn Fährmann nicht noch zwei klasse Reflexe gezeigt hätte. Laut einigen Medien treibt angeblich das Aufbauspiel Trainer Weinzierl in den Wahnsinn. In der Halbzeitpause soll er penibel darauf hingewiesen haben, nicht übers Zentrum aufzubauen, sondern immer über die Flügel, um Ballverluste und somit Konter zu vermeiden. Stambouli, Bentaleb, Badstuber und Co. schienen wohl aber gerade nicht anwesend gewesen zu sein und luden die Fohlen regelrecht zum Kontern ein. Ein Phänomen, das sich leider wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Werden die Schalker im Spielaufbau unter Druck gesetzt, sind sie überfordert und produzieren Fehler auf Fehler.

 

Wie Slalomstangen: Die Ballverluste in der Vorwärtsbewegung sind die eine Sache, das Abwehrverhalten danach die andere. Wie Slalomstangen umkurvten die Fohlen die Knappen bis sie vor dem Tor einnetzen konnten. Gegenwehr? Fehlanzeige! Zu langsam, zu hüftsteif oder wie Nobbi immer so schön sagt: „Steife Nüsse!“ Genauso agierten die Schalker auch nach vorne. Tempo, Dribblings oder Überraschungseffekte sind Attribute, die im Offensivspieler rar gesät sind. Da fehlen aktuell Ausnahmespieler wie Farfan oder Sane, bei denen man jetzt noch einmal sieht, welche Qualitäten und welchen Wert sie für das Spiel des S04 hatten.

 

Peinliche Aktion: Als man denkt, es geht nicht schlimmer, setzt Schalke irgendwie immer noch einen drauf. Nachspielzeit im Borussia-Park. Dicker Bock der Gladbacher Abwehr. Di Santo lief alleine auf Sommer zu, umkurvte den Keeper und … fiel. Er fiel ohne Berührung. Ein Pfiff und Gelb für die Schwalbe. Unfassbar, da di Santo eigentlich vorbei war und ins leere (!!!) Tor hätte einschieben können. Auch wenn es nur Ergebniskosmetik wäre, bleibt da einem die Spucke weg. Was bleibt, sind die zwei Frage von Helle: „Hätte er den nicht einfach reinschießen können?“ und „Warum legt er sich hin?“ Antworten des Argentiniers sind nicht bekannt.

Raus ohne Applaus im Viertelfinale des DFB-Pokals

 

Voll auf die Zwölf! Der FC Schalke 04 ist bei den Bazen mit 0:3 unter die Räder gekommen und damit im Viertelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Vor allem in der ersten Halbzeit gab es für die Knappen eine kostenlose Lehrstunde. Schalke wusste gar nicht wie ihnen geschieht und produzierte Fehler auf Fehler. Nach einem Doppelpack von Lewandowski und einem Kopfballtreffer von Thiago war der Drops bereits nach einer halben Stunde gelutscht. Und es hätte noch viel schlimmer kommen können. Aber die Bazen waren gnädig und nahmen zwei Gänge raus. Dominiert haben sie die Partie allerdings auch weiterhin nach Belieben. Was ein grausamer königsblauer Abend.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Meyer: Nach so einer Leistung braucht man eigentlich nicht in die Einzelkritik zu gehen. Fast jeder Schalker (an dieser Stelle würde ich Burgstaller – siehe unten – und Goretzka ausklammern) war unter Druck überfordert. Die Bazen zwangen die S04-Spieler mit ihrem Pressing von Fehlpass zu Fehlpass. Kein Akteur war auch nur annähernd auf Augenhöhe mit seinem Gegenspieler. Dennoch konnte sich Weinzierl einen Seitenhieb an einen seiner Spieler im Sky-Interview nicht verkneifen: „Meyer ist Nationalspieler und hat von sechs Zweikämpfen nur einen gewonnen. Das sagt alles.“  Meyer wurde in der Halbzeit ausgewechselt. Natürlich hätte man auch jeden anderen Spieler raus nehmen können. Aber es zeigt auch das Meyer-Dilemma. Der 21-Jährige ist lediglich ein Mitläufer anstatt einer, der in Spielen den Unterschied ausmacht.

 

Schalkes Offensive: Eigentlich wäre an dieser Stelle Schweigen angebracht. In der ersten Halbzeit ist ein Schuss von Goretzka zu nennen, der knapp drüber ging. Ansonsten umfasst ein Tweet von @optafranz von optasports.com bei Twitter in der Pause die Bemühungen der Blau-Weißen zum Thema Stürmer ganz gut: „Guido Burgstaller hatte in der ersten Halbzeit lediglich 5 Ballaktionen und 3 davon beim Anstoß.“ Deswegen konnte der Österreicher auch unter Druck nicht viel falsch machen.

 

Auslosung: Nur noch mal für die Akten. Die Bazen haben im Halbfinale ein Heimspiel, das 100. in Folge wenn es gegen einen Bundes- oder Zweitligist geht.

FC Schalke 04 - TSG Hoffenheim 1:1 (1:0)

 

Deja vu für Königsblau. Der FC Schalke 04 und die TSG 1899 Hoffenheim haben sich 1:1 getrennt. Dabei erinnerte die Partie der Knappen dem Auswärtsspiel in Köln. Wieder haben die Königsblauen gut begonnen. Wieder sind sie schnell durch Schöpf in Führung gegangen. Wieder haben sie das Spiel nur verwaltet. Wieder wurde der S04 mit dem Ausgleich bestraft. Wieder musste sie sich mit einem Remis begnügen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Zu passiv: Die Schalker erwischten erneut einen Start nach Maß und gingen in der 5. Minute in Front. Kolasinac schickte Burgstaller in die Tiefe. Der Sturmtank setzte sich gut durch und passte von der Grundlinie zurück. In der Mitte war Schöpf einen Tick schneller als Zuber und traf genauso wie in Köln und gegen Saloniki zum 1:0. Doch wie schon bei den Geißböcken hörten die Knappen abrupt auf mit dem Fußball spielen. Sie beschränkten sich nur noch auf die Defensive und verzichteten darauf, offensiv Nadelstiche zu setzen. Zwar ließen die Knappen erneut wenige Torchancen zu, aber das Spiel mit 1:0 nach Hause zu schaukeln, schafften sie erneut nicht. Irgendwann schleicht sich immer ein Fehler ein, so dass die Passivität bestraft bzw. die Geduld des Gegners belohnt wird.

 

Das Gegentor: Ein Konter, ein langer Ball, ein Querpass und ein Kopfballtor eines Spielers, der nicht unbedingt als Kopfballungeheuer bekannt ist. Dazu war es natürlich noch das 1. Saisontor von Rudy. Alles zusammen, ein saudummes Gegentor, dass man zehn Minuten vor Spielschluss einfach nicht kassieren darf. Schalke ließ sich überrumpeln. Vogt spielte einen Flugball über 40 Meter. Zuber war plötzlich links durch und flankte in die Mitte. Dort konnte Rudy unbedrängt aus sechs Metern die Kugel per Kopf im Tor versenken. Die Abstimmung der Fünferkette war in dieser Situation mangelhaft. Schöpf und Höwedes ließen Zuber ziehen, weder Nastasic noch Kolasinac waren bei Rudy. Badstuber war irgendwo dazwischen und konnte weder die Flanke noch den Kopfball verhindern. Zudem übte kein Offensivspieler Druck auf Vogt aus, so dass er seinen Franz-Beckenbauer-Gedächtnis Flugball spielen konnte.   

 

Zu wenig Entlastung: Schalkes Offensivspiel lag nach der Führung brach. Es gab so gut wie keine Entlastung. Kontermöglichkeiten erstickten bereits im Keim, weil zu wenig Spieler mit umschalteten. Burgstaller rieb sich in vorderster Front auf und hatte wenig Unterstützung. Hoffenheim hatte im Mittelfeld über das gesamte Spiel ein deutliches Übergewicht. Sie waren lauf- und spielstark. Goretzka, Bentaleb und Stambouli stopften zwar in der Defensive Löcher, schafften es aber nicht, das Spiel zu kontrollieren und selbst Akzente nach vorne zu setzen. Keine Frage, Hoffenheim musste das Spiel machen, aber gerade als sie zum Ende des Spiels mehr riskieren mussten, setzten die Schalker keinerlei Nadelstiche, um die Partie selbst zu entscheiden. Eine Frage der Kraftreserven? Durchaus möglich. Bei Bentaleb hatte man beispielsweise das Gefühl, dass die letzten Körner fehlten. Hier stellt sich die Frage, ob es sinnvoll war, ihn 80 Minuten lang gegen Saloniki spielen zu lassen, obwohl die Partie spätestens nach dem Schalker Tor nach 20 Minuten entschieden war. Gerade in solchen engen Spielen wie gegen 1899 entscheiden Kleinigkeiten und zehn Prozent weniger reichen schon aus, um in bestimmten Aktionen das Nachsehen zu haben. Und in den kommenden englischen Wochen wird es nicht gerade viele Möglichkeiten geben, die Akkus aufzuladen. Im Gegenteil, im Pokal gegen Bayern oder in der Europa League gegen Gladbach wird es darauf angekommen, mit voller Power dagegen zu halten. Da sind schon 98 Prozent zu wenig, um erfolgreich zu sein.

1. FC Köln - FC Schalke 04 1:1 (1:1)

 

Nicht schlecht, aber nicht gut genug. Der FC Schalke 04 hatte die Möglichkeiten beim 1. FC Köln alle drei Zähler zu entführen, musste sich aber am Ende mit einem 1:1 begnügen. Schöpf brachte die Königsblauen nach 65 Sekunden mit 1:0 in Führung. Modeste erzielte kurz vor dem Pausentee den 1:1-Ausgleich für die Hausherren. Das war auch die Phase (zwischen der 40. und 60. Minute), wo die Knappen keinen Zugriff in den Zweikämpfen hatten und die Kontrolle des Spiels aus der Hand gaben. Mit der Einwechslung vom Meyer stabilisierten sich die Königsblauen wieder, versäumten es aber eine ihrer beiden dicken Chancen zu nutzen, um den Auswärtssieg mit nach Gelsenkirchen zu nehmen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Blitzstart: Es dauerte lediglich 65 Sekunden, bis die Schalker jubeln durften. Nach einem Ballgewinn an der Mittellinie passte Stambouli auf Caligiuri. Schalkes Nummer 18 vernaschte Sörensen auf der linken Seite und flankte flach vors Tor. Schöpf entwischte Rausch und drückte die Kugel aus 04 Metern in die Maschen. Traumstart für Schalke. Doch aus der guten Ausgangslage machten die Knappen zu wenig. Zwar kontrollierten sie die Partie und ließen hinten nichts anbrennen, versäumten es aber selbst mehr für die Offensive zu tun. Nur noch einmal kam der S04 bis zur Pause vor das Kölner Tor. Kolasinac tankte sich links durch und legte mustergültig zurück. Doch Goretzkas Direktabnahme touchierte nur den linken Außenpfosten. Ansonsten hatten die Knappen in der Vorwärtsbewegung zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Vor allem Bentaleb hatte zu viele leichtsinnige Abspielfehler. Schalke verwaltete nur und wurde bestraft.

 

Kein Zugriff: Ein Jojic-Flatterball aus 20 Metern, den Fährmann so gerade noch parieren konnte, war in der 40. Minute der Hallo-Wach-Effekt für die Geißböcke. Plötzlich gewannen die Hausherren die entscheidenden Zweikämpfe und schlugen zu. Nach einem Ballgewinn ging es schneller. Osako setzte sich gegen Badstuber durch und passte weiter auf Modeste. Der Franzose, der mit einer Schulterverletzung gehandicapt war, wurde nicht eng genug markiert und vollstreckte aus 20 Metern flach ins rechte, untere Eck. Köln blieb am Drücker und hätte fast nachgelegt, doch Höwedes stoppte in letzter Sekunde Modeste. Auch nach dem Seitenwechsel fehlte Schalke zunächst die nötige Zweikampfhärte. Erst nach einer Stunde schienen die Knappen ihre Schwächeperiode überwunden zu haben. Und mit der Einwechslung von Meyer wurde auch mal wieder der Vorwärtsgang eingelegt.

 

Kein Killerinstinkt: Schalke feuerte zwar kein Offensivfeuerwerk im letzten Drittel des Spiels ab, aber erspielte sich immerhin zwei dicke Chancen, die sie allerdings nicht verwerten konnten. Zunächst schickte Bentaleb Burgstaller auf die Reise. Doch der Österreicher verzog knapp alleine vor Kessler. Kurz darauf machte es Choupo-Moting nicht besser. Nach einem Querpass von Kolasinac drosch der Kameruner die Kugel mit links in den Kölner Nachthimmel. Zwei dicke Dinger, von denen man eine machen muss, um in der Fremde als Sieger vom Platz zu gehen – so wie in Saloniki. So musste sich Schalke mit einem Pünktchen zufrieden geben.

Paok Saloniki - FC Schalke 04 0:3 (0:1)

 

Souveräner Auftritt in Griechenland. Das Hinspiel der Zwischenrunde in der Europa League hat der FC Schalke 04 bei Paok Saloniki mit 3:0 gewonnen. Burgstaller, Meyer und Huntelaar erzielten die Treffer. Ein insgesamt verdienter Sieg der Königsblauen, die lediglich in der Anfangsphase etwas ins Schwimmen gerieten und Glück hatten, dass Matos nur den Außenpfosten traf. Doch von Minute zu Minute steigerten sich die Königsblauen und übernahmen das Kommando. Sie ließen in der Defensive kaum noch etwas zu, hatten viel Ballbesitz und schlugen vor dem gegnerischen Tor eiskalt zu. Im Rückspiel sollte sich Schalke die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen und das Achtelfinale perfekt machen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Keine Rotation: Weinzierl verzichtete in der Startelf auf große Veränderung. Für den erkrankten Bentaleb (Magen-Darm) spielte Meyer im Mittelfeld. In der Dreierkette ging das Job-Sharing zwischen Badstuber und Nastasic weiter. Diesmal durfte der Serbe ran und erledigte seine Aufgabe gewohnt sicher. Nach den Anfangsschwierigkeiten griffen die Rädchen im gewohnten 3-5-2-System sehr gut. Probleme hatte lediglich Schöpf. Der Österreicher kassierte früh die gelbe Karte und sah des Öfteren nur die Hacken von Gegenspieler Leovac. Weinzierl reagierte zur Pause und brachte für Schalkes rechten Dauerläufer Kehrer. Mit dem S04-Youngster gewann die rechte Seite defensiv an Stabilität. Und sorgte darüber hinaus für die Vorarbeit zum vorentscheidenden 2:0.

 

Starke Chancenauswertung: Schalke schießt in dieser Saison wenig Tore. Zum einen kreieren sie nicht sonderlich viele Großchancen, zum anderen haperte es an der Chancenauswertung. Doch in Saloniki schlugen sie diesmal eiskalt zu. Aus den wenigen Torchancen holten sie nahezu das Optimum heraus. Mit der ersten Torchance klingelte es direkt im Paok-Tor. Freistoß-Flanke Schöpf, Kopfball Naldo, Abstauber Burgstaller – 1:0 Schalke. Danach kontrollierten die Knappen das Spiel, hatten viel Ballbesitz ohne sich aber Torchancen herauszuspielen. Das sparten sie sich bis zum Ende der Partie auf, wo sie erneut humorlos zuschlugen. Erst erhöhte Meyer auf 2:0 und kurz darauf setzte Huntelaar in bester Stürmermanier den Schlusspunkt.

 

Flanken-Gott auf Kopfball-Sau: Man musste sich schon in der 82. Minute die Augen reiben und die Zeitlupe abwarten, ob da gerade wirklich das passiert ist, was man gesehen hat. Höwedes tankte sich rechts durch und flankte butterweich in den Strafraum. Dort „schraubte“ sich „Riese“ Meyer hoch und rammte die Kugel per Kopf (!) in die Maschen – Wahnsinn! Flanken-Gott Bene auf Kopfball-Sau Max, es gibt Dinge, die man nicht sofort glaubt J

Schalke 04 - Hertha BSC 2:0 (1:0)

 

Gelsenkirchen zeigt der alten Hertha die Grenzen auf. Mit 2:0 hat der FC Schalke 04 die Berliner nach Hause geschickt. Burgstaller und Goretzka schossen den Dreier heraus. Damit setzten die Knappen ihren Aufwärtstrend fort. Neben dem Ergebnis stimmte vor allem wieder die Art und Weise, wie die Königsblauen sich präsentierten. Anstatt auf Flugbälle wie noch gegen Ingolstadt und Frankfurt zu setzen, pflegten die Schalker das schnelle Kombinationsspiel. Dazu stand die Defensive erneut kompakt, so dass die Hausherren jederzeit Kontrolle über das Geschehen auf dem neuverlegten grünen Rasen hatten.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Mehr Selbstvertrauen: Nach dem starken 1:1 bei den Bayern und dem souveränen Pokal-Erfolg in Sandhausen traten die Schalker von Beginn an mit Selbstbewusstsein auf. Vor allem im Spielaufbau zeigten sich die Knappen deutlich sicherer und mutiger als bei den letzten beiden Heimauftritten. Zudem waren die Schalker in der gegnerischen Hälfte aktiver und rissen mit ihren Laufweg immer wieder Räume für die nachrückenden Kollegen auf. Gleichzeitig funktionierte sowohl das Gegenpressing als auch das Pressing insgesamt, da die Spieler als Mannschaft gut verschoben haben und aggressiv in den Zweikämpfen waren. Dadurch ließen sie den Berlinern kaum Raum zur Entfaltung. Die Maloche wurde belohnt: mit einem souveränen Auftritt, zwei Toren und drei Punkten.

 

Goretzka: In einer sehr guten Schalker Mannschaft stach Schalkes Nummer 8 noch einmal etwas hervor. So etwas wie sein Tor zum 2:0 hatte man auf Schalke lange nicht mehr gesehen. Kurz hinter der Mittellinie bekam Goretzka den Ball von Bentaleb und gab Gas. Er ließ Berliner stehen und marschierte bis an den gegnerischen Strafraum. Dort zog er trocken mit rechts ab und traf ins linke untere Eck. Goretzka belohnte sich mit einem tollen Treffer selbst. Das Glück aus dieser Szene fehlte ihm noch in der 1. Hälfte, wo er noch an der Latte scheiterte. Ebenso ärgerlich war noch eine Aktion kurz vor dem 1:0. Schalke lief einen vielversprechenden Konter. Aber Goretzkas Pass tief in der Berliner Hälfte misslang und war zu kurz. Eine dicke Chance wurde „leichtfertig“ verschenkt. Doch Goretzka schien Wut im Bauch zu haben und schaltete sofort auf Gegenpressing um. Sekunden später luchste er Kalou die Kugel vom Fuß ab und spielte nach Doppelpass mit Höwedes weiter auf Bentaleb. Der lupfte butterweich die Kugel in den Lauf von Burgstaller, der eiskalt zum 1:0 verwandelte. Goretzkas Wille war für beide Treffer ausschlaggebend und genau die Mentalität, die man auf Schalke sehen will.

 

Positive Erscheinungen: Höwedes, Naldo und Nastasic bzw. Badstuber sind das Fundament der Schalker Defensive. Sie wirken souverän und zweikampfstark. Jeder besinnt sich auf seine Stärken und gibt dem Mittelfeld Sicherheit. Dort hat sich Stambouli jetzt endlich „frei“ gespielt. Der Franzose überzeugte bei all seinen letzten drei Auftritten als zweikampfstarker „Lückenstopfer“, der viele Bälle abfängt und diese direkt an seine Nebenleute weiterleitet. Eine Belebung für die Offensive ist auch Caligiuri, der viele Meter abspult, aber auch mit dem Ball am Fuß das Tempo erhöht und sich in Eins-gegen-Eins-Situation stürzt. Derweil ist Burgstaller als Mann in vorderste Front eine absolute Verstärkung. Der Österreicher gibt keinen Ball verloren, fightet um jeden Meter und ist immer anspielbar. Dieser Wille und diese Leidenschaft wird auf Schalke zu recht mit viel Wohlwollen honoriert. Hinzu kommt noch, dass Burgi knipst. Schalker Herz, watt willste mehr!

 

FC Bayern - FC Schalke 04 1:1 (1:1)

 

Achtungserfolg am Weißwurst-Äquator! Der FC Schalke 04 hat sich beim FC Bayern München ein 1:1 gesichert. Den frühen Rückstand durch Lewandowski egalisierte Naldo schnell mit einem Freistoß-Hammer. Nach den beiden Katastrophen-Kicks in den Heimspielen gegen Ingolstadt und Frankfurt zeigten die Königsblauen endlich mal wieder ein anderes, schöneres Gesicht. Die Knappen überzeugten sowohl kämpferisch (53 % der Zweikämpfe gewonnen und 117,22 km gelaufen – 6,78 km mehr als die Bazen) als auch fußballerisch und hatten sogar die Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Gute Reaktion: Schalke fand direkt gut in die Partie. Sie waren aggressiv in den Zweikämpfen und spielten sogar mutig nach vorne. Doch mit der ersten Chance gingen die Bazen direkt in Führung. Badstuber versprang unglücklich der Ball im Zweikampf, Robben bediente Lewandowski, der über Fährmann zum 1:0 lupfte. Ein beschissener Start, der Böses ahnen ließ. Doch weit gefehlt! Schalke blieb aktiv und gab eine schnelle Antwort. 04 Minuten nach dem Rückstand glich Naldo per Freistoß aus. Und Schalke blieb am Drücker und war das bessere Team. Die Mannschaft zeigte eine gute Reaktion – auf den Rückstand sowie auf die letzten beiden Grottenkicks.

 

Chancenplus: Nach dem Ausgleich hatten die Königsblauen sogar Chancen in Führung zu gehen. Doch im Abschluss fehlte das Glück bzw. die Kaltschnäuzigkeit. Kolasinac scheiterte nach einem tollen Konter über Goretzka frei vor Neuer am Keeper. Kurz darauf schien Goretzka völlig überrascht zu sein, einen langen Ball perfekt im Strafraum gestoppt zu haben und brauchte zu lange, um zum Abschluss zu kommen. Das dickste Ding hatte Burgstaller auf dem Fuß. Kolasinac passte zurück, doch der Österreicher knallte die Kugel aus elf Metern an die Latte – was eine Chance. Kurz vor der Pause hatte der S04 aber das Glück (und diesmal das verdiente Glück) auf seiner Seite, als Lewandowski den Ball an die Latte zirkelte. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Bazen zwar den Druck. Aber Schalke hielt dagegen und ließ wenig anbrennen. Erst gegen Ende der Partie musste Nastasic zwei Mal in höchster Not retten. Einmal fair per Monster-Grätsche gegen Müller und einmal vor dem einschussbereiten Coman. Aber auch offensiv wussten die Schalker Nadelstiche zu setzen. Zwar nicht mehr in der Qualität wie vor dem Seitenwechsel, aber immer noch gut genug, um auch für Entlastung zu sorgen.

 

Mannschaftliche Geschlossenheit: Im Vergleich zu den ersten beiden Partie hatte man endlich wieder das Gefühl, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, in der jeden für den anderen da ist. Zudem spielten die Schalker phasenweise einen sauberen und mutigen Ball. Vor allem das zentrale Mittelfeld mit Stambouli, Goretzka und Bentaleb wirkte kompakt und wusste auch im Spielaufbau zu überzeugen. Davor machten Caligiuri und Burgstaller einen sehr guten Job. Mit ihren Laufwegen rissen sie Löcher in der Defensive, die  besonders Kolasinac und Goretzka nutzten. Ein Sonderlob verdiente sich ebenso Badstuber in der Dreierkette. Bei seinem Pflichtspiel-Debüt im königsblauen Trikot wirkte er beim Gegentreffer zwar etwas unglücklich, zeigte aber insgesamt eine sehr gute Leistung. Gut im Zweikampf (67%), sicher im Passspiel (über 90% angekommen). Es bleibt zu hoffen, dass dieser Auftritt nicht nur ein positiver Ausrutscher nach oben war.

Schalke 04 - FC Ingolstadt 04 1:0 (0:0)

 

91 Minuten ein grausames Gekicke, doch dann hat es Boooom gemacht! In der Nachspielzeit hat Burgstaller in seinem Pflichtspiel-Debüt den FC Schalke 04 zum 1:0-Sieg gegen den FC Ingolstadt geschossen. Verdiente drei Punkte sehen anders aus, aber vielleicht war es genau das, was die Königsblauen einfach mal gebraucht haben: katastrophal gespielt, duselig gewonnen. Fakt ist aber, so eine Leistung wird nicht immer mit einem Heimsieg „belohnt“.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Bierpreise: Bevor das neue Fußball-Jahr überhaupt eingeläutet wurde, gab es schon Unruhe am Schalker Markt. Die Bierpreise in der Verltins-Arena wurden angehoben. Wieder um 30 Cent, wie bereits 2014. Ab sofort kostet der halbe Liter ohne Schaum 4,20 Euro. Wie reagiert man am besten darauf? Mit einer Gegenfrage auf einem Banner, wie es die Nordkurve getan hat: „Bierpreise wie im Puff?!? Wo bleiben die Nutten!!!“ J

 

Mittelfeld: Die erste Ernüchterung erfolgte bei der Horster Kurve bereits beim Treffpunkt in der Nachtschicht. Beim gemütlichen Paprika-Schnitzel (hast Du Dir verdient nach der Maloche), Bierchen und anderen Getränken wurde um kurz vor 15 Uhr die S04-Aufstellung bekannt. Doppel-Sechs mit Geis und Aogo! Das reichte, um zu erahnen, was auf dem Arena-Rasen abgehen würde. Nobbi berichtete zudem vom Donnerstag-Training mit dem Duo und verdrehte nur die Augen. Und so sollte es auch kommen. Ach was, es wurde noch schlimmer. Was Schalke fußballerisch angeboten hat, war unterirdisch. Katastrophaler Spielaufbau, kaum Bewegung in der Offensive, kein Mut im Eins-gegen-Eins, geschweige denn von Pressing bzw. Gegenpressing zu sprechen. Vor allem das Schalker Mittelfeld enttäuschte auf kompletter Linie. Geis und Aogo spielten im Neustädter-Modus. Wie schlecht muss da eigentlich Stambouli sein, wenn er in dieser Situation nicht eine Chance erhält? Meyer lief wieder viel, aber er war weder produktiv noch sorgte er für Gefahr. Einzig Goretzka hebte sich von seinen Kollegen ab, hatte direkt eine gute Chance und war um Struktur bemüht. Allerdings ging er auch im Laufe der Zeit mit unter. Schalkes Zentrale blieb blass und behäbig, so dass Ingolstadt sogar den strukturierteren Eindruck hinterließ. Was aber auch nichts daran änderte, dass es ein Grottenkick war.

 

Die Joker: Mit seiner Startelf lag Weinzierl alles andere als goldrichtig. Dafür hatte der 42-Jährige mit seinen Einwechslungen etwas mehr Glück. Denn sowohl Burgstaller zur Pause als auch Avdijaj nach einer Stunden brachten zumindest etwas Schwung ins Schalker Spiel. Sie sorgten zwar nicht für den kompletten Umschwung, aber beiden merkte man an, dass sie wollten. Wobei es zunächst den Anschein hatte, dass sie sich von der Seuche ihrer Kollegen anstecken ließen. Burgstaller köpfte frei vor Hansen knapp vorbei, Avdijaj schoss Matip auf der Torlinie an. Aber immerhin sorgte sie für Alarm im gegnerischen Strafraum. Und Burgi, der eine ganze andere Präsenz in der Sturmspitze ausstrahlte als Choupo-Moting, belohnte sich für seinen Einsatz. In der Nachspielzeit stand er goldrichtig und ließ Donnerhalle erstmals an diesem Tag erwachen.  

Hinrunden-Bilanz

 

Der FC Schalke 04 ist mit einer neuen sportlichen Führung in die Saison 2016 / 2017 gegangen. Heidel übernahm den Managerposten von Heldt und installierte Weinzierl als neuen Trainer für Breitenreiter bei den Königsblauen. Das neue Duo soll die Knappen in eine erfolgreiche sportliche Zukunft führen. Doch wie sieht es sportlich nach der Hinrunde aus? Beim Blick auf die nackten Zahlen kann man sagen: Pokalwettbewerbe hui, Bundesliga pfui. Im DFB-Pokal stehen die Schalker im Achtelfinale und reisen dort zum SV Sandhausen – Ziel erreicht. In der Europa League dominierte der S04 seine Gruppe und qualifizierte sich mit fünf Siegen und einer Niederlage souverän für die KO-Runde. Im Sechzehntel-Finale wartet nun PAOK Saloniki – Ziel erreicht. In der Bundesliga blieben die Schalker aber unter den Erwartungen. Mit fünf Pleiten in Folge startete man in die Liga und beendete sie mit einem Pünktchen aus den letzten vier Partien. Wäre zwischendurch nicht die Serie von sieben ungeschlagenen Spielen, würde es bitter aussehen. So steht der FC Schalke 04 mit 18 Punkten auf Rang 11 und einem Torverhältnis von 20:19 Toren – eine magere Ausbeute. Und sonst so?

 

Dreierpack zur Hinrunde

 

Neue Ausrichtung: Nach fünf Pleiten zum Ligaauftakt änderte Weinzierl das System. Vom bewährten aber erfolgslosen 4-2-3-1 stellte der 42-Jährige auf ein 3-5-2 um. Mit Erfolg! Im ersten Spiel mit der neuen Ausrichtung wurde Gladbach aus der Arena gefegt. Die Serie von zwölf Pflichtspielen in Folge wurde gestartet. Vor allem die Defensive stabilisierte sich mit der Dreierkette um Naldo, Höwedes und Nastasic. Dazu entpuppte sich Kehrer, das Spiel gegen Hamburg mal ausgenommen, als starke Alternative. Gleichzeitig griffen die Rädchen besser ineinander. Vor allem das (Gegen-) Pressing, was in den letzten Jahren schlichtweg auf Schalke nicht existierte, funktionierte phasenweise sehr gut. Insgesamt wirkte Schalkes Spiel dynamischer und spielfreudiger. Dazu sah man auch Spielzüge, die sich in den Spielen wiederholten und auch zu Toren führten – gerade über die Außenbahnen. Es war nicht alles Gold was glänzte, aber immerhin sind fußballerische Fortschritte im Vergleich zu den letzten Jahren zu erkennen.

 

Die Baustellen: Leider gibt es immer noch zu viele davon, wobei man in zwei Kategorien unterscheiden muss:

 

Kategorie 1 - Verletzungsbedingte Baustellen: Mit Embolo, Huntelaar und di Santo standen gleich alle  Sperrspitzen der Abteilung Attacke wochenlang nicht zur Verfügung. So musste Choupo-Moting lange Zeit in vorderster Front aushelfen, bis er selbst krankheitsbedingt auch noch passen musste. So sprangen drei Youngster: Reese, Tekpetey und Avdijaj. Das Trio machte seine Sache ordentlich, vor allem Avdijaj setzte eine Duftmarke. Aber für eine Spitzenmannschaft war das schlichtweg qualitativ viel zu wenig. Alle Top-Teams der Liga vertrauen auf mindestens einen Torjäger. Es seien nur Lewandowski, Aubemeyang, Werner, Modeste, Wagner oder Ibisevic genannt. Auf Schalke war weit und breit keiner zu sehen. Gar nichts zu sehen, war leider auch von Coke. Der spanische Neuzugang verletzte sich direkt in seinem ersten Spiel am Kreuzband und quälte sich fortan in der Reha. Ein herber Verlust. Es bleibt zu hoffen, dass er nach seiner Verletzung schnell an sein Niveau beim FC Sevilla wieder heran kommt. Dann könnte die Baustelle auf der rechten Außenbahn endlich geschlossen werden. Keine Frage, Schöpf spulte ein ordentliches Pensum (was eine Laufsau). Aber defensiv offenbarte der Offensivspieler Schwächen im Stellungsspiel und im Zweikampf. Coke spielt da hoffentlich in einer anderen Liga.

 

Kategorie 2 – Qualitative Baustellen: Schalke hat im Mittelfeld keine Alternativen für Goretzka und Bentaleb. Mit dem Duo verfügen die Königsblauen über zwei sehr gute Spieler, die sich in der Zentrale hervorragend ergänzen. Sie waren offensiv wie defensiv die Taktgeber und haben sogar Spiele entschieden. Doch beide sind mit 21 bzw. 22 Jahren sehr jung. Sie sind noch nicht in der Lage, konstant ihre Leistung abzurufen. Gerade zum Ende des Jahres ging ihre Formkurve nach unten, dazu die Ausfälle der Stürmer. Die Folge: Das Offensivspiel gegen Freiburg und in Hamburg lag nahezu brach. Auch weil Geis und Meyer nicht in der Weise im Spiel eingreifen können, wie es Goretzka und Bentaleb machen. Es gibt Spieler, die durch ihre Leistung Mitspieler (Gore & Benta) besser machen bzw. helfen können und Spieler (Max & Geis), die das nicht können. Darüber hinaus standen die vier genannten Spieler fast durchgehend auf dem Feld. Weinzierl gönnte ihnen kaum Pausen bzw. wechselte durchgehend sehr spät. Das zeugt nicht unbedingt von großem Vertrauen in die zweite Reihe. Während es bei Aogo nicht überrascht, ist es bei Stambouli verwunderlich.

 

Das gewisse Etwas fehlt: Im Schalker Kader fehlt der Offensivspieler, der den Unterschied ausmacht. In Situationen, in denen es nicht läuft, braucht man Spieler mit individueller Klasse. So wie es über Jahre Farfan war, zwei Jahre lang Raul oder letztes Jahr Sané. Diesen außergewöhnlichen Spieler haben die Königsblauen aktuell nicht in der Offensive. Was ist mit Meyer? Der 21-Jährige ist zweifelsohne ein guter Spieler, der aber nicht den Unterschied ausmacht. Ihm fehlt dieses gewisse Etwas. Bei einer Mannschaft wie Barcelona oder Real Madrid, mit 70 und mehr Prozent Ballbesitz, würde Meyer wahrscheinlich, wie aktuell ein Rakitic bei Barca, aufblühen. Doch auf Schalke macht sich die fehlende Robustheit und der Highspeed auf der obersten Stufe bemerkbar. Wenn es gut läuft, ist er auch gut. Aber wenn es nicht läuft, ist er unscheinbar. Von den Anlagen her könnte Konoplyanka der „außergewöhnliche“ Spieler sein, doch sein Abschluss war bisher viel zu schwach und die Leistungen zu schwankend. Genauso fehlt am Schalker Markt ein Torjäger, der seine 15 bis 20 Tore macht. Huntelaar ist in die Jahre gekommen, di Santo scheint den Durchbruch auf Schalke nicht zu schaffen. Die Hoffnungen ruhten und ruhen auf Embolo. Nach Startschwierigkeiten schien sich der Schweizer schnell zu akklimatisieren, bis ihn der Knöchelbruch grausam stoppte. So muss Schalke aktuell über das Kollektiv, die fehlende herausragende individuelle Klasse in der Offensive kompensieren. Ansätze sind zu sehen, es braucht aber Zeit. Und vielleicht ein Glücksgriff von Heidel.

FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen 0:1 (0:0)

 

Starke S04-Leistung wird nicht belohnt. Der FC Schalke 04 muss sich Bayer 04 Leverkusen mit 0:1 geschlagen geben. Kießling erzielte in der 88. Minute den Treffer des Tages. Es war ein glücklicher Erfolg des Werksclubs, da die Gäste trotz Überzahl nicht die bessere Mannschaft waren. Bereits nach 04 Minuten sah Naldo wegen einer Notbremse die Rote Karte. Doch was die Knappen danach ablieferten, war aller Ehren wert. Defensive ließen sie kaum etwas anbrennen, offensiv setzen sie immer wieder sehenswerte Konter. Was fehlte, war der krönende Abschluss vor dem gegnerischen Tor. Und so folgte der bittere lucky Punch kurz vor Schlusspfiff.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Zwei kapitale Fehler: Schalke zeigte mit zehn Mann eine ganz starke Vorstellung. Nicht nur kämpferisch überzeugten die Königsblauen, sondern auch spielerisch bei ihren Kontern. Doch leider fabrizierten die Knappen auch zwei Fehler, die beides Male knallhart bestraft wurden. In der Anfangsphase spielte Kolasinac einen unsauberen, folgenschweren Rückpass. Naldo kam nicht dran und versuchte, den aufs Tor zustürmenden Chicharito  zu stoppen. Kurze Berührung mit der Hand, der Mexikaner kam aus dem Tritt, Notbremse - Rot. Ein Nackenschlag nach 04 Minuten. Doch Schalke ließ sich davon nicht beeindrucken und nahm die Herausforderung an. Mit Leidenschaft, Wille, Kampf und spielerischen Elementen boten sie den Leverkusenern Paroli und waren das besser Team. Doch kurz vor Spielende folgte der zweite kapitale Fehler, der bitterböse bestraft wurde. Nach einem fragwürdigen/unberechtigten Freistoß von Calhanoglu stand Kießling völlig frei am Fünfer und köpfte die Kugel ins Tor. Wie ärgerlich und auch unverständlich, dass man ausgerechnet Kießling, der auf diese Art und Weise gefühlt 80 Prozent seiner Tore erzielte, so alleine lässt. Das war schlichtweg miserabel verteidigt und brachte Schalke um den verdienten Lohn.

 

Starker Kehrer: Höwedes, Naldo und Nastasic bildeten in den letzten Wochen die erfolgreiche Dreierkette. Vor der Partie musste Weinzierl schon Höwedes (Gelb-Sperre) und Nastasic (Adduktoren-Verletzung) ersetzen. Nach 04 Minuten war dann die komplette Dreierkette Geschichte. Doch das neuformierte Trio machte seine Sache gegen Bayer mehr als ordentlich. Geis übernahm den Naldo-Part und spielte in bester Libero-Manier eine souveräne Partie. Kolasinac hatte zwar am Anfang seinen kapitalen Aussetzer mit dem misslungen Rückpass, war danach aber resolut und zweikampfstark wie die letzten Spiele. Komplettiert wurde die Kette von Kehrer. Und vor dem 20-Jährigen muss man den Hut ziehen. Was Schalkes Nummer 20 ablieferte, war bockstark. Bereits in der Euro League wusste der Youngster zu überzeugen. Jetzt setzte Kehrer auch in der Bundesliga ein ganz dickes Statement - souverän im Stellungsspiel, aggressiv in den Zweikämpfen und fast ein Kopfballtor nach einer Geis-Ecke. Ein kleinen Makel hatte seine Leistung allerdings: Sein Tackling gegen Calhanoglu sorgte zwar für einen Jubel-Sturm in der Arena, nur leider nicht beim Schiedsrichter. Aytekin sah als einziger im Stadion ein Foul. Die Folge: Freistoß, Kopfball, Tor. So wurde Kehrer auch zum tragischen Helden. Aber mit dieser Leistung wird er Schalke noch viel Freude machen.

 

Schiedsrichter-Leistung: "Eine Glückssträhne haben wir zur Zeit sicherlich nicht", sagte Heidel bei sky in Anspielung auf die Schiedsrichter. In der Vorwoche mussten die Schalker die Schwalbe von Werner verdauen. Gegen Leverkusen war zwar die Notbremse von Naldo unstrittig, aber der Freistoß-Pfiff vor dem 0:1 sorgte für Diskussionsstoff. Kehrers Tackling gegen Calhanoglu war hart, aber auch ein Foul? Ja, sagte Aytekin auch nach Studium der TV-Bilder. Das sorgte für Unverständnis bei Heidel, der auch der x-ten Zeitlupe bei seinem Urteil blieb: kein Foul! Leider steht die Entscheidung des Schiedsrichters. Pech gehabt :(

Dose Leipzig - FC Schalke 04 2:1 (1:1)

 

Die Emotionen im Duell zwischen RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 kochten bereits nach 22 Sekunden über. Eine Schwalbe von Werner sorgte für Diskussionsstoff. Anstatt dem Angreifer Gelb zu zeigen, pfiff Schiedsrichter Dankert Elfmeter - eine klare Fehlentscheidung! Der Gefoulte verwandelte zum 1:0. Am Ende siegte der Aufsteiger, aufgrund der zweiten Hälfte nicht unverdient, mit 2:1 - Kolasinac traf zum Ausgleich und später per Eigentor. Allerdings hat der Erfolg der Leipziger einen ganzen faden Beigeschmack.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schwalben-Elfer: Unsportlichkeit, Sauerei, Betrug. Am Wochenende wurde viel über die Schwalbe von Werner diskutiert. Ehrlich gesagt, war es schon zu viel. Wer, was, wann, wo und zu wem auf dem Feld und nachher in den Interviews gesagt hat oder haben soll, mag ja interessant sein, aber revidiert nicht die Fehlentscheidung und löst auch kein Problem. Ebenso muss man festhalten, dass einige Beschimpfungen gegenüber dem Schauspieler in den unterschiedlichsten Foren deutlich unter der Gürtellinie waren. Fakt ist: Die Schwalben-Aktion hat nichts mit Fair Play zu tun, genauso die böswilligen Beschimpfung  Auch wenn es eine Tatsachenentscheidung war, müsste man den Spieler nachträglich sperren. Und zum guten Schluss: durch die Einführung des Videobeweis würde man dieses Problem lösen.

 

Die Gegentore: Es gab nicht nur die Schwalbe von Werner an diesem Samstag-Abend, sondern der Ball rollte auch auf dem grünen Rasen der Dosen-Arena. Natürlich schäumte man als S04-Fan vor Wut nach der Schwalbe, aber die Schalker müssen sich auch an die eigene Nase fassen. Warum verschliefen sie jeweils die Anfangsphase beider Halbzeiten? Nachdem man selber Anstoß hatte, brannte es 20 Sekunden später lichterloh im eigenen Strafraum. Nach dem Ballverlust am gegnerischen Strafraum reichten Leipzig zwei Pässe und ein vermeidbares Luftloch von Naldo, um frei vor Fährmann zum Abschluss zu kommen. Nach vier Spielminuten rollte der nächste Angriff und Poulsen traf aus nächster Distanz den Außenpfosten. Auch Anfang der 2. Hälfte wirkten die Königsblauen nicht schläfrig. Höwedes foulte Poulsen. Die Freistoßflanke köpfte Kolasinac äußerst unglücklich ins eigene Netz. Natürlich waren es beides Mal zwei Aktion, die viel mit Pech zu tun hatten, allerdings kann man beide Gegentore besser verteidigen.

 

Verdiente Niederlage: Nach frühen Rückstand brauchten die Schalker rund 15 Minuten, um sich von dem Schock zu erholen. Danach waren sie gut im Spiel und kamen verdient zum Ausgleich. Zunächst scheiterte Goretzka per Direktabnahme an Gulacsi, doch Kolasinac staubte zum verdienten 1:1 aus. Kurz vor der Pause hätte Schöpf die Partie drehen können, doch sein Schuss zischte knapp am Tor vorbei. Schalke war im Spiel und schien drauf und dran zu sein, in Leipzig zu punkten. Doch direkt nach dem Seitenwechsel folgte die kalte Dusche für den S04 - Eigentor Kolasinac zum 1:2. Obwohl noch genug Zeit war, erholten sich die Knappen nicht mehr von dem Rückstand. "Jeder hat gesehen, dass es eine eindeutige Schwalbe war. Wir haben uns die Niederlage letztendlich auch selber zuzuschreiben, weil wir in der zweiten Hälfte zu passiv waren", brachte es Höwedes auf den Punkt, ohne die Elfmetersituation runterzuspielen. Nach der Pause fehlte es Schalke an qualitativen Alternativen für die Offensive. Goretzka, Meyer, Bentaleb und Choupo-Moting hatten nicht den Zugriff im Spiel. Frische Kräfte hätten den Knappen gut getan, doch Weinzierl wechselte erst in der 81. Minute - Konoplyanka kam für Bentaleb. Anscheinend traute er Kono nicht zu, das Spiel früher zu beleben. Auch der Doppelwechsel in der 86. Minute mit Caicara für Schöpf und Reese für Geis sorgte nicht unbedingt für große Hoffnungssprünge. Zum einen machen sich da die verletzungsbedingten Ausfälle von Embolo, Huntelaar und di Santo bemerkbar, zum anderen fehlen im Kader noch die Alternativen im Mittelfeld.

FC Schalke 04 - Darmstadt 98 3:1 (1:1)

 

Trotz Anlaufschwierigkeiten doch noch durchgestartet! Der FC Schalke 04 hat den SV Darmstadt 98 mit 3:1 besiegt. Dabei begann die Partie alles andere als nach Maß. Die Königsblauen kamen überhaupt nicht in die Gänge und gerieten früh durch Heller in Rückstand. Doch nach 25 Minuten nahmen die Knappen Fahrt auf. Der Schalter im Kopf war nun endlich umgestellt und die Mannschaft marschierte. Das Passspiel wurde präziser, Schalke erspielte sich Chancen und drehte die Partie durch Kolasinac und Choupo-Moting. In den letzten zehn Minuten fehlte den Schalkern erneut der Zugriff. Sie wankten ein wenig, bis Schöpf den Deckel zum 3:1 drauf machte. Moral gezeigt, Rückstand mit Kampf und Spielwitz gedreht und damit seit 12. Pflichtspielen unbesiegt.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Tolle Moral: In der Anfangsphase tobte Weinzierl an der Seitenlinie. Was der S04-Coach sah, gefiel ihm überhaupt nicht. Doch dann machte es ab Mitte der ersten Hälfte irgendwie Klick. Plötzlich ging es schnell über Außen. Mit Erfolg, wie bereits in den Partien zuvor. Choupo-Moting flankte von links in die Mitte. Kolasinac, der mit einem Ballgewinn den Angriff eingeleitet hatte und mit Tempo in den Strafraum marschierte, köpfte zum 1:1 ein. Kurz darauf köpfte Goretzka den Ball an die Latte und wurde beim Nachsetzen von Sulu gefoult - Elfmeter. Doch Choupo-Moting schoss zu lässig in die Mitte und Esser klärte mit der Fußspitze. "Das war Scheiße", sagte Choupo nach dem Spiel. Tja, mehr ist dazu nicht zu sagen. Schalke blieb aber dran und kam nach dem Seitenwechsel zum Führungstreffer. Wieder nach schnellem Umschalten, wieder über links. Konoplyanka leitete einen langen Ball gekonnt mit der Hacke weiter auf Meyer. Schalkes Nummer 7 zog in den Strafraum und spielte quer. Choupo-Moting war in der Mitte mit seinem langen Bein einen Schritt vor Sulu am Ball und vollstreckte zum 2:1. Danach wollte Schalke das Spiel verwalten. Allerdings fehlte es in den letzten zehn Minuten an Souveränität. Zu zaghaft in den Zweikämpfen, nicht konsequent im Spiel nach vorne. Darmstadt setzte sich in der Schalker Hälfte fest, ohne aber gefährlich zu werden. Und so reichte noch ein genialer Moment von Kono zur Entscheidung. Der Ukrainer lupfte gekonnt die Kugel zu Schöpf, der zum 3:1 vollendete.

 

Qualität gezeigt: Im Mittelfeld lief nicht alles rund. Geis, Goretzka, Bentaleb und Meyer erwischten allesamt nicht ihren besten Tag. Vor allem Bentaleb war zu verspielt und vertändelte einige Bälle. Goretzka hatte wenige Aktionen und musste zur Pause raus. Wie sich herausstellte, machte ihm eine Magenverstimmung zu schaffen und erklärt seinen ruhigen Nachmittag. Doch obwohl beim Quartett nicht alles rund lief, zogen die Schalker nach dem Rückstand ihren Kopf aus der Schlinge. Denn sie krempelten die Ärmel hoch und bissen sich in das Spiel. Und in den entscheidenden Momenten blitzte ihr Können auf. Vor dem 1:1 leitete Bentaleb geschickt weiter, das 2:1 bereitete Meyer vor. Schalke zeigte, dass sie auch an einem "schlechteren" Tag in der Lage sind, die Spiele gegen schwächere Teams gewinnen können. Qualität setzt sich durch.

 

Schwächen bei Ecken: Eckbälle für und gegen Schalke sollten mit Höwedes, Naldo und Nastasic offensiv gefährlich und defensiv unproblematisch sein. Natürlich kann man nicht nach jeder Ecke ein Tor erwarten bzw. zu 100 Prozent verteidigen. Doch gegen Darmstadt hatten die Knappen damit so ihre liebe Mühe und Not. Beim 0:1 ließ sich der S04 nach einer eigene Ecke wie eine Schülermannschaft auskontern. Sirigu lief undrängt quer über den halben Platz und steckte durch auf Heller, der Fährmann beim 0:1 keine Chance ließ. Eine ähnliche Situation gab es auch in der 2. Hälfte, allerdings spielten die Darmstädter diesen Konter schlecht aus und scheiterten an der Hacke von Naldo. Auch bei den Ecken der Lilien machten die Blau-Weißen nicht immer die beste Figur. Vor allem in der Schlussphase gingen die 2. Bälle reihenweise an die Gäste. In diesen Aktionen spielten die Schalker zu sorglos, waren schlecht gestaffelt und nicht aggressiv in den Zweikämpfen. Da müssen die Sinne geschärft werden :)

FC Schalke 04 - OGC Nizza 2:0 (1:0)

 

5. Spiel, 5. Sieg! Der FC Schalke 04 behält in der Europa League seine weiße Weste. Die Königsblauen besiegten den OGC Nizza hochverdient mit 2:0. Konoplyanka und Aogo (Foulelfmeter) schossen den Erfolg heraus. Dabei gab Weinzierl einigen Stammkräfte eine Verschnaufpause und setzte gegen den Tabellenführer aus Frankreich auf die 2. Garde. Mit Erfolg! Souverän fuhr der "zusammengewürfelte Haufen" den nächsten Erfolg auf europäischer Ebene ein.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die Startelf: Schalke kurbelte die Rotationsmaschinerie an. Im Vergleich zum 1:0-Erfolg in Wolfsburg änderte Weinzierl seine Startformation auf acht Positionen. Lediglich die Mittelachse Fährmann, Naldo und Meyer durften ran. Naldo wurde in der Dreierkette von Riether und Kehrer assistiert. Davor bildeten Caicara, Stambouli, Aogo und Baba das neuformierte Vierer-Mittelfeld. Vor Meyer agierte Konoplyanka und Tekpetey im Sturm.

 

Die jungen Knappen: Kehrer und Tekpetey bekamen erstmals die Chance, sich von Beginn an zu präsentierten. Dabei zeigte Kehrer eine abgeklärte und ruhige Vorstellung an der Seite von Naldo. Nur einmal schätzte der 20-Jährige eine Situation falsch ein. Nach einem Pass von Aogo ging er nicht energisch zum Ball. Kehrer zögerte, so dass Koziello an den Ball kam und von Schalkes Nummer 20 umgerannt wurde. Die daraus resultierende gelbe Karte war der einzige Schönheitsfehler in seiner ansonsten tadellosen Leistung. Dagegen brauchte Tekpetey gut eine Stunde um seine Nervosität abzuschütteln. Bis dahin stimmte der Einsatz und die Laufbereitschaft, nur bei seinen Ballaktionen wirkte es immer etwas unglücklich. Das wurde erst nach einer Stunde besser. Tekpetey gewann plötzlich Zweikämpfe, tankte Selbstvertrauen und ging sogar in Dribblings. Eins führte zum Strafstoß. Erst ließ der 19-Jährige Dante alt aussehen, dann konnte ihn Koziello an der Strafraumkante nur per Foul stoppen. Am Ende wurde Tekpetey sogar vom S04-Publikum mit Standing Ovation verabschiedet. Leider aber nicht bei seiner Auswechslung in der Nachspielzeit, sondern nach einem Platzverweis (Gelb-Rot) auf dem Weg in die Kabine. Die erste Gelbe gab es wegen einer Schwalbe. Über die Zweite kann man streiten. Er traf zwar die Hand von Keeper Cardinale, aber zuvor auch den Ball. Schiedsrichter Aghayev entschied sich für die Ampelkarte. Neben Teptekey und Kehrer durfte nach der Pause auch Reese ran. Und der 18-Jährige, der für Meyer kam, legte direkt gut los. Er lief die Abwehrspieler mit Tempo an und bot sich immer wieder als Anspielstation an. Fast hätte er seine Leistung mit einem Tor gekrönt. Reese startete in die Spitze und wurde mit einem Zuckerpass von Caicara bedient. Doch sein Abschluss ging knapp rechts vorbei. Das machte Avdijaj später besser. Der 20-Jährige (kam für Bentaleb, der sich die Nase gebrochen hat) schob die Kugel aus einem Meter über die Linie. Allerdings wurde das Tor nicht anerkannt, weil Resse vor dem Querpass auf Avidjaj im Abseits gestanden hatte. Insgesamt machten alle Vier einen guten Eindruck und zeigten Weinzierl, dass sie bereit für weitere Einsatzminuten sind.

 

Slapstick-Tor: Wie auch Schalke verzichte Nizza auf einige seiner Stammkräfte - vor allem in der Offensive. Stand Balotelli wegen einer kleineren Verletzung erst gar nicht im Kader, verzichtete Favre freiwillig auf Top-Torschütze Plea und Mittelfeld-Motor Cyprien. Mit der Rotation kamen die Franzosen aber nicht zurecht und blieben ziemlich harmlos. Bis auf den Lattenknaller von Donis, eine Minute vor Schalkes Führung, brachte Nizza nicht viel zu Stande. Und den Rückstand brockten sie sich durch eine Slapstick-Einlage von Cardinale selbst ein. Meyers abgefälschter Schuss flutschte dem Keeper, irritiert durch Konoplyanka, durch die Finger. Der Ukrainer sagte "Danke" und schob die Kugel ins leere Tor. Danach war ein Aufbäumen nicht mehr erkennbar und damit zugleich auch jede Chance in der Europa League zu überwintern.

Wolfsburg - FC Schalke 04 0:1 (0:0)

 

Erst behäbig, dann souverän. Der FC Schalke 04 hat sich mit 1:0 beim VfL Wolfsburg durchgesetzt und damit den ersten Auswärtssieg der Bundesliga-Saison unter Dach und Fach gebracht. Goretzka erzielte in der 81. Minute den Siegtreffer. Unterm Strich ein verdienter Dreier für die Knappen, da sie in der 2. Halbzeit aus ihrer Lethargie erwacht sind und einen Gang höher geschaltet haben.

 

Dreierpack zum Spiel

Erste Halbzeit: Not gegen Elend. Beide Mannschaften untermauerten in den ersten 45 Minuten ihren aktuellen Platz in den Niederrungen der Tabelle. So stellte man sich eine Partie des 14. gegen den Zwölften vor. Quer- und Fehlpässe dominierten die Partie. Immerhin stand die Schalker Defensive sattelfest, was aber auch mit den harmlosen Wölfen zu tun hatte. Man stellte sich die Frage, warum Schalke nach neun ungeschlagenen Pflichtspielen so lethargisch agierte? Statt selbstbewusst aufzutreten, verfiel man in alte Muster und wollte die Partie irgendwie so runter spielen. Das klappt aber in der Bundesliga nicht, auch nicht bei verunsicherten Wolfsburgern, die immer noch auf den ersten Heimsieg der Saison warteten. So war man nach dem Pausenpfiff gespannt, welche Reaktion der S04 nach der Halbzeit zeigen würde.

Zweite Halbzeit: Und siehe da, Schalke kam wie verwandelt aus der Kabine! Plötzlich war Dampf und Aggressivität drin, dazu eine ganz andere Körpersprache. Weinzierl schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn an diesem Nachmittag waren diese Wölfe zu packen und daran glaubten jetzt anscheinend auch die Blau-Weißen. Keine Frage, es war kein Fußballfest mit Chancen en masse. Aber Schalke wollte. Sie ließen Gomez und Co. überhaupt nicht zur Entfaltung kommen und setzten Akzente. Doch zunächst wollte die Führung nicht fallen. Erst verweigerte Schiedsrichter Zwayer Schalke einen klaren Elfmeter (Gustavo an Höwedes), dann scheiterte Schöpf frei vor Benaglio am VfL-Keeper. Doch Schalke verzweifelte nicht und wurde belohnt.

 

Der Siegtreffer: Bentaleb schickte Kolasinac links auf die Reise. Der bosnische Nationalspieler stürmte bis fast an die Grundlinie und legte die Kugel zurück an den Elfer. Dort nahm Goretzka die Kugel direkt und knallte das Ding in die Maschen. Was ein Tor, was eine Woche für Goretzka. Nach seinem starken Auftritt bei der Nationalmannschaft in Mailand gegen Italien, avancierte er in Wolfsburg zum Matchwinner. Der 21-Jährige ist aktuell in bestechender Form und zeigt, was möglich ist, wenn er fit ist. Zudem war das Tor kein Zufallsprodukt, sondern ein Spielzug, den man unter Weinzierl schon des Öfteren gesehen hat, z.B. gegen Bremen beim 3:1 von Schöpf.

 

FC Schalke 04 - Werder Bremen 3:1 (2:1)

 

Knappen setzen Serie fort. Der FC Schalke 04 hat den SV Werder Bremen mit 3:1 besiegt. Schöpf mit einem Doppelpack und Bentaleb erzielten die Treffer gegen die Norddeutschen. Damit sind die Königsblauen in der Bundesliga seit fünf Spielen (3 Siege, 2 Remis) ungeschlagen und arbeiten sich nach den fünf Auftaktpleiten vom Tabellenkeller ins Mittelfeld (Rang 12) vor. Zufrieden sind die Schalker aber noch nicht. „Wir wissen, wo wir hin wollen und dass wir noch viele Punkte brauchen. Wir wollen bis Weihnachten so viele Zähler wie möglich sammeln“, sagte Trainer Weinzierl im Gespräch mit „Der Westen“.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Einlasskontrollen: Es ist mittlerweile ein Ärgernis! Man will in die Donnerhalle, doch ohne Wartezeit geht gar nichts. Die Schlangen vor den Eingängen der Veltins-Arena (ab ca. eine Stunde vor Anpfiff) werden gefühlt von Spiel zu Spiel immer länger. Als Nadelöhr entpuppen sich die Körperkontrollen nach den Drehkreuzen. Es nervt, wenn man über eine halbe Stunde im Gedränge der langen Schlange stehen muss - . Gefühlsmäßig glaube ich, dass das Warten seit dem WDR-Test länger geworden ist. Über die Sinnhaftigkeit dieser Kontrollen kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich nicht weiß, was der Sicherheitsdienst so alles bei den Durchsuchungen findet. Werden bei den zeitintensiveren Kontrollen jetzt mehr Gegenstände (Pyro, Glasflaschen oder Waffen) gefunden, die nicht ins Stadion gehören? Ich weiß es nicht. Dennoch wäre es sehr wünschenswert, wenn sich die Wartezeiten in Zukunft reduzieren könnten.

 

Distanzschüsse: Ein Fußballsprichwort besagt, dass wenn du nicht auf das Tor schießt, du auch kein Tor erzielen kannst. Das passte zu Schalke in den letzten Jahren ziemlich gut, da anstatt mal auf die Hütte geknallt wurde, lieber noch mal ein Querpass gespielt wurde. Das war gegen Bremen anders und wurde gleich doppelt belohnt. Vor dem 1:0 zimmerte Meyer die Kugel an die Unterkante der Latte, Schöpf staubt ab. Vor dem 2:0 hämmerte Naldo einen Freistoß auf den Kasten. Wiedwald ließ nach vorne abprallen, Bentaleb staubte ab. Manchmal ist Fußball so einfach.

 

Schalke legt nach: Kurz vor der Pause verkürzten die Bremer durch einen verwandelten Foulelfmeter von Gnabry (Schöpft foulte den Schützen). Doch Schalke wollte die knappe Führung nicht nur verteidigen, sondern setzte weiter Akzente. Dieser Offensivdrang trug Früchte. Meyer schickte Kolasinac auf Links auf die Reise. Seo zog wie gewohnt energisch in den Strafraum und legte quer. In der Mitte ging die Kugel zunächst an Freund und Feind vorbei, doch am 2. Pfosten gewann ein Knappe das österreichische Duell. Schöpf war einen Schritt schneller am Ball als Junuzovic und vollendete mit einem Linkschuss flach ins rechte Ecke – 3:1 und die Vorentscheidung. Es wird wieder Fußball auf Schalke gespielt.

FC Schalke 04 - FK Krasnodar 2:0 (2:0)

 

Die Königsblauen haben den Europa-League-Gruppen-Sack zu gemacht. Durch den 2:0-Sieg gegen FK Krasnodar und der gleichzeitigen 0:2-Niederlage vom OGC Nizza gegen Salzburg sicherte sich der FC Schalke 04 den vorzeitigen Gruppensieg. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 180 Sekunden durch Caicara und Bentalebn die Knappen den 04. Sieg im 04. Spiel perfekt. In einer hektischen Partie mit vielen Fehlpässen waren die Knappen die effektivere Mannschaft und sackten deshalb nicht unverdient die drei Zähler ein.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Personal: Verletzungsbedingt musste Schalke auf vier Offensivkräfte verzichten. Neben den Langzeitverletzten Embolo (Totalschaden im Sprunggelenk) und Huntelaar (Außenbanddehnung im Knie) fielen auch Meyer (Bänderriss) und di Santo (Bauchmuskelzerrung) aus. So bildeten gegen Krasnodar Choupo-Moting und Konoplyanka die Doppelspitze im 3-5-2. Zwar traf das Duo nicht ins Schwarze, jedoch legte Choupo das 1:0 und Kono das 2:0 auf. Schade, dass Weinzierl in der Schlussphase nicht Tekpetey eingewechselt hat. Es wäre interessant gewesen, wie sich das hoffnungsvolle Talent präsentiert hätte. Stattdessen durfte Schöpf noch 08 Minuten anschwitzen.

 

Effektive Schalker: Es lief nicht alles rund im Spiel der Königsblauen. Die Russen störten früh den Spielaufbau der Knappen, die dadurch viele Fehlpässe zu verzeichnen hatten. Da es Krasnodar nicht viel besser machte, entwickelte sich eine hektische Partie mit Ballverlusten hüben wie drüben. Doch dafür waren die Schalker endlich mal gnadenlos effektiv vor dem gegnerischen Tor. Die ersten beiden Chancen (25. und 28. Minute) verwerteten die Knappen eiskalt. Aogos Flanke verlängerte Choupo-Moting. Am zweiten Pfosten lief Caicara durch und hämmerte die Kugel in die Maschen. Drei Minuten später spielten die Schalker einen Konter zu Ende und erhöhten auf 2:0. Caicara flitzte erneut die rechten Außenbahn entlang und bediente Konoplyanka. Aus spitzem Winkel zog der Ukrainer ab. Keeper Kritsyuk kam zwar mit den Fingerspitzen an den Ball, lenkte die Kugel dadurch aber genau vor die Füße von Bentaleb ab. Schalkes Nummer 10 musste nur noch aus 04 Metern einschieben. Danach vergab Baba die Möglichkeit auf 3:0 zu erhöhen. Der Linksverteidiger schoss den Ball nach Doppelpass mit Konoplyanka rechts am Tor vorbei. Das wäre wohl auch des Guten zu viel gewesen.

 

Ineffektive Russen: Kurz vor der Führung der Schalker hatte Laborde die dicke Chance zur Führung der Gäste. Doch der eingewechselte Stürmer scheiterte aus drei Metern an Fährmann. Auch nach dem Doppelschlag bekamen die Schalker die Russen nicht immer in den Griff. Über mangelnden Arbeitsaufwand konnte sich die S04-Defensive zumindest nicht beklagen. Phasenweise hatten die Blau-Weißen ihre Schwierigkeiten mit den quirligen Gegenspielern und konnten sich nur mit einem Foul behelfen. So kamen die Russen zu einigen guten Freistoßmöglichkeiten rund um den Strafraum der Knappen. Doch im Gegensatz zu den Hausherren waren sie vor dem Tor harmlos. Am Ende stand erneut ein Zu-Null-Spiel für Fährmann.

BxB - FC Schalke 04 0:0

 

Nullnummer im Revier-Derby! Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund haben sich im Signal Iduna Park nach hart umkämpften 90 Minuten 0:0 getrennt. Während die Königsblauen in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft war, gehörte den Schwatt-Gelben die zweite Hälfte. Zwar sahen die Zuschauer kein Chancen-Festival, dafür aber ein Derby mit vielen packenden Zweikämpfen. Am Ende stand ein leistungsgerechtes Remis zu Buche.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Kolasinac: Der Linksverteidiger avancierte zum Derby-Helden. Der bosnische Nationalspieler verkörperte das, was man sich von Spielern in so einem Derby wünscht: die totale Einsatzbereitschaft. Direkt zu Beginn fegte Kolasinac Pulisic mit Ball an der Seitenlinie vom Spielfeld. Er marschierte die Linie rauf und runter und hatte kurz nach dem Seitenwechsel die große Chance zur Führung. Jedoch parierte Bürki seinen Schuss zur Ecke. 20 Minuten vor Ende war Seo endgültig der Derby-Held. In letzter Sekunde entschärfte er mit einem Tackling eine brenzlige Situation, als er kurz vor der Torlinie vor Pulisic zur Ecke rettete. Kolasinac war der sogenannte aggressiv Leader in Königsblau. Das ist sein Spiel. Allerdings muss man auch sagen, dass Schalkes Nummer 6 oftmals einen Ritt auf der Rasierklinge hinlegt. In der Vergangenheit schoss er des Öfteren auch mal über das Ziel hinaus. Im Derby bewegte sich Kolasinac aber immer im Bereich des Legalen, was auch mit einer Portion Glück zu tun hatte, was er nach Spielende auch selbst zu gab. Wäre er bei der ersten Aktion gegen Pulisic nur eine Zehntel später gekommen, hätte er den gelben Karton gesehen und wäre schon nach zwei Minuten gelb-rot-gefährdet. Auch seine Rettungstat gegen den US-Amerikaner war auf den Punkt gesetzt, wozu es auch keine Alternative gab. Aber eine Zehntel-Sekunde später und es hätte Elfer und Rot gegeben. Keine Frage, so Typen wie Kolasinac tun Schalke sehr gut, aber er bewegt sich auch immer an der Grenze des Erlaubten. Diesmal ging es gut.

 

Schalkes Auftritt: Das Defensivverhalten der Knappen war während der ersten 45 Minuten perfekt. In der Höhle der Zecken ließen die Königsblauen in Hälfte eins nicht eine Torchance (!!!) zu. Sie attackierten früh und gewannen viele entscheidende Zweikämpfe. Das Niveau und die Laufbereitschaft konnten die Schalker nach dem Seitenwechsel nicht mehr ganz halten. Der BxB erhöhte den Druck und kam zu Chancen. Doch die Latte (bei Dembeles Schuss), Fährmann (im Eins-gegen-Eins gegen Götze) und Kolasinac (auf der Linie gegen Pulisic) retteten das Zu-Null. Dennoch war es ein überzeugender Auftritt der S04-Defensive. Die Offensive konnte da nicht ganz mithalten. Schalke machte aus den Ballgewinnen letztendlich zu wenig. Bruchhagen als Sky-Experte monierte das Umschaltspiel in der Zentrale und forderte Mitte der 2. Halbzeit mehr Mut. Bentaleb, Goretzka und Meyer spielten nicht schlecht, jedoch trafen sie in der Vorwärtsbewegung nicht immer die richtige Entscheidung. Dadurch ließen die Schalker gute Konterchancen liegen, worauf auch Weinzierl hinwies. Dennoch war es insgesamt ein sehr guter Auftritt der Königsblauen. Sie igelten sich nicht hinten ein, sondern agierten und wollten selber gestalten. Die Handschrift des Trainers ist eindeutig zu erkennen. Hoffentlich bleibt es so.

 

Abschlusstraining: Was macht den besonderen Reiz von Schalke aus? Als Schalker könnte man jetzt einen Vortrag halten. Die Alternative: öffentliches Abschlusstraining vor dem Revier-Derby! Bei welchem anderen Verein gibt es vor so einem wichtigen Spiel ein Training für jedermann, bei dem fast 4000 Fans die Mannschaft für das Spiel einpeitschen! Einfach mal die Videos anschauen. Datt is Schalke!

1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 2:3 (0:3)

 

Souverän gezitterter Slapstick-Erfolg! Der FC Schalke 04 steht nach dem 3:2-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg im Achtelfinale des DFB-Pokals. Zur Halbzeit führten die Knappen hochverdient durch Treffer von Konoplyanka (2x) und Huntelaar mit 3:0. Nach 60 Minuten schlich sich der Schlendrian bei den Königsblauen ein. Nach einem Eigentor von Baba sowie einem verwandelter Foulelfmeter von Kempe stand es plötzlich nur noch 3:2. Schalke schwamm, fiel aber nicht und zitterte sich in die nächste Pokalrunde. Dort wartet nun das Gastspiel beim SV Sandhausen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Starke 60 Minuten: Souverän spielten die Knappen die erste Stunde herunter. Sowohl das Pressing als auch der Spielaufbau funktionierten. Die Defensive stand sicher, die Offensive sorgte für Tore. Nach einer Meyer-Ecke netzte Konoplyanka per Hacke zum 1:0 ein. Der S04 blieb im Vorwärtsgang. Caicara bediente Huntelaar, der eiskalt zum 2:0 abschloss. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Schalke auf 3:0. Nach einer erneuten Ecke von Meyer scheiterte zunächst Bentaleb am stark reagierenden Kirschbaum, den Nachschuss versenkte aber Konoplyanka im Netz – 3:0. Die Sache schien gegessen zu sein. Ja, wenn da nicht der Schlendrian wäre, der die Knappen nach 60 Minuten befallen hätte.

 

Die Gegentore: Im Schein des sicheren Sieges machten es die beiden Außenverteidiger innerhalb von zehn Minuten spannend. Kempe schoss aus spitzem Winkel aufs Tor. Baba hätte klären können, knallte sich die Kugel aber mit Links an den rechten Fuß, von wo aus der Ball ins Schalker Tor kullerte. Tolle Slapstick-Einlage. Doch es wurde noch besser. Behrens ließ erst Naldo alt aussehen, zog in den Strafraum  und legte quer – völlig ungefährlich. Wäre Caicara nicht so ungestüm und hätte Behrens eine gefühlte Stunde später noch umgerannt. Die Folge: Elfmeter. Kempe verwandelte sicher zum 2:3. Das Zittern begann.

 

Die Schlussphase: 20 Minuten hatten der Club Zeit, die Partie zu drehen. Allerdings fingen sich die Knappen, ohne dabei eine gewisse Sicherheit auszustrahlen. Vor allem Baba und Caicara schienen völlig von der Rolle zu sein. Oftmals wurde der Ball nur noch blind nach vorne gedroschen. Die Konter wurden fürchterlich ausgespielt. Der Club probierte alles, hatte aber nur eine echte Ausgleichschance durch Salli. Völlig frei im Strafraum hämmerte er den Ball aber aus zehn Metern neben das Tor. So zitterte sich Schalke dennoch zu einem verdienten Auswärtserfolg.

FC Schalke 04 - 1. FSV Mainz 05 3:0 (1:0)

 

Souveräner Heimsieg. Der FC Schalke 04 hat sich mit 3:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 durchgesetzt. Bentaleb (2 Tore) und Meyer schossen den Heimsieg heraus. Weinzierl setzte in der Defensive auf eine Dreierkette und baute in der Offensive auf zwei Stürmer. Die Umstellung zahlte sich aus. Schalke ließ den Ex-Klub von S04-Manager Heidel kaum zur Entfaltung kommen. Hinten standen die Knappen sicher, während vorne die Chancen genutzt wurden. Außerdem sahen die S04-Fans ansehnlichen Fußball. Die Kombination vor dem 3:0 (63.) war das i-Tüpfelchen des Abends. Das Spiel war gelaufen und die Nordkurve schaltete umgehend auf Derby-Modus um.

 

Dreierpack zum Spiel

 

System optimiert: Weinzierl schickte seine Mannen in einem 3-1-4-2-System aufs Feld. Höwedes, Naldo und Nastasic bildeten die Dreierkette. Kolasinac (links) und Schöpf (rechts) beackerten die Außenbahnen und sollten hoch stehen. Falls nötig, ließ sich das Duo fallen, so dass aus der Dreier- eine Fünferkette wurde. Vor der Abwehr spielte Geis den Abfangjäger bzw. Umschaltspieler in der Zentrale. Vor ihm trieben Bentaleb und Goretzka ihr Unwesen. Sie übten früh Druck auf ihre Gegenspieler aus und attackierten. Dieser Plan ging beim 1:0 voll auf. Goretzka eroberte den Ball in der gegnerischen Hälfe und spielte den langen Ball auf di Santo. Der Argentinier legte die Kugel per Brust ab. Bentaleb rückte nach und hämmerte das runde Leder aus 16 Metern ins Eckige - 1:0. Das Tor war ebenso ein Verdienst der beiden Stürmer. Meyer und di Santo liefen immer wieder die Mainzer Abwehrspieler an. Diese spielten dadurch ungenaue Pässe, wovon die Mittelfeldspieler mit Ballgewinnen profitierten. Entscheidend war zudem, dass Schalke daraus Profit schlug und die Tore machte.

 

Herausgespielte Tore: Alle drei Treffer in der Veltins Arena wurde herausgespielt. Das 1:0 resultierte aus einem Ballgewinn und schnellem Umschaltspiel. Beim 2:0 gebührte dem Schiedsrichter ein Lob, da er nach dem Handspiel von Bussmann Schalke den Vorteil gewährte und di Santo Meyer bediente. Das Highlight des Spiels war der Schlusspunkt zum 3:0. Nach einem Doppelpass mit Bentaleb marschierte Kolasinac mit Tempo in den Strafraum. An der Grundlinie spielte der Bosnier den Rückpass und bediente den nachrückenden Bentaleb mustergültig. Der Algerier nahm die Kugel direkt und traf zum Endstand. Da lief das Bällchen wie geschmiert.

 

Lob vom Gegner: Meistens ist die Meinung zum Spiel seines eigenen Teams eher subjektiv als objektiv, oftmals sogar kritischer. Es lohnt sich da auch mal über den Tellerrand zu schauen und zu horchen, was der Gegner so sagt. So gab der Mainzer Kapitän Bell folgendes zu Protokoll: "Wir haben heute gesehen, was Schalke für Qualität in der Mannschaft hat. Langsam kommen sie ins Rollen. Wir waren heute gar nicht so schlecht, aber wir haben gegen einen Gegner gespielt, der sehr gut drauf war." Auch wenn 05-Coach Schmidt von den schlechtesten ersten 20 Minuten der Saison sprach, bleibt festzuhalten: Man ist nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Demzufolge war Schalke verdammt gut :-)

FC Augsburg - FC Schalke 04 1:1 (0:0)

 

Ganz bitterer Nachmittag für Königsblau. Das 1:1 beim FC Augsburg schmerzt den FC Schalke 04, da die Knappen eine 1:0-Führung nicht über die Zeit brachten. Doch bei weitem schlimmer wirkt die schwere Verletzung von Embolo nach. Sein Totalschaden im Sprunggelenk bedeutet eine monatelange Ausfallzeit für den 19-jährigen Schweizer. Die Diagnose müssen die Knappen erstmal verdauen und lassen das sportliche Geschehen in den Hintergrund treten.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Embolo-Schock: "Das ist an Tragik kaum zu überbieten und überschattet den ganzen Tag", urteilte Heidel nach der Verletzung von Embolo. Dabei wirkte das Foul von Stafylidis an der Seitenlinie zunächst nicht also so schwerwiegend. Allerdings sah man direkt die Schmerzen in Embolos Gesicht. Die Diagnose folgte Stunden später: Weber C - ein gebrochenes Wadenbein inklusive Riss des Syndesmose- und Innenbandes. Noch am Abend wurde der 19-Jährige in Augsburg operiert. Die Ausfallzeit wurde mit vier bis sechs Monaten angegeben, was aber vom Heilungsverlauf abhängig ist. "Das ist ein ganz großer Schlag, den wir verdauen müssen. Wir werden Breel jede Unterstützung geben, damit er nach dieser schweren Verletzung gestärkt zurückkehrt und dort anknüpfen kann, wo er nun gezwungenermaßen aufhören musste", sagte Heidel. Für sein Einsteigen gegen Embolo wurde Stafylidiz von beiden Trainern kritisiert. FCA-Coach Schuster sprach von "bisschen dämlich", Weinzierl von "Dummheit". Der Sünder zeigte nach der Partie Reue und schrieb auf Instagram: "Ich möchte mich bei Embolo und beim FC Schalke 04 in aller Form entschuldigen. (...)" Die Aktion des Griechen war unglücklich, aber passieren im Fußball. Hierbei kam auch eine große Portion Pech für Embolo hinzu, die ihm diese schwere Verletzung einbrachte. Im Übrigen eine Verletzung, die in der Horster Kurve nicht unbekannt ist. "Das ist der gleiche Scheiss wie bei mir", hob Blömme direkt den Finger und erinnert sich an den 24. April 2016, als ein Spieler des VfB Kirchhellen ihm von hinten umsenste: "Dabei  wurde mein Wadenbein sogar drei Mal gebrochen." Sein bisheriger Heilungsverlauf ist suboptimal. Aber Embolo ist nur halb so alt wie Blömme, hat mehr Zeit für die Reha und hoffentlich eine bessere Wundheilung. Gute Besserung, Breel! Und weiter gute Besserung, Blömme :-)

 

Unnötiges Remis: Sportlich gesehen, reisen die Schalker mit zwei Punkten zu wenig im Gepäck zurück nach GE. Das liegt aber nicht daran, dass sie guten Fußball gespielt haben und die bessere Mannschaft waren, sondern weil sie nicht in der Lage waren, die überraschende Führung nach Hause zu bringen. Eigentlich war es ein gepflegtes 0:0-Spiel. Dann holte Bentaleb den linken Hammer raus und die Kugel rauschte von der Unterkante der Latte hinter die Torlinie - 1:0 Schalke. In doppelter Hinsicht war es ein besonderes Tor. Zum einen war es das erste Bundesliga-Tor für den Algerier im S04-Trikot, zum anderen wurde der Treffer erstmals durch das Hawk-Eye dem Schiedsrichter bestätigt. Kurz darauf hätten die Knappen den Sack zu machen müssen. Doch Konoplyanka schaffte es nicht, den Hitz-Abpraller nach Huntelaars Schuss aus sieben Metern im Tor unterzubringen. Der Ukrainer scheiterte mit der hundertprozentigen Chance kläglich am FCA-Schlussmann. Danach agierten die Königsblauen zu passiv. Sie ließen den Augsburgern zu viel Platz und waren nicht mehr aggressiv im Zweikampf. Das wurde schnell bestraft. Ji schoss im Strafraum Koo an. Der Ball kullerte aus dem Sechzehner, von wo aus Baier die Kugel dankend in den Giebel zimmerte - 1:1. Ein Deja-vu! Am 33. Spieltag der letzten Saison hatte Baier aus einer ähnlichen Position zum 1:1 getroffen. Damals jubelte Weinzierl noch, diesmal schüttelte er nur den Kopf.

 

Harmlose Offensive: Die Verletzung von Embolo, dem bis dahin besten Schalker, tat dem Spiel der Schalker nicht gut. Doch es nur darauf zu reduzieren, dass es vor allem offensiv nicht lief, wäre zu einfach. Das königsblaue Offensivspiel fand nahezu überhaupt nicht statt. Es glich einem Flipperspiel. Unglaublich, wie oft Choupo-Moting, Schöpf und Goretzka der Ball versprungen ist. Dazu gesellten sich Abspielfehler, die den "Großen Bruder" Dirk vermuten ließen: "Ich glaube, die haben eine Blauschwäche, die erkennen keine blauen Trikots." Damit bleibt die Offensive, auch nach dem positiven Ausrutscher gegen Gladbach mit den vier Toren, weiterhin ein großer Schwachpunkt der Knappen. Da die Augsburger ebenfalls offensiv ziemlich harmlos waren (mit Finnbogason, Caiuby und Bobadilla fehlte einiges an Offensivpower) war es ein Spiel "Not gegen Elend" (O-Ton van Brommel). Nur die beiden Sonntagsschüsse von Bentaleb und Baier rüttelte die Fans kurzeitig wach.

FC Schalke 04 - Bajuwaren 0:2 (0:0)

 

Gut, aber nicht gut genug. Trotz einer starken Leistung mussten sich der FC Schalke 04 den Bajuwaren mit 0:2 geschlagen geben. 75 Minuten war es ein Spiel auf Augenhöhe. Die Knappen spielten leidenschaftlich, ließen kaum Torchancen zu und zeigten offensiv sehr gute Aktionen. Sie attackierten den Rekordmeister sogar in deren eigenen Hälfte und provozierten Fehlpässe, was man von den Herren aus dem Süden sehr selten sieht. Doch an diesem Freitag flog die Kugel nicht nur einmal ins Seiten- oder Toraus. Ein Verdienst der Schalker, angeführt von einem wie aufgedrehten Jäger namens Goretzka. Doch am Ende ging den Königsblauen ein wenig die Luft aus und die Gäste schlugen eiskalt zu. Martinez steil auf Lewandowski, der Fährmann keine Chance ließ - 0:1 (81.). In der Nachspielzeit erhöhte Kimmich nach einem Konter auf 2:0. Am Ende überwog die Enttäuschung. Dennoch wurde die Mannschaft gefeiert, da sie malocht hat. Und so etwas honoriert man auf Schalke.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Erst kein Glück, dann Pech: Einen Punkt hätten sich die Schalker durchaus verdient. Aber die Qualität der Bazen (Einwechselspieler: Vidal, Costa und Kimmich!) setzte sich doch noch durch. Was den Knappen fehlte, war das Quäntchen Glück. Geht der Schuss von Huntelaar einen Meter weiter nach rechts, kommt Neuer nicht dran und der Ball würde nicht nur an die Latte klatschen, sondern von deren Unterkante im Netz zappeln. Oder hätte der Hunter vielleicht erst gar nicht geschossen, sondern stattdessen den Pass in die Tiefe gespielt. Dann wäre Embolo allein auf Neuer zugelaufen ... Es wäre interessant gewesen, welche Richtung die Partie nach einer Schalker Führung genommen hätte. Zumindest wäre die stimmungsvolle Arena endgültig in Ekstase geraten. So aber hatte die Schalker offensiv kein Glück und in der Defensive kam Pech hinzu. Hätte Naldo nicht irgendwie noch mit einem Reflex oder sonst irgendetwas den Passweg auf Lewandowski verhindern können? Naja, für hätte, wenn und aber gibbet aba halt nix.

 

Neuzugänge: Nach dem katastrophalen Auftritt in Frankfurt baute Weinzierl die Mannschaft um. War beim Saisonauftakt nur Naldo als Neuzugang in der Startelf, wurden nun fast alle Neuen (nur Embolo auf der Bank) aufgestellt. Fazit: Keiner enttäuschte, alle zeigte, dass sie Qualitätsspieler (schönes Wort :)) sind. Baba ist ein Gewinn als Linksverteidiger. Er stabilisiert die Seite nicht nur defensiv, sondern schaltet auch den Turbo nach vorne.  Konoplyanka absolvierte lediglich eine Trainingseinheit mit dem Team, deutete aber an, dass er mit seinem Speed und seinen schnellen Haken für Wirbel sorgen kann. Zu begeistern wusste zudem die neue Doppel-Sechs. Wie Stambouli und Bentaleb die Löcher gestopft haben und gleichzeitig mit Ruhe und Übersicht sich aus brenzligen Situationen befreit haben, sorgte für Freude auf den Rängen. Genauso ein Spieler, der nach einem Jahr Verletzungspause (Achillessehnenriss) ein gefühlter Neuzugang ist: Nastasic. Der Serbe war in der Viererkette der Fels in der Brandung - ganz starke Partie. Auch der eingewechselte Embolo hat gute Aktionen in Zweikämpfen mit Hummels und setzte dabei immer wieder gut seinen Körper ein. Jetzt gilt es für alle Neuen sowie für den Rest der Mannschaft, diese Leistung in den kommenden Wochen zu bestätigen. Abschließend noch ein Wort zum Trainer. Es war erfrischend zu sehen, wie Weinzierl an der Seitenlinie mitgeht und nicht nur wie eine Statur da steht und ab und an den Finger hebt. Auch wenn immer davon gesprochen wird, dass sich der Einfluss eines Trainers während des Spiels auf die Spieler in Grenzen hält, steht Schalke ein emotionaler Mann auf der Trainerbank viel besser zu Gesicht. Und sei es nur, dass er mit seinen Gesten den entscheidenden Funken gibt, dass auf den Ränge die Post abgeht. Zudem wechselt er auch mal vor der 80 Minuten ;-)

 

Kurven-Vadder: Trotz der Niederlage gab es für die Horster Kurve noch was Großes zu Feiern. Der Präsi hatte am 7. September Geburtstag - Jimmy wurde 50! Dazu noch einmal herzlichen Glückwunsch, Kurven-Vadder. Und Danke für die geile Party am Samstag!

Ohoh international, Schalke international - 7 Neue aus 7 Ländern

 

Seit dem 15. Mai 2016 schwingt Christian Heidel das Zepter am Schalker Markt. Eine Bilanz seiner Arbeit kann man so kurz nach Saisonbeginn natürlich noch nicht ziehen. Allerdings kann man bereits mit Fug und Recht behaupten: So einen ruhigen und unaufgeregten medialen Sommer hat der FC Schalke 04 seit Jahren nicht mehr erlebt. Und das, obwohl es genügend Zündstoff in Heidels bisherigen Amtszeit gegeben hätte. Zum Beispiel der Verkauf von Sané für ca. 50 Millionen Euro an Manchester City. Obwohl sich die Verhandlungen wie Kaugummi gezogen haben, reagierte Heidel stets besonnen, erklärte den Sachverhalt falls nötig und hielt sich aus Spekulationen heraus. Wasserstandsmeldungen, die rund um Schalke in den letzten Jahren Hochkonjunktur hatten, scheint Heidel wie die Pest zu hassen und verbannte sie aus dem Sprachgebrauch in Gelsenkirchen. Für den 53-Jährigen zählen nur Fakten, die er zur gegebenen Zeit auch gerne preisgibt. Meistens sorgen sie dann auch in der Öffentlichkeit für eine Überraschung. So wie bei allen Sommertransfers. Obwohl wochenlang verhandelt wurde, sickerten erst kurz vor Vertragsabschluss die Namen durch, und dann auch meistens nur von ausländischen Medien. Eine bemerkenswerte Einwicklung bei den Knappen, die man eigentlich nicht für möglich gehalten hat, und die man ohne Einschränkung dem Duo Heidel/Schuster zuschreiben muss. Ob Heidel auch ein glücklicheres Händchen als sein Vorgänger Heldt hat, wird man im Laufe der Saison beurteilen können. Hier ein erster Blick auf die neuen Kicker des FC Schalke 04.

 

Ronaldo Aparecido Rodrigues - Naldo: Mit einem Paukenschlag hat die Amtszeit von Heidel beim S04 begonnen. Kaum war der neue Sportvorstand im Amt, präsentierte er mit Naldo den ersten Neuen. Der 33-Jährige kommt ablösefrei aus Wolfsburg und unterschreibt einen Vertrag bis 2018. Naldo, der seit 2014 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist ein zweikampf- und kopfballstarker Innenverteidiger. Zwar büßte der 1,98-Meter-Hüne mit dem Alter ein wenig an Schnelligkeit ein, aber dank seines Stellungsspiels gleicht er dieses Defizit aus. Zudem ist Naldo für seine Knaller-Freistöße berüchtigt. In der Bundesliga spielte der Abwehrspieler sieben Jahre lang für Bremen und vier Jahre bei den Wölfen. Dabei bestritt er 292 Bundesliga-Spiele (34 Tore). Zu einer Meisterschaft reichte es im Norden zwar nicht, dafür gewann er mit beiden Teams den DFB-Pokal (2009 & 2015). Dazu stehen vier Länderspiele für Brasilien in seiner Vita.
Das sagt Heidel: "Es war enorm wichtig, einen so erfahrenen Spieler für eine junge, talentierte und entwicklungsfähige Mannschaft zu gewinnen." (Quelle: S04.de)
Das sagt Naldo: "Heidel hat mich in den Gesprächen so begeistert, dass ich nun große Lust auf die Herausforderung bei Schalke habe." (Quelle: S04.de)

 

Breel Embolo: Mit 25 Millionen Euro ist Embolo der Königstransfer der Königsblauen. Der 19-Jährige kommt vom FC Basel und will auf Schalke den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Der in Younde (Kamerun) geborene Offensivallrounder wurde im Dezember 2014 in der Schweiz eingebürgert und trägt seitdem das Trikot der Eidgenossen (14 Länderspiele, 1 Tor). Der 1,85-Meter-Modellathlet ist trotz seiner körperbetonten Spielweise schnell und trickreich. Embolo kann sowohl als 2. Spitze als auch auf den offensiven Außenbahnen eingesetzt werden. In der Schweiz begann seine Karriere 2006 beim FC Nordstern (Da wird er sich auf dem Buga-Gelände der Zeche Nordstern in Horst wohl fühlen :)). Über BSC Old Boys (2008 - 2010) führte ihn sein Weg in die Jugendakademie des FC Basel. Beim Schweizer Top-Klub gab er am 16. März 2014 mit 17 Jahren sein Profi-Debüt und erzielte als Joker direkt einen Treffer. Insgesamt trug er 60 Mal (20 Tore) das FCB-Trikot in der Liga. Dazu gesellten sich noch acht Partien (2 Tore) in der Champions League.
Das sagt Heidel: "Wir haben einen hochtalentierten und bei vielen europäischen Topteams begehrten  Angreifer für Schalke gewinnen können, der bereits über sehr viel internationaler Erfahrung verfügt." (Quelle: S04.de)
Das sagt Embolo: "Ich habe mich für Schalke entschieden, weil das Gesamtpaket stimmt. Für mich war wichtig, dass meine neue Mannschaft einen Plan Breel hat. Dass die Verantwortlichen verstehen, wie ich ticke, wie ich Fußball spiele, wie ich als Mensch bin. Schalke ist ein großer Verein, hat immer ein volles Haus und die Fans sind im positiven Sinn krank." (Quelle: Blick.ch)

 

Abdul Rahman Baba: Nach einem Jahr sind Trainer Weinzierl und Baba auf Schalke wieder vereint. In der Saison 2014/15 trainierte Schalkes neuer Coach den 22-Jährigen beim FC Augsburg (31 BL-Spiele), bevor es den Ghanaer letztes Jahr für 20 Millionen Euro zum FC Chelsea zog. Dort lief es unter Mourinho zunächst schlecht, danach unter Hiddink besser - insgesamt 15 Ligaspiele. Doch die Zukunftsaussicht auf mehr Spielzeit sah nicht rosig aus: "Chelseas neuer Trainer Conte hat mir vermittelt, dass ich in seinem System vermutlich nicht regelmäßig spielen werde. Deshalb habe ich signalisiert, wechseln zu wollen." Die Wahl fiel auf Schalke und Weinzierl (Baba: "Ich habe bei ihm jederzeit viel Vertrauen gespürt."). Die Knappen leihen den Linksfuß für ein Jahr und 500.000 Euro aus. Baba ist in Tamale (Ghana) geboren und bestritt bisher 19 Länderspiele für die Afrikaner. Mit dem Fußballspielen im Verein begann er 2004 bei den Young Meteors Tamale. 2010 zog es ihn für ein Jahr weiter zu Dreamz FC bevor er sich dem Top-Klub Asante Kotoko anschloss, mit denen er auf Anhieb Meister wurde. 2012 folgte der Wechsel nach Europa. Die SpVgg Greuther Fürth schnappte sich den 1,79-Meter Abwehrspieler, wo er unter anderem mit Gerald Asamoah spielte. Nun tritt er mit Asas Nummer 14 seinen Dienst auf Schalke an.
Das sagt Weinzierl: "Abdul ist ein offensivstarker Linksverteidiger, von dessen Qualitäten ich absolut überzeugt bin. Für unsere Mannschaft ist er zudem mit seiner Einstellung ein richtig guter Typ." (Quelle: S04.de)
Das sagt Baba: "Mit Schalke habe ich einen sehr guten Verein gefunden. Ich freue mich auf die Atmosphäre in der Veltins-Arena, ich weiß, was da los ist." (Quelle: S04.de)

 

Jorge Andujar Moreno - Coke: "Ich habe viele Spieler verkauft und viele der Transfers verursachten Zweifel, aber bei diesem hier bin ich mir sicher, dass es nicht gut ist und wir nicht das Richtige machen. Ich habe ein schlechtes Gewissen dabei: Wir verlieren keinen Rechtsverteidiger oder den Kapitän, wir verlieren das Herz des Teams, einen Spieler, der immer alles für den Verein gegeben hat", erklärte Monchi, Sportdirektor des FC Sevilla, bei der Abschieds-PK von Coke. Neben ihm saß der besagte Spieler und hatte Tränen in den Augen. Es war ein emotionaler Abschied des 29-Jährigen nach fünf Jahren in Sevilla. "Aber ich habe für mich entschieden, dass ich noch einmal etwas anderes sehen, ein anderes Land kennenlernen möchte", sagte Coke. Und die Andalusier wollten ihm keine Steine in den Weg legen und ließen ihn für vier Millionen Euro zu Schalke ziehen, wo er ein Arbeitspapier bis 2019 erhält. Es wird der dritte Verein für den 1,84 Meter großen Rechtsverteidiger, der aber auch den offensiveren Part übernehmen kann. Als Jugendlicher kickte er beim Madrider Vorstadtklub Rayo Vallecano, bei denen er 2005 sein Profi-Debüt gab und 2011 in die Primera Division führte. Im selben Jahr folgte der Wechsel nach Sevilla. Dort schaffte er historisches und gewann drei Mal in Folge die Europa League (2014, 2015, 2016). Vor allem beim letzten Erfolg gegen den FC Liverpool drückte er mit einem Doppelpack zum 2:1 und 3:1 seinen Stempel auf. Dabei kann man Coke beileibe nicht als Tormaschine titulieren. In 117 Ligaspielen für Sevilla erzielte er gerade einmal zehn Treffer. Coke ist kein spektakulärer Spieler, sondern einer der sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Taktisch sehr gut geschult, macht er kaum Fehler. Ein Rechtsverteidiger mit hoher Qualität. Leider zog sich Coke in seinem ersten Spiel für Schalke einen Kreuzbandriss zu. Damit wird er ca. sechs Monate ausfallen. Bitter für ihn, bitter für Schalke. #S04conCoke
Das sagt Heidel:
"Wir haben mit Coke einen sehr guten Defensivspieler mit großer internationaler Erfahrung gewonnen. Drei Mal in Folge die Europa League zu gewinnen ist eine mehr als bemerkenswerte Leistung. Als Führungsspieler wird er zudem für das Gefüge unserer Mannschaft sehr wichtig werden können." (Quelle: S04.de)
Das sagt Coke: "Der FC Schalke hat in meiner Heimat einen sehr großen Stellenwert. Das liegt vor allem an Raul. Die Spanier haben gemerkt, wie wohl er sich auf Schalke gefühlt hat. Und wie die Menschen ihn geliebt haben. Dazu haben Schalke und Sevilla eine enge Verbindung und sind befreundet. Ich wusste also, was für ein großartiger Verein der S04 ist. Als die Anfrage kam, musste ich deshalb nicht lange überlegen." (Quelle: S04.de)

 

Nabil Bentaleb: Die Königsblauen haben eine neue Nummer 10. Allerdings ist Bentaleb kein klassischer Spielmacher, sondern ein Arbeiter mit Vorwärtsdrang im defensiven Mittelfeld. Das "große Talent" (O-Ton Weinzierl) will auf Schalke nach einem Seuchenjahr wieder zurück in die Erfolgsspur. In der letzten Saison kämpfte der 1,87-Meter große Linksfuß bei den Tottenham Hotspur mit zwei Verletzungen. Zunächst stoppte ihn eine Sprunggelenksverletzung. Kaum war diese auskuriert, folgte eine Knieoperation. In seiner Abwesenheit spielten sich auf seiner Position Dier und Alli in den Vordergrund und sogar in die englische Nationalmannschaft. Auch zu Beginn dieser Saison baut Trainer Pochettino auf das Three-Lions-Duo sowie auf Neuzugang Wanyama. Bentaleb blieb nur die Reservistenrolle. Als der Algerier Mitte Juli vom Interesse der Gelsenkirchener erfuhr, war er bereit für eine Luftverlängerung. Sechs Wochen zogen sich die Verhandlungen mit den Londonern hin, bevor endlich Vollzug vermeldet werden konnte. Der 21-Jährige wird für ein Jahr von Schalke ausgeliehen - inklusive Kaufoption. Die Knappen sind der sechste Verein in seiner Karriere. Begonnen hat alles beim AJS Wazemmes in seinem französischen Geburtsort Lille. 2004 schaffte er den Sprung zum OSC Lille. 2009 zog er weiter zu Excelsior Mouscron nach Belgien. Ein Jahr später folgte die Rückkehr nach Frankreich zum USL Dunkerque. Dort wurden englische Scouts auf ihn aufmerksam und Bentaleb entschied sich 2012 für die Nachwuchsakademie von Tottenham. Für die Spurs gab er am 22. Dezember 2013 sein Premier-League-Debüt gegen den FC Southampton und avancierte unter Trainer Sherwood zum Stammspieler. Insgesamt kam er auf 45 Liga- (1 Tor), fünf FA-Cup- und acht Europa-League-Spiele in seiner Zeit bei den Spurs. Das algerische Trikot trug der Mittelfeldmann bisher 19 Mal und erzielte dabei drei Treffer.
Das sagt Heidel: „Nabil ist ein aggressiver, zweikampfstarker Mittelfeldspieler, der die Optionen in unserem Kader noch einmal vergrößert“ (Quelle: S04.de)
Das sagt Bentaleb: „Schalke gilt mit seinen tollen Fans auch in England als großer Klub. Ich bin sehr glücklich und will der Mannschaft nun helfen, die Saisonziele zu erreichen.“ (Quelle: S04.de)

 

Benjamin Stambouli: Vom Eiffelturm an den Emscherstrand zog es Stambouli in diesen Sommer. Der Franzose wechselt für ca. acht Millionen Euro von Paris St. Germain zu Schalke und unterschreibt einen Vier-Jahres-Vertrag. Stambouli soll das neue Bindeglied zwischen Defensive und Offensive sein. Der 26-Jährige ist der gewünschte Sechser, der zum einen für Zweikampfhärte und gutem Stellungsspiel steht, zum anderen aber auch Ruhe am Ball ausstrahlt und kaum Fehlpässe spielt. Dazu verfügt Schalkes neue Nummer 17 über internationale Erfahrung. Obwohl Stambouli in Marseille geboren wurde, spielte er bisher lediglich ein Jahr in der Jugend für Olympique Marseille (1996-1997). Über ES Uzès Pont du Gard (1997-2001 und 2003-2004) und CS Sedan (2001-2003) zog es ihn zum HSC Montpellier (ab 2004). Dort schaffte er 2010 den Sprung ins Profi-Team, absolviert insgesamt 112 Ligaspiele (3 Tore) und gewann in der Saison 2011/12 überraschend den Titel in der Ligue 1 - zusammen mit Belhanda. 2014 wechselte Stambouli zu den Tottenham Hotspur. Bei seinem einjährigen Intermezzo in London kam er auf zwölf Einsätze, darunter sieben gemeinsam mit Bentaleb auf der Sechs, von denen das Duo alle Spiele gewann. Nach der Saison ging es zurück in die Heimat zu PSG. In den beiden Jahren in der französischen Hauptstadt feierte er zwei Meisterschaften und vier Pokalsiege. Jedoch kam er in dem Star-Ensemble nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Das soll auf Schalke jetzt anders werden.
Das sagt Heidel: „Wir haben ein sehr junge Mannschaft, der weitere Erfahrung gut tut. Diese bringt Stambouli mit, der bereits Kapitän in Montpellier war, in der englischen Premier League  gespielt hat und als französischer Meister von PSG zu uns kommt.“ (Quelle: S04.de)
Das sagt Stambouli: „Heidel kam nach Paris und hat mir erläutert, was er mit Schalke vorhat. Trainer Weinzierl hat mich vom sportlichen Projekt in einem Gespräch am Telefon überzeugt. Zu dessen Gelingen möchte ich mit meinen Leistungen beitragen.“ (Quelle: S04.de)

 

Yevhen Konoplyanka: Schalke ist beim Nachfolger von Sané erneut beim FC Sevilla fündig geworden. Die Knappen leihen Konoplyanka für ein Jahr aus und sicherten sich zudem eine Kaufoption. Der 26-jährige Ukrainer ist dank seiner Quirlig- und Schnelligkeit stark im Eins-gegen-Eins und weiß auch, wo das Tor steht. Bei den Andalusiern war er unter Trainer Emery gesetzt und absolvierte 32 Ligaspiele, in denen der Flügelflitzer vier Mal selber traf und sieben Tore auflegte. Zudem feierte er in Sevilla mit dem Gewinn der Europa League (3:1 gegen Liverpool) seinen größten Erfolg. Ein Jahr zuvor hatte er den Titel mit Dnipr Dnipropetrowsk verpasst. Im Finale unterlagen die Ukrainer dem FC Sevilla mit 2:3. Allerdings hinterließ Konoplyanka einen guten Eindruck bei den Spaniern, so dass sie sich ihn kurz darauf ablösefrei schnappten. Das Kapitel Dnipr war nach neun Jahren und 156 Ligaspielen (35 Tore) beendet. Mit dem Fußballspielen begann er in seinem Geburtsort Kirowohrad (Zentral-Ukraine) beim FC Olimpik. Nach vier Jahren zog es ihn in die Jugend von Dnipr, wo er in der Saison 2007/08 sein Profi-Debüt gab. Mit Dnipropetrowsk gewann er zwar keine Titel, wurde aber drei Mal zum ukrainischen Fußballer des Jahres (2010, 2012, 2013) gewählt.  Das Trikot seines Heimatlandes trug Konoplyanka bisher 56 Mal (13 Tore). In der Champions League war er sechs Mal (2 Tore) aktiv. In der Europa League lief er 40 Mal (8 Tore) auf, wo auf Schalke noch einige Partien hinzukommen werden.
Das sagt Weinzierl: „Wir freuen uns auf einen torgefährlichen und schnellen Mittelfeldspieler, der auf beiden Außenbahnen eingesetzt werden kann.“ (Quelle: S04.de)
Das sagt Konoplyanka: „Es ist genial, bei einem solchen Verein mit solchen Fans und solch einem Stadion spielen zu dürfen.“ (S04.de)

Eintracht Frankfurt - Schalke 04 1:0 (1:0)

 

Bundesliga-Auftakt in den Sand gesetzt. Die 0:1-Niederlage des FC Schalke 04 bei Eintracht Frankfurt schmerzt. Was aber noch viel schlimmer ist, war die Art und Weise, wie sich die Königsblauen präsentiert haben. Die Knappen wurden in der Anfangsphase von der Eintracht überrannt. Bis zur Trinkpause nach 25 Minuten hatten die Hausherren 70 Prozent Ballbesitz, trafen einmal die Latte und gingen verdient durch Meier in Front. Die elf Traber im blauen Trikot schienen gedanklich noch am Strand ihres Sommerurlaubs zu sein. Danach wurde es bei den Knappen zwar etwas besser, da sie stabiler in der Defensive standen. Allerdings nahmen die Frankfurter wegen der Hitze auch Tempo raus. Es reichte aber, um die Schalker in Schach zu halten. Auch nach dem Seitenwechsel blieb beim S04 vieles Stückwerk. Fährmann verhinderte mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Meier sogar noch Schlimmeres. Auch die Gelb-Rote Karte für Hector zehn Minuten vor Schluss half den Schalkern nicht weiter, doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Die beste Ausgleichschance vereitelte Hradecky mit einer starken Parade gegen Huntelaar. Es wäre für diesen blutleeren Auftritt wahrscheinlich auch des Guten zu viel gewesen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die Startelf: Beim Blick auf die Aufstellung wurde einem schwindelig. Dennoch war die Hoffnung da, dass einige Spieler den neuen Konkurrenzkampf annehmen und ein anderes Gesicht zeigen. Leider vergeblich. Sorry, aber eine Doppel-Sechs mit Aogo und Geis geht einfach nicht, das geht nicht! Kein Tempo, keine Zweikampfhärte, keine Inspiration, Alibi-Pässe. Wie sagte es der Sky-Kommentator so treffend: "Planlose Bälle ins Fußball-Niemandsland." Dann spielte di Santo auf Rechtsaußen. Kurz und bündig: ein Totalausfall. Bleiben die beiden Außenverteidiger. Kolasinac kann man mangelnden Einsatz nicht absprechen. Er gibt alles, versucht auch Betrieb nach vorne zu machen, aber was dabei rauskommt ist schwach. Unsicher in der Defensive, dazu Flanken des Grauens. Sein Pendant auf rechts kann das sogar noch unterbieten. Zwei Caicara-Aktionen reichen zur Veranschaulichung: beim 0:1 kam er zu spät. Der Elfmeter geht auf seine Kappe. Alle Baustellen (Außenverteidiger, Doppel-Sechs, offensive Außen) sind seit Monaten bekannt. Alle Baustellen wurden von Heidel auch bearbeitet. Jetzt bekam die alte Garde, noch einmal die Chance sich zu präsentieren und enttäuschte auf ganzer Linie. Auf zur neuen Garde.

 

Die Neuzugänge: Lediglich einer von sechs Neuen stand in der Startelf. Naldo verteidigte neben Höwedes in der Viererkette. Doch statt Ruhe und Souveränität auszustrahlen, wirkte er nervös und unkonzentriert. Den Anfang machte sein zu kurz geratener Rückpass, den Fährmann so gerade noch erreichte. Negativer Höhepunkt war sein missglückter Klärungsversuch, den die Eintracht zur Führung nutzte. Ein Debüt zum Vergessen. Während Coke (fällt mit Kreuzbandriss noch länger aus) und Stambouli nicht im Kader standen, saßen Embolo, Baba und Bentaleb zunächst auf der Ersatzbank. Das Trio wurde im Laufe des Spiels eingewechselt. Embolo hatte in den ersten zwei Minuten mehr Aktionen als di Santo in 45. Auch wenn danach nicht mehr viel klappte, sah man zumindest Ansätze. Baba konnte zwar auch nicht mehr viel bewirken, aber es war bei weitem nicht so hektisch wie bei Kolasinac. Den besten Eindruck hinterließ Bentaleb. Sein 16-Minuten-Aufrtitt reichte, um zu sehen, dass das allein von der Anlage ein bis zwei Klassen besser ist als bei Aogo und Geis. In der Offensive zeigte er zwei Zuckerpässe, in der Defensive räumte er ab. Im Vollsprint (das sieht man nicht oft bei Schalker defensiven Mittelfeldspielern) verfolgte er Chandler bei einem Konter und grätschte ihm im Strafraum im letzten Moment die Kugel vom Fuß - toller Einsatz. Das will ich von einem Sechser sehen!

 

Ruhe bewahren: Hoffnung auf Besserung macht allein die Tatsache, dass diese Startelf so nie wieder auflaufen wird. Bentaleb, Baba und Embolo zeigten bereits Ansätze, dass sie die Qualität steigern können. Stambouli sollte sich bei der Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ebenfalls durchsetzen. Der neue Offensivspieler, den Heidel noch verpflichten will (oder vielleicht doch noch mehr?), sollte die Notlösung di Santo ebenfalls ad acta legen. Dass ein fitter Goretzka das Niveau hebt, steht außer Frage. Bleibt noch die Personalie Meyer. In Frankfurt hatte man das Gefühl, dass er mit den Gedanken noch mit seiner Silbermedaille an der Copacabana war. Es war ein unterirdischer Auftritt - saft- und kraftlos. Dass er es besser kann, zeigte er in der letzten Saison und bei Olympia. Aber diese Leistung muss er jetzt bestätigen. Ob es dann insgesamt besser wird, sei mal dahin gestellt. Es bleibt ein Umbruch, wo die Mechanismen nicht sofort greifen werden. Das ist normal und auch nicht schlimm. Was aber absolut nicht geht, und da ist es egal ob es ein Umbruch ist oder nicht, dass die Mannschaft - vor allem in der Anfangsphase - so einen blutleeren Auftritt hinlegt. Laufen, kämpfen, kratzen, beißen muss immer gehen!

FC 08 Villingen - Schalke 04 1:4 (0:2)

 

Pflichtaufgabe erfüllt. Der FC Schalke 04 ist mit einem 4:1-Erfolg in der 1. Runde des DFB-Pokals beim FC 08 Villingengestartet. Aogo, Embolo, Geis und Huntelaar trafen für die Knappen. Den Ehrentreffer für die Hausherren erzielte Ketterer in der Schlussminute. Unterm Strich zogen die Königsblauen verdient und mühelos in die nächste Runde - nüchtern, ohne Glanz.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Aufstellung: Neu-Trainer Weinzierl setzte gegen Villingen auf ein 4-4-2. Auffällig war dabei, dass der S04-Coach mit allen drei potenziellen Linksverteidigern antrat. Während Kolasinac in der Viererkette spielte, übernahm Baba den Part im linken Mittelfeld. Aogo agierte, wie von Weinzierl favorisiert, im defensiven Mittelfeld neben Geis. Als Rechtsverteidiger erhielt Caicara wegen seiner offensiveren Ausrichtung den Vorzug vor Riehter. Die Innenverteidigung bildeten Höwedes und Naldo, während Nastasic nicht im Kader stand. Der Serbe wurde genauso wie Choupo-Moting wegen leichter Blessuren geschont. Auf dem rechten Flügel wirbelte Embolo und sollte die beiden Spitzen Huntelaar und di Santo unterstützen. Trotz der vier Treffer und dem souveränen Weiterkommen war viel Sand im Getriebe im Spiel der Schalker.

 

Höwedes schimpft:  "Wir haben geschludert und den Gegner eingeladen. Wir müssen mehr Zug zum Tor haben", bilanzierte Höwedes nach der Partie. Schon während des Spiels konnte man dem S04-Kapitän seine Unzufriedenheit im Gesicht ablesen. Dabei dürfte ihm die Zweikampfbilanz (nur 45 Prozent gewonnen) gegen den Verbandsligisten besonders negativ aufgefallen sein. Auch wenn man diese Leistung nicht überinterpretieren darf, schrecken die Aussagen von Höwedes oder Weinzierl ("Nach dem zweiten Tor haben wir ein bisschen den Gang rausgenommen.") direkt ein wenig auf, da das Muster der Vergangenheit sind, die keiner mehr sehen will: schludern und Gänge rausnehmen. Bleibt zu hoffen, dass das nur die Ausnahme war.

 

Ruhig bleiben: Blickt man mal über den königsblauen Tellerrand hinaus, nahmen die Schalker die erste Pokal-Hürde recht locker. Davon konnten Leipzig (in Dresden) und Bremen (in Lotte) nur träumen. Beide Bundesligisten blamierten sich beim ihrem Pokal-Aus. Auch andere Erstligisten taten sich enorm schwer. Frankfurt in Magdeburg, Mainz in Unterhaching, Hertha BSC in Regensburg und Ingolstadt in Aue benötigten gar  das Elfmeterschießen, um ihre Aufgabe zu lösen. Knapp war es ebenfalls für Gladbach (1:0 in Drochtersen/Assel), Wolfsburg (2:1 beim FSV Frankfurt) und Leverkusen (2:1 in Hauenstein). Da war Schalkes Erfolg nahezu ein Spaziergang.

Glück auf Markus Weinzierl

 

Am 2. Juni 2016 wurde das Geheimnis gelüftet: Markus Weinzierl verlässt  den FC Augsburg und wird neuer Trainer beim FC Schalke 04! Okay, sagen wir lieber: das offene Geheimnis wurde offiziell verkündet. Die Gerüchte über einen möglichen Wechsel kursierten bereits seit Wochen. Weinzierl bestätigte nicht nur diese in einem Interviewer am 24. Mai 2016 mit der "Zeit", sondern verkündete quasi inoffiziell die Einigung. "Was würden Sie denn an meiner Stelle machen? Soll ich kneifen, weil ich möglicherweise scheitern könnte? Was habe ich denn zu verlieren? Wenn es schiefgeht, dann bin ich einer von vielen, die es nicht geschafft haben. Es wird nicht schiefgehen. Weil ich mich lange darauf vorbereitet habe", sagte der 41-Jährige. Dass es trotzdem noch eine Woche dauerte, bis beide Vereine den Wechsel bekanntgegeben haben, lag, wie immer bei solchen Verträgen, an kleinen Details im Gesamtwerk. Nachdem sich alle Partei über Ablösesummen (angeblich ca. zwei Millionen Euro), Bonuszahlungen, Gehalt und Prämien geeinigt hatten, unterschrieb Weinzierl bei den Knappen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019.

 

Dreierpack zum neuen Trainer

 

Kein Lautsprecher: Bei seiner Vorstellung am 21. Juni 2016 verzichtete Weinzierl auf Kampfansagen oder große Sprüche. Das heißt aber nicht, dass er keine Vorstellungen vom Spiel seiner Mannschaft hat. "Wichtig ist mir, dass wir eine Linie haben, mutig und aktiv sein wollen, sowie frech Fußball spielen." Bei seinen Ausführungen wirkte er ruhig, aber bestimmt. Zudem weiß er ganz genau, worauf es am Schalker Markt ankommt. "Wir werden alles daran setzen, dass wir eine Mannschaft auf dem Platz haben, die in den letzten Prozenten alles gibt und sich das Glück auch mal erarbeitet. Dann wird der Funke von der Mannschaft auf die Fans überspringen. Wir wollen die Fans als zwölften Mann für uns gewinnen."

 

Heidels Loblied: Schalkes neuer Sportvorstand hat mit Weinzierl seinen Wunschtrainer bekommen. "Vom ersten Tag an war es mein Ziel, die bestmögliche Lösung für unseren Verein zu finden. Das ist uns gelungen. Markus kommt meinem Idealbild eines Trainers sehr, sehr nahe." Und das sieht wie folgt aus: "Es geht in erster Linie um das Verständnis von Fußball. Zudem muss ein Trainer neben fachlicher Intelligenz auch die notwendige soziale Kompetenz mitbringen, um eine Mannschaft zu führen. Und ganz wichtig: Er muss authentisch sein." Diese Komponenten vereint Weinzierl aus seiner Sicht. "Ich bin mir sicher, dass Markus Weinzierl und ich uns sehr gut ergänzen werden."

 

Trainer Weinzierl: 2005 musste Weinzierl wegen einer Knie-Verletzung seine Spielerkarriere beim SSV Jahn Regensburg mit 34 Jahren beenden. Vom grünen Rasen wechselte er an die Seitenlinie und wurde in Regensburg Co-Trainer. Beim Viertligisten assistierte Weinzierl unter anderem einem ehemaligen Schalker: Günter Güttler. 2008 übernahm Weinzierl beim SSV Jahn den Chefposten. Mit dem Aufstieg in die 2. Liga (Sieg in der Relegation gegen Karlsruhe) endete für ihn 2012 die Zeit in Regensburg. Weinzierl zog es weiter in die Bundesliga zum FC Augsburg. Trotz einer katastrophalen Hinrunde (nur 9 Punkte) hielten die bayrischen Schwaben am jungen Coach fest und wurden belohnt. Mit einer historischen Aufholjagd schaffte der FCA noch den Klassenerhalt. Und die Entwicklung ging stetig voran. Nach einem sicheren Mittelfeldplatz (Rang 8) im Jahr danach folgte in der Saison 2014/15 die nächste Sensation. Weinzierl führte Augsburg in Europa League (Platz 5), wo sie in der Zwischenrunde knapp am FC Liverpool (0:0/0:1) scheiterten. Aufgrund der Doppelbelastung schwächelten die Augsburger zwar in der Liga, sicherten sich aber mit einem 1:1 auf Schalke am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt - am Ende Rang 12. Wie schon den SSV Jahn verlässt Weinzierl als Cheftrainer Augsburg nach 04 Jahren und geht zu Schalke 04!

Glück auf Christian Heidel

 

Seit dem 15. Mai 2016 ist Christian Heidel der neue starke Mann beim FC Schalke 04. Der neue Vorstand Sport und Kommunikation hat Horst Heldt, der sechs Jahre am Ruder war, am Schalker Markt beerbt. Und Heidel legte direkt los. Bereits vor seinem offiziellen Einstand hatte er Breitenreiter mitgeteilt, dass er als Trainer keine Zukunft mehr auf Schalke hat. Nach 14 Stunden im Amt folgte der nächste Paukenschlag, von dem keiner wusste: Naldo kommt ablösefrei aus Wolfsburg zu den Knappen. Damit setzte der 52-Jährige direkt zwei Statements und sorgte für  Aufbruchsstimmung am Emscher Strand.

 

Dreierpack zu Heidel

 

Heldts Ablösung: Es war nicht alles schlecht, was Heldt in seiner Amtszeit gemacht hat. Die konstante Qualifikationen für die internationalen Wettbewerbe, der Schuldenabbau (u.a. die Spielerverkäufe von Neuer und Draxler) und die Erfolge mit den Spielern der Knappenschmiede zählen zu den positiven Dingen. Allerdings überwiegen die negativen Aspekte. Die Kaderzusammenstellung (vor allem die externen Einkäufe) passte vorne und hinten nicht. Die Trainerauswahl war mehr als Bescheiden, was sich vor allem in der Spielweise wiederspiegelte - eine Spielphilosophie (z.B. eines Kumpel- und Malocherclubs) war nicht zu erkennen. Dazu kam die öffentliche Wahrnehmung, die oftmals nur für Kopfschütteln sorgte - Suspendierungen von Spielern (Sam) oder Ausgabe von Zielen. Dementsprechend war es vollkommen richtig, Heldts Vertrag nicht zu verlängern und damit einen neuen Weg einzuschlagen.

 

Heidel übernimmt: Nach 24 Jahren in Mainz hat sich Heidel dazu entschieden den Verein zu verlassen und sich auf das Abenteuer Schalke einzulassen. Was schnell klar wurde: das war kein Schnellschuss! Heidel ging strukturiert vor. Nachdem ihm klar war, dass er noch mal was Neues in Angriff nehmen möchte, stellte er einen Plan auf. Heidel wollte nichts x-beliebiges machen. Heidel wollte nichts von heute auf morgen machen. Heidel wollte, dass Mainz nicht zu Schaden kommt. Heidel informierte sich akribisch über seinen neuen Verein, um dann zu entscheiden: Ja, Schalke soll es sein. Und sein Plan ging bisher auf. Wenn er mit dieser Akribie die Leinen auf Schalke fest in der Hand hält, könnte dieser Mann Schalke in den Griff bekommen. Seine ersten Schritte untermauerten die Hoffnung.

 

Heidels Vorstellung: Als am 18. Mai 2016 Heidel offiziell vorgestellt wurde, hatte er schon die ersten Entscheidungen getroffen. Zuerst hat er entschieden, dass es nicht mehr mit dem Trainer Breitenreiter weiter geht. "Ich habe mich mit vielen Leuten ausgetauscht, die Atmosphäre beurteilt  und die Leistung auf dem Spielfeld angesehen (Anm.: die Horster Kurve leider auch jedes Spiel). Diese Komponenten trugen dazu bei. Ich war nicht zu 100-Prozent von diesem Weg überzeugt", so Heidel auf der PK. Diese direkte und offene Art lobte selbst Breitenreiter. Klare Kante, genau das braucht Schalke. Danach folgte der Transfer-Clou mit Naldo, der ablösefrei aus Wolfsburg kommt. Ebenfalls eine Wohltat für alle Schalker, denn vorher sickerte nichts zu den Medien durch, was auf Schalke alles andere als normal ist. Auch in der Trainerfrage gibt es bei den Knappen keine Wasserstandsmeldung. Stattdessen eine Meldung von frustrierten Journalisten, wie die Augsburger Allgemeine am 23. Mai über den möglichen Wechsel von Weinzierl zu Schalke berichtete: "Seit der offiziellen Vorstellung Heidels ist noch nicht viel passiert. Zumindest nichts Spruchreifes. Auch die Sport-Journaille im Westen der Republik ist etwas ratlos. 'Als Heldt noch Manager war, haben wir immer früher etwas erfahren. Jetzt wird gemauert', berichtet ein Kollege etwas frustriert. Heidel startete einen Versuchsballon. So wusste nur ein ganz intimer Kreis, dass Heidel Naldo verpflichten würde. Dieser 'intime Kreis' hat dicht gehalten. Die Medien wurden von der Verpflichtung überrascht. Heidel will diesen Weg, was Zu- oder Abgänge betrifft, auch in Zukunft beibehalten." Ein Schmunzeln kann sich dabei kein Königsblauer verkneifen. Ach was, es ist sogar eine Genugtuung, dass so etwas doch auch auf Schalke geht! Natürlich ist jetzt noch nicht die Zeit, Heidel in den Himmel zu loben. Eine treffende Analyse der Situation auf Schalke sowie die passenden Lösungsansätze haben schon viele vor Heidel auf der ersten Pressekonferenz abgegeben. Bei den meisten Verantwortlichen haperte es danach massiv bei der Umsetzung. Da muss sich Heidel erst noch beweisen, ob er zum einen diese klare Linie konstant durchziehen kann, und zum anderen benötigt er natürlich auch Glück bei den Entscheidungen. Aber die Herangehensweise und seine ersten Schritte auf Schalke geben Hoffnung, dass dieser Mann, diesen Verein nach Assauer wieder in den Griff bekommen kann.

FC Ingolstadt - FC Schalke 04 3:0 (2:0)

 

0:3 beim Aufsteiger - ein Desaster! Der FC Schalke 04 ist mit einer indiskutablen Leistung beim FC Ingolstadt unter gegangen. Hartmann per Foulelfmeter, Hinterseer und Lezcano schossen die Knappen verdient ab. In der zweiten Halbzeit verzeichneten die Knappen nicht eine Torchance - ein Desaster!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schneid abkaufen lassen: In der Anfangsphase Schalke zeigte in der Anfangsphase eine ordentliche Partie. Sie hielten dagegen und spielten nach vorne. Di Santo hatte nach 20 Minuten die dicke Chance zum 1:0, die er jedoch kläglich vergab. Es sollte die letzte Möglichkeit des Spiels für die Königsblauen gewesen sein. Denn von da an, kam von den Knappen nichts mehr! Kurz darauf ging Ingolstadt durch einen fragwürdigen Elfmeter in Führung. Über den Pfiff kann man heißblütig diskutieren. Allerdings nicht über das Zweikampfverhalten kurz davor von Caicara. Wie der Brasilianer Lezcano in den Strafraum ziehen ließ, war nicht bundesligareif und stand für das Zweikampfverhalten der gesamten Mannschaft für den Rest der Partie. Zu zaghaft, nicht aggressiv genug, zu langsam. Dagegen liefen die Ingolstädter nach der Führung heiß. Sie attackierten den Ballführenden und jagten jedem Ball hinterher - mit Erfolg. Sie nahmen mit ihrer Aggressivität den Sanes, Meyers und Choupo-Motings die Lust am Fußball. Die wiederum lamentierten und ergaben sich ihrem Schicksal anstatt sich zu wehren. Sie ließen sich den Schneid abkaufen lassen und wurden vorgeführt.

 

Fazit des Trainers: "Biss, Herz, Einstellung - wir haben alles vermissen lassen! Man muss in jedem Spiel an die Grenzen gehen, alles einbringen, das ist uns nicht gelungen. Ein großer Rückschlag und das zum wiederholten Mal. Uns ist bis heute nicht gelungen, Siegermentaliät auf den Platz zu bekommen", analysierte Breitenreiter. Ein Armutszeugnis für die Mannschaft. Doch leider sind das alles Erkenntnisse, die nicht neu sind und sich seit Monaten immer wieder wiederholen. Anscheinend bekommt auch Breitenreiter diese Probleme nicht in den Griff, obwohl er genau diese Dinge bei seinem Amtsantritt verbessern wollte.

 

Baustellen: Zum wiederholte Male, aber nur kurz. Außenverteidiger (Caicara, Aogo), die in der Rückwärtsbewegung eklatante Schwächen haben. Neustädter, der nicht mehr als ein Notnagel in der Abwehr ist und zudem zu langsam ist (siehe 0:3). Ein überforderter Geis, dem es an Explosivität fehlt und dadurch zu oft, zu spät in den Zweikampf kommt - falls überhaupt. Meyer und Sane, die Potenzial haben, ihnen es aber an Robustheit mangelt, sowie Unterstützung von Führungsspielern, die am Schalker Markt weit und breit nicht zu sehen sind. Spieler, die sich auch bei Widerstand wehren und sich nicht ihrem Schicksal ergeben. Zu guter Letzt die Abteilung Attacke. Schalkes Stürme. Sry, welche Stürmer?

FC Schalke 04 - M'gladbach 2:1 (0:0)

 

Ganz viel Glück, Ralle und das Unvermögen der Fohlen. Der FC Schalke 04 hat sich zum 2:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach geduselt. Die Gäste aus dem Niederrhein dominierten auf Schalke (Torschussverhältnis 22:6 pro VfL), waren aber nicht in der Lage, ihre Überlegenheit in Tore umzumünzen. Das lag zum einen an einem überragenden Fährmann, zum anderen an ihrem eigenen Unvermögen. Am Ende war sie aber dennoch für 2,5 Tore selbst verantwortlich.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die Tore: Der Schalker Treffer zur 1:0-Führung wird seinen Platz in jedem Saisonrückblick sicher haben. In bester Karambolage-Billard-Manier haben die Gladbacher den Treffer der Knappen selbst erzwungen. Sane stibitzte Nordtveit die Kugel auf dem linken Flügel. Schalkes Nummer 19 vernaschte mit seinem Tempo Christensen per Bauerntrick und legte die Kugel zurück an den Fünfer. Allerdings war weit und breit kein Königsblauer in Sicht. Dafür zwei Fohlen. Drei Meter vor dem Tor prallte der Ball gegen Hintereggers Bein. Unfreiwilliger Doppelpass mit den Haxen von Nordtveit und vom Schienbein Hintereggers kullerte die Kugel über die Gladbacher Torlinie. Was eine Slapstick-Bude, die die Partie völlig auf den Kopf stellte. Doch wer dachte, dass die Führung Schalke Sicherheit geben würde, sah sich getäuscht. Die Fohlen hatten eine Antwort parat. Mit einer Körpertäuschung ließ Stindl Neustädter ganz alt aussehen und passte auf Christensen. Der Abwehrspieler blieb eiskalt und vollstreckte zum 1:1. Selbst mit dem Remis hätten die Königsblauen sehr gut leben können, womit die Borussia aber wohl nicht einverstanden war. Sane zog an der rechten Außenbahn drei Gegenspieler auf sich und öffnete den Raum für Goretzka. Kurzer Querpass, Schalkes Nummer 8 machte noch paar Schritte und zog mit links ab. Xhaka wollte blocken und fälschte die Kugel mit der Schulter unhaltbar für Sommer ins Tor ab. 2:1 für Schalke und keiner wusste warum. Goretzka kommentierte sein Tor zutreffend: "Dass der Ball so reingetrudelt ist, war an solch einem Tag irgendwie Ironie des Schicksals."  Aber so ist Fußball. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.

 

Abwehrverhalten: Schalkes Abwehrverhalten war an diesem Abend nicht existent. Wie die Knappen verteidigten war eine einzige Katastrophe. Mit Doppelpässen oder simplen Körpertäuschungen düpierten die Gladbacher eins um andere mal die Schalker Abwehrreihe. Die Fohlen kombinierten sich leicht und locker immer wieder bis in den Strafraum, ohne auch nur einmal berührt zu werden. Kein S04-Spieler kam in einen Zweikampf, sie wirkten steif und behäbig, waren zu langsam und viel zu weit weg vom Gegenspieler. Hinzu kam, dass die Knappen im Verbund wie ein Hühnerhaufen agierten. Keine Abstimmung, kein Mechanismus beim Verschieben. Auch mehrmalige taktische Änderungen brachten keinen Erfolg. Ob Fünferkette (mit Goretzka als Rechtsverteidiger!) oder Viererkette mit Doppelsechs oder  Viererkette mit drei defensiven Mittelfeldspielern - nichts funktionierte. Gladbach war in allen Belangen besser. Mit einem Makel: Sie trafen nicht ins Eckige und wurden knallhart bestraft. Aber so ist Fußball. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.

 

Glück und Ralle: Es keimte schon Galgenhumor auf, als mal wieder ein Gladbacher die Kugel völlig unbedrängt weit über das Gehäuse knallte. Es machte sich das Gefühl breit, dass die Fohlen noch Stunden spielen konnten und nicht treffen würden. Das hatte zum einen mit ihrem Unvermögen vor dem Tor (aber nicht vor der eigenen Hütte) zu tun, zum anderen mit Fährmann. Der S04-Keeper musste mehrmals die Fehler seiner Vorderleute ausbügeln, brachte damit die Gladbacher zur Verzweiflung und hielt mit Weltklasse-Paraden sein Team im Spiel. Zum guten Schluss gesellte sich noch eine große Portion Glück hinzu. Dahouds Knaller knallte an die Latte, Raffaels Schuss klatschte an den Pfosten. Aber so ist Fußball. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.

Hertha BSC - FC Schalke 04 2:0 (1:0)

 

Nix zu holen. Der FC Schalke 04 musste sich völlig verdient mit einem 0:2 bei Hertha BSC Berlin geschlagen geben. Ibisevic und Stark trafen für den Hauptstadtklub. Die Knappen enttäuschten vor allem offensiv. Berlin war zwar nicht gerade eine Übermannschaft, sie standen aber kompakter, waren abgezockter, sowie aggressiver und zielstrebiger in ihren Aktionen. Sie waren einfach besser.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die Gegentore: Bei beiden Gegentreffern hatte man ein königsblaues Deja-vu. Es waren Kopien der letzten Gegentore. Zum einen ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, zum anderen eine Ecke. Beim 0:1 verlor Schöpf die Kugel leichtfertig in der eigenen Hälfte. Danach kamen Caicara, Geis, Aogo und Matip nicht in die Zweikämpfe und die Berliner spielten sich über Kalou und Haraguchi vors Tor. Ibisevic vollstreckte den Angriff. Beim 0:2 war es erneut eine Ecke. Wie frei Stark (mal wieder ein Profi, der gegen Schalke sein 1. BL-Tor schießt – siehe Baumgartlinger von Mainz 05) am ersten Pfosten am Fünfereck zum Kopfball kam, ist unverständlich. Beides waren vermeidbare Gegentore, wenn man in den entscheidenden Situationen energischer bzw. aggressiver in den Zweikampf geht. Nur leider wiederholen sich diese Fehler immer wieder.  

 

Laues Lüftchen: Nachdem die Knappen in den letzten beiden Partien jeweils drei Mal trafen, war es in Berlin wieder vorbei mit der offensiven Herrlichkeit. Nach vorne ging so gut wie nichts. Das offensive Trio war zeigte nicht mal Ansätze ihrer Form der letzten beiden Spiele. Schöpf erwischte einen ganz schwachen Tag. Meyer war am Anfang bemüht, ging aber schnell mit unter. Belhanda war unscheinbar. Dazu kamen von Hojbjerg und Geis keine Impulse. Tja, und Huntelaar? War anwesend. Breitenreiter reagierte erst, als es zu spät war. Nach dem 0:2 brachte der S04-Coach di Santo, Sane und später noch Sam. Auswirkung? Gleich Null. Aber da war die Partie schon gelaufen – nach 65 Minuten. Unter Strich verbuchten die Königsblauen  1,5 Chancen. Dabei war Huntelaars Kopfball nach Caicara-Flanke kein Problem für Jarstein. Dagegen vergab Aogo die beste Möglichkeit der Schalker. Völlig frei vor Herthas Keeper verzog der Linksverteidiger kläglich. Es wäre das 1:1. Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Es war schlichtweg zu wenig, was Schalke offensiv anbot – kein Tempo, keine Ideen. Und wenn schon aus dem Spiel nichts geht, müssen die Standards überzeugen. Allerdings waren auch die unterirdisch. Keine Gefahr bei Ecken und die guten Freistoßsituationen (so viele wie lange nicht mehr) wurde allesamt von der Berliner Mauer entschärft.

 

Keine Siegermentalität: Es war wieder so ein Spiel. Schalke hatte die Chance, mit einem Sieg den positiven Trend fortzuführen, ein dickes Ausrufzeichen zu setzen und auf Rang 3 zu springen. Doch was am Ende dabei heraussprang, war mal wieder enttäuschend. Schalke lieferte nicht, und dass nicht zum ersten Mal. Die Mannschaft spulte ihr Pensum einfach runter, was an diesem Abend bei weitem nicht reichte. Natürlich waren die Siege gegen Hamburg und in Köln wichtig und vor allem nicht einfach. Aber gegen Hertha ging es halt um einen Tick mehr. Es geht zwar auch „nur“ um drei Punkte, aber auch darum ein Statement zu setzen. Doch da liefert die Mannschaft nicht und enttäuscht. Es fehlen Typen, bei denen man spürt, dass sie was bewegen wollen. Es fehlt an Siegermentalität, an Spielern, die geil auf solche Spiele sind. Davon hat Schalke aktuell keinen im Kader. Hier rächt sich die verfehlte Kaderpolitik von Heldt, aber das Thema ist ja nicht neu. Im Übrigen konnte Schalke noch froh sein, dass es nach dem 0:2 nicht noch bittere wurde. Die Knappen drohten komplett unter zu gehen und hatten Glück, dass Hertha noch drei, vier dicke Dinger liegen ließ.

1. FC Köln - FC Schalke 04 1:3 (1:2)

 

Geißböcke gezähmt! Nach drei Pleiten in Folge konnte der FC Schalke 04 gegen den 1. FC Köln mal wieder als Sieger vom Platz gehen. Den 3:1-Auswärtssieg schossen Hunterlaar, Meyer und Di Santo heraus. Für die Kölner traf Bittencourt zum zwischenzeitlichen 1:1. Dabei hätte die Partie auch gut und gerne 4:5 oder 5:5 ausgehen können. Beide Offensivreihen spielten sich Chancen für drei Spiele heraus, scheiterten aber am eigenen Unvermögen oder an den Keepern. Und da war Fährmann noch einen Tick stärker als Horn, so dass sich die Knappen den Dreier schnappten. Was allerdings beide Defensivreihen fabrizierten, hatte phasenweise nichts mit Bundesliganiveau zu tun.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Offensive hui: Zum zweiten Mal in Folge erzielte Schalke drei Tore in einem Spiel und zeigte dabei Ansätze von ansehnlichem Fußball. Die frühe Führung spielte S04 in die Karten und gab Sicherheit. Hojbjerg zog in den Strafraum, Maroh konnte ihn nur noch mit einem Griff ins Gesicht stoppen. Schiedsrichter Stark pfiff und zeigte nach 49 Sekunden auf den Elfmeterpunkt. Huntelaar verwandelte zum 1:0. Schalke legte nach. Teilweise spielten die Knappen den Ball sauber aus der eignen Hälfte heraus, initiierten gute Angriffe und erhöhten auf 2:0. Mit einer tollen Bewegung vernaschte Meyer Heintz und vollstreckte mit links ins kurze Eck. Die Königsblauen hatten weitere Chancen zu erhöhen, doch Hojbjerg scheiterte an Horn und Belhanda am Querbalken. Als Mitte der zweiten Halbzeit Köln auf den Ausgleich drängte, schlugen die Knappen eiskalt zu. Geis mit einem langen Diagonalpass auf Aogo. Der Linksverteidiger flankte auf den kurzen Pfosten, wo der eingewechselte Di Santo die Rübe zum 3:1 hinhielt - die Vorentscheidung. Meyer hatte noch das 4:1 auf dem Fuß, ließ sich aber zu viel Zeit und vertändelte die Kugel. Dennoch war Meyer der Dreh- und Angelpunkt der S04-Offensive. Quirlig und agil lenkte er das Spiel seiner Mannschaft - einzig an körperlicher Robustheit mangelte es ihm in gewissen Situationen. Mit Belhanda und Schöpf hatte er gute Adjutanten an seiner Seite, die im Eins-gegen-Eins für Gefahr sorgten. Es war nicht alles Gold was im Angriff glänzte, aber im Vergleich zum Donezk- und Frankfurt-Spiel eine deutliche Steigerung.

 

Defensive pfui: Was Schalke in Köln jedoch in der Rückwärtsbewegung zeigte, war unterirdisch. Dass es am Ende nur einmal klingelte, grenzt an einem Wunder. Geis und Hojbjerg bekamen die Zentrale nie in den Griff und leisteten sich neben guten Aktionen in der Vorwärtsbewegung auch haarsträubende Fehler. Negativer Höhepunkt war Geis' blinder Rückpass auf Fährmann, den Bittencourt gerochen hatte. Glück für Schalkes Nummer 5, dass der Kölner im Eins-gegen-Eins gegen Ralle den Kürzeren zog. Zudem bekamen Matip und vor allem Neustädter Kölns Modeste nie in den Griff. Ihr Glück war, dass der Franzose, anscheinend noch von seiner Schädelprellung gehandicapt, beste Chancen verballerte. Beim einzigen Gegentreffer waren dann alle (außer Fährmann) im Defensivverbund beteiligt. Ballverlust in der Vorwärtsbewegung. Fährmann parierte noch einen abgefälschten Schuss. Caicara ließ danach Mladenovic unbedrängt flanken. In der Mitte nickte der 1,66-Meter-Floh Bittecourt ohne Gegenwehr ein. Matip und Neustädter schauten verduzt über die Schulter auf Aogo, der zu weit weg von seinem Gegenspieler war - wie so oft an diesem Nachmittag. Am Ende blieb es lediglich bei einem Gegentor, weil Fährmann überragend hielt, der Schiri ein Foul im Strafraum von Neustädter nicht ahndete und Kölns Angreifer kein Zielwasser getrunken haben.

 

Spruch des Tages: Wenn ein Stürmer vier Elfmeter in Folge verschießt und als Schütze Nummer eins abgesetzt wird, ist normalerweise die Strafstoßkarriere vorbei. Nicht so auf Schalke. Weil es die Teamkollegen (Di Santo, Aogo, Geis) nicht besser machten, ging der Elfer-Stern von Huntelaar erneut auf. Der Hunter hatte auch fleißig mit Fährmann geübt - mit Erfolg. In Köln schnappte sich der Niederländer die Kugel und versenkte sie sicher im Netz. Das hat ihn wohl auch philosophisch animiert, wie man nach Spielende hören konnte: "Wenn man schießt, kann man verschießen. Aber wenn man nicht schießt, trifft man sowieso nicht." Aha!

FC Schalke 04 - Hamburger SV 3:2 (1:1)

 

Schau an, es geht doch! Der FC Schalke 04 kann auch nach einem Rückstand noch gewinnen und hat den Hamburger SV mit 3:2 besiegt. Trotz des frühen 0:1 durch Müller ließen sich die Knappen nicht beirren und zeigten Moral. Meyers Schuss konnte Adler nur hinterherschauen - 1:1. Fast mit dem Pausenpfiff flog Djourou nach seinem Blackout mit Gelb-Rot vom Platz, was dem S04 in die Karten spielte. Allerdings dauerte es danach über 20 Minuten, bis Huntelaar mit einer Kopfball-Bogenlampe die Schalker erlöste. Die Knappen setzten nach und erhöhten durch Schöpf auf 3:1. In der Nachspielzeit verkürzte Kacar auf 2:3 und machte es nochmal spannend. Aber den verdienten Dreier hat sich Schalke nicht mehr nehmen lassen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Katastrophaler Beginn: Nach den schlechten Auftritten gegen Donezk und in Frankfurt schien es gegen den HSV direkt so weiter zu gehen. Nach vier Minuten folgte die kalte Dusche. Neustädter zog die Rübe ein und wollte den Ball zu Fährmann durchlassen. Müller sprintete dazwischen und schob zum 1:0 ein. Das Raunen in der Arena war kaum abgeebbt, schlugen viele die Hände über den Kopf. S04 bekam einen Einwurf. Caicara und Hojbjerg waren 20 Meter voneinander entfernt und warfen gleichzeitig den Ball ins Spiel – Slapstick pur. Allerdings entledigten sich die Knappen schnell der Verunsicherung und legten den Vorwärtsgang ein. Die mangelnde Chancenauswertung sorgte zunächst wieder für Stirn runzeln. Belmondos Schuss parierte Adler. Aogo schaffte es, aus drei Metern die Kugel fünf Meter drüber zu knallen. Schöpf scheiterte frei vor Adler. Schalke spielte im letzten Drittel oft zu umständlich. Zu viel klein-klein, dazu Flanken, die immer wieder geblockt wurden. Man ahnte Böses, bis der kleine (Max-) Mann sich endlich mal ein Herz fasste, auf noch einen Pass verzichtete und aufs Tor schoss. Guck an, was passiert, wenn man aus 20 Metern mit Schmackes aufs Tor knallt. Nach dem Seitenwechsel blieben die Knappen in Überzahl dran und verdienten sich gegen insgesamt harmlose Hamburger den Sieg.

 

Wechselspiele: In der Nachspielzeit machte es der HSV mit dem 2:3 noch einmal spannend. Ärgerlich, weil es erneut nach einer Ecke klingelte. Wieder einmal schauten „alle“ Feldspieler im eigenen Strafraum zu. Wobei man einschränkend erwähnen muss, dass es in dieser Beziehung einen Lernprozess bei Breitenreiter zu registrieren gab (vielleicht hat er ja den Dreierpack gelesen ;-) Denn im Gegensatz zur letzten Ecke positionierten sich Schöpf und Meyer an der Mittellinie. Damit sorgten sie für Verwirrung beim HSV und banden vier Gegenspieler. Nur beim Gegentor war die Devise: alle Mann vor Ralle - ohne Erfolg. Was aber für noch größeres Unverständnis sorgte, waren die Wechsel des Trainers. Nach dem 1:3 versuchte der HSV noch einmal alles und löste den Abwehrriegel auf. So entstanden viele Räume zum Kontern. Doch anstatt frische, schnelle Leute (z.B. Sane) für die letzten zehn Minuten zu bringen, mischte Breitenreiter Beton an. Wie in Frankfurt setzte er in der Schlussphase auf vier (!!!) Außenverteidiger. Erst brachte er Kolasinac (85. Minute) als Linksaußen, dann Riether (88. Minute) als Rechtsaußen. Vor allem Seo machte eine unglückliche Figur. Der 2:3-Anschlusstreffer unterstrich diese fragwürdigen Wechsel. Zum Glück ging es gut, weil kurz darauf der Abpfiff erfolgte, aber ... Nun gut. Dennoch merkte Jimmy vollkommend zu Recht an: "Die Auswechslungen spotteten jeder Beschreibung. Wirkte wie eine Trotzreaktion auf sämtliche Kommentare von Sonntag".

 

Fehlentscheidungen: Schiedsrichter Perl hatte nicht gerade seinen besten Tag erwischt. Das Tor von Huntelaar zum 2:1 war Abseits. Dafür pfiff er fälschlicherweise Schöpfs Treffer zum 4:1 wegen Abseits ab. Kurios dabei: der Linienrichter hob nicht sofort die Fahne und war schon auf dem Weg zur Mitte. Plötzlich ging die Fahne hoch - merkwürdig. Zudem erhitzten drei Strafraumsituationen die Gemüter. Beim Stand von 0:1 traf Ostrzolek, anstatt den Ball, Schöpf am Fuß. Perls Elfer-Pfiff blieb aus. Genauso beim Stand von 1:1. Spahic riss Huntelaar um, den fälligen Strafstoß gab es nicht. Fast im Gegenzug die nächste strittige Situation. Ostrzoleks Schuss wehrte Caicara mit der Hand ab. Auch wenn es aus kurzer Distanz war, hätte sich der Brasilianer über einen Pfiff nicht wundern dürfen. Unterm Strich gab es fünf Fehlentscheidungen, was happig ist. Letztlich sorgte die Entscheidung nicht für Unmut, da das Ergebnis dem Spielverlauf entsprach. Immerhin lag der Schiedsrichter beim Platzverweis von Djourou absolut richtig. Denn das war Dummheit des HSV-Kapitäns. Trotz Gelb-Verwarnung senste er Belmondo an der Seitenlinie sinnlos um. Zum Glück wussten die Königsblauen, die Überzahl nach dem Seitenwechsel zu nutzen.

Eintracht Frankfurt - Schalke 04 0:0

 

Trostlose Nullnummer. Der FC Schalke 04 kommt bei Eintracht Frankfurt nicht über ein 0:0 hinaus und war noch das schlechtere von zwei verunsicherten Teams. Die Hessen, die im Abstiegskampf stecken, hatten immerhin zwei gute Chancen. Russ scheiterte jedoch an der Latte und Meier an Fährmann. Mehr brachte die Eintracht allerdings auch nicht zu Stande, weil sie nicht konnten oder wenn man es positiv sehen will, Schalke nicht mehr zugelassen hat. So sah es Breitenreiter: "Wichtig war es, Stabilität zu gewinnen." Wahrscheinlich galt die königsblaue Konzentration komplett der Defensive, denn offensiv brachten sie Null-Komma-Null auf den Rasen. Unverständlich, da die Frankfurter auch nicht die Pressing-Könige sind und den Knappen viel Raum im Zentrum ließen. Doch Schalke wusste mit den Freiheiten nichts anzufangen. Kein Wunder bei der Aufstellung.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die Aufstellung: Beim Blick auf die Startelf verging einem direkt die Lust auf die Partie. Man konnte glauben, das Auswärtsspiel bei den Bayern steht auf dem Programm, doch es war nur der Abstiegskandidat aus Frankfurt. Auf vier Außenverteidiger vertraute Breitenreiter. Riehter und Aogo in der Defensive, Caicara und Kolasinac in der "Offensive". Auf die Idee, Kolasinac offensiv aufzustellen, muss man erstmal einmal kommen - oder verzweifelt sein. Es zeigt aber, dass die Kaderzusammenstellung unterirdisch ist. Jimmy fasste die Startelf wie folgt zusammen: "Ein Fußballer, acht 8 (defensive) Zerstörer und ein Ex-Stürmer auf dem Platz." Dementsprechend sah das königsblaue Offensivspiel aus: Trostlos. Und mittendrin Huntelaar. Seine Bilanz: 20 Ballkontakte, kein Torschuss. Auf seine Zweikampfwerte zu blicken, habe ich bewusst verzichtet. Nach 75 Minuten wurden der Hunter und wir erlöst. Die Folgen des Wechsels kommentierte Joe allerdings absolut richtig: "Jetzt kommt di Santo. Bis jetzt ein Saisontor - hui!" Hui waren aber auch die Flanken. Unglaublich wie schlecht bzw. unpräzise die Bälle von Außen in die Mitte gespielt werden. Trotz täglichem Training, trotz maßgeschneiderter Schuhe, trotz einem Top Rasen und einem super Ball. Dazu fehlen mir die Worte, so dass ich den Schalke-Reporter von Funke-Sport zitiere. Elmar Redemann twitterte passend dazu: "Kolasinac ist halt doch ein Flankengott. Wie er da gerade den Gegenspieler weggeflankt hat. Einfach klasse."

 

Schönrederei: Blickt man auf die letzten Jahre am Schalker Markt, stellt man fest, dass es sie doch noch gibt, die Konstanz auf Schalke. Leider nicht auf dem grünen Rasen, sondern am Mikrofon danach. Diese Schönrederei nach Grottenkicks ist unerträglich und zieht sich durch wie ein roter Faden. "Jetzt haben wir immerhin eine Reaktion mit Blick auf die Leidenschaft gezeigt", sagte Breitenreiter nach der trostlosen Nullnummer. Fährmann sah es ähnlich: "Ich denke, wir haben eine Reaktion gezeigt. Wir haben uns vorgenommen zu kämpfen - das haben wir getan, auch wenn nach vorne viel liegen geblieben ist." Das "Vornehmen zu kämpfen" ist schon ein Schlag ins Gesicht. Es schien aber schon so viel Energie in Anspruch zu nehmen, dass man lieber auf das Fußballspielen verzichtet. Da wird einem angst und bange, wenn das nach dem 0:3 gegen Donezk jetzt gegen Frankfurt die angemessene Reaktion war. Immerhin gibt es Klartext vonner Kurve: "Drecksspiel", schimpfte Stanzi, während es Nobbi nur "erbärmlich" fand. Für Jimmy war es "das schlechteste 'sogenannte' Bundesligaspiel, das ich seit langem gesehen habe." Mein Kommentar: Das hat nix mit Fußball zu tun.

 

Derby-Sieger: Für die positiven Schlagzeilen des Wochenendes sorgte mal wieder die Knappenschmiede. Während die U17 einen 5:1-Auswärtserfolge bei Borussia Mönchengladbach feierte, sicherte sich die U19 den Derbysieg gegen die andere (schwatt-gelbe) Borussia. Das Team von Norbert Elgert setzte sich in Ückendorf mit 2:1 durch. Pronichev und Reese schossen den Sieg der Knappen heraus.

Schalke 04 - Schachtar Donezk 0:3 (0:1)

 

Peinliches Europa-League-Aus! Der FC Schalke 04 hat sich im Rückspiel gegen Schachtar Donezk mit 0:3 blamiert. Nach dem 0:0 im Hinspiel konterten die Ukrainer die Königsblauen gnadenlos aus. Marlos, Ferreyra und Kovalenko schossen Donezk ins Achtelfinale. Dabei starteten die Knappen gut in die Partie. Geis setzte die Kugel bei einem Freistoß an den Pfosten, Belmondo scheiterte an Keeper Pyatov. Doch von da an wurde es von Minute zu Minute immer schlechter und endete in einigen Slapstick-Aktionen von Matip, Sam und Co. Zu allem Überfluss verletzte sich Goretzka und fällt mit einer Schultereckgelenksprengung für einige Wochen aus. Watt ein Drecks-Abend.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schicht im internationalen Schacht: Nach dem Hinspiel habe ich bereits die Nachteile für Schachtar aufgezählt, die zweimonatige Winterpause in der Ukraine und die damit verbundene fehlende Wettkampfpraxis oder die Verluste von Alex Teixeira (Wechsel nach China) und Fred (Doping-Sperre). Dadurch ist Schachtar zwar lange noch keine Laufkundschaft in Europa, aber machbar. Nur für Schalke nicht! Wer es nicht schafft in 180 Minuten ein Tor gegen Donezk zu schießen, hat es einfach nicht verdient weiter zu kommen. Dafür stehen zum einen die mittlerweile notorisch schlechte Chancenauswertung (vor allem im Hinspiel) sowie das schwache (planlose) Offensivspiel (im Rückspiel). Der Genickbruch erfolgte durch die individuellen Fehler in der Defensive. Die ersten beiden Gegentreffer muss Matip auf seine Kappe nehmen. Beim 0:1 geht er an der Mittellinie zu viel Risiko und verliert den entscheidenden Zweikampf, beim 0:2 missglückt ihm ein Kopfball. Fehler, die eine champions-league-erfahrene Mannschaft wie Schachtar gnadenlos ausnutzt und trotzt damit allen Nachteilen.

 

Erwartungshaltung beim S04: Bis zur Bekanntgabe, dass Heidel Nachfolger von Heldt wird, hieß es zu den Zielen auf Schalke unisono: „Wir geben keine Platzierung aus, wir wollen besser Fußball spielen.“ Das wurde vor dem Rückspiel gegen Donezk ad acta gelegt. Plötzlich posaunte Heldt seine Abschiedswünsche heraus: Rang 3 in der Liga und bis Basel (Endspielort der Europa League) ist es auch nicht weit. Kurz darauf legte Breitenreiter nach und sprach vom Ziel, die Europa League zu gewinnen. Doch was interessiert mich das Geschwätz von gestern? Nach der 0:3-Klatsche kritisierte der S04-Coach die Anhänger. „Ich kann die Enttäuschung der Fans verstehen, doch dass es am Ende höhnisch wurde, macht mich nachdenklich. Das hat mit Erwartungshaltung zu tun, hier träumt man von der Meisterschaft und der Champions League, das ist völlig unrealistisch“. Diese Aussage grenzt schon an Frechheit. Hohn und Spott muss nicht sein, aber wer schürt den die Erwartungshaltung? Wie realistisch war denn der Sieg in Europa League? Neben einem lauten Lachen höchstens bei 04 Prozent!

 

Erwartungshaltung der Fans: Von Meisterschaften und Trophäen träumt jeder Fußball-Fan. Doch jeder S04-Fan, der in den letzten Monaten ins Stadion ging und/oder quer durch Deutschland sowie Europa reiste oder vor TV saß und sich die Partien live anschaute, träumte bestimmt nicht von Titeln. Jeder wäre stattdessen erstmal froh, wenn sich die Mannschaft mit Leidenschaft und Kampf auf dem grünen Rasen präsentieren und soliden Fußball zeigen würde. So wie man es als Kumpel- und Malocherklub ja selbst gerne propagiert. Ganz nach dem Motto: „Malocht mal auffem Platz!“ Doch das verweigert das Team viel zu oft. Und da ist auch Breitenreiter gefragt, der aber anscheinend ebenfalls ratlos scheint: „Wir haben aus unerklärlichen Gründen den Vorwärtsgang rausgenommen.“, twitterte der FC Schalke 04 um 21:27 Uhr auf seinem Account. Und das nicht zum ersten Mal.

Schalke 04 - VfB Stuttgart 1:1 (1:0)

 

Den Knappen geht die Luft aus. Der FC Schalke 04 hat sich vom VfB Stuttgart 1:1 getrennt. Trotz dem frühen Treffer durch Belmondo :) alias Belhanda (inklusiven sehenswerten Flic-Flac) brachten die Königsblauen die Führung nicht über die Zeit. Nach dem Seitenwechsel ging Schalke der Saft aus, der VfB drehte immer mehr auf und kam zum verdienten Ausgleich durch Harnik. Durch das Remis verpassten die Schalker es erneut, wie nach den Pleiten gegen Bremen und in Mainz, von den Punktverlusten der Konkurrenz (Berlin, Leverkusen, Wolfsburg) zu profitieren.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Ecke, Tore: Wenn ich alle elf Schalker bei Ecken im eigenen Strafraum stehen sehe, könnte ich vor Wut rot anlaufen. Und zack, schon wieder ein Gegentor kassiert. Welchen Sinn hat es, dass ALLE im Sechszehner stehen? In Mainz führte es dazu, dass die 05er den 2. Ball versenkten. Gegen Stuttgart war Harnik mutterseelenallein am verwaisten 2. Pfosten und traf zum 1:1-Ausgleich. Die Meyers, Sanes, Belmondos oder Schöpfs stehen bei diesen Ecken im eigenen Strafraum eh nur im Weg rum. Warum bleiben sie nicht an der Mittellinie und binden dadurch drei bis vier Gegenspieler, die damit weit weg von der gefährlichen S04-Zone sind. Aber watt red ich hier. Wird eh wieda passieren.

 

Fehlende Konstanz: Schalke ruft in den 90 Minuten zu selten seine Leistung konstant ab. Gegen Stuttgart waren die ersten 25 Minuten in Ordnung, nach der Pause verdiente sich der VfB das Remis und war dem Sieg näher. Den Knappen ging der Saft aus. "Uns fehlte die Frische im Kopf und die nötige Entlastung", analysierte Breitenreiter mit Blick auf die Europa League. Jedoch war das erst der Anfang der englischen Wochen, falls Schalke die Hürde Donezk nimmt. Daraus könnte ein Dilemma entstehen. Von Rotation hielt der Coach bisher nicht viel. Meyer fehlte krankheitsbedingt gegen den VfB. Lediglich Huntelaar (Donezk) und Sane (Stuttgart) bekamen eine Verschnaufpause verordnet. Diese könnten Geis und Goretzka durchaus gebrauchen. Und Matip und Neustädter werden auch nicht immer durchspielen können. Hier rächt sich der zu dünn besetzte Kader, den Heldt zu verantworten hat. Warum jetzt aber der Manager vorpirscht und plötzlich von Rang 3 und dem Europa-League-Finale in Basel spricht, sorgt für Kopfschütteln. Bisher wurde öffentlich nie von Zielen gesprochen. Scheint aber Kalkül von Heldt zu sein, nachdem Heidel als neuer S04-Vorstand ab Sommer abgesegnet wurde.

 

Heidel fix: Im Nieselregen von Werl (Sauerland) wurde den monatelangen Spekulationen endlich ein Ende gesetzt. Mit acht Ja-Stimmen und zwei Enthaltung hat der Aufsichtsrat (ein Mitglied war nicht anwesend) sein positives Votum zum neuen S04-Vorstand für Sport und Kommunikation Christian Heidel abgegeben. Damit übernimmt der 52-jährige (Noch-) Manager von Mainz 05 das Amt von Heldt, dessen Vertrag zum 30.06.2016 ausläuft. Heidel erhält einen Vierjahresvertrag und wird der neue starke Mann im sportlichen Bereich der Knappen. Allerdings nicht wie medial spekuliert worden war als Vorstandsvorsitzender, sondern auf Augenhöhe mit den Vorstandskollegen Jobst (Marketing) und Peters (Finanzen). Zuvor hatte sich Heidel, der zusammen mit seinem Assistenten Axel Schuster an den Schalker Markt kommt, knapp drei Stunden dem Aufsichtsrat vorgestellt und über die Zukunft der Königsblauen gesprochen. Heidels Resümee danach war positiv: "Ich habe die Antworten bekommen, die ich mir gewünscht habe." Das Kontroll-Gremium auch. Eine halbe Stunde später informierte der AR-Boss Tönnies telefonisch Heidel, dass einer Zusammenarbeit nichts mehr im Wege stehe. Damit geht die Ära von Heldt auf Schalke zu Ende. Ein Wechsel der absolut nachvollziehbar ist. Heldts Bilanz mag aus finanzieller Sicht (Transferbilanz und Schuldenabbau) durch die Verkäufe von Neuer und Draxler durchaus passabel sein. Ebenfalls war die Integration von Spielern der Knappenschmiede (eine Marke in der Welt) in den Profi-Kader (Sane, Meyer usw.) sehr gut. Allerdings leistete sich Heldt zu viele Fehlgriffe bei Trainern (Keller, di Matteo) sowie bei Spielereinkäufen (Szalai, Santana, Boateng usw.). Zudem ist der Kader weder qualitativ noch quantitativ ausgewogen. Es gibt immer dieselben Baustellen auf bestimmten Positionen: Außenverteidiger, defensives Mittelfeld, offensive Außen. Zu guter Letzt gab es bei gescheiterten Transfers (Wilmots, Inler) nicht immer ein positives Feedback. Ein Mix aus allem führte wohl dazu, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wurde und Heidel demnächst die Fäden am Emscherstand in den Händen hält. In Zeiten der großen Pläne und Konzepte gab der neue Mann zumindest schon mal einen guten Ansatz: "Ich finde, dass der Klub das Konzept haben muss und der Manager zum Klub passen muss." Es lässt sich durchaus darüber diskutieren, ob Schalke dieses Konzept bereits hat. Unstrittig ist aber, dass der Kumpel- und Malocherverein alle Zutaten, die man braucht, hat, um erfolgreich zu sein: eine emotionale starke Fanbasis, ein super Stadion, tolle Infrastruktur (Trainingsgelände wird weiter ausgebaut), eine fantastische Knappenschmiede und große Anziehungskraft für viele gute Kicker. Es schlummert enormes Potenzial, es muss nur jemand alle Puzzleteile zusammenführen - nennen wir es Konzept. Ob Heidel der Richtige ist, muss er ab Sommer beweisen. In Mainz hat er gezeigt, dass er es kann. Aber das beschauliche Mainz ist nicht das verrückte Schalke. Es ist alles eine Nummer größer und hoffentlich nicht eine Nummer zu groß für den neuen Macher beim S04.

Schachtar Donezk - Schalke 04 0:0

 

 

Die königsblaue Belohnung blieb aus! Der FC Schalke 04 hat im Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde bei Schachtar Donezk ein 0:0 mit nach Hause genommen. Es hätte mehr sein können, allerdings machte (mal wieder) die Chancenauswertung den Knappen einen Strich durch die Rechnung.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die Ausgangslage: Das Hinspiel hat es unterstrichen: Schachtar ist ein unangenehmer Gegner, aber durchaus machbar. Die Ukrainer sind eine international erfahrene Mannschaft, die auf ukrainische Robustheit und brasilianischen Spielwitz setzt. Allerdings treffen die Schalker zu einem günstigen Zeitpunkt auf Donezk. Die ukrainische Liga ist seit dem 3. Dezember 2015 im Winterschlaf und nimmt erst Anfang März ihren Betrieb auf. Das letzte Pflichtspiel datiert vom 8. Dezember 2015 in der Champions League bei Paris St. Germain (0:2). Über Wasser hielten sich die Ost-Ukrainer mit einer Reihe an Testspielen im Trainingslager. Ein Nachteil, weil ihnen damit seit über zwei Monaten Wettkampfpraxis fehlt und somit Substanz gegen Ende des Spiels fehlen dürfte. Hinzu kommt, dass mit Fred (Doping-Sperre) und Alex Teixeira (für 50 Millionen Euro nach China) zwei wichtige Bausteine in der Offensive fehlen. Beides sind Umstände, die Schalke in die Karten spielt, was aber noch lange keine Garantie ist, um die nächste Runde zu erreichen. Dafür müssen die Königsblauen im Rückspiel erneut defensiv überzeugen und vorne endlich das verfluchte Runde ins Eckige unterbringen.

 

Die Offensive: Spielten die Knappen nach der guten Anfangsphase noch etwas verhalten nach vorne, wurde es nach dem Seitenwechsel besser und gefährlicher. Besonders durch die Mitte kombinierte sich die Schalker bis vor das Tor von Pyatov. Choupo-Moting spielte für Huntelaar in der Sturmspitze und wirkte deutlich Beweglicher als der Hunter. Allerdings blieb der Kameruner eine stumpfe Spitze im Abschluss, da er zu keiner Torchance kam. Quirliger war das Trio hinter ihm. Sane auf rechts, Meyer auf links (dem es am Anfang auf dem Flügel nicht gerade schmeckte, sich aber im Laufe des Spiels steigerte) und Belhanda diesmal in der Zentrale. Vor allem Schalkes Nummer 11, Jimmy gab ihm kurzerhand den Spitznamen Belmondo :), zeigte trotz einiger schöpferischen Pausen eine passable Vorstellung. Nur im Abschluss blieb er glücklos. Vor der Pause kratzte Srna seinen Schuss von der Linie, nach dem Seitenwechsel fischte Pyatov seinen Schlenzer aus dem Eck. Pech im Abschluss (oder Unvermögen) hatte auch Sane, der die Kugel aus fünf Meter unbedrängt links vorbei köpfte. Dagegen erntete er und Sane Minuspunkte in der Rückwärtsbewegung (vor allem 1. Halbzeit) und bei den vielen einfachen Ballverlusten (wie beim 1:2 in Mainz) in der Vorwärtsbewegung. Damit vereitelten sie gute Offensivaktionen und brachten die Defensive in Bredouille. Doch vor allem das Lamentieren danach, sollten sie sein lassen, da es einfach keine Fouls sind. Da fehlt den beiden Leichtgewichten die Robustheit. Ähnlich sah es bei Goretzka und Geis aus, die in Zweikämpfen so ihre Probleme hatten. Ach ja, und auch im Abschluss. Goretzkas Schuss war mehr eine Rückgabe, Geis indirekter Freistoß aus fünf Metern nach einem Torwart-Rückspiel landete inspirationslos in der Mauer, und dass obwohl kurz vor der Ausführung 7!!! Schalke darüber diskutierten.

 

Die Defensive: Mit den Samba-Flügelflitzern Taison (links) und Marlos (rechts) hatten die Schalker vor allem in den ersten 45 Minuten ihre Schwierigkeiten - fehlende Unterstützung von Meyer und Sane für die Außenverteidiger. Allerdings konnten die Hausherren in den ersten 45 Minuten daraus kein Kapital schlagen, weil die Knappen das Zentrum dicht gemacht haben. Bei Flanken und Anspielen in die Spitze waren die Königsblauen hellwach. So kam Donezk vor der Pause nur zu einer dicken Chance als Meyer unglücklich klärte und Gladkyy plötzlich frei vor dem S04-Tor auftauchte. Doch Fährmann behielt im Eins-gegen-Eins die Oberhand. Nach dem Seitenwechsel bekam der S04 die Flügelzange besser in den Griff und ließ aus dem Spiel nichts mehr zu. Brenzlig wurde es nur noch einmal nach einer Standard zehn Minuten vor Schluss. Nach einer Srna-Ecke scheiterte Stepanenko mit einem Kopfball am glänzend reagierenden Fährmann. Schalke konnte die Situation nicht final klären, so dass über zwei Stationen der Ball zu Gladkyy kam. Doch der Stürmer scheiterte aus sieben Metern erneut am starken Fährmann. Dennoch stand die Defensive insgesamt sehr sattelfest.

Mainz 05 - FC Schalke 04 2:1 (1:0)

 

Nicht schlecht, aber nicht gut genug! Der FC Schalke 04 hat beim 1. FSV Mainz 05 eine 1:2-Niederlage kassiert. In einer ausgeglichenen Partie behielten die Rheinhessen nicht unverdient die Oberhand, weil sie in den entscheidenden Situationen aggressiver, cleverer und robuster waren. Schalke spielte nicht unterirdisch, aber es fehlte in der Offensive die letzte Konsequenz, der letzte Pass. Defensiv war es ebenfalls in Ordnung, nur halt eben nicht bei beiden Gegnetoren. Fanden die Schalker nach der Führung der 05er durch Bussmann noch eine Antwort durch Belhanda, blieb diese nach dem erneuten Rückstand durch Baumgartlinger aus.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Breitenreiters Ecken-Philosophie: Der Plan des S04-Trainers bei gegnerischen Ecken ist eindeutig: Alle Mann in den Strafraum. Alle Königsblauen tummeln sich zwischen Tor und Elfmeterpunkt! Nicht einmal ein Knappe steht an der Strafraumgrenze. Diese Maßnahme ist schwer nachzuvollziehen und sorgte schon in der Vergangenheit für Unverständnis. Mainz bestrafte es diesmal in Person von Bussmann. Neustädter klärte per Kopf, der französische Rechtsverteidiger nagelte den Abpraller mit rechts (!!!) aus 18 Metern in die Maschen – unbedrängt. Ein Tor, das in dieser Art niemals fallen würde, wenn ein Meyer und Sane in diesen Situationen an der Mittellinie stehen. Das Duo würde  mindestens drei oder sogar vier Gegenspieler (darunter wohl auch die Außenverteidiger - wie Bussmann) binden und vom eigenen Tor fernhalten. Gleichzeitig würde man die Option des Konters haben. Doch darauf verzichtet Breitenreiter und die Mainzer stellten sich clever auf. Vier Mann standen als Absicherung ohne Gegenspieler 20 bis 30 Meter vor dem Schalker Tor.

 

Fehlende Biss des Offensiv-Trios: Schalke kam energisch aus der Kabine und glich mit der ersten zielstrebigen Aktion nach vorne aus. Endlich ging es konsequent und schnell in die Spitze, mit dem Willen das Tor unbedingt machen zu wollen. Goretzka schickte Sane, der auf Meyer ablegte. Sein Schuss blockte Bell noch auf der Linie, doch der Nachschuss von Belhanda war drin. Doch das Momentum nutzten die Schalker nicht und setzten nicht nach. Mainz fing sich wieder schnell und es blieb ein Spiel auf Augenhöhe. Es roch nach einem 1:1, doch nicht mit den 05er. Sie blieben das etwas aggressivere Team und belohnten sich dank der fehlenden Robustheit der Knappen. Sane verlor nicht zum ersten Mal unnötig die Kugel an der Außenlinie und lamentierte. Mainz schaltete schnell um und Meyer ließ Malli ziehen, der eine perfekte Flanke auf den 2. Pfosten zirkelte. Dort verlor Belhanda Baumgartlinger aus den Augen, so dass der Kapitän die Hausherren mit seinem 1. Tor in 112. Bundesligaspielen jubeln ließ. Dem kompletten offensiven Trio fehlte es in dieser Situation am letzten Biss in der Defensive.

 

Quo vadis, Hunter: Mit dem Kauf von di Santo wollte Schalke für Konkurrenzkampf im Sturm sorgen. Dennoch scheint Huntelaar weiter einen Freifahrtsschein zu haben, und dass trotz seiner Leistung. Es bleibt dabei, wenn der Hunter nicht aus seinen zwei, drei Strafraumsituationen ein Tor macht – wie es früher der Fall war – wirkt er im Spiel wie ein Fremdkörper. Bälle halten? Fehlanzeige. Für Pressing? Zu langsam! Im Zweikampf? Meistens unterlegen. In Laufduellen? Hoffnungslos unterlegen! Das i-Tüpfelchen in Mainz war der Freistoß in der Nachspielzeit aus 20 Metern. Wie selbstverständlich nahm sich der Hunter die Kugel. Und fast wie selbstverständlich drosch er die Kugel weit übers Tor. In Heimspielen mag sein Einsatz noch zu rechtfertigen sein, aber auswärts geht es einfach nicht mehr. Schlimm genug, dass ein di Santo nicht mal ansatzweise eine Option zu sein scheint.

Schalke 04 - VfL Wolfsburg 3:0 (2:0)

 

Revanche geglückt! Nach der 0:3-Pleite aus dem Hinspiel hat sich der FC Schalke 04 gegen den VfL Wolfsburg mit einem 3:0-Erfolg im Rückspiel revanchiert. Bis zum 1:0 war es eine ausgeglichene Partie. Nach dem Führungstor durch Huntelaar, dessen Schuss Benaglio durchflutschen ließ, kippte das Spiel zugunsten der Knappen. Geis erhöhte mit einem perfekt getretenen Freistoß über die Mauer ins linke Eck zum 2:0. Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Königsblauen die Führungen. Defensiv brannte nichts mehr an, offensiv machte Neuzugang Schöpf nach einem Konter den Sack zu – 3:0.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Stabile Defensive: Schalkes Defensive blieb zum 2. Mal in Folge ohne Gegentore und bildete damit die Basis des Erfolges. Die Mannschaft arbeitete gut gegen den Ball (lief insgesamt 4,9 km mehr als der Gegner) und ließ die Wolfsburger, die mehr Ballbesitz (fast 59 %) hatten, kaum zur Entfaltung. Lediglich vor dem 1:0 verzeichneten die Wölfe zwei Chancen. Jung scheiterte frei vor Fährmann am Keeper, Caliguiri setzte kurz darauf die Kugel an die Latte. Nach dem 1:0 durch Huntelaar, einem Geschenk von Benaglio, kam von den Gästen nichts mehr. Immer wieder verfingen sich deren Angriffe im königsblauen Netz, die nachlegten. Nach dem Seitenwechsel blieb Schalkes Defensive dominierend. Allerdings spielten die Knappen ihre Konter lange Zeit schwach aus. Bis zur 87. Minuten: Da blieb Schöpf eiskalt vor dem Tor.

 

Draxler: Die Rückkehr des 35-Millionen-Manns nach Gelsenkirchen verlief wie zu erwarten. Pfiffe bei jedem Ballkontakt, „Alle-auf-die-10“- sowie „Julian Draxler, du *****sohn“ Schmähgesänge. Nicht gerade geschmackvoll, aber nicht so hasserfüllt wie gegen einen jetzigen bajuwarischen Torwart. Allerdings gab es auch ein „Danke Jule“ Plakat bei uns über S6. Die Leistung des 22-Jährigen passte sich zudem seiner Mannschaft an: schwach, ganz schwach! Nur Keeper Benaglio (26) und Bendtner (23) hatten aus der VfL-Startelf weniger Ballkontakte als Jule mit 43. Fehlpässe und missglückte Dribblings prägten sein Spiel, obwohl er mit 10,66 Kilometer nach Jung (11,22 km) am meisten in seinem Team gelaufen ist. Letztendlich war Draxler auf dem Feld unscheinbar und produzierte nichts Konstruktives für sein Team. So kamen wir zu dem Schluss: Wenn es läuft, kann Draxler groß aufspielen. Doch wenn es nicht läuft, ist er nicht in der Lage sein Team mitzureißen. Dieses war auf Schalke zu beobachten und jetzt auch in dem einen Spiel im Trikot des VfLs. Eine Weiterentwicklung war nicht zu erkennen.

 

Goretzka: Im Gegensatz zu Draxler ist bei Goretzka diese Weiterentwicklung deutlich zu erkennen. Endlich ist der 21-Jährige verletzungsfrei und startet durch. Oftmals ist der offensivere Sechser neben Geis der laufstärkste S04-Spieler. Schalkes Nummer 8 stopft nicht nur viele Löcher, sondern setzt mit spektakulären Ballgewinnen auch für Ausrufezeichen. Zudem kurbelt er das Spiel der Schalker an und marschiert bis in den gegnerischen Strafraum. Einziger Kritikpunkt: seine Abschlussschwäche. Goretzka wartet immer noch auf seinen ersten Saisontreffer. Das wurmt ihn selbst am meisten, ist aber von den S04-Fans zu verschmerzen. Der Junge malocht, frisst Gras und entwickelt sich hervorragend. Weiter so, Leon. 

Darmstadt 98 - Schalke 04 0:2 (0:1)

 

Ein geiles schwarz-rot-goldenes Wochenende mit königsblauem Anstrich! Zwischen zwei deutschen sportlichen Sensationen reihte sich der FC Schalke 04 mit einem nüchtern-souveränen 2:0-Sieg bei Darmstadt 98 ein. Meyer und Sane schossen den Auswärtssieg heraus. Im Mittelpunkt standen am Wochenende allerdings andere Sportler, die für zwei Highlights sorgten: Angelique Kerber mit ihrem ersten Grand-Slam-Sieg bei den Australian Open und die deutsche Handballnationalmannschaft, die sich bei der EM in Polen den Titel sicherte.

 

Dreierpack zum Spiel:

 

Rund um Königsblau: Der Samstagmorgen hatte mit einem Krimi begonnen. In Melbourne fightete Kerber gegen die Dominatorin im Damen-Tennis, Serena Williams, um ihren ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere. In einem packenden Match zeigte die 28-Jährige große Klasse und ringte die US-Amerikanerin mit 6:4, 3:6 und 6:4 nieder - was eine Sensation. Kerber holte nach Steffi Graf im Jahre 1999 erstmals wieder einen Grand-Slam-Titel nach Deutschland. So lange musste der deutsche Handball nicht auf die nächste große Trophäe warten. "Nur" zwölf Jahre nach ihrem ersten EM-Sieg holten sich die "#badboys" am Sonntag-Abend sensationell die Schale. In Krakau düpierten die Mannen um Geilomat-Keeper Wolff Spanien mit 24:17. Einfach nur krass, was das Team als Außenseiter ablieferte. Im Finale brachten sie die Iberer schier zur Verzweiflung. Der Vater des Erfolges: Dagur Sigurdsson. Der DHB-Coach formte ein Team aus vielen Nobodies zu wahren Champions. Schade, dass der Isländer Handball-Trainer ist, sonst hätte ich ihn gerne auf Schalke als Coach gesehen. Und wahrscheinlich auch unser Nobbi, der zum treffenden Schluss kam: "Von der Leidenschaft und dem Teamgeist der Handballer, kann sich der S04 mal eine Scheibe abschneiden." Plus das Selbstbewusstsein einer Kerber.

 

Rund ums Spiel: Der Kartoffelacker in Darmstadt ließ schon vor Anpfiff erahnen, dass es sich nicht um einen Fußballleckerbissen handeln würde. Das war es auch nicht, aber die Knappen lösten ihre Aufgabe beim Aufsteiger souverän mit einer kämpferischen Vorstellung. Die Basis bildete eine fast tadellose Defensive. Die Hausherren kamen erst in der 80. Minute zu ihrer ersten gefährlichen Chance. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie schon gelaufen. Zwar war in der Offensive erneut viel Sand im Getriebe, aber Schalke hat eine Rakete namens Sane in den eigenen Reihen. Vor dem 1:0 durch Meyer legte der 20-Jährige den Turbo ein und brachte die Kugel noch in die Mitte, bevor sie ins Aus rollte. Das 2:0 besorgte er selbst. Meyer bediente den steil-gehenden Sane mustergültig, der eiskalt verwandelte.

 

Rund um den grünen Rasen: Strömender Regen am Böllerfalltor und bis auf die Haupttribüne keine Überdachung der Zuschauerränge. Direkt kamen die Erinnerungen an die guten alten Parkstadion-Zeiten, als bei gefühlten Minus 2 Grad der Regen einem ins Gesicht peitschte. Da kann man nur sagen: Danke, Rudi Assauer! Danke für diese einmalige Donnerhalle in Gelsenkirchen. Einen Dank erhielten auch die S04-Fans aus Darmstadt für Ihr Fingerspitzengefühl. Während der 2. Halbzeit musste ein 98-Fan im Stadion reanimiert werden. Umgehend stoppten die 98-Anhänger den Support, dem sich die Königsblauen aus Solidarität und Mitgefühl anschlossen. Ein tolle Geste, die von den Hausherren hoch angesehen wurde. Eine super Aktion. Eine andere Aktion fand der Pay-TV-Sender Sky dagegen nicht so toll. Breitenreiter boykottierte Interviews mit Sky, weil er sich ungerecht vom Sender behandelt fühlte. SSNHD-Mann Schlarmann berichtete über das angebliche schlechte Verhältnis des Trainers zu Spielern und Mitarbeitern des Vereins. Zwar dementierten Teile aus dem Schalker Lager (Heldt, Fährmann, Geis) diese Berichte, dennoch blieb der Sender bei seiner Berichterstattung, die auch andere Medien (RP, bild) nach eigenen Recherchen bestätigten. Die Quittung folgte mit dem Boykott des S04-Trainers. Mal schauen, wie viele, bei der Medienlandschaft rund um den Schalker Markt, noch folgen werden. Willkommen auf Schalke, Herr Breitenreiter!

 

Schalke 04 - Werder Bremen 1:3 (1:1)

 

Rückrundenauftakt in den Sand gesetzt! Der FC Schalke 04 hat gegen Werder Bremen mit 1:3 verloren. Trotz der frühen Führung durch Matip und vielen Chancen schafften es die Königsblauen nicht, den Heimsieg einzufahren. Werders alte Männer, Fritz und Pizarro, drehten die Partie, Ujah setzte den Schlusspunkt. Am Ende stand eine unnötige, selbstverschuldete Heimpleite. Dennoch war Trainer Breitenreiter mit Abstrichen zufrieden. Jetzt werden schon wieder Niederlagen schön geredet. Da packst Dir nur am Kopp!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Sturmmisere: Die Chancenauswertung ist und bleibt eine Katastrophe. Alleine Huntelaar hätte zur Pause einen Hattrick verbuchen können. Hatte er beim Latten-Lupfer noch Pech, war der Rest eigenes Unvermögen und wirft erneut Fragen nach dem Wert des Stürmers für das Schalker Spiel auf. Der Hunter spielt im (Gehalts-) Konzert der torgefährlichsten Stürmer der Liga mit. In etwa auf einer Stufe mit Lewandowski, Aubameyang oder Chicarito. Trifft der Niederländer regelmäßig, mag diese Summe (angeblich 7 Millionen Euro pro Jahr) vielleicht noch aufgrund seiner konstant zweistelligen Treffsicherheit  zu rechtfertigen. Trifft er nicht, kommen die Defizite zum Tragen. Huntelaar ist nicht schnell (was bei Kontern und beim Pressing eklatant ist), kann sich durch ein Dribbling nicht selber Chancen kreieren und ist im Kombinationsspiel nicht eingebunden. In dieser Hinsicht trennen Huntelaar vom oben genannten Trio Welten. Das Schalker Dilemma wird nochmal potenziert, da es im Kader keine Alternativen gibt. Choupo ist keine Tormaschine und als 2. Spitze oder auf den Flügeln besser aufgehoben. Und zu di Santos Sturmqualität sagt man besser nichts.

 

Schalker Mentalität: Wo bleibt der Lernprozess? Diese gefühlte Überheblichkeit, wenn man Spiele im Griff hat ist einfach grausam. Die Gier auf Tore, mit Killerinstinkt den Gegner abschießen, das geht diesem königsblauen Team komplett flöten. Stattdessen Selbstzufriedenheit, die zu Nachlässigkeiten führt. So reichte Werder der 35-jähriger Fritz, der zwei Mal mit dem Ärschchen wackelte und sich so den Ball zurechtlegte, um ihn ins Tor zu zirkeln bzw. Pizarro mit einer maßgeschneiderten Flanke zu bedienen. Ein Armutszeugnis für die Schalker Defensivabteilung. Eine Reaktion blieb aus. Die Krönung folgte nach Spielschluss am Mikrofon. 1:3 verloren, aber Breitenreiter war bis auf die Chancenauswertung zufrieden mit dem Spiel. Man habe sich nicht belohnt. Kein Ansatz von Frust oder Wut. Und da braucht auch keiner sagen, dass intern Tacheles geredet wird. Denn zu fruchten, scheint es nicht. Es gibt weder einen Lernprozess noch folgen personelle Konsequenzen. Ein Vorwurf an das Schalker Umfeld ist, dass die Emotionen zu oft überkochen. Mag durchaus sein, aber nach so einer Pleite ist alles angebracht, außer Besonnenheit und Lob.

 

Verfehlte Personalpolitik: Die Diskussionen um Heldt sind mittlerweile ermüdend. Es wird Zeit für einen Schlussstrich. Es gibt einfach zu viele Baustellen und Fehleinschätzungen im Kader. Stichwort Außenverteidiger. Weit und breit fehlen da auf beiden Seiten Spieler mit Format. Keiner der Kandidaten ist gehobene Bundesliga-Klasse. Stichwort Flügelspieler. Außer Sane gibt es keinen weiteren Flügelflitzer im Kader. Die Posse um Sam ist nur noch beste Unterhaltung für ein Vorabendprogramm. Meyer quält sich auf Außen und lässt eine Weiterentwicklung vermissen. Bei Choupo geht es wie auf der Achterbahn: mal hui, mal pfui. Und was passierte im Winter? Da wird Belhanda ausgeliehen, ein zentraler Mittelfeldspieler. Dazu noch Schöpf, der zwar über Potenzial verfügt, aber noch nicht so weit ist. O-Ton eines Kumpels und Nürnberg-Experten: "Er hat sicher Perspektive. Aber ob es für einen Verein wie Schalke reicht? Ich bin skeptisch. Im Moment eh noch nicht." Jetzt kommt noch ein Innenverteidiger, weil sich Höwedes bei einem Hackentrick (!!!) schwer verletzte. Da packst Dir nur noch am Kopp!

APOEL Nikosia - Schalke 04 0:3 (0:2)

 

Ein schöner, entspannter Europapokal-Abend! In der Europa League hat der FC Schalke 04 sein Auftaktspiel bei APOEL Nikosia souverän mit 3:0 gewonnen. Matip und ein Doppelpack von Huntelaar sicherten den verdienten Dreier der Königsblauen, bei denen noch Meyer und Geis die Latte trafen. Damit übernahm der S04 direkt die Tabellenspitze in der Gruppe, da sich Tripolis und Sparta Prag 1:1 trennten.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Überzeugender Auftritt: In den letzten Monaten hat man so gut wie nie einen so überzeugenden Auftritt einer Schalker Mannschaft gesehen. Nachdem sich die Zyprioten in den ersten fünf Minuten ausgetobt hatten, übernahmen die Knappen die Spielkontrolle. Das heißt aber nicht nur viel Ballbesitz mit vielen Quer- und Rückpassstafetten, sondern auch vertikales Spiel in die Spitze inklusive Torabschluss. Ja, Schalke kann kombinieren. Und nach zwei Lattentreffern von Meyer und Geis belohnte sich der S04. Matip und der Hunter schossen das 2:0 heraus. Die einzige gute Chance der Hausherren entschärfte Fährmann im Eins-gegen-Eins gegen Sotiriou kurz vor dem Pausenpfiff. Nach dem Seitenwechsel brachten die Königsblauen die Partie souverän nach Hause. Huntelaar erhöhte auf 3:0 und APOEL verlor die Nerven. De Vicentis „fuck you“ quittierte der Schiedsrichter mit Rot.

 

Hunter trifft Waterman: In der Saison 2005/2006 spielte Huntelaar noch zusammen mit APOEL-Keeper Boy Waterman beim SC Heerenveen. Im Winter 2005 zog der Hunter weiter zu Ajax. Über Milan und Real Madrid ging es dann zu Schalke, während für Waterman nur die Provinz (u.a. Abstieg mit Aachen aus der 2. Liga) übrig blieb. Nun kreuzten sich die Wege der ehemaligen Teamkollegen und Waterman erwies sich als guter Gastgeber. Beim 0:1 irrte der Waterman in bester Fliegenfänger-Manier durch den Fünfer. Beim 0:2 sah er nicht besser aus, als Huntelaars Schuss aus 30 Metern plötzlich im Netz zappelte. Lediglich beim 0:3 war Waterman chancenlos. Auf so ein Wiedersehen mit dem Hunter hätte der Water-Boy gerne verzichtet.

 

Happy birthday, Max: Meyer beschenkte sich selber. Mit zwei Torvorlagen und einem Lattenknaller konnte der Youngster genüsslich in seinen 20. Geburtstag hinein feiern. Bleibt zu hoffen, dass es für Meyer endlich wieder bergauf geht. Denn die letzten Monate waren alles andere als prickelnd für Max. Dem Dribbler gelang so gut wie nichts und steckte im Verein sowie bei der U21 im Formtief. Vielleicht platzte bei ihm in Nikosia endlich der Knoten. Allerdings sollte man aufhören, Meyer mit Draxler zu vergleichen und ihn als seinen Nachfolger zu sehen. Max ist Max und nicht Jule – geile These ;-)

Schalke 04 - Mainz 05 2:1 (1:1)

 

Verdient zum Sieg gezittert! Der FC Schalke 04 hat gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 2:1 die Oberhand behalten. Matip und Huntelaar schossen den Dreier heraus, Malli traf zum zwischenzeitlichen 1:1. Die wichtigste Erkenntnis: die Königsblauen können auch vernünftigen Fußball in der Donnerhalle spielen. Zwar klappte defensiv (phasenweise etwas wild und zu langsam) und offensiv (Chancenauswertung) nicht alles, aber die Mannschaft war gewillt, nach vorne zu spielen und kreierte Torchancen, was besonders in der letzten Saison so gut wie nie zu sehen war.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Hui, pfui, puuuh: „So muss eine Heimmannschaft auftreten. Schalke hat uns in den ersten 25 Minuten vor riesige Probleme gestellt. Deshalb war der Sieg verdient. Ein Punkt wäre der Leistung des Gegners nicht gerecht geworden“, lobte 05-Trainer Schmidt nach der Partie. 70 Prozent Ballbesitz, viele gute Kombinationen und einige Torchancen untermauerten das Schalker Übergewicht. Die Krönung folgte mit dem 1:0 durch Matip nach einer halben Stunden. Wäre es in diesem Stil weiter gegangen, hätte Schalke ein Statement gesetzt. Doch nach dem Hui kam erstmal das Pfui. Fast im Gegenzug glichen die Mainzer aus. In dieser Phase waren die Schalker in der Rückwärtsbewegung zu langsam und nicht eng genug am Mann. Muto ließ Neustädter stehen, Caicara war zu weit weg von Clemens und Matip verlor Malli aus den Augen – 1:1. Nach dem Seitenwechsel spielten die Schalker zwar nicht mehr mit dem Schwung der ersten halben Stunde, aber nutzten durch Huntelaar einen Fehler von Bell eiskalt zum 2:1 aus. Danach verpassten die Knappen den Deckel drauf zu machen und mussten bis in die Nachspielzeit zittern. Fährmann sei Dank, dass am Ende der Dreier am Schalker Markt blieb – puuuh.

 

Chancenauswertung verbesserungswürdig: Vor der Pause verballerte Huntelaar einen Elfer, Meyer und Goretzka scheiterte an Karius. Nach dem Seitenwechsel wurde Choupo-Motings Schuss geblockt, Sane verstolperte die Kugel frei vor Karius, Meyer traf aus 13 Metern das leere Tor nicht und Huntelaars Schuss aus 55 Metern ging einen Meter rechts vorbei. Schalke hätte schon früh oder auch später den Sack vorzeitig zu machen können, vergab aber beste Chancen. Da Matip und der Hunter (nach seinem Oranje- und Elfer-Frust platzte doch noch der Knoten und die Eckefahne musste leiden) letztendlich doch noch das runde Leder ins Eckige unterbrachten, konnte man die schlechte Chancenauswertung verschmerzen. Sollte aber nicht zur Gewohnheit werden, wäre Nerven schonender.   

 

Jubelsturm: In der 77. Minute brandete plötzlich ein orkanartiger Jubel in der Donnerhalle aus. Was war passiert? Ein Tor? Nö! Ein super Spielzug? Nee! Was denn? Goretzka jagte und grätschte an der Mittellinie im höchsten Tempo Ball und Gegner hinterher und eroberte die Kugel. Eine Aktion, mit viel Symbolik für Schalke. Goretzka malochte in jenem Moment, um die Kugel zu erobern. Der Wille, den Ballgewinn unbedingt zu wollen, war unverkennbar. Und das ist genau das, was der S04-Fan von seiner Mannschaft sehen will. Nicht Hacke, Spitze eins, zwei, drei, sondern sich leidenschaftlich in die Zweikämpfe schmeißen. Wie es sich für einen Spieler eines Kimpel- und Malocherclubs gehört. Honoriert wurde der Einsatz mit Standing Ovation.

Bye, bye Jeff und Jule 

 

Rien ne va plus - nichts geht mehr, das Transferfenster ist geschlossen. Auf Schalke war es mal wieder eine verrückte Zeit - sowohl mit guten Transfers, aber auch mit einigen Pleiten, Pech und Pannen. Der Höhepunkt erfolgte selbstverständlich kurz vor Toreschluss. Die Königsblauen schnürten einen Rekordtransfer. Draxler weg, aber auf einen Nachfolger wartete man vergeblich.

 

Unterm Strich verließen zehn Spieler den Schalker Markt, während im Gegenzug sechs externe Neuzugänge präsentiert wurden. Im Angriff geht ab sofort di Santo (Bremen, 6 Mio) auf Torejagd. Im Mittelfeld sollen Geis (Mainz, 12 Mio) und Hojberg (Bayern, Leih-Geschäft) die Fäden ziehen. Mit Caicara (Ludogorets, 4,5 Mio) und Riether (Freiburg) wurde die Baustelle hinten rechts geschlossen. Dazu wurde Nastasic endgültig für 9,5 Millionen Euro von Manchester City losgeeist. Nübel (Paderborn) heißt der neue Torwart mit Perspektive. Dagegen ist für Draxler (Wolfsburg, 36 Mio), Farfan (Al-Ittihad, 7 Mio), Papadopoulos (6,5 Mio, Leverkusen), Multhaup (0,5 Mio, Ingolstadt), Itter (0,2, Grödig),  Sobottka (0,2 Mio, Düsseldorf), Barnetta (Vertrag ausgelaufen, Philadelphia), Fuchs (Vertrag ausgelaufen, Leicester), Obasi (Vertrag ausgelaufen, vereinslos), Kirchhoff (Leihe ausgelaufen, Bayern) und Wellenreuther (Ausgeliehen, Mallorca) das Kapitel Schalke beendet. Wie fällt die Transferbilanz beim S04 aus?

 

Dreierpack zur Transferbilanz

 

Wirtschaftlich: 33 Millionen Euro Transferausgaben stehen 50 Millionen Euro Einnahmen gegenüber. Macht einen Überschuss von 17 Millionen Euro. Zudem sparen die Knappen die dicken Gehälter von Barnetta, Fuchs und Obasi ein. Aus wirtschaftlicher Sicht machen die Verkäufe von Draxler und Farfan Sinn. Mit Bonuszahlungen kann die Ablöse von Draxler auf über 40 Millionen Euro steigen. Farfans Vertrag wäre 2016 ausgelaufen und der Peruaner damit ablösefrei. So kassierten die Schalker für einen 31-Jährigen noch sieben Millionen Euro. Unter Strich ist die Transferbilanz aus positiv.

 

Sportlich: Tja, quo vadis, Schalke? Mit Farfan und Draxler ging verdammt viel Qualität in der Offensive verloren. Doch die Transfers als falsch zu titulieren ist ebenfalls nicht richtig, da sie sich wirtschaftlich gelohnt haben. Dazu steht unterm Strich, dass Draxler stagnierte und weg wollte. Farfan wird ebenfalls nicht jünger. Schmerzen tun die Abgänge dennoch. Denn hier setzt der Hauptkritikpunkt ein. Wo bitte wurden die offensiven Lücken geschlossen? Ein adäquater Ersatz wurde nicht verpflichtet! Stuttgart ließ Kostic nicht ziehen. Aber ob der Kroate die Klasse hat und die angeblichen 15 bis 20 Millionen Euro wert ist, sei mal dahingestellt. Einen Plan B gab es wohl nicht. Auf der ganzen Welt scheint es keinen schnellen Außenbahnspieler zu geben, der den Vorstellungen vom S04 entspricht. Eigentlich unvorstellbar. Somit streiten sich Sané, Choupo-Moting, Goretzka und Sam um die beiden Posten. Keine Frage, da ist immer noch Qualität vorhanden, aber das Level eines Farfans in Topform haben sie (noch) nicht. Sportlich hat der Kader damit an Qualität verloren. Da kann es auch nicht darüber hinweg trösten, dass die Baustellen Rechtsverteidiger und im zentralen Mittelfeld geschlossen wurde. Wobei man bei Geis und Hojberg immer beachten muss: Sie sind jung und dynamisch, aber auch unerfahren. Das ist Geduld gefragt. Letztendlich ist aber zunächst einmal egal, wer auf dem grünen Rasen steht. Wichtig ist, dass die, die am Ende auf dem Feld stehen, auch mit der richtigen Einstellung zu Werke gehen. So wie es für einen Kumpel- und Malocherclub angemessen ist. Ansätze sind bisher zu erkennen, das Spiel in Wolfsburg war aber ein Rückfall in alte Zeiten. Und der Verlust von Farfan und am Ende noch Draxler wird eine mögliche Teilnahme am internationalen Geschäft in der kommenden Saison deutlich erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.

 

Pleiten, Pech und Pannen: Die Transferperiode hatte mal wieder Anekdoten über Schalke zu bieten, bei denen man nur den Kopf schütteln konnte. Geplatzte Transfers gab es bei den Knappen in Hülle und Fülle. Der Schalke-Fan hat eine Menge über Medizinchecks, Bildrechte und Rückziehern gelernt. Friedrich sollte nach Hamburg ausgeliehen werden, doch der Chaos-Club aus dem Norden sagte kurzfristig ab. Mit der Verpflichtung von Hunt wurde das Transferbudget überschritten und wegen den 300.000 Euro Leihgebühr wollte der Rucksack-Peter nicht beim Aufsichtsrat nachfragen. "Eine Frechheit", echauffierte sich Heldt. Aber irgendwie war Schalke wieder mittendrin in einer Posse. Doch die beste Daily Soap hatte ein Trio geboten. Die suspendierten Boateng und Sam sowie der zurückgekehrte Santana (Leihgeschäft, Olympiakos Piräus). Das erleben andere Vereine nicht einmal in 50 Jahren.  Sam war schon in Frankfurt. Doch rasselte er durch den Medizincheck, zeigte Reue und kehrte zur Schalker Mannschaft. Nun ist er fast schon der große Hoffnungsträger nach den Abgängen von Farfan und Draxler. Die Geschichte ist schon bemerkenswert, doch es kam noch besser. Santana war eigentlich schon ein Geißbock. Eigentlich, denn dann kam der Medizincheck und der Brasilianer ist durchgefallen. Santana zog sich im Urlaub einen Muskelfaserriss in der Wade zu. Dazu noch eine bandagierte Hand. Von einer Schusswunde wie die Bild spekulierte? Sei's drum. Schalke suchte weiterhin einen Abnehmer für den Abwehrrecken. Doch vergeblich. Und als Heldt dachte, dass Friedrich zum HSV ausgeliehen wird, wurde schnell eine Spielgenehmigung für Santana geordert und der Mann mit dem besten Trick der Welt "Die Grätsche" steht wieder im Kader der S04. Ohne Worte! Zum guten Schluss gibt es noch die unendliche Geschichte des Prinzen. Ein Wechsel zu Sporting Lissabon scheiterte am (natürlich) Medizincheck und den Bilderrechten. Der Transfer zu Al-Ittihad? Gescheitert! Röchtög: am Medizincheck. Und warum bekam der FC Sion nicht den Zuschlag? Nein, nicht wegen dem Medizincheck. Die Schweizer wollten KPB anscheinend zum Nulltarif, Schalke blockte ab. Somit bleibt Boateng weiter beim S04. Und vielleicht gibt es ja noch ein Happy-End wie bei Sam und Santana. Ein, zwei Verletzung, dazu ein Männergespräch, schon haben sich alle lieb und eine Rückkehr steht nix mehr im Wege. Das würde allem die Krone aufsetzen.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 3:0 (0:0)

 

Zurück auf den Boden der Tatsachen! Der Saisonauftakt des FC Schalke 04 hat Hoffnung auf Besserung gemacht. Doch beim VfL Wolfsburg gab es den ersten Rückschlag. Beim 0:3 in der VW-Stadt gab es eine ordentliche Tracht Prügel.  Vor allem die erste halbe Stunde war ein Rückfall in alte Zeiten. Keine Aggressivität, kein Pressing, kein Gegenpressing, kein Offensiv-Fußball! Selbst Breitenreiter traute seinen eigenen Augen nicht: "In den ersten 25 Minuten fehlte alles. Das war unterirdisch." Nach dem 0:1 durch Dost wurde es zwar phasenweise besser, allerdings tat sich direkt das nächste Manko auf: die Chancenauswertung! Sane und Huntelaar ließen gute Möglichkeiten liegen. Und nach dem Doppelpack durch Rodriguez (FE) und Klose war der Drops gelutscht.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Der Unterschied: Wolfsburg funktionierte als Mannschaft, während Schalke wie ein zusammengewürfelter Haufen agierte. Dabei verzichteten die Wölfe sogar freiwillig auf ihr Top-Trio in der Offensive. De Bruyne, mittlerweile für über 75 Millionen Euro zu Manchester City verkauft, und Perisic, für 20 Millionen Euro zu Inter Mailand transferiert, schauten sich die Partie von der VIP-Loge aus an. Dazu blieb für Schürrle nur ein Platz auf der Bank. Doch vom Fehlen des Dreigestirns war nichts zu spüren, weil das Team die taktischen Vorgaben umsetzte und die Mechanismen griffen - egal wer spielt. So wirbelte Vierinha als Rechtsaußen (zuletzt RV) mit Edelreservist Träsch auf rechts, als ob sie so schon jahrelang zusammen spielten. Vor der Abwehr räumten Gustavo und Guilavogui alles ab und erstickten die S04-Angriffsbemühungen bereits im Keim. Breitenreiter bat nach dem Spiel noch um Geduld. Taktisch und spielerisch ist das nachzuvollziehen, da es Zeit braucht bis die Spielidee umgesetzt ist. Erschreckend ist aber, dass erneut das Feuer auf dem Platz fehlte. Ohne Einstellung hilft auch die beste Spielphilosophie nicht. Eine Frage der Mentalität der S04-Spieler.

 

Oh no, Seo: Einen gebrauchten Tag erwischte Kolasinac. Der Linksverteidiger rutschte für den ins Mittelfeld aufrückenden Aogo in die Startelf. Eine Umstellung, die sich alles andere als rentiert hat. Es brannte lichterloh auf der linken Abwehrseite. Der Bosnier sah gegen den flinken Vierinha kaum Land. Dazu war er bei den ersten beiden Gegentoren mit in der Verlosung. Beim 0:1 ließ er Träsch zu viel Raum zum Flanken, Dost vollstreckte. Wobei man ihm zu Gute halten muss, dass sich vor dem Treffer die gesamte Mannschaft zu passiv verhielt. Wolfsburg hatte gefühlte fünf Minuten Ballbesitz, bevor sie die Lücke über rechts fanden. Schlimmer war Kolasinac' Aktion vor dem 0:2, als er Gustavo nach einer Ecke völlig sinnlos im Strafraum umsenste. Rodriguez verwandelte den Elfer sicher. Und auch offensiv bekam der Linksverteidiger kaum etwas auf die Kette. Bezeichnend dafür war kurz vor Schluss seine Flanke hinter das Wolfsburger Tor. Nur Kolasinac die Schuld an der Niederlage zu geben, wäre natürlich falsch. Seine Kollege ließen ihn des Öfteren im Stich. Vor allem Sane bekleckerte sich in der Rückwärtsbewegung nicht gerade mit Ruhm. Ebenso muss sich Breitenreiter fragen, ob er richtig gehandelt hat. Zum einen bei der Aufstellung von Kolasinac, zum anderen in der Halbzeit, wo er hätte reagieren und Kolasinac rausnehmen können.

 

Draxler geht: Die Ära Draxler auf Schalke ist zu Ende. Der 21-Jährige wechselt für 36 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg.  Besser gesagt: Sie ist zu Ende bevor sie so richtig begonnen hat. Seinen Stempel konnte Draxler dem Schalker Spiel nie konstant aufdrücken. Somit ist der Transfer sowohl sportlich als auch wirtschaftlich nachzuvollziehen, da die Summe bei Weitem nicht den Leistungen des Youngsters entspricht. Zu 36 Millionen Euro für einen Spieler, der noch nicht eine Saison konstant durchgezogen hat, kann man nicht "Nein" sagen. Die Entwicklung des Weltmeisters stagnierte (auch verletzungsbedingt) in den letzten zwei Jahren. Zudem wirkte Draxler in den letzten Wochen auch nicht gerade glücklich am Schalker Markt. Hier muss sich aber auch Schalke fragen: Warum schafft es der S04 nicht, ein herausragendes offensives Talent aus der Knappenschmiede zu einem Eckpfeiler der Mannschaft zu machen? Wie damals bei Özil. Erst nach seinem Wechsel zu Werder folgte der nächste Schritt zur Weltkarriere. Bei Draxler könnte es ähnlich ablaufen. Und Meyer wäre der nächste Kandidat. Die Antwort scheint einfach zu sein: Schalkes fehlende Konstanz. Gefühlte 27 Trainer mit neuen Spielphilosophien und Ideen in den letzten Jahren schaden der Entwicklung des Vereins und der Spieler. Der Kumpel- und Malocherclub verfügt über ein enormes Potenzial - angefangen von der Knappenschmiede über die Infrastruktur bis hin zur Unterstützung der Fans. Nur abgerufen wird es nicht komplett. Seit dem Abgang Assauers gibt es niemanden auf Schalke, der die Kräfte bündelt und einen Plan hat, eine Mannschaft zu entwickeln. Und so geht Draxler lieber zu einem Werksclub, der mit Allofs und Hecking zwei Top-Leute am Werk hat, um den nächsten Schritt zu gehen, als zu hoffen, dass er mit seinem Herzensverein vielleicht irgendwann das Chaos hinter sich lässt, um durchzustarten. Traurig aber wahr. Doch Schalke setzt noch einen drauf. Wer dachte, Heldt reinvestiert Teile der Einnahmen und verstärkt den Kader, wurde enttäuscht. Einen Nachfolger wird es nicht geben. Da fehlen einem Worte.

Schalke 04 - Darmstadt 98 1:1 (0:1)

 

Es reichte nicht für den Aufsteiger! Bei der Heimpremiere von Breitenreiter kommt Schalke 04 nicht über ein 1:1 gegen Darmstadt 98 hinaus. Die Führung der Gäste durch Rausch konnte zwar Draxler direkt nach dem Seitenwechsel egalisieren, doch zu weiteren Toren kamen die Knappen nicht. Geis hämmerte zwar die Kugel ans Gebälk, aber von Pech beim Remis zu sprechen, wäre etwas übertrieben. Das Schalker Spiel nahm nie richtig Fahrt auf, es fehlte an Geistesblitzen in der Vorwärtsbewegung. Es ist nicht einfach, wenn die Lilien mit Mann und Maus verteidigen und clever auf Zeit spielen. Aber letztendlich fand Schalke zu wenige Lösungen, um das Abwehrbollwerk zu knacken und den Aufsteiger in die Bredouille zu bringen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Causa Draxler: Geht er, bleibt er? Schalke, Juve, Man Utd, Arsenal oder doch der Sensationstransfer zum BV Rentfort? Was machst Du, Jule? Die Medien lechzen nach den neusten Gerüchten rund um den Weltmeister aus Gladbeck. Heldt platzte bereits der Kragen: "Wenn mich noch einer auf Draxler anspricht, ticke ich aus!" Und was sagt Draxler selbst? Nichts, der Youngster schweigt seit Wochen eisern, was die Öffentlichkeit zu neuen Spekulation antreibt. Aber so ist halt das Geschäft, so sind die Mechanismen, wenn das Transferfenster geöffnet ist. Fragt bei Herrn Allofs in Wolfsburg nach, ob de Bruyne am Freitag gegen S04 spielt. Wichtiger ist die Frage: Wie hat Draxler gegen Darmstadt gespielt? Gut - mit Abstrichen. Der 21-Jährige war die auffälligste Offensivkraft des S04.  Vor der Pause zischten seine Distanzschüsse nur knapp am Gehäuse vorbei, nach dem Seitenwechsel markierte er den Ausgleich. Allerdings waren auch haarsträubende Ballverluste dabei. Besonders eklatant nach einer halben Stunde: Draxler vertändelte die Kugel leichtfertig an der Mittellinie. Im Spreizschritt schaute Draxler nur bedröppelt zu, wie Vrancic frei vor Fährmann auftauchte. Es wäre ein folgenschwerer, leichter Ballverlust Draxlers gewesen, wenn der S04-Keeper nicht so stark im Eins-gegen-Eins reagierte und das 0:2 verhindert hätte. Die positiven Dinge überwogen gegen Darmstadt, aber auf seine leichten Ballverluste sollte Schalkes Nummer 10 demnächst verzichten - egal ob in GE, Turin oder London. Selbst in Rentfort würden sie da die Augen verdrehen.

 

Personalwechsel: Neustädter für Nastasic, Caicara für Riether und Höger für Goretzka. Das waren die personellen Veränderungen in Schalkes Startelf. Mit Caicara setzte Breitenreiter auf die offensivere Rechtsverteidiger-Variante. Beim Gegentor ging es zwar in die Hose (Caicara war einen Tick zu weit weg von Rausch), aber insgesamt zeigte der Brasilianer, dass er eine Belebung für das Spiel sein kann. Dass Neustädter den Vorzug vor Ayhan erhielt, war klar, spricht aber nicht für das Schalker Eigengewächs. Bei Neustädter (immerhin nicht im Mittelfeld) und Höger bleibt es dabei: sie tun dem S04-Spiel nicht gut. Beim Duo sieht es immer so gemächlich aus. Und wenn dann noch ein Querpass dabei herausspringt, stöhnt man auf. Man hat nie das Gefühl, dass da mal was Überraschendes passieren könnte. Im Prinzip ist das nicht schlimm (stille Arbeiter braucht jedes Team), aber wenn in bestimmten Situationen das Spiel verschleppt wird, geht Qualität in der Vorwärtsbewegung verloren.

 

Vollgas, Franco: Ein Zwischenfazit nach drei Pflichtspielen ist nicht möglich, aber irgendwie ist der Start von di Santo im königsblauen Dress komisch. In Duisburg verballerte der Argentinier einen Elfer, bevor er dann doch noch traf. Vor dem Gastspiel in Bremen faltete Breitenreiter den 26-Jährigen im Training zusammen. Angeblich gab er nicht Vollgas. So sah auch sein Auftritt im Weserstadion aus. Wobei man den Spießroutenlauf nach seinem Wechsel von Werder zu Schalke erwarten hätte können. Es gibt halt Spieler, die das pusht. Und es gibt Spieler, die froh sind, wenn die Partie vorbei ist - wie bei di Santo. Somit wurde mit Spannung sein Debüt in der Arena erwartet. Immerhin gab der Gaucho die Vorlage zu Draxlers Tor. Ansonsten blieb er blass. Di Santo wirkte oftmals zu behäbig. Die Worte des Trainers fruchten wohl noch nicht. Vollgas, Franco!

Werder Bremen - FC Schalke 04 0:3 (0:1)

 

Erfolgreicher Bundesliga-Auftakt! Nach dem souveränen 5:0-Erfolg im Pokal beim MSV Duisburg folgte zum Bundesliga-Start ein 3:0-Auswärtssieg beim SV Werder Bremen. Für das erste Tor der Saison war allerdings ein Grün-Weißer verantwortlich. Mit einem sehenswerten Lupfer brachte Gebre Selassie per Eigentor die Knappen in Front. Nach dem Seitenwechsel sorgte Choupo-Moting nach Sahnepass von Matip (endlich mal kein Quer-, Rückpass oder langer Flugball ins Nichts) für die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt setzte Huntelaar nach einem tollen Solo von Sane über 60 Metern. Der tolle Saisonstart war perfekt! Und selbst Toto fand fast nur lobende Worte: "Sieht jetzt schon 1000 Mal besser aus als die gesamte letzte Saison."

 

Dreierpack zum Spiel

 

Realistische Einschätzung: Eine Wohltat waren die Kommentare nach der Partie. Keine euphorische Gequatsche, sondern eine realistische Einschätzung. Denn es war nicht alles Gold was glänzte im Weserstadion. "Nach der Pause haben wir es gut gemacht. Wir wissen aber, dass wir nicht so gut waren, wie das Ergebnis klingt", erklärte Breitenreiter bei "Sky". Vor allem mit den ersten 45 Minuten war der neue Coach nicht zufrieden und hatte in der Pause gefordert: "Ihr sollt hinterher Krämpfe haben und kaputt sein!" Neben der klaren Ansage optimierte Breitenreiter nach einer Stunde sein System und stellte von zwei auf eine Spitze (Di Santo raus, Höger rein). Das brachte Stabilität und die nächsten beiden Treffer. Dennoch war jedem klar. "Wir können noch viel verbessern", wie es Huntelaar auf den Punkt brachte.

 

Neue Wahrnehmung: Der Saisonstart ist perfekt gelaufen. Jedoch muss man einschränken, dass sich die Königsblauen mit Duisburg und Bremen nicht gerade auf Schwergewichte gemessen haben. Deswegen sollte die Devise heißen: Erstmal den Ball flach halten und sich vor allzu großer Euphorie am Schalker Markt hüten. Allerdings ist es sehr wohltuend wie sich die Mannschaft bisher auf und neben dem Platz verhält. Der neu eingeschlagene Weg, mehr Taten anstatt Worte sprechen lassen und dabei die Ärmel hochkrempeln, scheint zu fruchten. Selbst die "Bild" sieht ihre Felle davon schwimmen, wie Herr Straten in der "Bild am Sonntag" die einzige Schwäche von Breitenreiter kommentierte: "Für die üblichen Schalker Skandale, Chaos und Unterhaltung wird er nicht sorgen. In Sachen Entertainment hat ja der HSV die Schalker ohnehin abgelöst." Gut so! Das soll bitte auch so bleiben. Stattdessen soll weiterhin in dieser Form von Herrn Straten berichtet werden: "3:0 in Bremen, Leidenschaft. Schalke? Andre Breitenreiter! Der neue Trainer war nur dritte Wahl. (...) Jetzt scheint Breitenreiter, der Notnagel aus Paderborn, die beste Wahl zu sein. Er ist: bodenständig, ein Freund des ruhigen, aber deutlichen Wortes, hat eine klare Idee vom Fußball." Und dieser ist eine klare Verbesserung zum Schlafwagenfußball der letzten Saison. Aber Gemach, gemach, es sind erst zwei Pflichtspiele absolviert.

 

Wermutstropfen: Es hätte alles so schön sein können nach dem Auftaktdreier an der Weser. Doch die Verletzung von Nastasic trübte ein wenig die Freude. Die Serben-Sense zog sich in Bremen einen Achillessehnenriss zu. Der 22-Jährige wurde bereits operiert und fällt monatelang aus. Bitter für den Abwehrmann, bitter für Schalke.

MSV Duisburg - FC Schalke 04 0:5 (0:3)

 

Auftakt nach Maß! Der FC Schalke 04 hat die erste Hürde im DFB-Pokal leicht und locker übersprungen. In der Neuauflage des Finals von 2011 setzten sich die Königsblauen wie schon vor 04 Jahren mit 5:0 durch. Huntelaar eröffnete bereits nach drei Minuten den Torreigen. Nastasic und Geis machten vor dem Pausenpfiff den Deckel drauf. Nach dem Seitenwechsel erhöhten di Santo und Goretzka auf 5:0. Die harmlosen Zebras hatten sich bereits nach einer halben Stunde selbst geschwächt. Bajic musste nach einem Foul im Strafraum an di Santo mit Gelb-Rot vom Platz. Zwar scheiterte der Gefoulte vom Elfmeterpunkt an Ratajczak, an der Dominanz der Knappen änderte das aber herzlich wenig. Schalke war aggressiv, zielstrebig und hatte Bock auf Fußball. Tugenden, die man am Schalker Markt lange Zeit vermisste und mit Genugtuung wahrgenommen hat. Duisburg war an diesem Tag nicht mehr als ein Sparringspartner für Königsblau, allerdings war es ein Aufgalopp, der Lust auf mehr macht und mit Konstanz bestätigt werden muss.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Neue Philosophie: Pressing und Gegenpressing. Worte, die auf Schalke bislang wie Fremdwörter klangen, haben Einzug in den Gelsenkirchener Sprachgebrauch gefunden. Für die neue Spielphilosophie ist Breitenreiter verantwortlich, der dafür auch das System optimierte. Anstatt im 4-2-3-1 agiert der S04 im 4-4-2 - mit Doppelsechs und Doppel-Spitze. Doch entscheidend ist, was dabei raus kommt. Und hier ist festzustellen, dass es deutlich weniger zurück und quer geht, sondern vielmehr steil und vertikal. Es scheint, als ob der Schlafwagenfußball der Vergangenheit angehört, was in den kommenden Spielen zu bestätigen wäre. Die Jungs scheinen Bock zu haben, zu kicken. Hoffentlich bleibt das auch so!

 

Personalkarussell: Im neuen 4-4-2 bildeten Huntelaar und di Santo das Angreifer-Duo. Damit sind die Wege für den Hunter beim Pressen kürzer, aber intensiver. Unterstützung erhalten die Stürmer von den offensiven Außen. Rechts als Farfan-Nachfolger versuchte sich Choupo-Moting - mit Luft nach oben. Auf Links wirbelte Draxler, dem die Vorbereitung sichtlich gut getan hat. Endlich verletzungsfrei merkte man ihm die Spielfreude regelrecht an. Besonders erfreulich ist die Entwicklung im defensiven Mittelfeld. Dort scheint Geis der lang ersehnte Taktgeber in der Zentrale zu sein. Sein Passspiel (nicht nur zurück oder quer, sondern auch in die Tiefe) ist eine Bereicherung im Spiel der Knappen. Bleibt zu hoffen, dass der 10-Millionen-Mann dieses Niveau halten kann. An seiner Seite, aber etwas vorgezogen, spielte Goretzka. Schalkes Nummer 8 scheint wie Draxler endlich frei von Verletzungssorgen zu sein und blühte ebenfalls auf. Einen Lichtblick gibt es auch, auf der Rechtsverteidiger-Front zu vermelden. Die Dauerbaustelle ist ad acta gelegt. Anstatt zu improvisieren, laufen endlich gelernte Rechtsverteidiger auf. Dabei hat Caicara die Nase knapp vor Riether. Ab Herbst wird Uchida das Trio komplettieren. Auf der linken Seite duelliert sich die spielerische Lösung (Aogo) gegen die kämpferische (Kolasinac). Gegen den MSV sprach alles für die offensive Variante mit Aogo. Das Innenverteidiger-Duo vor dem unumstrittenen Fährmann bildeten Matip (für den verletzten Höwedes) und Nastasic. Vor allem der Serbe scheint auf Schalke endgültig angekommen zu sein.

 

No-Go-Banner: "2011? Nicht mal Rudi kann sich noch erinnern." Ein absolut geschmackloses und trauriges Banner, welches im MSV-Block hochgehalten wurde. Immerhin entschuldigten sich die Verantwortlichen des MSV direkt nach dem Schlusspfiff beim an Alzheimer erkrankten Assauer (unserer Manager-Ikone) und dem S04. Zudem zeigte die Mannschaft der Zebras eine tolle Geste. "Sorry Rudi" hieß es auf einem Schriftzug, den die Spieler nach dem Training hoch gehalten haben.

Real Madrid - FC Schalke 04 3:4 (2:2)

 

Ein mickriges Törchen hat letztendlich gefehlt, um das Wunder perfekt zu machen und Real Madrid zu eliminieren. Und gegen diese konfusen Königlichen war es im Bereich des Möglichen. Hätte Höwedes in der 89. Minute die Kugel richtig getroffen, dann ... Ach, da wärste bekloppt geworden. So endete das Spektakel mit gemischten Gefühlen. Drei Treffer kassiert, vier Tore erzielt und gewonnen. Die Galaktischen fußballerisch entzaubert! Und doch reichte es nicht für das Viertelfinale. Aber Schalke verabschiedete sich mit erhobenem Hauptes aus der Königsklasse. Und genau das ist es, was man von Königsblau sehen will. So spielt ein Kumpel- und Malocherverein: mit Leidenschaft, mit Mut, mit Kampfgeist und mit Aggressivität. Genial!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die Gegentore: Trotz der starken Leistung kassierten die Schalker drei Gegentore, die unterm Strich das Aus bedeuteten. Drei Gegentore, die allerdings auch unterstreichen, dass ein wankendes Real Madrid mit seinen Superstars immer zurückschlagen kann. Geld schießt halt doch Tore und ist gnadenlos effektiv. Zwar hatten die Schalker, angeführt vom Kapitän Höwedes, Ronaldo, Benzema und Bale (Gesamtwert: 250 Millionen Euro!) insgesamt sehr gut im Griff, dennoch standen am Ende für das Trio Infernale drei Treffer zu Buche. Besonders schmerzhaft war das 1:1 nach einer Ecke. Ronaldo köpfte im Neustädter-Matip-Sandwich den Ausgleich. Leider war Matip in dieser Situation zu passiv. Da fehlt dem 23-Jährigen die Drecksau-Mentalität. Anstatt den Körperkontakt zu CR7 zu suchen (auch wenn es vielleicht eklig ist ;-) und ihn zu bearbeiteten, hielt er respektvoll Abstand. Genauso wie beim 2:2, als Matip erneut Ronaldo entwischen ließ und die Flanke von Coentrao, dem Barnetta zu viel Platz gelassen hatte, ins Tor einnickte. Beim 3:2 hatte dann Benzema seinen einzigen, aber großen Auftritt. Der Franzose spazierte durch die in dieser Situation zu zaghafte Knappen-Abwehr und markierte sein Törchen. Drei Gegentore, die alle vermeidbaren waren, aber gegen Reals Superstars auch nicht immer zu verhindern sind.

 

Spielerisch stark: Waren das die Königsblauen, die in der verbotenen Stadt sang- und klanglos untergingen? Körperlich schon, aber von der Leistung her lagen Welten dazwischen! Unglaublich, wie stark sich die Knappen bei den Königlichen präsentierten. Besonders beeindruckend war, dass Schalke nicht nur kämpferisch überzeugte, sondern vor allem spielerisch. Phasenweise spielten sie Real (deren Defensivleistung allerdings auch unterirdisch war) an die Wand. Wie sich Höwedes und Co. von hinten heraus befreiten, die Angriffe einleiteten und sich vorne Chancen kreierten, war überragend. Schalke kombinierte und war passsicher wie selten (oder sogar nie) zuvor. Es war ein Genuss den Knappen zuzuschauen!

 

Krasse Knappen: Echt krass, wie sich die Schalker Spieler im Santiago Bernabeu präsentierten. Dabei musste Choupo-Moting bereits nach einer halben Stunde verletzt vom Feld und bescherte Sané sein Champions-League-Debüt. Und was für eins! Mit seiner Ballsicherheit und seinem Speed sorgte er immer wieder für Gefahr. Gekrönt wurde seine Leistung mit seinem Schlenzer zum 3:3. Genauso stark war auch ein anderer 19-Jähriger. Meyer riss das Spiel an sich, war immer anspielbar, laufreudig und mit viel Übersicht. Der dritte 19-Jährige im Bunde stand zwischen den Pfosten. Wellenreuther blieb in den letzten Wochen nicht fehlerlos. Dennoch stand der Keeper in Madrid seinen Mann. Stark wie er im Eins-gegen-Eins gegen Arbeloa lange stehen blieb und die Schüsse von Khedira sowie Kroos entschärfte. Zudem war Wellenreuther immer anspielbar und löste auch unter Druck seine Aufgaben souverän. Doch nicht nur die jungen Wilden wussten zu überzeugen, sondern auch ein Oldie, der seit November 2014 mit Ladehemmungen zu kämpfen hatte. Zunächst schien der Hunter die Seuche auch mit nach Madrid genommen zu haben. Sein Lattenknaller war für ihn aber anscheinend wie ein Weckruf! Keine 60 Sekunden später staubte Huntelaar zum 2:2 ab und zimmerte kurz vor Schluss die Kugel zum 4:3 unter die Latte. Der Knoten sollte mit dem Doppelpack geplatzt sein. Wie entfesselt spielten auch die beiden Außenverteidiger. Fuchs eröffnete den Torreigen, machte viel Druck nach vorne und stand auch hinten sicher. Zusammen mit Nastasic ließ der Österreicher den 100-Millionen-Mann Bale ganz blass aussehen. Auf der rechten Seite marschierte Barnetta die Seite rauf und runter. Immer anspielbereit und immer mit einer Idee. Das war Klasse und der Barnetta, den man aus Leverkusener Zeiten kannte. Chapeau, Tranquillo!

Schalke 04 - 1899 Hoffenheim 3:1 (2:0)

 

Wiedergutmachung zur Derby-Schande? Nein! Denn nach der blutarmen Vorstellung in der verbotenen Stadt und der berechtigten Schelte unter der Woche, musste die Mannschaft eine Reaktion zeigen. Und das hat der FC Schalke 04 beim 3:1-Heimerfolg gegen 1899 Hoffenheim auch getan. Die Knappen haben mehr die Initiative ergriffen (fast 54% Ballbesitz), waren aggressiv (über 53% gewonnene Zweikämpfe) und zielstrebiger in der Vorwärtsbewegung. Die Belohnung waren drei ansehnliche Tore von Fuchs und Meyer (2). Wobei der Sieg lediglich ein erster Schritt sein kann, um in den nächsten Partien weitere Schritte folgen zu lassen, um zu beweisen, dass man in jedem Spiel die Ärmel hochkrempeln kann.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Glücks-Ösi: Es war ein ereignisreicher Tag für den Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft. Innerhalb von 35 Minuten war Fuchs der Retter in höchster Not, torgefährlichste Spieler, Torschütze, Rüpel des Spiels, Glücks-Ösi und erster Auswechselspieler der Partie. Doch der Reihe nach. Nach 180 Sekunden verhinderte Fuchs den Rückstand, als er Modestes Schuss auf der Linie klärte. Danach kam seine Offensivstärke zum Tragen. Mit seinem linken Hammer hatte Fuchs die erste Chance des Spiels. Doch sein Schuss zischte knapp links vorbei. Kurz darauf machte er es besser und technisch sehr anspruchsvoll. Högers Flanke vollendete Schalkes Nummer 23 per Drop-Kick zum 1:0. Blömmes Kommentar: „Am Besten wäre, wenn er sich jetzt auswechseln lassen würde. Besser wird es nicht mehr.“ Und über Umwege geschah es auch. Dass Fuchs auch auf die harte Tour kann, bekam Polanksi zu spüren. Um einen Konter zu unterbinden, grätschte Fuchs den Hoffenheimer von hinten um und sah die gelbe Karte. Keine zehn Minuten später zog Volland an ihm vorbei und Schalkes Nummer 23 lief ihm in die Hacken. Platzverweis? Nein, Schiedsrichter Dankert ließ Gnade vor Recht walten. „Ich muss mich beim Schiri bedanken. Das war ein Foul und hätte Gelb-Rot geben können“, sagte Fuchs gegenüber sky. Und so reagierte di Matteo und nahm den Glücks-Ösi vom Feld.  

 

Meyers Antwort: Beim Revier-Derby war Meyer zum Zuschauen verdammt und schmorrte 90 Minuten auf der Bank. Das Debakel zu sehen und nicht eingreifen zu können, war die Höchststrafe für den 19-Jährigen, der wie kaum ein anderer Spieler weiß, worum es in diesem Spiel geht. Nach dem blutarmen Derby reagierte wenigstens di Matteo gegen Hoffenheim und brachte Meyer für Boatang. Ein Glücksgriff. Mit einer sehr guten Leistung und zwei Toren gab er die passende Antwort auf seine Nichtnominierung im Derby. Bei seinen Treffern profitierte Meyer vor allem von einem Mitspieler, der in der Rückrunde bislang noch nicht in Tritt kam: Choupo-Moting. Doch gegen 1899 zeigte auch der Kameruner eine aufsteigende Formkurve. Wie er die beiden Tore von Meyer vorbereitet hatte, war einfach ganz große Klasse! Doch weder Choupo noch Max ernteten an diesem Nachmittag den größten Jubel. Den bekam ein Comebacker nach acht Monaten Leidenszeit. In der 56. Spielminute durfte Goretzka endlich wieder Bundesliga-Luft schnuppern und wurde mit einem orkanartigen Applaus begrüßt. Die Rückkehr eines Hoffnungsträgers, der dem lahmenden und behäbigen Schalker Mittelfeld mit seinen Qualitäten neuen Schub geben sollte.

 

Horster Kurve on Tour: „Ja, mir san mit’m Radl da“ war das Motto der Horster Kurve gegen Hoffenheim. Ganz umweltfreundlich bei herrlichstem Wetter mit Sonne und königsblauen Himmel machte sich der Kurven-Vorstand (Jimmy, Helle, Blömme, Patsche) mit dem Fahrrad auf den Weg zur Donnerhalle – ein Novum und ohne besondere Vorkommnisse. Für die Tour de France wird es zwar nicht mehr reichen, aber immerhin … J Auf dem Rückweg gesellten sich noch Kathrin, Karin und David dazu. Nur Reyhan und Stanzi „verweigerten“ das Radl – warum bloß? Und dann gab es noch ein Debüt in der Kurve. Erstmals bei einem Bundesligaspiel war Tom dabei. Nein, nicht unser di Tomaso, sondern Heges Schwiegersohn in spe. Für seine Vanessa zog letzte Woche aus der Schweiz nach Gelsenkirchen, durfte direkt in die Donnerhalle und feierte ein erfolgreiches Debüt. Willkommen in der Stadt der Tausend Feuer!  

BxB - FC Schalke 04 3:0 (0:0)

 

Blau-Weiße Derby-Schande! Der FC Schalke 04 wird von den Schwatt-Gelben 90 Minuten vorgeführt und kam mit 0:3 unter die Räder. Über verdient oder nicht verdient braucht man überhaupt nicht zu diskutieren. Damit waren die Knappen noch sehr gut bedient. Allein ein Blick auf die Torschussbilanz spricht Bände: 3 zu 31! Dennoch hielten die Königsblauen irgendwie bzw. dank dem Unvermögen der Zecken und Wellenreuther, der dann leider beim 0:3 einen Blackout hatte, 78 Minuten die Null. Danach klingelte es im Minutentakt. Van Brommel brachte es auf den Punkt: „Einfach nur Scheiße!“

Ein Sonderlob geht an Reyhan und Stanzi, die sich das Debakel vor Ort angesehen haben. Tapfer, ihr Beiden!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Offensive: Wobei es eigentlich ein Hohn ist, von Offensive zu sprechen. Es ist nichts Neues, dass Schalkes offensiv (spielerisch) wenig zu Stande bringt. Doch das haben die Knappen im Derby noch unterboten. Sie waren an Harmlosigkeit kaum zu überbieten. Es war schon ein Erfolg, wenn sie mal unfallfrei über die Mittellinie kamen. Allein die Fehlpassquote lag bei 32 Prozent. Und was machte di Matteo dagegen? Nix! Meyer versauerte 90 Minuten genauso auf der Bank, wie der ehemalige Nationalspieler Sam. Und Huntelaar? Wie sehr freuten sich doch alle, dass der Hunter nach seiner Rot-Sperre wieder spielen konnte. Es wäre besser gewesen, er hätte noch ein Spiel mehr ausgesetzt. Wobei irgendwie hat er das. 22 Ballkontakt standen am Ende für ihn zu Buche, Wellenreuther hatte 44.   

 

Die Defensive: Di-Matteos Taktik basiert auf Organisation und Struktur. Seine Mannschaft soll kompakt stehen und im besten Fall kein Gegentor kassieren. Das funktioniert seit vier Pflichtspielen nicht mehr und fand in der verbotenen Stadt seinen negativen Höhepunkt. Schalke war wie ein Hühnerhaufen und konnte sich beim Gegner bedanken, dass es nur drei Mal klingelte. Uchida (was ein grausames Stellungsspiel) und Fuchs hatten als Außenverteidiger Freikarten im BxB-Karussel. Das Duo genügt leider keinem höheren Bundesliga-Standard, was aber auch keine neue Erkenntnis ist. Nastasic zeigte sein schwächstes Spiel im königsblauen Dress. Neustädter sah von Aubameyang und Reus immer nur die Hacken. Nicht besser erging es im zentralen Mittelfeld Höger, Aogo und Boateng. Sie kamen nie in die Zweikämpfe, weil sie fast immer zu spät kamen. Das Trio ist einfach zu langsam. Das war wie ein Wettrennen zwischen einem blau-weißen Golf gegen einen schwatt-gelben Ferrari.

 

Mentalität: Doch das SCHLIMMSTE an diesem Nachmittag war, dass sich die Spieler des FC Schalke 04 nicht mal gewehrt haben und sich abschlachten ließen. Derby ist Leidenschaft, Derby ist Emotion. Derby ist Kampf. Doch davon hatten die Königsblauen nichts, aber auch gar nichts. Gegenwehr? Fehlanzeige! Sie wurden wie die Stiere in Pamplona durch die Arena gescheucht und gedemütigt. 

FC Schalke 04 - Werder Bremen 1:1 (0:0)

 

Selber Schuld! Der FC Schalke 04 hat gegen den SV Werder Bremen einen geschenkten Sieg in der Nachspielzeit verschenkt. Normalerweise endet die Partie in der Veltins-Arena mit einem trostlosen und leistungsgerechten 0:0. Es entwickelte sich ein Spiel auf ganz schwachem Niveau. Bis Werders Keeper etwas dagegen hatte. Meyers haltbaren Schuss mit links ließ Wolf überraschenderweise ins Tor – 1:0 Schalke. Was ein Geschenk! Aber was machen die Königsblauen in der Schlussphase? Verteilen selber Geschenke. Erst in der Offensive und dann auch in der Defensive.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Der Ausgleich: Freistoß in der 92. Minute. Junuzovic zirkelte die Kugel in den Fünfmeterraum. Wellenreuther wollte sich den Ball schnappen, doch da eilte Prödl herbei, sprang höher als der S04-Keeper und köpfte zum 1:1 ein. Schade für den 19-Jährigen, da er bis dahin eine souveräne Vorstellung ablieferte und zeigte, dass er über ein komplettes Torwartspiel verfügt. Aber leider, und dafür kann Schalkes Nummer 40 nix, hat er mit 1,86 Meter nicht gerade Gardemaß. Zwar fischte der Youngster vorher alle Bälle aus der Luft herunter, aber in dieser Situation fehlen ihm einfach die fünf Zentimeter Körpergröße. So geht der Ausgleich auf seine Kappe, aber man muss auch über die 60 Sekunden davor sprechen. Wobei man über das Foul von Barnetta diskutieren kann. Hätte er seinen Gegenspieler nur stellen können, anstatt ihn zu foulen? Im Nachhinein die falsche Entscheidung. Doch was ich noch schlimmer als den Torwartfehler und das Foul einstufe, ist die Szene davor! Leider habe ich dazu noch keine TV-Bilder gesehen, deswegen aus der Erinnerung. Eigentlich war die Situation bereits geklärt. Schalke hatte den Ball erobert und war in der Vorwärtsbewegung. Und dann spielte Höger (ich meine, es war Höger) irgendeinen Pass. Entweder hat er jemanden abgeschossen oder die Kugel wurde geblockt – völlig unnötig! So kam der Ball nach Linksaußen, wo Barnetta das Foul spielte. Das Ende ist bekannt.

 

Kompliziertes Offensivspiel: Es war mal wieder eine harte offensive Fußballkost, die die Knappen boten. Die Bremen sind genauso wenig wie die Frankfurter für ihre sattelfeste Defensive bekannt. Doch Schalke ist einfach nicht in der Lage, genügend Kapital daraus zu schlagen. Gegen Werder fehlte der Zug zum Tor, weil Schalke zu kompliziert agierte. Lieber noch mal einen Querpass als den Abschluss zu suchen. Meyer hat es doch beim 1:0 gezeigt. Natürlich war das kein Hammer. Natürlich profitierte Schalkes Nummer 7 vom Bock Wolfs. Aber das kann nur passieren, wenn man AUF DAS TOR schießt. Ja, ja, ich weiß auch, dass es mit Farfan, Draxler, Huntelaar und Goretzka im Offensivspiel anders aussieht. Das ist richtig, keine Frage. Aber was die Königsblauen nach dem 1:0 ablieferten, war eine Bankrotterklärung. „Das Schlimme ist nicht der Gegentreffer, der kann immer mal fallen. Viel schlimmer ist, dass Schalke nicht in der Lage ist, nach dem 1:0 mit einem 2. Treffer den Sack zu zumachen“, schüttelte Martin den Kopf. Die Konter wurde einfach katastrophal ausgespielt. So wundern die 52 Fehlpässe von Barnetta (20), Höger (17) und Neustädter (15) nicht. Und da sind die Verletzten auch keine Ausrede mehr. Das müssen auch die Offensivkräften (immerhin alles gestandene Bundesligakräfte) auf dem Platz gebacken bekommen.

 

Taktik und Standards: Auch gegen Werder stand die Defensive kompakt und sicher. Das ist die Handschrift von di Matteo. Allerdings stand am Ende mal wieder nicht die Null – wie in zwei von sechs Partien im Jahr 2015. Vier der fünf Gegentore fielen davon per Kopf. Das ist ein Problem für di Matteos Taktik. Kassiert Schalke ein Tor, fehlt die Produktivität nach vorne – nur vier Treffer. Die Gründe sind allseits bekannt. Zum einen fehlen die Verletzten, zum anderen hakt die Offensive wegen der defensiven Grundausrichtung. Also gewinnen die Standards enorm an Bedeutung. Doch wie gegen Frankfurt und  Madrid  wurden die Ecken (7) und Freistöße auch gegen Bremen ganz schlecht geschossen. Das muss dringend verbessert werden, denn ein spielerisches Upgrade ist ohne die Rückkehr der Verletzten nicht in Sicht.

FC Schalke 04 - Real Madrid 0:2 (0:1)

 

Wann kann man Real Madrid schlagen? Wenn die Königlichen einen schlechten Tag erwischen. Und im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zeigten die Spanier nicht gerade ihr glanzvolles Gesicht. Im Gegenteil. Bale spielte wie ein walisischer Durchschnittskicker, Benzema war lediglich physisch auf dem Feld und Ronaldo war nur königlich beim Lamentieren. Dennoch reichte es am Ende beim FC Schalke 04. Die Knappen kassierten eine verdiente 0:2-Heimpleite. Selbstverständlich präsentierten sich die Königsblauen deutlich besser als vor einem Jahr beim 1:6. Vor allem die Defensivleistung war bis auf die beiden Situationen beim Gegentor sehr gut – Real hatte so gut wie keine Chancen. Und das soll schon was heißen, das ist exzellent! Hinzu kam, dass der S04 auch Pech hatte. Der Latten-Knaller von Platte, der ein sehr gutes Champions-League-Debüt zeigte, hätte genauso gut rein gehen können, wie Marcelos Sonntagsschuss kurze Zeit später. Aber man muss auch sagen: Obwohl Madrid schwächelte, war Schalke nicht da, um das auszunutzen. In bestimmten Situationen fehlte die absolute Entschlossenheit, ja die Überzeugung, Real Madrid an diesem Abend zu schlagen. Unterm Strich kann man zufrieden sein mit der Leistung, aber welcher Fußballer, egal ob Amateur oder Profi, ist schon zufrieden, wenn er verliert?

 

Dreierpack zum Spiel

 

Die „schwachen“ Gegentore: Beide Treffer der Madrilenen hatten etwas Außergewöhnliches  für Real. Nein, nicht das Ronaldo ein Tor erzielte und eins vorbereitete – den Typen kann man nie ganz ausschalten. Außergewöhnlich war, dass Rechtsverteidiger Carvajal beim 1:0 eine perfekte Flanke mit seinem „schwachen“ linken Fuß schlug und beim 2:0 Marcelo mit seinem „schwachen“ rechten Fuß die Kugel in den rechten Knick zimmerte. Dazu gehörte natürlich auch Glück, dass die Knappen selbst nicht hatten. Siehe Plattes Hammer an die Latte  – das war Pech. Es wäre der 1:1-Ausgleich und die Donnerhalle wäre explodiert. Ärgerlicher war dagegen der schwache Abschluss von Uchida beim Nachschuss. Das war kein Pech, sondern …

 

… fehlende Entschlossenheit: In dieser Aktion fehlte dem Japaner die Mentalität, die Kugel ins Tor zu wichsen. Huntelaar hätte in dieser Situation das Netz kaputt geschossen, weil er einfach geil auf das Tor ist. Da ist Uchida zu zaghaft. Genauso wie vor dem 0:2. Da ließ der Rechtsverteidiger Ronaldo zu einfach vorbei zu ziehen. Mit mehr Entschlossenheit hätte er ihn da nicht ziehen lassen bzw. das Foul an der Außenlinie in Kauf genommen. Bitte nicht falsch verstehen, Uchida ist nicht der Sündebock für die Niederlage. Im Leben nicht. Auch nicht Aogo, der Carvajal vor dem 1:0 nicht attackierte oder Neustädter, der Meister des Rückpasses. Nein, es gibt keinen Sündenbock, der Schuld an der Pleite hatte. Es sind aber letztendlich Kleinigkeiten, die ein Spiel entscheiden. Das hat natürlich mit Qualität zu tun – man denke nur an Farfan, Draxler, Goretzka, Huntelaar – aber auch mit Mentalität und Entschlossenheit zu tun. Denn an diesem Abend war Real auch mit diesem königsblauen Team zu knacken.

 

Reals Trikots: Die Bewertung eines Outfits ist Geschmacksache. Aber wie zum Teufel kann man die Königlichen in pinken Trikots stecken? Das geht gar nicht! Da haben sie sogar ihr Outfit aus dem letzten Jahr getoppt, als sie im beißenden Orange aufliefen. Einfach unglaublich, was fürs Marketing alles gemacht wird. Ich will den FC Schalke 04 nie in pink spielen sehen! Niemals!

Eintracht Frankfurt - Schalke 1:0 (0:0)

 

Unnötig, aber letztendlich auch verdient verloren. Der FC Schalke 04 musste sich bei Eintracht Frankfurt mit 0:1 geschlagen geben. Dabei zeigte Eintrachts Coach Schaaf (in seinem 500. Bundesliga-Spiel als Trainer) ein goldenes Händchen und wechselte den Torschützen des Tages ein. Joker Piazon sorgte mit seinem Kopfball für die erste Pflichtspielpleite der Königsblauen im Jahr 2015. Ein vermeidbarer Treffer! Einen langen Ball köpfte Matip ins Seitenaus, anstatt ihn zu Wellenreuther durchzulassen – fehlende Kommunikation. Aus dem Einwurf kreierten die Hessen den Treffer. Im Dreieck spielten sie zunächst Fuchs schwindelig. Die Flanke von Chandler wurde abgefälscht und landete direkt auf den Kopf von Piazon – 0:1. Eine vermeidbare Niederlage, aber verdient, weil Schalke nach der starken ersten Hälfte nachließ.

 

Dreierpack zum Spiel

 

1. Halbzeit: Die Knappen zeigten in den ersten 45 Minuten eine sehr gute Leistung. Mit einem Makel: die Chancenauswertung. Der S04 brachte das runde Leder einfach nicht ins Eckige. Höger scheiterte drei Mal an Trapp, während Uchida und Fuchs die Durchschlagskraft fehlte. Dabei spielten es die Königsblauen richtig gut. Nach Ballgewinnen kontrollierten die Blauen die Kugel im Zentrum, bevor es in die Vertikale ging. Barnetta spielte zwei klasse Bälle in die Tiefe. Doch beide Außenverteidiger verstolperten die guten Situationen. Uchida wirkte zu zaghaft, Fuchs versprang die Kugel und trat noch in den Boden. Und es wäre noch mehr möglich gewesen, aber insgesamt zehn Mal liefen die Schalker ins Abseits – da fehlte das Feintuning. Das in der Defensive immer besser wird. Die drittbeste Offensive blieb in der ersten Hälfte harmlos. Zwar versuchten sie den Schalker Beton über Außen zu knacken, aber zunächst erfolgslos …

 

2. Halbzeit: Doch die Frankfurter verzweifelten nicht, sondern versuchten es nach dem Seitenwechsel immer und immer wieder über die Außenpositionen. Am Ende standen 19 Flanken zu Buche und wurden auch mit dem Treffer von Piazon für ihre Bemühungen belohnt. Und Schalke? Sie standen bis auf diese eine Situation weiter kompakt in der Defensive (S04 gewann 60 Prozent der Zweikämpfe), sorgten aber nicht mehr Entlastung in der Offensive. Vom Umschaltspiel nach Ballbesitz war nichts mehr zu sehen. Die Knappen enttäuschten im Spiel nach vorne und waren nicht mehr in der Lage, die zweitschlechteste Abwehr der Liga, die auch noch ohne Zambrano (Gelbsperre) und Anderson (Grippe) auskommen musste, in Bredouille zu bringen. Vor allem als Schalke nach dem 0:1 den Vorwärtsgang einlegen musste, konnten sie nicht. Dazu ist die Offensive zu limitiert. Auch die Einwechslung von Meyer brachte keine Impulse, der viele Bälle verlor. So blieb lange nur die Hoffnung auf eine Standardsituation.

 

Schwache Standards: Wenn es aus dem Spiel heraus nicht läuft, müssen Ecken und Freistöße helfen, um zum Tor-Erfolg zu kommen - wie beim 1:1 in München. Und fast hätte es auch geklappt, doch nach einer Ecke von Höger konnte Platte, bei seinem Bundesliga-Debüt, seinen Kopfball nicht gut genug platzieren – Trapp hielt. Doch das blieb die Ausnahme. Ansonsten waren die Standards in Frankfurt einfach schlecht. Vier Schützen versuchten sich. Aber Fuchs, Barnetta, Sam und Höger sorgten für keine Gefahr beim ruhenden Ball, so dass die Eintracht die Führung souverän über die Zeit schaukelte. Ohne zu glänzen, aber letztendlich doch verdient.

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Schalke - Borussia M'Gladbach 1:0 (1:0)

 

Big Point um die Champions-League-Plätze! Der FC Schalke 04 hat mit Borussia Mönchengladbach einen direkten Konkurrenten um die Königsklasse mit 1:0 besiegt. Im Gegensatz zum Bayern-Spiel zeigten die Königsblauen, dass sie auch offensiv gefährlich agieren können. Zwar sparsam (nur 35 Prozent Ballbesitz), aber gezielt und erfolgreich. Den Treffer des Tages erzielten die Knappen nach einer Gegenpressing-Aktion. Boatengs Pass auf Kirchhoff war zwar zu lang, aber Schalkes Nummer 3 attackierte sofort Raffael und eroberte die Kugel zurück. Schneller Pass nach rechts auf Boateng, der eine scharfe Flanke in Höhe des Fünfmeterraums am ersten Pfosten reinbrachte. Barnetta ging steil und spitzelte den Ball ins Tor. Diese super Aktion entschied das Spiel.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Choupos Tänzchen: In der Donnerhalle herrschten mal wieder Gefrierschrank-Temperaturen. Dazu war auch noch das Dach offen. Also musste das Bierchen, der Glühwein und der Kaffee für die warmen Momente sorgen – dachten wir zumindest. Denn bei der defensiven Aufstellung von di Matteo, ohne Meyer und Sam, war kurz vor Anpfiff nicht unbedingt damit zu rechnen, dass Schalke mit einem Offensiv-Feuerwerk die Zuschauer erwärmt. Naja, falsch gedacht! Barnettas Treffer sorgte für riesige Freude und Wärme. Genauso „heiß“ waren Choupo-Motings Tänzchen an der Grundlinie gegen die Fohlen. Da war selbst David baff: „Wow, wie hat der das gemacht?“ Hege grinste: „Das war schon mal jeweils 2 Euro von der Eintrittskarte wert.“ Am Ende galt es das 1:0 über die Zeit zu bringen und dafür gaben die S04-Anhänger alles – lautstark wie so oft. Da wird doch einem warm ums Herz, genauso wie bei der defensiven taktischen Ausrichtung.

 

Gute Organisation: Die Fohlen hatten auf Schalke 65 Prozent Ballbesitz. Doch sie wussten damit überhaupt nichts anzufangen, da sie sich im Schalker Defensiv-Netz immer wieder verhedderten. Dank einer überragenden königsblauen Laufleistung (122,8 km) ließen sie den Gladbacher so gut wie keinen Raum. Die Fünferkette machte vor allem über Außen die Schotten dicht – rechts Uchida und Höwedes, links Fuchs und Nastasic. Davor stopften die lauffreudigen Kirchhoff (12,37 km), Höger (12,15 km) und Barnetta (12,1 km) jede Menge Lücken – überragend. Die Folge: Die wahre Borussia kam gerade einmal auf acht Torschüsse (Schalke mit 10), wobei der erneut souveräne Wellenreuther, bei seinem Startelf-Debüt (erneut sehr souverän), nur zwei Mal eingreifen musste – bei Xhakas und Traores Schuss. Zudem gelang es Schalke immer wieder mal Nadelstiche zu setzen. Vor allem in den ersten 15 Minuten zeigten sie Gegenpressing-Aktionen und wurden mit dem Tor von Barnetta belohnt. Die Handschrift von di Matteo ist mittlerweile zu erkennen. Vor allem in der Defensive ist die Mannschaft sehr gut organisiert. Arrigo Sacchi, der Meister des Catenaccio hätte seine wahre Freude. Allerdings ist nach vorne noch Luft nach oben, dort sind bislang „nur“ Ansätze zu beobachten. Aber bei den Ausfällen von Farfan, Draxler, Goretzka und Hunterlaar auch nicht überraschend. Und wie sagten es Hege und David Mitte der zweiten Halbzeit als Schalke kontern wollte: „Wenn da jetzt der Jeff auf rechts wäre, dann …“

 

Trio rusticale: Die starke Defensivleistung in der Rückrunde (1 Gegentor in 3 Spielen) ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Allerdings bilden die drei Innenverteidiger die Basis der stabilen Abwehr. Und da kristallisiert sich gerade ein Trio heraus, dass zur Creme de la Creme der Liga empor steigen kann. Höwedes, Matip und Nastasic zeigten gegen Bayern und Gladbach, dass sie sich perfekt ergänzen und dank ihrer Kopfball- und Zweikampfstärke wie eine Wand stehen. Besonders wichtig: In den beiden Spielen verzichteten sie auf kapitale Abwehr-Böcke und agierten konstant auf hohem Niveau. Dazu setzten sie bei Standards in der Offensive immer wieder Nadelstiche. Höwedes traf gegen Bayern, Nastasic beinahe gegen Hannover. Und das Beste: je öfter das Trio zusammenspielt, desto besser werden die Abläufe und Mechanismen. Matip machte erst sein 2. Spiel nach seiner langen Verletzungspause, Nastasic nach seinem Wechsel von Manchester City gerade mal seine 3. Partie.  

Bazen - Schalke 04 1:1 (0:0)

 

Überraschung am Weißwurst-Äquator! Schalke 04 hat sich beim FC Bayern München eine Punkt ergattert. In Überzahl reichte es am Ende zu einem 1:1. Die Bazen gingen Mitte der 2. Halbzeit nach einer Alonso-Ecke

durch das Kopfballungeheuer Robben mit 1:0 in Front. Immerhin konnten die Knappen fünf Minuten später antworten - ebenfalls nach einem Eckball: Sam auf Höwedes' Pläte - 1:1. Dank der überzeugenden Defensiv-taktischen Ausrichtung entführten die Schalker als erstes Team in dieser Saison einen Punkt aus München. Und das auch ohne den Hunter, der für vier Spiele plus zwei auf Bewährung gesperrt worden ist.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Rot und Elfer: In der 17. Spielminute nahm die Partie eine interessante Wendung ein. Nach einem langen Abschlag von Giefer lief Sam alleine auf Neuer zu. Doch Boateng eilte noch von der Seite herbei und rammte Schalkes Nummer 18 in Höhe seiner Hüfte um. Notbremse an der Strafraumgrenze - Rot und Elfer! Korrekte Entscheidung. Die große Chance für Schalke den Bazen  wehzutun, in Führung zu gehen und einen Dreier von der Isar zu entführen. Doch Choupo-Moting verballerte den Strafstoß. Besser gesagt verkullerte! Mit gefühlten 04 km/h rollte die Kugel Richtung Tor und Neuer konnte sie ohne Mühe festhalten. Ärgerlich, sehr ärgerlich, wie kläglich Choupo diese Chance hat liegen lassen. Was blieb, war die Hoffnung, die Bazen in 75 Minuten Überzahl nieder zu ringen. In der Rückwärtsbewegung machte sie ihre Sache weiterhin gut. Doch was Schalke nach vorne präsentierte, macht mich immer noch sprachlos!

 

Limitierte Offensive: Vorweg ist klarzustellen: Auch mit einem Mann weniger kann man Peps Mannen nicht mal eben so an die Wand spielen oder weghauen. Das verlangte keiner, das ist absolut unstrittig. Was aber die Königsblauen in den 75 Minuten mit einem Mann mehr boten, war un der Vorwärtsbewegung total limitiert. Der S04 war nicht in der Lage, wenigstens eine gute Chance heraus zu spielen! Im Spielaufbau hagelte es (teilweise haarsträubende) Ballverluste. Kamen die Schalker mal mit ihren 42 Prozent Ballbesitz in die gegnerische Hälfte, wussten sie damit überhaupt nichts anzufangen. Ballstafetten oder Kombination? Fehlanzeige! Immer wieder wurde nur der lange Ball gespielt, der ausnahmslos beim Gegner landete. Alles war viel zu statisch und ideenlos, weil auch kaum Bewegung zu erkennen war - Standfußball. Die Laufbereitschaft, Wege in die Tiefe oder diagonal zu gehen (vereinzelt versuchte es Sam), war nahezu nicht vorhanden. Natürlich hat man nicht erwartet, dass Schalke die defensive Taktik über den Haufen wirft und ins offene Messer läuft. Aber in dieser langen Zeit, mit einem Mann mehr auf dem Platz, nichts zu Stande zu bringen, ist enttäuschend.

 

Torwart-Seuche: Plötzlich stand er in der Bazen-Arena mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit zwischen den königsblauen Pfosten. Timon Wellenreuther feierte sein Bundesliga-Debüt! Der 19-Jährige kam für  Giefer rein. Schalkes Nummer 2, der schon in der Hinrunde wochenlang wegen einer Adduktorenverletzung pausieren musste, blieb wegen einer Muskelblessur im Oberschenkel in der Kabine und ist nach Fährmann (Kreuzbandzerrung) der nächste Keeper der ausfällt. Dadurch schlug die Stunde von Schalkes Nummer 3. Und Wellenreuther bestand die Feuertaufe ohne Fehl und Tadel. Bei Rückpässen wirkte er sicher, einen Schuss von Robben parierte er souverän und beim Gegentor war er machtlos. Insgesamt ein sehr guter Auftritt. Dabei profitierte Wellenreuther auch von der gut gestaffelten Abwehr der Schalker, die gegen 10 Bazen kaum Chancen zuließ. Damit konnte Defensive im Gegensatz zur blassen Offensive überzeugen.

Schalke 04 - Hannover 96 1:0 (1:0)

 

Zum Auftaktsieg gezittert. Der FC Schalke 04 hat das erste Pflichtspiel des Jahres 2015 gegen Hannover 96 knapp mit 1:0 gewonnen. Höger erzielte mit links aus 15 Metern nach Vorarbeit von Fuchs den Treffer des Tages. Mit Glück und dem Unvermögen des Gegners reichte es am Ende zum Dreier. Zu allem Überfluss sah Huntelaar nach einem Blackout die Rote Karte. Und jetzt geht es Richtung Weißwurst-Äquator.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Kein Fortschritt: Zum Rückrundenauftakt weiß niemand so richtig, wo er steht. Auch wenn alle immer sagen, dass sie eine gute Vorbereitung gehabt haben, gibt es die Antwort erst nach den ersten 90 Minuten. Das Fazit für die Königsblauen lautete nach dem Sieg gegen Hannover: durchwachsen, aber gewonnen! Zwar stand bei den Knappen am Ende die Null, aber das lag an den Gästen, die gute Chancen ausließen – man denke nur an Schulz‘ Kopfball, der sich kurz vor der Linie noch wegdrehte. Teilweise war es erschreckend, wie einfach sich 96 Chancen erspielte. Die Schalker standen zu weit weg und waren nicht aggressiv im Zweikampf. Vom Spielaufbau gab es ebenfalls nichts Neues, er blieb mau. Hatte man das Wolfsburger Spiel am Vorabend beim  4:1 gegen die Bazen im Kopf, waren die Schalker Angriffe gefühlte 100 km/h langsamer! Lediglich nach der Einwechslung von Boateng gab es zwei, drei vielversprechende Konter, die allerdings kläglich vom Prince, Hunter und später noch Barnetta vergeben wurden. Es war zwar ein Sieg zum Auftakt, über die sich die Zecken, Hamburger oder Bazen gefreut hätten, aber einen Schritt nach vorne (nach der Hinrunde) war es (noch) nicht. Schalke mogelt sich erstmal weiter durch.

 

Hunters Blackout: Wenn man in der 85. Minute 1:0 führt und dann der erfahrenste Mann auf dem Feld einen Blackout hat, fragte man sich: Warum? Unglaublich, wie Huntelaar in der gegnerischen Hälfte Schmiedebach von hinten umsäbelte. Die Quittung: die verdiente Rote Karte! Damit fällt der Hunter mindestens zwei Spiele (Bazen und Mönchengladbach) aus, wenn nicht sogar noch länger. Aber was hat Huntelaar da bloß geritten? Die Antwort kann nur Frust lauten. Frust über die eigene Leistung? Frust über die schwache Leistung der Mannschaft, bei der man nach der Winterpause keine Fortschritte sehen konnte? Die Antwort kann nur der Hunter geben!

 

Debütantenball: Ihre Pflichtspiel-Premiere im königsblauen Trikot gaben Nastasic und Giefer. Und das Duo überzeugte, ohne zu überragen. Giefer hielt die Null fest und parierte einmal stark gegen Joselu. Zudem war der Keeper sicher bei hohen Bällen. Seinen einzigen Fehler fabrizierte er mit dem Fuß, als sein Schuss von Joselu abgeblockt wurde – allerdings ohne Folgen für ihn. Auf kapitale Böcke verzichtete auch Nastasic. Zwar leistete sich der Serbe ein, zwei schwächere Zweikämpfe stand aber insgesamt sicher. In der Spieleröffnung hielt er sich noch ein wenig zurück, was aber nach der langen Spielpause nicht überraschend war. Zumindest deutete Nastasic an, dass er eine Verstärkung sein kann. Nach einem gewonnen direkten Duell an der Mittellinie leitete er schnell den Konter ein und spielte einen guten Pass auf Boateng, der dann mit seinem Schuss an Zieler scheiterte. Fast hätte Nastasic das Spiel sogar entschieden. Doch seinen Kopfball nach Fuchs-Freistoß entschärfte Zieler. Unterm Strich standen zwei gelungene Debüts von Giefer und Nastasic!

Die Winterpause auf Schalke

 

Der Winterschlaf ist vorbei, die Rückrunde der Bundesliga steht vor der Tür. Der FC Schalke 04 empfängt im ersten Pflichtspiel des Jahres 2015 Hannover 96 in der Donnerhalle. Nach 41 Tagen Winterpause, inklusive einem 10-tägigen Trainingslager in Katar, rollt die Kugel endlich wieder. Zeit genug, um unter dem Neu-Trainer di Matteo an der körperlichen Fitness und dem taktischen Feintuning zu arbeiten. Doch auch im personellen Bereich ist im Januar einiges am Schalker Markt passiert.

 

Dreierpack zur Winterpause

 

Nastasic: Die Lösung für die Schwachstelle im defensiven Zentrum bei der Spieleröffnung der Königsblauen heißt Matija Nastasic. Die Knappen leihen den 21-jährigen Serben inklusive einer Kaufoption (angeblich 10 Millionen Euro) für ein halbes Jahr aus. Über das Potenzial direkt auf Schalke einzuschlagen, verfügt der Linksfuß. Physisch präsent! Das Duell Mann gegen Mann zählt zu den Stärken des serbische Nationalspielers. Nastasic schont weder sich noch den Gegner - egal ob im Spiel oder im Training. Technisch versiert! Neben der rustikalen Spielweise versteht es der 1,87-Hüneaber auch mit dem Ball umzugehen. Mit seinem Passspiel sollte der Abwehrspieler den königsblauen Spielaufbau auf ein höheres Niveau hieven. Junger Wilder! Manchmal agiert Nastasic noch zu ungestüm, was aber bei seinem Alter nicht verwundert. Mit 21 Jahren fehlt ihm noch die Erfahrung, auch wenn er in seiner Vita einiges vorzuweisen hat. Ausgebildet beim serbischen Spitzenclub Partizan Belgrad, wechselte er mit 18 Jahren zum AC Florenz. Ohne große Anlaufschwierigkeiten etablierte er sich direkt als Stammspieler beim Verein aus der Toskana. Ein Jahr später zog er weiter zu Manchester City, wo er unter Trainer Mancini ebenfalls zum Stammpersonal gehört. Aufgrund seiner körperlichen Spielweise avancierte Nastasic auch schnell zum Publikumsliebling bei den Skyblues. Allerdings sank in der letzten Saison sein Stern. Aufgrund von Verletzungen (Knie, Oberschenkel, Wade, Knöchel) bestritt er nur 13 Spiele. Er kam außer Tritt und verlor unter Neu-Coach Pellegrini den Anschluss. Aktuell war er bei Man City hinter Kompany, Mangala, Demichelis und Boyata nur noch Innenverteidger Nummer 5. Auf Schalke will Nastasic wieder durchstarten, Spielpraxis sammeln und an die Leistungen eines Landsmann in Gelsenkirchen anknüpfen. Denn an Krstajic erinnert man sich noch heute gern.

 

Warmer Geldregen: Der "Fall" Rafinha im Transferstreit mit dem FC Genua zog sich 4,5 Jahre hin und wurde nun endlich beendet. Und zwar mit einem Happy-End für Schalke und 1,5 Millionen Zinsen. Im Sommer 2010 wechselte der Brasilianer für sieben Millionen Euro nach Italien. Die 1. Rate in Höhe von 3,5 Millionen bediente Genua noch, doch danach weigerten sie sich die 2. Rate zu zahlen. Irgendwann wurde es Schalke zu bunt, klagte vor dem Sportgerichtshof CAS und bekam recht. Die Angst vor Sanktionen, im schlimmsten Fall drohte der Zwangsabstieg aus der Serie A, ließ die Italiener reagieren. Anfang Januar 2015 überwiesen sie die 2. Rate von 3,5 Millionen Euro. Da aber im Transfervertrag Verzugszinsen in Höhe von 15 Prozent vereinbart wurden, kamen noch einmal 1,5 Millionen Euro hinzu. Insgesamt ärgerlich, dass man so lange auf die Kohle warten musste, aber immerhin siegte am Ende die Gerechtigkeit.

 

Ausfälle & Abgänge: Die Verletzungsseuche geht auch im neuen Jahr weiter. Drei Spieler mussten aus dem Trainingslager in Doha abreisen und fallen wochenlang aus. Fährmann zog sich eine Kreuzband-Zerrung zu, während Aogo und Multhaup Muskelfaserrisse außer Gefacht setzten. Aus dem Lazarett hatten sich für Katar wenigstens Boateng und Sam wieder fit gemeldet, die die Vorbereitungsphase dann auch komplett durchziehen konnten. Uchida flog zwar nicht mit, stieg aber direkt  nach der Rückkehr wieder ins Mannschaftstraining ein. Matip folgte eine Woche später. Für Goretzka reichte es immerhin für Lauftraining sowie erste Übung mit dem Ball. Für Farfan, Draxler, Obasi und Kolasinac ist selbst das noch nicht drin. Ebenfalls verzichten müssen die Königsblauen vorerst auf Choupo-Moting. Der Angreifer ist für Kamerun beim Africa Cup aktiv. Dagegen wird Clemens vorerst nicht mehr den S04-Dress tragen. Nach enttäuschenden 18 Monaten bei den Knappen wurde der 23-Jährige bis Sommer 2016 an Mainz 05 ausgeliehen. Der Sprung vom Zweitliga-Kicker zum Champions-League-Teilnehmer war für den Rechtsfuß bislang zu groß. Zwar verfügt er über einen rechten Hammer, aber das alleine reicht nicht aus, um Duftmarken zu setzen. Allerdings warfen Clemens auch immer wieder Verletzungen zurück. Die Luftveränderung sollte ihm gut tun, um neues Selbstvertrauen zu tanken.

Die Hinrundenbilanz

 

Konstant unkonstant! Die Hinrunde des FC Schalke 04 war mal wieder eine Achterbahnfahrt mit extremen Ausschlägen nach oben und unten. Von einem 4:0-Erfolg bis zum einem unterirdischen 0:5 gab es erneut die komplette Palette an Ergebnissen. Mit ein Grund dafür war erneut die Verletzungsmiseren. Farfan und Goretzka kamen gar nicht zum Einsatz, Kolasinac (1 Spiel), Santana (4), Matip (6), Boateng (7), Sam und Draxler (beide 8) machten nicht einmal die Hälfe aller Bundesligaspiele. Damit lassen sich die Leistungsschwankungen aber nicht alleine erklären. Und so rückte der Trainer im Oktober 2014 in den Fokus. Keller musste gehen, di Matteo übernahm. Die Achterbahnfahrt ging zwar weiter, aber es scheint taktisch ein Schritt nach vorne zu gehen. Der Systemwechsel kam dem Kader entgegen - vor allem Choupo-Moting blühte an der Seite von Huntelaar auf. Aber man merkte auch, dass die Qualität einiger Spieler für die di-Matteo-Philosophie nicht reicht. Zumindest sind die drei angepeilten Winter-Zugänge ein klares Indiz dafür, dass der neue Coach die Schwächen erkannt hat - in der Zentrale (Abwehr und defensives Mittelfeld) beim Spielaufbau fehlt es an fußballerischer Qualität. Kommt dazu noch der ein oder andere Rekonvaleszent zurück, kann der Angriff in der Rückrunde gestartet werden. Die Ausgangslage ist trotz der Höhen und Tiefen in der Hinrunde gelegt worden.

 

Dreierpack zur Hinrunde

 

Der Saisonstart: Die Königsblauen legten einen klassischen Fehlstart hin. Neben der Pokalblamage in Dresden standen in der Bundesliga nach vier Spieltagen gerade einmal zwei Pünktchen zu Buche. Das achtbare 1:1 gegen die Jungs vom Weißwurst-Äquator folgte die deftige 1:4-Pleite in Mönchengladbach. Die Knappen standen mit dem Rücken zur Wand, zeigten aber eine Reaktion. Nach dem überraschenden 1:1 bei Chelsea schien mit dem Derby-Sieg die Kehrtwende geschafft zu sein. Doch Pustekuchen! Das enttäuschende 1:1 gegen Maribor und die 1:2-Niederlage in Hoffenheim brachten die Schalker schnell wieder auf den Boden der Tatsachen. Die Leistungsschwankungen wurden dem Trainer zum Verhängnis. Am 7. Oktober 2014 trennte sich Schalke 04 von Keller. Die richtige Entscheidung, da dem S04 die Spielphilosophie fehlte.

 

Nach dem Trainerwechsel: Neuer Mann am Kommandostand wurde di Matteo. Klaren Ansagen bei der Vorstellung folgte eine Systemänderung von 4-2-3-1 auf 5-3-2. Doch auch unter ihm ging das Auf und Ab weiter. Die Spiele gegen Sporting Lissabon (4:3 und 2:4) stehen symbolisch dafür, den königsblauen Wahnsinn. Es drohte sogar der Absturz nach dem Tiefpunkt der Hinrunde: das erbärmliche 0:5 gegen Chelsea. Was allerdings kam, war erneut eine beeindruckende Reaktion des S04. In der Königsklasse reichte es nach dem 1:0 in Maribor und der Schützenhilfe aus London doch noch für das Achtelfinale, wo jetzt mit Real Madrid ein ganz dicker Brocken. In der Bundesliga wurde Mainz (4:1) und Stuttgart (4:0) vom Platz gefegt (der Ansatz vom di-Matteo-Fußball?) und Rang 3 angepeilt. Doch die Realität holte die Knappen schnell wieder ein. Zwar quälte sich Schalke zu einem glücklichen 2:1-Erfolg in Paderborn, aber in den Heimspielen gegen Köln (1:2) und Hamburg (0:0) reichte es gerade einmal für einen mickrigen Zähler. So steht Schalke nach 17 Spielen und 27 Punkten auf Platz 5, lediglich mit einem Pünktchen Rückstand auf Rang 3 und der direkten Qualifikation für die Champions League.

 

Das Hinrundenfazit: Jammern wir eigentlich am Schalker Markt auf hohem Niveau? Schaut man lediglich auf die Bilanz, dann lautet die Antwort: ja! Bewertet man die fußballerische Komponente, heißt die Antwort: nein!

Schalke stand mit einer Ausnahmen (Rang 14 unter Magath) in den letzten fünf Jahren immer unter den Top-4 der Liga. Abstiegskampf wie ihn in den letzten Jahren Stuttgart, Bremen oder Hamburg erlebten und erneut erleben, ist in Gelsenkirchen ebenso fremd, wie eine Hinrunde die aktuell die Schwatt-Gelben spielten. Gleichzeitig erreichten die Knappen in der Champions League immer die Ko-Runde, so dass man auch in Europa zu den Top-10 zählt. Das spricht eindeutig für eine gewisse blau-weiße Qualität, aber (leider) nicht für die spielerische Qualität! Denn in dieser Beziehung  boten die Knappen oftmals nur Fußballmagerkost. Für welchen Fußball steht Schalke? Für Einzelaktionen und dem Quäntchen Glück! Kombinationsfußball oder Gegenpressing sind auf Schalke leider Fremdwörter. Aber anscheinend reicht dieser Fußball ohne Spielphilosophie, wie er unter Keller gespielt wurde, um in der Bundesliga um die Champions-League-Ränge zu spielen. Für Titel reicht das aber nicht! Da ist Schalke Lichtjahre vom Niveau der Bauern, Real Madrid oder dem FC Chelsea entfernt. Vom Gefühl her hat di Matteo das Dilemma erkannt, als er direkt nach Amtsantritt über die Organisation im Spiel der Blau-Weißen gesprochen hatte. Allerdings wurden ihm schnell die Defizite des Kaders in Bezug auf Schnelligkeit und Spieleröffnung offenbart. Bekommt er das mit punktuellen Verstärkungen (und keinen Mitläufern) in den Griff, besteht die Hoffnung auf Konstanz und der Abschied von der Achterbahnfahrt. Denn die ist auf Dauer nichts für die Gesundheit.

FC Schalke 04 - Hamburger SV 0:0

 

Nur torlos gegen einen Abstiegskandidaten! Im letzten Pflichtspiel des Jahres 2014 ist der FC Schalke 04 nicht über ein 0:0 gegen den Hamburger SV hinaus gekommen. Nach einer guten ersten Halbzeit und vielen Torchancen (2x Aluminium) reichte es aber nicht für Heimdreier, weil nach dem Seitenwechsel der Tank der Schalker auf Reserve lief. Da ging nicht mehr viel, so dass die Rothosen Morgenluft witterten. Allerdings blieben sie harmlos, wenn sie nicht gerade von Schalke zu Chancen eingeladen wurden. Durch das Remis beenden die Schalker die Hinrunde mit 27 Punkten und 28:21 Toren auf Rang 5 – 8 Siege, 3 Unentschieden, 6 Niederlagen. Insgesamt gesehen eine wilde Achterbahnfahrt mit einem Trainerwechsel, Verletzungsmisere und viel Fußballmagerkost.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Keine Effektivität: Kurz vor dem Anpfiff wurde die Vertragsverlängerung von Huntelaar bis 2017 bekannt gegeben – vermutlich für 7 Millionen Euro Gehalt pro Jahr. Nicht gerade wenig für einen 31-Jährigen, aber Alternativen sind auch nicht gerade billig. Damit wollte man vor der Partie die Fans noch einmal pushen und es schien fast zu klappen. Nach 74 Sekunden hätte die Arena gebebt, wenn der Hunter per Kopf nicht nur die Latte getroffen hätte. Schalke war im Spiel und gab Gas. Allerdings fehlte das, was die Knappen in der letzten Zeit auszeichnete: die Effektivität. Denn beste Möglichkeiten wurden gegen harmlose Hamburger vergeben. Barnetta (3x), Huntelaar, Choupo-Moting und Höwedes schafften es in der ersten Hälfte nicht, die Kugel im Netz unter zu bringen. Auch nach dem Seitenwechsel wollte das Runde nicht ins Eckige. Choupo-Moting (2x) und Neustädter (Pfostenknaller) hatten kein Zielwasser getrunken. Trotz der Verlängerung vom Hunter.

 

Reizthema Meyer: Wieder saß Meyer nur auf der Bank. Noch schlimmer: Der Schalker Youngster blieb 90 Minuten dort sitzen. Warum ist aber nicht zu verstehen. Denn gerade nach der Pause wurde das Spiel der Königsblauen immer schlechter. Es war mächtig Sand im Offensiv-Getriebe. Zum einen merkte man, dass die Akkus extrem leer waren, zum anderen fehlten die Ideen. Auch wenn Meyer vielleicht nicht in Top-Form ist, aber er ist immer in der Lage mit einem Pass oder Dribbling ein Spiel anzukurbeln. Dass di Matteo diese Option nicht in Erwägung zog, war überraschend.

 

Wacklige Defensive: Trotz einer Fünferkette stand die Defensive der Schalker nicht immer sattelfest. Das lag aber weniger an der Stärke der Hamburger, sondern an den Flüchtigkeitsfehlern im blau-weißen Aufbauspiel und der nicht immer konsequenten Zweikampfführung. Die Bestrafung blieb aber zum Glück aus, weil Fährmann zwei Mal glänzend reagierte und der HSV schlicht zu harmlos war. Jiracek schob die Kugel genauso wie Rudnevs (nach einem abenteuerlichen Fehler im Spielaufbau von Santana) vor der Pause am Tor vorbei. Danach war dann Fährmann hellwach, als der S04-Keeper gegen Holtby und Gouaida stark parierte. Die Königsblauen schafften es nicht konsequent das Zentrum zu schließen, weil Ihnen die Spritzigkeit im Mittelfeld fehlte, um den entscheidenden Meter zu machen. Vor allem Höger und Neustädter fehlte es da am Antritt. Und über den Spielaufbau der defensiven Dreierreihe braucht man nicht mehr zu sprechen. War es in den ersten 45 Minuten noch passabel, legen wir danach lieber den Mantel des Schweigens.

SC Paderborn 07 - Schalke 04 1:2 (1:0)

 

Glücklich im Dauerregen auf einem Kartoffelacker! Der FC Schalke 04 hat beim SC Paderborn 07 gewonnen. Nach dem Eigentor von Ayhan drehten die Königsblauen nach Toren von Choupo-Moting und Neustädter noch die Partie und gewannen erstmals in dieser Saison nach einem 0:1-Rückstand. Verdient? Auf keinen Fall. Der Aufsteiger hat den Knappen lange Zeit den Schneid abgekauft. Doch am Ende fehlte ihnen die Kraft.

 

Dreierpack zum Spiel

 

1. Halbzeit: Desolat, unterirdisch, indiskutabel. Paderborn war aggressiv setzte die Schalker früh unter Druck und stellte die Knappen vor unlösbaren Aufgaben. Der Spielaufbau war eine einzige Katastrophe. Mehr als lange Bälle brachten Kirchhoff, Ayhan und Höwedes nicht zu Stande. Dadurch fand kein Offensivspiel statt. Selbst Konter wurden schlecht gespielt. Meyer spielte einen Katastrophenpass. Schnelles Umschaltspiel vom Aufsteiger. Kutschke ließ Höwedes alt aussehen und flankte in die Mitte. Dort war Ayhan zwar vor Rupp, knallte die Kugel aber in die eigenen Maschen – 0:1. Absolut verdient, da Lopez zuvor nach einem Fallrückzieher den Pfosten getroffen hatte. Die Reaktion von Schalke? Keine. Uninspiriert, wie von einem anderen Stern kickten sie auf dem Kartoffelacker. Doch dann der Geistesblitz. Schalkes bester Mann fiel der Ball vor die Füße und zimmerte die Kugel kurz vor der Pause ins Netz – 1:1 Choupo-Moting.   

 

2. Halbzeit: Schlechter konnte es nach der Pause nicht mehr werden. Und es wurde endlich besser. Die Knappen standen höher und kamen auch mal vor das gegnerische Tor. Santana, Höger, Huntelaar und Aogo vergaben aber zunächst gute Chance. Doch dann fiel der kuriose 2:1-Siegtreffer. Einwurf Fuchs, Kopfball Neustädter, Kruse unglücklich  – Tor! Paderborn versuchte noch mal alles, aber ihnen fehlte der Punch – zum Glück für Schalke.

 

Fazit: Dank der Leistungssteigerung nach der Pause nahmen die Gelsenkirchener die drei Zähler mit nach Hause. „Ein glücklicher Sieg“, bilanzierte Neustädter bei sky ehrlich. Aber so wie in der ersten Hälfte darf sich eine Schalker Mannschaft nicht präsentieren. Das geht auf keine Kuhhaut. Da fällt einem ja selbst schwer zu sagen: Drei Punkte, Mund abputzen und weiter. 

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 1:2 (0:0)

 

Die königsblaue Wundertüte hat wieder zugeschlagen. Nach drei Bundesliga-Siegen in Folge und der Qualifikation für das Achtelfinale der Champions League gab es mal wieder einen Rückschlag für den FC Schalke 04. Gegen den 1. FC Köln setzte es eine 1:2-Heimpleite. Damit klauten die biederen Geißböcke erstmals nach 22 Jahren drei Punkte aus Gelsenkirchen. Zwei weltmeisterliche Fehler nach dem Seitenwechsel nutzten Ujah (mit der ersten Chance im Spiel) und Lehmann (per Foulelfmeter) zur 2:0-Führung. Schalke gelang nur noch der Anschlusstreffer durch das erste Bundesligator von Sane zum 1:2. Anstatt der Sprung auf Rang 3 blieben nur enttäuschte Gesichter.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schwarzer Tag für Defensiv-Trio: Die defensive Dreierreihe um Neustädter, Kirchhoff und Höwedes hat sich in den letzten Spielen etabliert. Allerdings offenbarten alle Drei gegen Köln auch ihre Schwächen – defensiv wie offensiv. Während sie in der ersten Hälfte defensiv alles im Griff hatten (Köln hatte keine Torchance), wackelten sie nach dem Seitenwechsel bedenklich. Mit zwei individuellen Fehler gingen die beiden Gegentore auf die Kappe von Höwedes. Der Weltmeister leitete das 0:1 unglücklich ein und verursachte vor dem 0:2 den Strafstoß. Auch ansonsten wirkte der Kapitän ungewohnt unsicher. Bei Kirchhoff wurden die Schnelligkeitsdefizite deutlich. Vor allem nach dem Rückstand mussten die Knappen offensiver agieren und waren anfällig für Konter.  Wie Ujah Schalkes Nummer 3 ohne Trick stehen ließ, war erschreckend. Und Neustädter fehlte es im Zweikampf an Konsequenz – manchmal wirkt er zu behäbig. Hinzu kam, dass Schalke im Spielaufbau auf das Defensiv-Trio gegen einen tiefstehenden Gegner angewiesen ist. Köln stand kompakt und lauerte auf schnelle Gegenangriffe. Die Folge: Kirchhoff (122), Neustädter (120) und Höwedes (107) hatten die meisten Ballkontakte. Was dabei raus kam, war unterdurchschnittlich: zu langsam, zu ungenau. Überspitzt ausgedrückt: Es klappte kein Anspiel über fünf Metern. Besonders grausam waren die langen Diagonalbälle über 40 oder 50 Meter. Da kamen gefühlt drei von 25 Pässen an. Zu Gute halten muss man dem Trio aber auch, dass ihre Kollegen nicht gerade viel für viele Anspielstationen sorgten.

 

Komplizierte Offensive: Es war nicht so, dass Schalke nicht den Platz oder die Möglichkeiten hatte, um ein Tor gegen kompakte Geißböcke zu schießen. Das Problem: sie schossen nicht AUF das Tor und spielten zu kompliziert. Insgesamt kamen die Knappen auf 22 Flanken! Teilweise standen Fuchs, Uchida und Co. unbedrängt an der Außenlinie. Doch lediglich eine Flanke fand sein Ziel. Beim 1:2 köpfte Sane die Kugel in die Maschen. Ansonsten war bei den Zuspielen kein Spieler mit einem blauen Trikot in der Nähe – die Flanken waren zu ungenau. Dazu kam, dass die Schalker rund um den Strafraum zu umständlich agierten. Noch ein Pass und noch ein Querpass und irgendwann war die Kugel weg. Zwar standen am Ende 15 Torschüsse beim S04 zu Buche, aber nur einmal kam der Ball auch auf das Tor – Sanes Kopfball. Der Rest segelte rechts und links neben den Kasten oder drüber. Da fehlte es insgesamt an der letzten Konsequenz, ja die Geilheit  vor dem gegnerischen Tor.

 

Ein Ausrutscher? Die Enttäuschung nach dem Spiel gegen Köln war natürlich riesen groß. Vor allem weil die Geißböcke nicht unbedingt große Anstalten machten, ein Tor schießen zu wollen und Schalke sie dazu einlud. Natürlich kann man Köln nicht mal eben im vorbei gehen aus der Donnerhalle schießen. Die Frage, die sich aber stellt ist: Warum gibt es immer wieder einen Rückschlag, wenn man denkt, dass die Mannschaft die Kurve bekommen hat? Ein Ansatzpunkt sind die vielen Ausfälle. Das Team spielt am Limit und kann einfach nicht Konstanz das Niveau halten. Das würde Hoffnung machen, wenn man bedenkt, wie gut dann Schalke wäre, wenn Farfan, Goretzka oder Draxler fit werden. Die Alternative lautet: Denkt das Team nach einer Siegesserie, dass es jetzt läuft und muss dadurch nicht mehr ans Limit gehen? Das wäre dann eine Frage der Mentalität. Die Antwort muss sich jeder selber geben.

NK Maribor - FC Schalke 04 0:1 (0:0)

 

"Mein Herz! Hab 200 Puls. Warum machen die so watt?' fragte Tom und hoffte, "nur ein Tor ... auch wenn ihr es eigentlich überhaupt nicht verdient habt." Am Ende hat es dann doch noch gereicht. Mit einem 1:0-Sieg bei NK Maribor und dem gleichzeitig 3:1-Erfolg des FC Chelsea gegen Sporting Lissabon hat sich der FC Schalke 04 für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Nix Europa League, nix Sonntagsspiele in der Bundesliga - Königsklasse! Danke Chelsea, danke Meyer.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Joker sticht: Er kam, spielte und siegte! Max Meyer heißt der königsblaue Königsklassen-Held. Sechs Minuten nach seiner Einwechslung erlöste Meyer die Knappen und ließ die blau-weißen Anhänger jubeln. Die Flanke von Höger faustete Handanovic per Hechtsprung direkt vor die Füße des S04-Youngsters, der aus 13 Metern die Kugel versenkte. Es war das entscheidende Tor, das den Weg ins Achtelfinale ebnete. Nach dem Schlusspfiff bedankten sich alle beim kleinen Max - selbst di Matteo umarmte seinen Joker mit einem Honigkuchengrinsen, das man so vom Coach noch nicht gesehen hat.

 

Vabanquespiel: Blickt man auf die 90 Minuten zurück, muss man feststellen: Di Matteos Taktik ging auf. Oberstes Ziel war die Null zu halten. Das wurde bis auf zwei, drei Situationen weites gehend souverän erledigt. Offensiv wollte man geduldig sein und auf seine Chancen warten. Wurde ebenfalls mit dem Siegtreffer von Meyer erfüllt. Aber während der 90 Minuten sah die Gefühlswelt total anders aus. Bereits beim Blick auf die Startelf hatte man ein flaues Gefühl im Magen. Aogo, Höger und Barnetta im Mittelfeld, Meyer nur auf der Bank. Wie sollte da nur ein Offensivspiel zu Stande kommen? Und als Chelsea 2:0 führte und Uchida zwei Mal innerhalb einer Sekunde auf der Linie gerettet hatte, wurde das Grummeln in der Magengegend größer. Offensiv war das in den ersten 45 Minuten ganz schwere Kost. Nach der Pause wurde es endlich druckvoller. Doch als der Hunter die Kugel mit seiner zweiten dicken Chance an den Innenpfosten setzte und sie dann von der Torlinie gekratzt wurde, wurden die Bauchschmerzen größer. Doch dann kam Max und meyerte den Ball ins Netz. Nach dem Jubel und der Erlösung folgte das Zittern. Wobei es Schalke danach 20 Minuten sehr gut und souverän machte. Aber ab der 80. Minute gab es nur noch starken Seegang (z.B. beim Freistoß nach dem Foul von Neustädter) und rund um die Magengegend ging es hoch her. Aber es reichte und das Schalker Schiff kam schadlos im Achtelfinal-Hafen an.

 

Glanz und Glamour: Das Achtelfinale der Champions League ist unter Dach und Fach und damit auch weitere Millionen für die königsblauen Kassen. Und die fünf möglichen Gegner stehen auch bereit. Real Madrid, FC Barcelona, Atletico Madrid, FC Porto und AS Monaco! Angst und Bange wird einem bei den Königlichen und Barca, wenn man an die Spiele gegen Real im letzten Jahr (1:6) und Chelsea Ende November (0:5) denkt. Atletico ist auch eine Nummer zu groß. Dagegen wären Porto und Monaco machbare Aufgaben. Sieht auch Matchwinner Meyer so: "Da hätten wir eine Chance." Und Monte Carlo mit seinem Glanz und Glamour wäre genau das richtige für den Gelsenkirchener Barock. Sicher ist nur, dass es überall wärmer wird als in Maribor.

VfB Stuttgart - Schalke 04 0:4 (0:3)

 

Ein entspannter Fußball-Nachmittag am Nikolaus-Tag. Der FC Schalke 04 hat beim 4:0-Erfolg beim VfB Stuttgart den zweiten Auswärtssieg der Saison gefeiert. Choupo-Moting mit einem Dreierpack und Meyer schossen den souveränen Erfolg heraus. Damit beendeten die Knappen auch die schwarze Serie im Schwabenland. Nach vier Pleiten in Serie gab es endlich wieder einen Sieg. Nur Schalkes Jahrhunderttrainer schmeckte das Ergebnis überhaupt nicht. Aber der steht ja auch bekanntlich an der Seitenlinie des VfB. „Heute ist Nikolaus. Und so wurden auch die Geschenke verteilt“, knurrte Stevens in altbekannter Manier. Gefeiert wurde der Holländer dennoch: von den Fans des S04.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Königsblaue Frühstarter: In den letzten drei Bundesligaspielen avancierten die Knappen zu Frühstartern. In den ersten 25 Minuten erzielten die Schalker insgesamt acht Treffer  - 3:0 gegen Wolfsburg, 2:0 gegen Mainz, 3:0 gegen Stuttgart. Während gegen die Wölfe und Mainz danach noch länger bzw. eine kurze Zeit nach dem Anschlusstreffer gezittert wurde bis der Sieg unter Dach und Fach war, spielte der S04 die Partie beim VfB bis zum Schluss souverän herunter. Mit viel Laufarbeit (119,1 km, Stuttgart nur 115,7 km) und konzentriert in den Zweikämpfen (über 56 Prozent gewonnen) kontrollierten die Knappen die Begegnung über die gesamten 90 Minuten. Weiter so!

 

Dreierpack-Premiere: Was der Hunter kann, kann auch der Choupo. Beim 4:1 in der letzten Woche gegen Mainz hatte Huntelaar einen Dreierpack geschnürrt. In Stuttgart zeigte Choupo-Moting, dass er das auch kann und erzielte erstmals in seiner Karriere einen Dreierpack. Zudem legte der kamerunische Nationalspieler das Tor von Meyer (feierte ebenfalls eine Premiere: ein Kopfballtor) vor. Mit seinen vier Scorerpunkten katapultierte sich Choupo-Moting nun an die Spitze dieser Wertung. Mit 8 Toren und 4 Assists führt er die Liga vor de Bruyne, Müller (beide 11 Scorerpunkte) und Huntelaar (10 Scorerpunkte) an. Choupo-Moting traf damit in den letzten drei Spielen fünf Mal und sammelte drei weitere Torvorlagen. Obwohl der Neuzugang von Mainz 05 zu den bisherigen Gewinnern der Hinrunde zählt, explodierte seine Leistung in den letzten Wochen. Dabei profitierte Choupo-Moting vor allem von der Systemumstellung von di Matteo. Im 5-3-2-System ist er der 2. Angreifer neben Huntelaar und muss nicht mehr im 4-2-3-1 eine der beiden Außenbahnen beackern. Diese Freiheiten nutzt Choupo dank seiner Schnelligkeit und Technik sowie seinem guten Torabschluss. Endlich mal ein Neuzugang, der direkt am Schalker Markt einschlug.

 

Dreierpack-Assist-Premiere: Erstmals stand er in dieser Saison in der Startelf und konnte zeigen, dass er für Schalke wertvoll sein kann. Barnetta drehte in Stuttgart groß auf und legte Barnetta alle drei Tore von Choupo-Moting auf. Dazu gewann der Schweizer nach Fuchs (21) mit 15 die zweitmeisten Zweikämpfe und kurbelte mit 67 Ballkontakten das Schalker Spiel immer wieder an. Doch perfekt war es für Barnetta noch nicht. Zwar seien drei Assists „natürlich überragend“. Doch bei seiner großen Chance scheiterte er aus vier Metern am stark reagierenden Ulreich. „Wenn ich sie genutzt hätte, wäre es perfekt gewesen“, bilanzierte Barnetta.

Helles Schrei dank Kiki

Schalke 04 – Mainz 05 4:1 (2:1)

 

Königsblaue Reaktion auf die Schmach gegen die Blues. Nach dem 0:5-Debakel in der Champions League folgte in der Bundesliga ein 4:1-Erfolg gegen den FSV Mainz 05. Zwar haben die Rheinhessen nicht die Klasse des FC Chelsea, aber mit einem so deutlichen Heimsieg des FC Schalke 04 war auch nicht unbedingt zu rechnen – eine positive Überraschung der Wundertüte vom Schalker Markt. Mit einem Dreierpack hatte Huntelaar maßgeblichen Anteil am Erfolg. Doch das wichtigste Tor schoss Tranquillo Barnetta. Als das Spiel zu kippen drohte, zirkelte der Schweizer die Kugel überlegt zum 3:1 ein und brachte die Knappen endgültig auf die Siegesstraße. Von wegen „tranquilo“ (spanisch für ruhig, gemächlich), das war booooom!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Hunters Dreierpack: Mit rechts zur 99 gelupft (ein Hauch von Raul wehte durch die Donnerhalle), mit links die 100 vollgemacht und erneut mit rechts das 101. Pflichtspieltor für  Schalke 04 erzielt. Damit erledigte Huntelaar die Mainzer fast im Alleingang und unterstrich seine Klasse als Vollstrecker. Wie immer bei einem Dreierpack sicherte sich der Niederländer den Spielball als Souvenir. Auf eine Vertragsverlängerung beim S04 muss er dagegen noch warten, jedoch sammelte der Hunter drei weitere gute Argumente.  

 

Ein Deja vu mit System: Wie auch gegen Wolfsburg setzte di Matteo gegen Mainz auf ein 5-3-2-System. Und erneut legten die Knappen los wie die Feuerwehr. Nach 25 Minuten führte Schalke mit 2:0. Doch wie auch in der Woche zuvor war danach Schluss mit der Herrlichkeit in königsblau. Kurz vor der Pause kassierten sie den Anschlusstreffer zum 1:2 durch Okazaki. Völlig ohne Not ließen die Schalker nach. Sie waren zu passiv im Zweikampf, nicht mehr konsequent beim Anlaufen und sorgten kaum noch für Entlastung. Es begann das Zittern nach dem Seitenwechsel. Zudem änderte di Matteo verletzungsbedingt (Kirchhoff raus, Barnetta rein) auf ein 4-2-3-1. Knapp zehn Minuten schwammen die Schalker - bis Barnetta alles andere als tranquilo wurde. 3:1 und der Drops war gelutscht.

 

Neues aus der Kurve: Nach dem 4:1 war für Helle klar, dass er sich jetzt einen Köter kauft! Name vom Hun(d): Telaar. Ja, war platt, aber wir hatten Spaß. Alle? Nicht alle! Kurven-Gast Kiki ist das Lachen zu diesem Zeitpunkt schon vergangen. Allerdings ist er auch selber schuld. Warum hat Kiki auch eine Mütze angezogen und sich freiwillig vor Helle gesetzt? Die Rache sollte folgen. Eine Viertelstunde vor Schluss nahm er Platz NEBEN Helle. Was folgte, war der große Schrei - siehe Foto. Das alles interessierte unseren Kurvenvadda nicht die Bohne. Jimmy war schon zur Pause euphorisch. Und das lag nicht nur am Ergebnis der Königsblauen (2:1), sondern auch am Zwischenresultat aus Bremen. Werder führte 1:0 gegen Paderborn und Jimmy wollte unbedingt die Blitztabelle sehen. Sein Wunsch war Patty Befehl und stellte die Tabelle ins Kurven-Forum. Und der Kurvenvadda stimmte ein Liedchen an:

 

„Die Nummer eins,
die Nummer eins,
die Nummer eins …
… im Pott sind wir!

 

Die Nummer 18,
die Nummer 18,
die Nummer 18 …
… im Land seid Ihr.“

FC Schalke 04 - FC Chelsea 0:5 (0:3)

 

0:5 in der Champions League zu verlieren, ist peinlich. Aber eine 0:5-Packung zu bekommen, sich dabei wehrlos zu ergeben und sich lächerlich zu machen, ist die Höchststrafe. Das war erbärmlich gegen den FC Chelsea! Terry, Willian, Kirchhoff (Eigentor), Drogba und Ramires schossen den FC Schalke 04 humorlos aus dem eigenen Stadion. In der aktuellen Situation am Schalker Markt ist die Erwartungshaltung gegen ein solches Top-Teams recht niedrig. Doch wenn diese dann noch unterboten wird, ist es beschämend. Diese desolate Vorstellung war eines Kumpel- und Malocherclubs nicht würdig!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Blau-Weißes Armutszeugnis: Gegen Chelsea zu verlieren, ist keine Schande. Da kicken exzellente Spieler wie Hazard, Fabregas, Willian oder Costa. Das ist Qualität auf ganz hohem Level. Keiner erwartet, dass Schalke aus der Kabine kommt und so ein Kaliber weghaut. Was man aber erwarten darf, ist eine Mannschaft die den Kampf annimmt und versucht sich zu wehren. Doch die dazugehörigen Tugenden waren den königsblauen Angestellten auf dem grünen Rasen ein Fremdwort. Sie liefen rum wie Falschgeld, machten sich lächerlich! Das 0:3 wäre eigentlich schon das Paradebeispiel für die 90 Minuten gewesen. Nach einer Ecke von Fabregas köpfte Kirchhoff, bedrängt von Santana und Höwedes, die Kugel ins eigene Netz. Ein Chelsea-Spieler war dabei weit und breit nicht zu sehen. Slapstick in höchster Kunst. Doch diese Aktion war noch nicht einmal der negative Höhepunkt des Spiels. Dieser hatte sich 180 Sekunden zuvor ereignet. Im Spielaufbau hatte Höger den Ball an der Mittellinie und war damit völlig überfordert. Wohin mit dem Ball? Kirchhoff und Santana standen zwei, drei Meter von ihm entfernt und blieben stehen. Keiner wusste, was er machen sollte. Völlig hilflos (DAS Attribut des gesamten Schalker Spiels) schauten sie sich an, keiner wollte den Ball. Letztendlich entschied sich Höger für einen Rückpass zu Fährmann. Doch mit dem Außenriss spielte Schalkes Nummer 12 den Ball direkt in den Lauf von Costa, der allerdings frei vor Fährmann scheiterte. Diese Aktion stand beispielhaft für das blau-weiße Armutszeugnis an diesem Abend und wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert quittiert.

 

Chelsea gnädig: Chelsea gehört eindeutig in den engeren Kreis der Anwärter um die Krone der Königsklasse - neben den Bazen und Real. Aber im Gegensatz zu den Königlichen aus Madrid zerstören die Blues normalerweise nicht ihren Gegner. Sie lassen Gnade walten. Nach einem 2:0 stellen sie eigentlich das Fußball spielen ein und schaukeln die Partie nach Hause. So wie am Wochenende gegen West Brom: zwei Tore nach 25 Minuten erzielt, Überzahl nach 29 Minute in Überzahl (Rot für einen Spieler von West Brom), Endstand 2:0. Danach sah es auch in der Arena aus. Nach dem 2. Tor in der 29. Minute schalteten die Londoner offensiv einen Gang runter und wollten es einfach nur runterspielen. Doch da haben sie die Rechnung ohne den Schalker Wirt gemacht. Der S04 "zwang" die Blues regelrecht zum Tore schieße bzw. erledigte die Aufgabe gleich selbst - siehe das 0:3. So waren wohl die Chelsea-Fans mehr über das Tor-Festival überrascht als die S04-Fans über die Leistung der Blau-Weißen.

 

Traum vom Achtelfinale: Einige Spieler sprachen nach der Partie noch von der Chance, sich für das Achtelfinale in der Königsklasse zu qualifizieren. Theoretisch möglich, wenn Sporting Lissabon beim FC Chelsea verliert und Schalke gleichzeitig bei NK Maribor gewinnt. Praktisch bleiben da große Zweifel. Viel mehr Angst macht dabei die Tatsache, dass in der Ko-Runde ein Gegner wie Real Madrid wartet. Ganz ehrlich: Darauf kann ich verzichten. Kein Bock! Ein Albtraum mit dieser Mannschaft.

Schalke 04 - VW Wolfsburg 3:2 (3:1)

 

Wer hätte das gedacht? Der FC Schalke 04 hat den VfL Wolfsburg überraschend mit 3:2 besiegt und dem VW-Club nach acht Spielen die erste Niederlage beschert. Dabei legten die Knappen mit einem neuen System los wie die Feuerwehr. Nach 26 Minuten führte Schalke bereits nach Toren von Choupo-Moting (2) und Fuchs mit 3:0. Doch nach einer halben Stunde war die Herrlichkeit vorbei. Die Wölfe kamen durch Olic und Bentdner auf 2:3 heran. Doch mit Leidenschaft, Kampf und Glück zitterten sich die Knappen über die Zeit – puuuuh.

Nur Blömme regte sich auf. Zwar nicht über das Spiel, aber über die Bierträger für die Six-Packs. Die gibt es nämlich nicht mehr – Qualitätsprobleme. Stattdessen benutzten die Kioske die Vierer-Papphalter, die man auch von der Fast-Food-Kette mit dem großen M kennt. Zu viel für Blömme, der sich tierisch aufregte. J

 

Dreierpack zum Spiel

 

Neues Spielsystem: Di Matteo änderte gegen Wolfsburg das Spielsystem. Defensiv agierten die Knappen in einem 5-3-2. Uchida, Neustädter, Santana, Höwedes und Fuchs bildeten die Fünferkette. Davor stopften Höger, Kirchhoff und Boateng die Löcher. Choupo-Moting und Huntelaar bildeten das Sturm-Duo. Kamen die Königsblauen in Ballbesitz rückten drei Spieler vor. Uchida und Fuchs über Außen, Boateng in der Zentrale. Somit agierten die Knappen in der Offensive mit einem 3-4-1-2. Die Folge: defensiv stand Schalke kompakter, konnte aber gleichzeitig mit den beiden Spitzen mehr Druck auf den Wolfsburger Spielaufbau ausüben und so schneller Ballgewinn ausüben.

 

Taktisch und spielerisch besser: Mit der neuen Taktik überrumpelte Di Matteo die Wölfe. In der ersten halben Stunden wussten die Gäste gar nicht, wie ihnen geschah. Denn die Knappen wussten mit den Ballgewinnen endlich etwas anzufangen. Schalke überzeugte spielerisch. Bei Högers tollen Pass nutzte Choupo-Moting den Stellungsfehler von Träsch und zimmerte die Kugel mit links flach ins rechte Eck – 1:0. Kurz darauf leitete Boateng den Ball mit dem Außenrisspass direkt stark weiter auf Choupo-Moting, der vor dem Tor erneut eiskalt blieb – 2:0. Als sich die S04-Fans noch die Augen rieben, segelte die Kugel bereits schon wieder nach einem Freistoß von Fuchs in die Maschen – 3:0. Selbst der Quatscher 04 konnte es kaum glauben: „Was ist denn hier los?“ Doch wir trauten dem Braten nicht. „Ob das 3:0 reicht?“, fragte Martin und erntete von allen Kurven-Mitgliedern Kopf nicken. Leider behielt er recht …

 

60 Minuten zittern: Eigentlich sollte nach einem 3:0 nach 30 Minuten der Drops gelutscht sein. Nicht aber so bei Schalke. Denn selbst mit einer Fünferkette kann Schalke mit diesen Spielern kein Beton mischen und sich auf seiner Defensive verlassen. Hinzu kam, dass die Knappen in der Offensive kaum noch für Entlastung sorgten und minütlich die Kräfte schwanden. Die Fitnessfrage lässt grüßen. Dazu stellten sich die Wölfe besser auf die Schalker ein und übernahmen das Kommando. Olic verkürzte noch vor der Pause auf 1:3, Bendtner traf nach 75 Minuten zum 2:3. Aus einer komfortablen 3:0-Führung wurde in der letzten Viertelstunde eine Zitterpartie. Mit Glück (Lattenkopfball von Naldo) und viel Leidenschaft trotz leerem Tank brachte der S04 den Vorsprung über die Zeit. Unterm Strich machte die erste halbe Stunde endlich mal wieder Hoffnung auf Besserung, aber der Fitnesszustand wird bis zur Winterpause Besorgnis erregend bleiben. Und eins ist auch klar: Maurermeister wird diese Schalker Mannschaft auch nicht mit einer Zehnerkette.

Totaler Umbruch???

 

Die Leistungen des FC Schalke 04 sind auch nach dem Trainerwechsel von Keller zu di Matteo unterirdisch. Zwar ist zu erkennen, mit welcher Spielidee der neue Coach agieren will, nur sind die meisten Spieler anscheinend nicht dazu in der Lage, die Vorgaben des Fußballlehrers umzusetzen. An dieser Stelle muss die Kaderzusammenstellung hinterfragt werden. Diese ist alles andere als optimal und steht in der Verantwortung von Heldt, der bei Transfers bislang nicht immer ein glückliches Händchen bewiesen hat. Besonders auffällig ist, dass einige Spieler technische Mängel vorweisen und / oder Defizite beim Tempo haben. Darüber hinaus hat man nicht immer den Eindruck, dass die Spieler sich richtig reinwichsen! Die Zeit des Handelns ist angebrochen.  Optimierungen im Kader sind dringend nötig, ja wenn nicht sogar direkt ein massiver Umbruch. Doch wie könnte so ein Umbruch aussehen, wenn man bedenkt, dass einige Akteure einen sehr gut dotiert Vertrag in der Tasche haben und gleichzeitig der Verein nicht flüssig ist?

 

Patsches Dreierpack zum Umbruch

 

Spieler, die von der Gehaltsliste müssen: Einige so genannte Möchte-Gern-Champions-League-Stars müssen runter von der Gehaltsliste. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt bei Boateng, Fuchs, Santana, Obasi, Barnetta und Neustädter nicht - das ist einfach zu wenig, was diese Spieler für ihr Geld zeigen. Ähnlich sieht es bei Höger und Clemens aus, die zwar nicht zu den Top-Verdienern zählen, aber den Anforderungen nicht entsprechen. Diese Akteure würden die Gehaltsausgaben deutlich entlasten und Raum für neue Fußballer schaffen, wenn sie den Verein verlassen würden. Wenn man dazu noch eine Ablösesumme bekommen könnte, wäre es optimal.

 

Spieler, für die man Geld bekommt: Schalke ist nicht gerade auf Rosen gebettet und kann nicht mal eben 14 neue Spieler kaufen. Da die oben genannten Kicker wegen ihrem Gehalt nicht allzu viel Ablöse einspielen würden, muss man sich von Spielern trennen, die die Kriegskasse füllen. Zu den Kandidaten zählen Draxler (45 Millionen Euro), Meyer (25 Millionen Euro), Höwedes (15 Millionen Euro), Matip (10 Millionen Euro), Choupo-Moting (5 Millionen Euro) und / oder Sam (5 Millionen). Jetzt mag ein Aufschrei erfolgen, aber aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen muss man auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Draxler ist ein sehr guter Spieler, aber nicht so wertvoll wie ein Reus oder Götze - dennoch würde man mehr Ablöse für Draxler als für das Duo bekommen. Und wahrscheinlich wäre für den S04-Youngster ein Tapetenwechsel zum jetzigen Zeitpunkt das Beste für seine Entwicklung, da er seit Monaten stagniert. Ähnlich sieht es bei Meyer aus. Nicht umsonst sagte di Matteo, dass der Dribbler zu selten entscheidende Momente kreiert. Natürlich sind Draxler und Meyer junge Spieler aus dem eigenen Stall, die noch Entwicklungspotenzial haben. Aber ab einer gewissen Ablösesumme - und davon kann man bei möglichen 70 Millionen Euro sprechen, muss man auch handeln. Ähnlich sieht es bei  Höwedes und Matip aus, die ebenfalls aus der Knappenschmiede entstammen. Aber wenn man einen zweistelligen Millionenbetrag für einen Innenverteidiger bekommt, muss man darüber nachdenken. Vor allem wenn man auf dieser Position Alternativen hat. Ob alle diese Spieler verkauft werden müssen, sei dahingestellt, aber mit Einnahmen über 100 Millionen Euro kann man arbeiten und einen gezielten Umbruch einleiten.

 

Die Mannschaft nach dem Umbruch: Auf der Torwart-Position ist Schalke mit Fährmann, Giefer, Wellenreuther und Wetklo sehr gut besetzt. Für die Innenverteidigung stehen Ayhan, Kirchhoff (besser als im Mittelfeld) und Friedrich zur Verfügung. Wenn Papadopoulos zurückkehrt und zur alten Stärke findet, wäre man gut aufgestellt. Eine sinnvolle Ergänzung wäre Rüdiger* (Stuttgart) oder ein erfahrener Haudegen, so wie es Metzelder war. Auf der Position des Rechtsverteidigers benötigt Schalke ein Pendant zu Uchida. Ein Kandidat könnte Rafinha (Bazen) sein. Aus der Knappenschmiede macht Multhaup Hoffnung. Ähnlich sieht es auf links aus. Neben Kolasinac wird ein 2. Spezialist gesucht. Dieser könnte Neu-Nationalspieler Hector (Köln) oder Günter (Freiburg) sein. Bei einem von beiden Spielern sollte es möglich sein, sie von einem Vereinswechsel zu überzeugen und damit Aogo den Weg für das defensive Mittelfeld zu ebnen. Dort könnte er ein vielversprechendes Duo mit Goretzka bilden. Interessante Spieler auf dieser Position sind zudem Flamini (Arsenal), Kramer (Gladbach) und Arnold (Wolfsburg / auch offensiver). Vielleicht schafft auch Sobottka den Sprung in den Profibereich. Dagegen braucht die offensive Mittelfeld-Reihe Ideen und Kreativität. Auf rechts ist Farfan unumstritten sein (hoffentlich wird der Peruaner wieder topfit). Sein Pedant auf links könnte aus der Schweiz kommen. Shaqiri (Bazen) ist dribbelstark, robust, schnell und zu haben. In der Zentrale wäre Firmino (Hoffenheim) die Premiumlösung. Alternativen für dieses Trio wären Sane, Gnabry (Arsenal), Schmid (Freiburg) oder Vela (San Sebastian). Im Sturm sollte man mit Huntelaar verlängern. Interessante Optionen wären Benteke (Aston Villa) oder Schöne (Ajax). Eine schlagkräftige Truppe.

Die vorgeschlagenen Neuzugänge sind nur die Auswahl eines Außenstehenden. Natürlich hängt die Auswahl potentieller Spieler immer von der Machbarkeit eines Transfers ab. Ein Cristiano Ronaldo wäre schön, aber nicht realistisch. Aber Schalke hat schon Raul in den Pott gelotst, warum soll es mit dem ein oder anderen "Knaller" nicht auch möglich sein? Dazu sollte die Scouting-Abteilung weltweit ihre Fühler ausgestreckt haben, um schlummernde Talente an die Emscher zu holen. Jedoch sollte man doch bitte 8-Millionen-Transfers vermeiden, die schon von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind. Doch eins ist auch klar: Qualität kostet Geld. Doch gerade auf dem Schalker Markt muss die Mentalität des Spielers passen. Schwer, aber nicht unmöglich.

SC Freiburg - FC Schalke 04 2:0

 

Erneut ein erschreckender Auftritt der Knappen! Der FC Schalke 04 hat beim SC Freiburg mit 0:2 den Kürzeren gezogen. Günter und Schmid schossen den verdienten Heimsieg der Breisgauer heraus. Was die Königsblauen (mal wieder) in 90 Minuten ablieferten, macht einen mittlerweile nur noch sprachlos. Es gibt so viele Defizite, dass es aktuell eine Zumutung ist, dieser Mannschaft zuzuschauen.

 

Dreierpack zum Spiel:

 

Typisch Schalke: Das Spiel in Freiburg steht derzeit sinnbildlich für die Defizite der Schalker. Vor dem 0:1 offenbarten die Knappen die bekannten Probleme im Spielaufbau und deren Anfälligkeit bei schnellen Gegenangriffen. Vor dem 0:1 presste Freiburg und brachte Schalke schnell in Bredouille. In der Vorwärtsbewegung verlor Sam leichtfertig die Kugel in der eigenen Hälfte. Mit zwei Pass kamen die Breisgauer einfach in den Strafraum und erzielten ohne größere Gegenwehr das Tor. Beim 0:2 führte ein vermeidbarer individueller Aussetzer zum Gegentor. Im Mittelpunkt stand Aogo. Eine Flanke klärte er zunächst unbedrängt per Kopfball-Kerze. Nicht schlimm, da in der Nähe kein Freiburger war, so dass Aogo nochmal per Kopf klären konnte. Doch völlig überhastet köpfte er die Kugel Schmid direkt vor die Füße, der das Geschenk dankend annahm und den Ball im Tor versenkte. Und offensiv? Nichts Neues. Ideenlos, zu langsam und ohne Ideen - alles bei 60 Prozent Ballbesitz.  Erbärmlich!

 

Kein Charakter: Es wäre alles nicht mal so schlimm, wenn die Herren auf dem grünen Rasen wenigstens die Tugenden eines Kumpel- und Malocherclubs verkörpern würden: Kampf, Leidenschaft, Wille. Doch selbst das bekommen die Spieler in den königsblauen Trikots nicht hin. Teilweise wird übers Feld getrabt (von mir aus auch gestolpert), dass es einen fassungslos macht. Schon traurig, dass Kapitän Höwedes nach dem Spiel bei Sky gestehen muss: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr den Charakter bewiesen, uns da aus der Nummer heraus zu kämpfen.“

 

Keine Qualität: Selbstverständlich fehlen verletzungsbedingt wichtige Spieler. Dennoch steht noch ein „namhafte“ Elf auf dem Feld. Jedoch sind diese Akteure nicht in der Lage als Mannschaft zu funktionieren, was auch di Matteo im Sky-Interview zugeben musste: „Eine Mannschaft mit der man arbeiten muss. Und da gibt es viel zu arbeiten.“ Im Moment ist es ein Wunder, dass Schalke noch für Mittelmaß der Liga steht. Aber vielleicht ist genau das die Chance, einen der teuersten Kader der Liga auszumisten. Ohne die Qualifikation für das internationale Geschäft könnte man am Schalker Markt den Umbruch einleiten. Schluss mit dem Individualismus! Weg von den teuren Möchte-gern-Champions-League-Stars, hin zu Spielern, die sich für den Verein zerreißen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Allerdings darf bezweifelt werden, ob Heldt dieser Umbruch gelingt, was er unter der Woche erneut untermauerte. Auf die Frage, ob Shaqiri ein Mann für Schalke wäre, antwortete Heldt mit nein, da Schalke aus seiner Sicht auf den Außenbahnen gut besetzt ist. Eine Fehleinschätzung. Während der Abwesendheit von Farfan konnte sich noch kein Schalker Außen mit konstanten Leistungen für höhere Aufgaben auf Dauer empfehlen! Draxler stagniert seit Monaten. Choupo-Moting zeigt wenigstens gute Ansätze, die Sam bisher noch nicht mal angedeutet hat. Für Obasi und Clemens ist Schalke eine Nummer zu groß. Und das ist nur eine Baustelle - Außenverteidiger, defensiven Mittelfeld. Bei der Kaderzusammenstellung bewies Heldt nicht gerade ein glückliches Händchen. Vielleicht genau der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang.

Sporting Lissabon - FC Schalke 04 4:2

 

"Ich wünsche Dir Liebe ohne Leiden", dieses Lied hat Udo Jürgens keinesfalls für die Fans des FC Schalke 04 geschrieben. Denn alle, die den S04 im Herzen tragen, erleben aktuell eine leidvolle Zeit. In Lissabon gab es den nächsten Akt von "The Schalke Horror Football Show". Mit einem 2:4 wurden die Königsblauen von Sporting nach Hause geschickt und waren damit noch gut bedient. Und das, obwohl die Knappen sogar in Führung gegangen sind. Nach einem Freistoß von Aogo köpfte Slimani die Kugel ins eigene Netz. Doch anstatt an Sicherheit und Selbstvertrauen zu gewinnen, wurde der Auftritt von Minute zu Minute schlechter. Die Vorstellung nach dem 1:1-Ausgleich glich einem Armutszeugnis. Defensiv mit fatalen Aussetzern, offensiv mutlos und fußballerisch gruselig! Nani und Jefferson erhöhten auf 3:1. Aogo verkürzte noch auf 2:3, bevor Slimani mit dem 4:2 den verdienten Sporting-Sieg perfekt machte. Ein Spiel voller Leiden.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schalker Slapstick: Als Fährmann in der ersten Hälfte nach einem Rückpass den Rücken von Slimani traf, dachte man, dass das mal passieren kann, da der Ball auch weit ins Aus ging. Doch dann ging es nahtlos so weiter. Vor dem 1:2 erstarrten Uchida und Obasi vor Nani vor Ehrfurcht. Anstatt den Portugiesen zu attackieren, stand das Duo nur Spalier. Der Flügelflitzer passte zu Jefferson an die linke Kante des Strafraums. Der Linksverteidiger konnte sich die Kugel ohne Bedrängnis zu Recht legen und donnerte sie flach ins rechte Eck. Obasi hätte seine Passivität vor dem Gegentor fast ausgemerzt. Doch was er aus der Vorlage von Huntelaar fabrizierte, ist unglaublich. Fünf Meter vor dem Tor bekam der Nigerianer die Kugel und musste das Tor machen. Doch er wollte den Keeper austanzen und scheiterte kläglich. Rui Patricio schnappte sich ohne Mühe den Ball - kläglich. Kurz darauf die nächste Pleiten-Pech-und-Pannen-Aktion als sich Sam und Höger am gegnerischen Strafraum gegenseitig über den Haufen rannten. Danach war Fuchs dran. Unglaublich wie sich der Österreicher vor dem 1:3 von Carrillo düpieren ließ und vom Peruaner leicht überlaufen wurde. Kurz hinter der Mittellinie enteilte ihm der Flügelflitzer und nahm den aufgebenden Fuchs bis zur Grundlinie zehn Meter ab. Den Querpass verwertete Nani, der von Uchida sträflich allein gelassen wurde. Den Schlusspunkt lieferte Neustädter in der Nachspielzeit. Slimani war mit Ball schneller als der Schalke und machte mit dem 4:2 den Deckel drauf. Diese ganzen Aktionen haben nicht immer etwas mit Pech zu tun, das ist teilweise schon Unvermögen!

 

Wenig Licht, viel Schatten: Viele positive Dinge kann man aus dem 2:4 nicht ziehen. Nach dem 1:0 hatten die Schalker fünf gute Minuten, wo sie mal den Ball in der gegnerischen Hälfte laufen ließen. Davor hatten sie zudem in der Defensive sicher und kompakt gestanden. Nach dem Ausgleich gab es noch den nicht gegeben Handelfmeter, was natürlich ärgerlich war, und die beste Offensivaktion. Da spielte Schalke wahrhaftig einmal Fußball. Doppelpass zwischen Uchida und Obasi (sogar per Hacke). Der Japaner direkt weiter auf Huntelaar, der auf Meyer ablegte. Doch der Schuss von Schalkes Nummer 7 ging drüber. Allerdings war das nur ein Strohfeuer, denn danach kam bis zum 2:3-Anschlusstreffer von Aogo so gut wie nichts. Stattdessen übernahm Sporting das Kommando und profitierte von den Fehlern der Knappen. Aussetzer in der Defensivarbeit rissen Lücken in der Defensive. Fehlpässe prägten das Spiel nach vorne. Passstafetten endeten nach zwei, drei Stationen, weil das Anspiel unsauber oder die Ballmitnahme technisch mangelhaft war. Das ist Fußball unter der Gürtellinie. Schalke kann seine viele verletzten Spieler nicht kompensieren. Die Qualität einiger Spieler (vor allem deren Preis-Leistungsverhältnis) ist nicht angemessen. Und die Defizite sind haarsträubend: zu langsam, schlechtes Zweikampfverhalten, technisch schwach, fehlende Cleverness, wenig Spielübersicht. Hier wird vor allem deutlich, welchen Wert ein Spieler wie Farfan für Schalke hat. 

 

Reaktionen aus der Kurve: Die 90 Minuten in Lissabon waren mal wieder eine Folge von "The Schalke Horror Football Show." Schon zur Pause hatte Hähnchen gefragt: "Wo soll das bloß alles hinführen?" Nach Schlusspfiff sagte Dirk nur noch: "Danke für Nichts!", während Gerdl zusammenfasste: "Das ist einfach nur peinlich. Die schlechteste Mannschaft seit 1904." Jimmy fehlte "sämtliche Worte" und seufzte noch ein "unfassbar", bevor er dann doch noch Worte fand. "In der gesamten Saison gab es bisher sechs schöne Momente. Die drei Tore gegen die Bazen und Zecken, die Abpfiffe gegen die beiden Gegner sowie die PK zum Amtsantritt von di Matteo. Danach: Null, nada, nothing, niete, rien! Wenn wir dieses Leid nicht seit klein auf gewohnt wären, dann ..." Tja, Liebe ohne Leiden gibt es auf dem Schalker Markt leider nicht.

Di Matteos Augsburg-Assistent: Lukas

Schalke 04 - FC Augsburg 1:0

 

Es war glücklich, es war unverdient, aber es war ein Arbeitssieg. Der FC Schalke 04 hat einen mühevoll, hart erarbeiten 1:0-Erfolg gegen den FC Augsburg eingefahren. Damit bleiben die Königsblauen gegen die bayerischen Schwaben weiterhin ungeschlagen (7 BL-Spiele: 5 Siege, 2 Remis), obwohl die Gäste am Freitagabend in fast allen Belangen besser waren als der S04 – bei den Torschüssen (20:12), bei den Zweikämpfen (54% gewonnen), beim Ballbesitz (54%), bei den Flanken (15:4). Nur in der entscheidenden Statistik hatten die Augsburger das Nachsehen: den Toren! Nicht jeder hat halt einen Hunter in den eigenen Reihen, der zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle steht und das entscheidende Tor zum 1:0 macht! Den Sieg mussten die Königsblauen aber teuer erkaufen. Bereits nach 11 Sekunden verletzte sich Draxler und fällt mit einem Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel für den Rest des Jahres aus.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Defensive: Im 4. Spiel von di Matteo spielten die Knappen zum 2. Mal zu Null. Wie schon im Heimspiel gegen Berlin (2:0) ließ auch diesmal Fährmann kein Gegentor zu. Obwohl bei Augsburg am Ende 20 Torschüsse zu Buche standen, kam Fährmann nie wirklich in Bedrängnis. Zum einen waren die Gäste vor dem Tor zu harmlos, zum anderen machten die Knappen dank ihrer Laufleistung (119,3 km) die Räume eng. Insgesamt standen die beiden S04-Viererketten in der eigenen Hälfte sehr kompakt und bildeten in einem Rechteck ein Netz. Davor liefen Huntelaar und Meyer den Gegner immer wieder an, um den Spielaufbau zu stören – mal tief in der gegnerischen Hälfte, oftmals aber erst um den Mittelkreis. Es reichte, damit die Null stehen blieb.

 

Offensive: Zu behäbig, zu langsam, zu ungenau (fast 30% Fehlpässe), zu kompliziert – so lautet das Fazit nach 90 Minuten gegen Augsburg. Der Spielaufbau war schlecht. Schalke spielte sich kaum einmal fehlerfrei aus der eigenen Hälfte heraus – Fehlpässe oder lange Bälle kamen dabei zu oft heraus. Ähnlich sah es im Umschaltspiel bei Ballgewinn aus. Anstatt schnell und schnörkellos das Spiel anzukurbeln, wurde zu oft das Tempo rausgenommen. Auch weil sich kaum ein Spieler anbot und durch einen Sprint Lücken für einen Kollegen riss. War dann mal wie gegen Ende des Spiels sogar sehr viel Raum da, spielten es vor allem Obasi und Meyer (der völlig von der Rolle wirkte) viel zu kompliziert. Dennoch reichte es zum Sieg, weil in einer Aktion mal der Turbo eingeschaltet wurde. Uchida fing einen Pass von Esswein in der eigenen Hälfte ab und marschierte im Vollspurt die Seitenlinie entlang. Vor der Grundlinie spielte der Japaner einen präzisen, harten Flachpass vor das Tor, wo Huntelaar nur noch seinen Fuß hinhalten musste. So gehen kontern – schnörkellos, zielstrebig, mit Tempo!

 

Di Matteos Assistent: Obwohl es insgesamt alles andere als ein berauschendes Spiel war, bleibt dieser Abend für eine Person im Stadion unvergesslich: Lukas Schäfer. Der Sohn von Kurvi Nobbi erlebte die Partie gegen Augsburg als Balljunge direkt neben der Schalker Trainerbank. „Die Atmosphäre so nah am Spielfeldrand mitzuerleben, ist einfach toll“, strahlte Lukas. Während des Spiels kam er sogar drei Mal zum Einsatz und warf unter anderem dem besten Mann (Uchi) auf dem Feld den Ball zu. Der beste Moment des Abends für Lukas: „Einem Star den Ball zu zu werfen.“ Zu verdanken hatte Lukas das Erlebnis Bernd Strickling, der über die ELE das Erlebnis perfekt machte, und Lena. Helles Tochter wollte nicht und so „opferte“ sich Lukas. Zusammen mit Mama Ellen und Lenas Mutter Sandy ging es bereits um 17 Uhr in Richtung Donnerhalle. Nach einer Arena-Führung mit Jan ging es in den Blauen Salon zur Stärkung. „Daran kann man sich gewöhnen“, grinste Lukas, bevor es um 19:04 Uhr in die Mixed Zone zur Einweisung ging. Der Weg durch den Spielertunnel auf das Spielfeld war dann vor über 61.000 Zuschauern ein absolutes Gänsehautfeeling für Lukas. Nach seinem 90-minütigen Einsatz neben di Matteo (als Assistent des Trainer) gab es dann noch ein weltmeisterliches Highlight. Beim TV-Interview mit Höwedes durfte Lukas mitlauschen. Der Abschluss einen besonderes Tages. 

Lukas mit Ellen (li.) und Sandy (re.)

Schalke 04 - Hertha BSC Berlin 2:0

 

Arbeitssieg zum Auftakt. Der FC Schalke 04 ist in die Ära di Matteo mit einem 2:0-Erfolg gegen Hertha BSC Berlin gestartet. Huntelaar und Draxler bescherten dem neuen Trainer einen Einstand nach Maß. Zwar brannten die Königsblauen kein Feuerwerk ab, aber zumindest spielten sie defensiv geordnet und schlugen vorne eiskalt zu. Ein guter Beginn mit Luft nach oben. Aber die Ära di Matteo hat erst begonnen.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Di Matteos Taktik: „Die Organisation meiner Mannschaft war gut“, sagte di Matteo bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Richtig, sie war gut, aber nicht perfekt. Unterm Strich stand die Null, weil Schalke über weite Strecken des Spiels sehr gut stand und in den Situationen, wo es wacklig wurde, Berlin einfach zu harmlos war, daraus Kapital zu schlagen. Doch was war neu unter di Matteo? Die taktische Ausrichtung! In der Defensivbewegung standen zwei Viererketten, die Abwehrreihe und davor eine flache Vier im Mittelfeld, die sich wie ein Rechteck immer wieder verschoben hat. Die Abstände waren weitestgehend sehr eng, so dass Schalke stabil und kompakt stand. Ein guter Start für den Anfang, auch wenn noch an den Abstimmungen weiter gearbeitet werden muss. Vor diesem Rechteck liefen Huntelaar und Boateng die gegnerischen Aufbauspieler immer wieder an. Somit baute di Matteo in der Rückwärtsbewegung auf ein 4-4-2. In der Vorwärtsbewegung schoben die beiden offensiven Außen, Draxler und Choupo-Moting, vor, während Boateng sich etwas hinter dem Hunter fallen ließ. Der Prince war oftmals die Anspielstation bei hohen Bällen, um auf Huntelaar weiterzuleiten. Wurde von hinten heraus gespielt, versuchten die Außenverteidiger des Öfteren das flache Anspiel auf Huntelaar oder Boateng. Dagegen sah man Fuchs und Uchida selten nach vorne marschieren. Hier galt anscheinend die Devise: erstmal defensiv sicher stehen. Zudem viel auf, dass die Knappen nicht unbedingt viel Wert auf Ballbesitz legten. Lediglich 47 Prozent standen am Ende zu Buche, was zu Hause gegen eine Mannschaft aus dem Mittelfeld oder unterem Tabellendrittel wahrscheinlich ein Novum war. Allerdings war im Offensivspiel noch Sand im Getriebe. Nur in Ansätzen schafften es die Königsblauen sich nach vorne zu kombinieren. Aber di Matteo ist ja auch noch nicht einmal zwei Wochen im Amt und weiß, dass es offensiv noch Luft gibt: „Die Spielweise können wir noch verbessern.“

 

Dirigent di Matteo: Sein Debüt auf Schalke gab di Matteo im marine-blauen Anzug ohne Krawatte. Seine Trainerbank fand der 44-Jährige in der Donnerhalle ohne Probleme. Aber schnell wurde klar, dass der neue Mann am Kommandostand dort nicht gerne sitzt. Die meiste Zeit ist di Matteo in seiner Coaching Zone in Bewegung. Wie ein Dirigent dirigierte der Italo-Schweizer seine Spieler, gab ihnen Anweisungen und versuchte zu korrigieren. Unterstützung erhielt er zudem immer wieder von seinen Assistenten Lombardo und Hübscher. Das Trio versuchte aktiv Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Gegen Berlin war es erfolgreich, zeigte aber auch, dass die Spieler das System di Matteo noch verinnerlichen müssen. Die Unterstützung der Trainer ist ihnen aber Gewiss.    

 

Draxler kanns doch: Es geht doch auch mit Jule. Erstmals in dieser Saison stand Draxler bei einem Schalke-Sieg auf dem Platz. Und dabei hatte Draxler mit einem Tor und einem Assist großen Anteil. Beim 1:0 flankte er butterweich auf den Kopf von Hunterlaar. Das 2:0 besorgte er selber. Nach einem Solo zog Draxler mit links ab und der abgefälschte Ball zappelte im Netz. Natürlich war noch nicht alles Gold was glänzte beim Youngster, aber vielleicht war es der Startschuss aus seiner Mini-Krise. Denn bislang verlief für ihn die Saison alles andere als optimal, mit dem Platzverweis gegen Frankfurt als negativer Höhepunkt. Di Matteo sieht ihn zwar als Führungsspieler, will ihm aber den Druck ein wenig nehmen. Bislang mit Erfolg, aber es kann nur ein erster Schritt gewesen sein. Die nächsten müssen in den kommenden Wochen von ihm selbst folgen. Dass er es kann, steht außer Frage.    

Roberto di Matteo: Der 1. Eindruck

 

Die Ära von Roberto di Matteo beim FC Schalke 04 hat begonnen. Mit Spannung erwartet wurde der 1. Auftritt des 44-Jährigen auf der Pressekonferenz bei seiner Vorstellung. Bekanntlich gibt es keine 2. Chance für den 1. Eindruck! Und den meisterte di Matteo souverän im perfekt sitzenden Designer-Anzug mit einem eloquenten Auftreten und treffenden Aussagen. „Sky Sport News“-Reporter Große Schlarmann, der beim S04 schon viele Trainer kommen und gehen sah, twitterte nach seiner Vorstellung: „Mein erster Eindruck von Roberto di Matteo - natürlich absolut nur „vom Kopp“ - ist ein richtig guter ...“ Ähnlich war sein Urteil einen Tag später nach der ersten Trainingseinheit: „#Schalke - nach gut 100 Minuten endet die erste Einheit von Di Matteo beim #S04. Eindruck: wie bei der PK - gut organisiert und motiviert.“ Natürlich war das erst der Anfang und die Aufgaben stehen noch bevor. Ein toller Auftritt reicht noch nicht, um sich ein Urteil zu bilden. Da ist Konstanz gefragt. Aber: ein positiver erster Eindruck sorgt gemeinhin für eine positive Grundstimmung. Und die herrscht am Schalker Markt nach seinem 1. Auftritt, was nicht unbedingt selbstverständlich für blau-weiße Verhältnisse ist. Das ist schon mal eine Leistung des Italo-Schweizers. Jetzt gilt es, Leistung mit der Mannschaft zu bringen.

 

Dreierpack zu di Matteos Premiere

 

Der Verein: Die Uhren ticken beim FC Schalke 04 anders als bei vielen anderen Klubs. Man muss seine Stärken (Emotionen und Leidenschaft) nutzen und seine Schwäche (stetige Unruhe) steuern können. Di Matteo gelang dieser Spagat fürs Erste perfekt. Auf die Frage, wie er Schalke beruhigen will, antwortete RDM beeindruckend: „Das hat in 100 Jahren niemand geschafft!“ (Gruß an Herrn Magath). Dabei lächelte der 44-Jährige, wobei man das Gefühl hatte, dass er in etwa die Vorstellung hat, was ihn in Gelsenkirchen erwartet. Di Matteo weiß, dass er sich auch anpassen muss und macht das. Öffentliche Trainingseinheiten wird es auch unter ihm zukünftig geben, obwohl es in Italien und England nahezu undenkbar ist, vor Zuschauern zu trainieren. Doch di Matteo will das Umfeld von Beginn an mit einbeziehen. „Wenn man an Schalke denkt, denkt man an Leidenschaft. Der Verein steht für Leidenschaft und hat herausragende Fans“, sagte RDM. Ob es nur Phrasen sind oder doch mehr, muss sich erst noch zeigen. Zumindest betrat er bei erstmal den Trainingsplatz um 14:NullVier Uhr und übernahm sofort das Kommando. Diese positive S04-Energie muss di Matteo irgendwie auf die Mannschaft ummünzen. Eine Mammutaufgabe. Aber der 1. Eindruck ist positiv.

 

Die Analyse: Man kann lange um den heißen Brei reden, man kann aber auch direkt den Finger in die Wunde legen -und das mit Stil! „Wir haben ein gutes Team, eine Mannschaft mit viel Potenzial nach vorne. Aber defensiv gab es zuletzt das ein oder andere Problem. Am Defensivverhalten werden wir in den kommenden Einheiten arbeiten“, lautete sein erstes Fazit. Dazu fiel immer wieder das Wort „Organisation“, woran gearbeitet werden muss. In der Kürze war es eine treffende Analyse mit ein paar Floskel („gut und erfolgreich spielen“, „flexibel agieren“) und gibt Hoffnung, dass di Matteo die Defizite erkannt hat (vielleicht hat er ja auch den ein oder anderen Dreierpack gelesen ;-). Jetzt muss er nur noch die Probleme lösen, damit die Ziele erreicht werden können. „Wir möchten uns für die Champions League qualifizieren“, sagte di Matteo. 1. Eindruck: positiv.

 

Sein Stil: Wenn di Matteo das umsetzen kann, was er bei seinem 1. Auftritt verkörpert hat, ist den Verantwortlichen ein sehr guter Griff gelungen. Der 44-Jährige wirkte ruhig und gelassen, aber bestimmt. „Ich kommuniziere viel mit den Spielern - ich war selber auch Spieler und kann ihre Mentalität verstehen“, sagte di Matteo und erklärte: „Es gibt eine Hierarchie in der Kabine, aber es gibt klare Regeln.“ Und die 1. Regel nannte er unmissverständlich: „Es gibt nur einen Boss!“ - Roberto di Matteo. Wenn er es schafft, in einer authentischen Weise dem Team mit dieser Autorität gegenüber zu treten, kann di Matteo diese Mannschaft (mit ihren schwierigen Charakteren) in den Griff bekommen. Zumindest war der 1. Eindruck positiv.

Trainerentlassung auf Schalke:

Keller geht, di Matteo kommt

 

Stühle rücken auf Schalke! Keller geht, di Matteo kommt! Der FC Schalke 04 hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Keller sowie seinen Assistenten Herrmann (Co) und Gehrke (Torwart) getrennt. Gleichzeitig präsentierten die Königsblauen einen neuen Fußballerlehrer: Roberto di Matteo. Der 44-Jährige erhält genauso einen Vertrag bis Juni 2017 wie der neue Co-Trainer Attilio Lombardo und TW-Trainer Massimo Battara. Schalke bekommt damit einen Sprachkünstler, der sechs Sprachen fließend spricht. Hoffentlich ist er auch ein Künstler an der Seitenlinie.

In einer kleinen Umfrage bei der Horster Kurve (14 Mitglieder haben mitgemacht) ist die Reaktion eindeutig. Die Entlassung von Keller war die richtige Entscheidung. Gleichzeitig empfangen die Kurvis den neuen Coach mit offenen Armen. Elf Kurvis sind mit der Wahl zufrieden, zwei sind nicht begeistert. Keine Einschätzung gab Dirk ab, der fragt: „Mit der Defensive einen Defensivkünstler zu holen? Ich hoffe, er spielt von der Taktik offensiver als bei Chelsea.“ Eindeutig ist dagegen die Meinung zur Leistung von Heldt. Hier hätten neun Kurvis nichts dagegen, wenn der Manager ebenfalls einen Schlussstrich am Schalker Markt ziehen würde.

 

Dreierpack zum Trainerwechsel

 

Die Trennung: Der Trainerwechsel ist absolut richtig! Die Gründe wurden im Dreierpack in den letzten Monaten immer wieder erörtert und wiederholten sich. Die Handschrift des Trainers fehlte. Keller hat es einfach nicht geschafft, der Mannschaft eine Identität zu geben. Taktisch, spielerisch und vom Tempo gab es keine Entwicklung. Nur auf die individuelle Klasse und Einzelaktionen zu hoffen, reicht auf Dauer nicht aus. Auch nach dem Derby-Sieg gab es (mal wieder) keine Aufbruchstimmung, weil schlichtweg der Plan fehlte. Stattdessen folgte wieder Fußballmagerkost gegen Maribor und Hoffenheim.

 

Der Neue: Di Matteo ist am 29. Mai 1970 in Schaffhausen (Schweiz) geboren, bestritt aber 34 Länderspiele (2 Tore) für Italien. In seiner aktiven Zeit spielte der 44-Jährige u.a. für Lazio Rom und dem FC Chelsea. Im September 2000 zog er sich eine Unterschenkelfraktur sowie einen zweifachen Wadenbeinbruch zu. Zu einem Comeback reichte es danach nicht mehr. 17 Monate und fünf Operationen später beendete der Italo-Schweizer seine aktive Karriere. Neben einem Diplom in BWL erwarb di Matteo zudem die Trainerlizenz und stieg 2008 ins Trainergeschäft ein. Über Milton Keynes Dons und West Bromwich Albion kam er 2011 nach London zu Chelsea - zunächst als Co-Trainer. Ab 4. März 2012 übernahm er das Amt des Chef-Trainers für den entlassenen Villas-Boas. An der Stamford Bridge feierte di Matteo auch seinen größten Erfolg als Trainer. In München holten die Blues gegen die Bayern die Champions-League-Krone. Fünf Monate später war aber sein Engagement in London auch schon beendet. Nach einem 0:3 bei Juventus Turin und dem Aus in der Gruppenphase der Königsklasse entließ ihn Abramowitsch. Nach fast zwei Jahren ohne einen Job beginnt nun die Ära di Matteo am Schalker Markt.

 

Der Stil: Wer sich vom neuen Trainer auf Schalke modernen Offensivfußball verspricht, wird enttäuscht. In di Matteo fließt italienisches (Catenaccio-) Blut durch die Adern und so ist auch sein Fußball angehaucht: eine defensive Grundordnung mit viel taktischer Disziplin. Als Spieler war er im zentralen Mittelfeld schon ein Stratege und dirigierte seine Nebenleute. Das ist er auch als Trainer. Taktische Übungen, wie das Verschieben im Defensivverbund, werden in Zukunft auf der Tagesordnung des Trainingsplans stehen und bis zum Erbrechen einstudiert. Zudem hat di Matteo bei Chelsea bewiesen, dass er mit Stars arbeiten kann. Obwohl er noch nicht viel Erfahrung als Trainer vorweisen kann (3,5 Jahre als Chef), standen Drogba, Lampard, Terry und Co. hinter dem Coach. Di Matteo war aber nicht nur bei den Spielern beliebt, sondern auch bei den Fans, für die er nach dem Gewinn der Königsklasse den Status eines Heiligen besitzt. Dennoch wurde er entlassen, weil er nach dem Geschmack von Abramowitsch zu wenig Flair ausstrahlte. Di Matteo ist wie Keller ein ruhiger Typ, allerdings viel analytischer. Nun muss er seine defensive Philosophie auf Schalke in einem emotionalen Umfeld unter Beweis stellen und umsetzen. Viel Glück, Röbi!

1899 Hoffenheim - Schalke 04 2:1

 

Die königsblaue Realität! Die 1:2-Niederlage des FC Schalke 04 in Hoffenheim ist nicht überraschend. Im Gegenteil, sie war zu erwarten, spiegelt die aktuelle Verfassung und fiel auf dem Papier humaner aus als gedacht. Mehr ist in dieser Mannschaft einfach nicht drin. Oder besser gesagt, der Trainer kann aktuell nicht mehr aus diesen Spielern herausholen. Selbst die Euphorie nach dem Derby-Sieg ist nach dem ernüchternden 1:1 gegen Maribor und der Pleite in Hoffenheim verpufft. 

 

Dreierpack zum Spiel

 

Schalke ohne Plan: Leblos, hilflos, Königsblau. Kein Plan, kein System, kein Tempo! Das 1:2 schmeichelte den Knappen, es hätte auch gut und gern 0:4 oder 0:5 enden können. Einzig Fährmann war es zu verdanken, dass die Niederlage so knapp ausfiel. Da braucht auch keiner sagen, dass die ersten zehn Minuten gut waren. Mag sein, und hätte Choupo-Moting in der 1. Minute getroffen, dann hätte … – hätte, hätte, Fahrradkette. Zehn Minuten reichen nicht für eine Mannschaft mit dem Anspruch in der Champions League zu spielen – englische Wochen hin oder her. Nach dem Seitenwechsel trabten die Spieler über das Feld und wissen noch nicht mal wohin. Selbst nach dem 1:2 von Huntelaar war nix von Aufbruchstimmung zu spüren. 

 

Hoffenheim mit Plan: Wie man mit einem Plan Fußball spielt, zeigte 1899. Die Hausherren überließen den Schalkern den Ball (über 60 Prozent Ballbesitz) und warteten auf die Fehler des Gegners, um dann blitzschnell auszuschwärmen. Ein Deja für jeden Schalker, der die Partie in Gladbach gesehen hat. Und wie im Borussia-Park spielte ihnen der S04 in die Karten. Unfassbar, wie viele Ballverluste sich dieses Team in der Vorwärtsbewegung leistete. Besonders Höger leistete sich Fehlpässe, die einen fassungslos machen. Seine beiden Ballverluste vor den Toren waren eine einzige Katastrophe. Elyounoussi und Szalai (ausgerechnet der Ungar) sagten zwei Mal Danke. Doch Högers Kollegen machten es nicht besser, konnten sich aber bei Fährmann bedanken, dass er die Fehler ausmerzte. Die Kunst besteht aber auch darin, etwas aus den Ballgewinnen zu machen. Hier gab es in Gladbach und Hoffenheim den perfekten Anschauungsunterricht. Schnelles Umschalten bei dem jeder Spieler seinen Laufweg kennt. Tempo wird aufgenommen und die Pässe werden in den gefährlichen Raum in die Tiefe gespielt. Querpass - Tor! 

 

Konsequenzen: Wann passiert auf Schalke endlich etwas? Sieht es denn keiner, dass es taktisch und fußballerisch keine Fortschritte gibt? Keiner erwartet, dass Schalke einen Gegner 90 Minuten schwindelig spielt. Man wäre schon froh, wenn man ein, zwei Spielzüge sehen würde, die dem Stempel „eingespielt“ tragen und nicht auf Einzelaktionen basieren. Man erkennt kaum Ansätze von einem Kombinationsspiel. Und das kann nicht nur mit den verletzten Spielern zu tun haben. Keller bekommt es einfach nicht hin, Struktur in die Mannschaft zu bekommen. Stattdessen hört man immer wieder diese Floskel „Wir müssen das Spiel knallhart analysieren“! Nur was nutzt es, wenn es nicht besser wird? Es ist immer das gleiche gegen „machbare“ Gegner wie Hoffenheim, Maribor oder Hannover. Fußballerisch ist das alles eine Bankrotterklärung – kreativlos, langsam, chaotisch. Die Spiele gegen die Zecken, Bazen und Chelsea waren positive Ausrutscher. Nicht aber weil man fußballerisch geglänzt hat, sondern leidenschaftlich dagegen hielt. Das reicht auf Dauer nicht. Da ist keine Entwicklung zu sehen und schreit nach Konsequenzen. 

Schalke 04 - NK Maribor 1:1

 

Ein Trauerspiel am Festtag. Der FC Schalke 04 ist nicht über ein 1:1 gegen NK Maribor hinaus gekommen. Von Euphorie nach dem Derby-Sieg war nichts zu sehen. Stattdessen verfiel Schalke mal wieder in den Schlafwagen-Fußball-Modus: statisch, ideenlos, ohne Tempo, ohne Bewegung. Natürlich lassen die Kräfte nach den englischen Wochen nach, selbstverständlich ist die personelle Lage immer noch angespannt. Aber: Kaum entspannt sich die sportliche Lage ein wenig nach den Erfolgen gegen Bremen und Lüdenscheid, lässt diese königsblaue Truppe direkt nach. Einfach enttäuschend.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Klartext vom Hunter: Bei den Interviews nach Spielschluss würde man am liebsten schreien. Das Klagen à la „es wird alles schlecht geredet“ (Aogo) oder „einige Spieler gehen auf dem Zahnfleisch“ (Keller) – es ist gerade einmal ein Viertel der Saison gespielt! - ist eine Bankrotterklärung. Doch es gibt auch Spieler, die Klartext reden. Bei „sky“ sprach Huntelaar einem aus der Seele: „Es lag nur an uns. Wir hätten besser spielen müssen, dann hätten wir gewonnen. Der Anfang war gut, aber dann haben wir gemerkt, dass wir besser waren und haben nachgelassen. Dann zieht man sich selber runter, das konnte man sehen. Wir waren zu leichtsinnig, haben zu wenig gemacht. Normalerweise muss man so einen Gegner wegspielen, von links nach rechts, schnell, mit Flanken. Es war aber alles zu langsam. Darum haben wir nicht gewonnen.“ Nichts als die Wahrheit!

 

Achterbahnfahrt: Die Trainerdiskussion beim S04 ist eine unendliche Geschichte. An dieser Stelle kann man ausführlich über die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte sprechen oder über den schlechtesten Saisonstart seit über 40 Jahren diskutieren. Es reicht aber auch ein Blick auf die letzten 04 Tage. Es war die reinste Achterbahnfahrt. Im Revier-Derby gelang den Knappen mit dem Rücken zur Wand ein Befreiungsschlag. Das Rezept: individuelle Klasse gepaart mit viel Leidenschaft sowie absolutem Einsatzwille. Die Knappen begeisterten im Stile eines Kumpel- und Malocherklubs. Fast 76 Stunden später das Kontrastprogramm. Zwar heißt es Königsklasse, aber die Mannschaft steht nicht mehr mit dem Rücken zur Wand und der Gegner heißt „nur“ Maribor. Die Kunst: die Euphorie aus dem Derby mit ins Spiel zu nehmen. Das haben die Spieler nicht geschafft, und dass leider nicht zum ersten Mal. Genau da ist der Trainer gefragt. Denn wenn die Leidenschaft, der letzte Einsatzwille fehlen (und es geht nicht immer nur über die Physis!) und die individuelle Klasse (mit Einzelaktionen Spiele zu entscheiden) nicht ausreicht, ist Sand im Getriebe. Die Lösung ist simpel: ein funktionierendes Spielsystem (unabhängig von der individuellen Klasse), Automatismen um den Gegner zu knacken. Doch das fehlt auf Schalke, die ominöse Handschrift des Trainers. Aber da sind wir schon wieder bei der unendlichen Geschichte.

 

Respektables Maribor: Der slowenische Trainer hatte nicht nur seine Elf sehr gut auf Schalke eingestellt, sondern die Partie auch noch treffend analysiert. „Hier wäre mehr für uns drin gewesen“, sagte Simundza. „Das Gegentor war ein Geschenk von uns.“ Die Führung durch Bohar glich Huntelaar unter tatkräftiger Unterstützung von Viler (katastrophaler Fehlpass am eigenen Strafraum) aus. Wer weiß, wie das Spiel ohne diesen Blackout ausgegangen wäre. Denn Maribor ließ kaum etwas anbrennen. Die Angreifer Tavares und Ibraimi liefen immer wieder mal an und zwangen die Schalker zu langen, hohen Bällen. Die waren ein gefundenes Fressen für die Abwehr-Hünen Suler und Rajcevic. Kamen die Knappen über die Mittellinie, machten die Slowenen das Zentrum dicht. Dabei ließen sie zwar Räume auf den Außenbahnen frei und nahmen Flanken in Kauf, vertrauten aber auf ihre beiden Abwehr-Kolosse, die alles abräumten. Zudem profitierte Maribor davon, dass Schalke die Räume mit Tempospiel nicht nutzte und sie sich teilweise mit bis zu vier Mann selbst im Weg standen. Offensiv setzten die Gäste Nadelstiche und kamen unter Schalker Mithilfe zur Führung. Ein misslungener Hackentrick von Fuchs in der gegnerischen Hälfte und ein Stellungsfehler von Ayhan reichten Maribor für einen schnellen Konter zum 1:0. Es hätte fast gereicht.

Schalke 04 - Lüdenscheid-Nord 2:1

 

Die Nummer 1 im Pott sind wir! Der FC Schalke 04 hat das 145. Pflichtspiel-Revier-Derby mit 2:1 gegen Borussia Dortmund gewonnen. Dabei ließen zwei kamerunische Löwen die Donnerhalle beben. Matip und Choupo-Moting erzielten die Treffer für Königsblau, Aubameyang traf für Lüdenscheid. In einem kampfbetonten, aber fairen Duell behielten die Knappen nach 90 Minuten die Oberhand, da sie in der Defensive kaum Chancen zuließen und in der Offensive die Fehler des Gegners gnadenlos bestraften. Besonders erfreulich: Rund ums Derby war die Stimmung friedlich.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Geburtstagsgeschenke: Seinen 26. Geburtstag konnte Fährmann nicht besser als mit einem Derby-Sieg feiern. Der Keeper zeigte bis auf einen kleinen Wackler erneut eine tadellose Partie. Er pflückte viele Flanken souverän ab und parierte den Schuss von Immobile kurz nach der Pause ganz stark zur Ecke. Zur Belohnung durfte Ralle nach Schlusspfiff in die Nordkurve ans Megafon und stimmte ein „Vorwärts Schalke“ an. Doch nicht nur Fährmann hatte Grund zum Feiern, sondern auch Friedrich Weber. Friedrich wer? Friedrich Weber, der seinen 93. Geburtstag feierte. In der Halbzeitpause gratulierte ihm der Quatscher 04 höchstpersönlich, und dass 04 Meter von der Horster Kurve entfernt. Zwar ging Friedrichs Wunsch, einen 3:1-Sieg, nicht in Erfüllung, aber auch mit dem 2:1 war der S04-Fan bestimmt zufrieden. Somit hatten beide einen schöneren Geburtstag als Draxler vor einer Woche gegen Frankfurt ;-)

 

Gastgeschenke: Klobbo und Schalke, das passt irgendwie nicht. Es war nicht das erste Mal, dass sich der BxB-Coach gegen die Knappen taktisch verzockt hat. Diesmal setzte er zwar nicht auf eine Dreierkette, sondern auf ein 4-4-2 mit zwei Spitzen und beraubt sich um seinen High-Speed-Fußball. Er verzichtete auf Kagawa und vertraute auf Immobile und Ramos, die aber bei Neustädter und Matip bestens aufgehoben waren. Über die Außen versuchten Aubameyang und der Kevin-Döner Druck auszuüben. Da der Kevin aber mal wieder in einem Derby blass blieb, konnte lediglich Aubameyang den Turbo zünden. Allerdings traf dieser erneut auf einen überragenden Uchida, der ihn selten zur Entfaltung kommen ließ. Nach 57 Minuten korrigierte sich Klobbo mit der Einwechslung von Kagawa für Immobile. Zwar erzeugten die Gäste dadurch mehr Druck, aber zu spät. Die Zeit lief ihnen davon und sie mussten mit hohen Bällen operieren. Das spielte Schalke perfekt in die Karten. Doch nicht nur der Gäste-Coach verteilte Geschenke, sondern auch seine Spieler. Beim 1:0 ließ Matip Hummels ins Leere laufen und köpfte die Ecke von Aogo ein. Vor dem 2:0 löschte Ramos die Kugel unbedrängt und völlig überhastet vor die Füße von Choupo-Moting, der dann überlegen einschob. Danke, BxB!

 

Gänsehautstimmung: Für solche Momente geht man ins Stadion. Es herrschte mal wieder eine Gänsehaut-Atmosphäre in der Donnerhalle. Die Emotionen nach den Toren sind schon unglaublich. Doch was in den letzten zehn Minuten in der Donnerhalle abging, kann man mit Worten kaum beschreiben. So etwas muss man selbst erleben und fühlen. Um 16:04 Uhr war es ein Mix aus Hoffen und Bangen, dass die Knappen hinten dicht halten und vorne vielleicht noch einen Konter erfolgreich abschließen. Und was macht man bei dieser nervenaufreibenden Spannung? Man steht auf, peitscht das Team nach vorne und singt sich die Seele aus dem Leib. Mit dem Schlusspfiff löste sich die Spannung, wandelte sich in Freudentaumel und wird mit dem „Mythos vom Schalker Markt“ gefeiert. Einfach nur geil!

Werder Bremen - Schalke 04 0:3

 

Die Wundertüte hat überrascht, diesmal aber im positiven Sinne. Der FC Schalke 04 hat beim 3:0-Erfolg beim SV Werder Bremen den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht. Ein Doppelschlag kurz nach dem Seitenwechsel brachte die Königsblauen auf die Siegesstraße. Innerhalb von 169 Sekunden trafen Meyer und Neustädter. Danach ließ die Defensive der Knappen nichts mehr anbrennen, während die Offensive in Person von Barnetta den Schlusspunkt zum 3:0 setzte. Dieser Erfolg sollte für Selbstvertrauen vor dem Revier-Derby sorgen. Denn ab jetzt heißt es: Derby-Modus an!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Effizienter Abschluss: 41 Minuten hat es gedauert, bis die Knappen in der Offensive mal etwas Brauchbares produzierten. Leider versemmelte Aogo die tolle Vorarbeit von Huntelaar. Die Frage nach dem Hoffnungsschimmer oder dem Strohfeuer wurde zunächst eindeutig beantwortet: Strohfeuer! Mehr Optimismus ließen die ersten (sehr, sehr) holprigen 40 Minuten nicht zu. Nach der Pause musste die Meinung aber schleunigst revidiert werden. Denn Schalke schlug eiskalt zu und nutzte direkt nächsten beiden Chancen. Dabei nahmen die Königsblauen die Bremer Gastgeschenke dankend an. Nach einem langen Abschlag von Fährmann vernaschte erst Huntelaar den naiven Caldirola und bediente Meyer. Der 19-Jährige zog aus 17 Metern mit seiner „linken Klebe“ zum Gewaltroller ab und durfte jubeln - 1:0. Keeper Wolf war zwar dran, ließ die Kugel aber über seine Fingerkuppen ins Tor rollen. Danke, Raphael! Werder geschockt und S04 legte nach. 169 Sekunden später ging Neustädter entschlossen zum Ball und verwertet per Kopf die Ecke von Fuchs. Effizientes Schalke: 3 Chancen, 2 Tore. Danach war Bremen bemüht, aber harmlos. In der 85. Minute setzte Barnetta mit all seiner Routine den Deckel drauf.

 

Stabile Defensive: Endlich steht mal wieder die Null. Acht Pflichtspiele kassierten die Knappen mindestens ein Gegentor (letztes zu Nullspiel am 3. Mai beim 2:0 in Freiburg). Jetzt waren die Schotten mal wieder hinten dicht - die Basis für Erfolg an der Weser. Vor allem schloss Uchida mit seiner Rückkehr die Baustelle hinten rechts. Zwar machte der Japaner keine Wunderdinge, aber „Uschi“ weiß wie man als gelernter Rechtsverteidiger die Position spielt und ist somit ein deutliches Upgrade zu all den anderen. Dazu scheint sich ein Duo in der Innenverteidigung gesucht und gefunden zu haben. Das Notkonstrukt Ayhan und Neustädter funktioniert. Vor allem Neustädter blüht auf. Seine Schnelligkeitsdefizite fallen nicht so sehr auf und seine Quer- bzw. Sicherheitspässe machen in der Innenverteidigung deutlich mehr Sinn als im defensiven Mittelfeld. Kombiniert sich der Gegner doch mal durch, ist auf Fährmann Verlass. In Bremen hielt der Keeper gegen Junuzovic und Elia vor der Pause die Null fest. Huub Stevens hätte da bestimmt seine Freude dran.

 

Causa Barnetta: Was hat Keller gegen Barnetta? Egal wie angespannt die personelle Lage bei den Königsblauen ist, dem Schweizer bleibt immer nur ein Bankplatz. In Bremen erhielten zunächst Höger und Sam die Startelfplätze von Draxler und Boateng. Danach wurde ihm sogar Clemens vorgezogen, als der indisponierte Sam zur Pause raus musste. Erst in der 79. Minute durfte der 29-Jährige aufs Feld und zeigte, wie wertvoll er ist. Mit seiner Routine sorgte Barnetta total abgezockt für die Entscheidung! Dabei hatte Barnetta bereits gegen Frankfurt bewiesen, dass Verlass auf ihn ist. In doppelter Unterzahl sorgte Barnetta nach seiner Einwechslung für Entlastung und war maßgeblich am Platzverweis von Medojevic beteiligt. Belohnt wurde diese Leistung bei Werder aber nicht. Unverständlich, denn schlechter als viele andere Spieler ist Barnetta keinesfalls. Im Gegenteil, er hätte sich längst mal eine faire Chance verdient.

Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 2:2 

 

Tolle Moral nach einem 0:2 Rückstand?! Mit 9 Mann toll gekämpft?! Ja, das könnten die positiven Aspekte des 2:2 vom FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt sein. Doch kann man damit zufrieden sein? Nein! Die negativen Aspekte überwiegen nach den 90 Minuten. Unterm Strich steht wieder nur ein Pünktchen gegen biedere Frankfurter, die auch in doppelter Überzahl nicht viel zu Stande brachten. Dennoch schossen die Hessen zwei Tore, weil das Schalker Abwehrverhalten unterirdisch war. 0:2 nach 24 Minuten und lange Gesichter am Schalker Markt. Danach ließen Meyer und Huntelaar dicke Chancen liegen. Es folgte der Besuch von Asi Erich im Block der Horster Kurve und sofort fluppte es! Schiedsrichter Schmidt schenkte den Knappen einen Handelfmeter, der Choupo-Moting lässig, arrogant ins Tor chippte. Schalke war dran und legte nach dem Seitenwechsel nach. Flanke Choupo-Moting, Kopfball Draxler – 2:2. Die Königsblauen auf dem Weg zum Sieg? Nein, da sich Boateng und Draxler Disziplinlosigkeiten erlaubten. Dafür konnte dann auch letztlich nichts mehr der völlig überforderte Schiedsrichter. Somit erlebten die 61.798 Zuschauer in der Veltins-Arena die reinste Achterbahnfahrt.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Tolle Geste: Am 12. April 2014 kämpfte er beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt um sein Leben. Und er schaffte es. Ein Schalker Fahnenträger hatte während des Spiels gegen die Hessen einen Herzinfarkt erlitten. Hinter dem Tor der Südkurve brach er zusammen. Dabei zeigten die Fans der Eintracht eine tolle Geste, stellten ihren Support ein und zitterten mit dem Schalker, so wie kurz darauf das gesamte Stadion. Der 47-Jährige überlebte und nutzte die erneute Partie gegen Frankfurt, um sich bei den Fans aus der Main-Metropole für deren große Fair-Play-Geste. Er ging vor deren Kurve, schwenkte seine riesige S04-Fahne, klatschte ihnen zu und erntete einen warmen Applaus. Ein ganz tolle Geste!

 

Erbärmliches Defensivverhalten:  Wo war die Aggressivität vom Chelsea-Spiel? Irgendwo in der Kabine geblieben. Die Highlights markierten die beiden Gegentreffer. Nach einer Ecke scheiterte Boateng(!!!) zunächst am glänzend reagierenden Fährmann. Den Nachschuss vollstreckte Meier aus kurzer Distanz. Und die Schalker Feldspieler? Schauten zu! Genauso wie beim 0:2. Russ fragte sich in zehn Jahren noch, wie ihm dieses Tor gelang. Wie Slalomstangen ließ der INNENVERTEIDIGER (!!!) Boateng und Fuchs stehen. Neustädter rückte zu spät raus und Russ zirkelte die Kugel ins lange Eck – unfassbar. Wenigstens war Neustädter gegenüber „Der Westen“ ehrlich: „Da haben wir uns dumm angestellt.“

 

Platzverweise: Innerhalb von zehn Minuten flogen zwei Knappen vom Platz. Erst erwischte es Boateng nach einem wiederholten taktischen Foulspiels, danach Draxler wegen einer Tätlichkeit. Damit erwies das Duo ihren Kollegen einen Bärendienst, da die Königsblauen in dieser Phase drauf und dran waren, das Spiel zu drehen. Zudem sind beide für das Dienstagsspiel in Bremen gesperrt, Draxler wahrscheinlich auch für das Revierderby. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob die Gelb-Rote Karte für Boateng richtig war. Natürlich sieht es so aus, als ob Schalkes Nummer 9 weg bleiben will. Aber der Prince trifft ihn. Da muss sich ein erfahrener Spieler cleverer anstellen und weg bleiben. Gerade weil der Schiedsrichter diese taktischen Fouls immer ahndete. Siehe auch die Ampelkarte für Medojevic (Lob an Barnetta, der nach seiner Einwechselung noch mal für Schwung und Entlastung sorgte!). Das darf Boateng nicht passieren. Und Draxler? Der Youngster hat sich von Zambrano provozieren lassen und trat nach. Mensch Jule, man weiß doch wie der Peruaner tickt. Und das an deinem 21. Geburtstag. Schlimmer geht es eigentlich nimmer. Da tröstet nicht mal Draxlers erstes Kopfballtor in der Bundesliga. Eine Achterbahnfahrt, die in der Fußball-„Hölle“ endete.

FC Chelsea - Schalke 04 1:1

 

Achtungserfolg an der Stamford Bridge. Der FC Schalke 04 hat mit einem 1:1 beim FC Chelsea überrascht. Die frühe Führung durch Fabregas egalisierte Huntelaar Mitte der 2. Halbzeit. Es war der erste Treffer im 5. Champions-League-Spiel gegen die Blues. Allerdings musste man sich schon die Augen reiben. War das wirklich die Schalker Elf, die vier Tage zuvor in Mönchengladbach mit 1:4 unter die Räder kam? Ja, das waren fast dieselben Spieler, nur gingen sie diesmal mit einer ganz anderen Einstellung zu Werke. Und wurden belohnt. Jetzt gilt es, wie schon nach dem 1:1 gegen die Bazen, diese Leistung auch gegen "schwächere" Gegner unter Beweis zu stellen. Was zählt ist der Samstag, dann kommt Eintracht Frankfurt in die Veltins-Arena. Mit der Leistung von Chelsea sollten drei Punkte machbar sein, mit der bei den Fohlen nicht. Welches Gesicht zeigt der S04?

 

Dreierpack zum Spiel

 

Verletzungsseuche: An der Stamford Bridge fehlten verletzungsbedingt neun Spieler. Das neuste Mitglied unter den Patienten heißt Höwedes (Sehnenanriss). Damit gesellte sich der Kapitän zu Giefer (Adduktoren), Santana (Muskelbündelriss), Matip (Adduktoren), Kolasinac (Kreuzbandriss), Uchida (Patellasehne), Kirchhoff (Innenbanddehnung), Goretzka (muskuläre Probleme) und Farfan (Knorpelschaden). Die Verletzungsmisere wird auf Schalke immer mehr zu einer unendlichen Geschichte! Das Lazarett der Knappen ist seit Monaten immer gut gefüllt. Neben den aktuellen Patienten schauten in dieser Saison dort auch schon Ayhan, Fuchs, Aogo, Clemens, Boateng, Meyer, Sane, Barnetta, Draxler, Sam, Obasi und Huntelaar vorbei. Alles andere als gute Voraussetzungen, um eine Mannschaft aufs Feld zu schicken, die zum einen in einer sehr guten körperlichen Verfassung und zum anderen eingespielt ist. Wie man so viele Ausfälle kompensiert, hat die Mannschaft in London gezeigt: mit Laufbereitschaft, mit Mut und viel Leidenschaft. Das was einen Kumpel- und Malocherclub auszeichnet. Warum nicht immer so?

 

Verrückte Viererkette: Mit Spannung wurde auf die Aufstellung der Schalker gewartet. Wie spielen die Blauen? Um 19:46 Uhr war es soweit. Und es wurde einem Angst und Bange. Die Viererkette setzte sich aus Höger, Ayhan, Neustädter und Fuchs zusammen - total verrückt. Doch knapp drei Stunden später musste man seine Meinung revidieren: Gut gemacht, Jungs! Neustädter zeigte sein bestes Spiel seit Monaten und rettete kurz vor Schluss nach einem Schuss von Remy auf der Linie - Respekt. Ayhan behielt zunächst die Oberhand gegen Drogba und später auch gegen Diego Costa - ganz stark. Auf den Außen hatten Höger und Fuchs zwar immer wieder Probleme mit den schnellen Hazard und Willian, jedoch stand unterm Strich ebenfalls eine gute Leistung des Duos. Zudem erhielt die Abwehrreihe viel Unterstützung von der Doppel-Sechs (Aogo, Boatang) in der Mitte sowie von  Draxler und Sam auf den Außen. Dazu waren sich auch Meyer und Huntelaar nicht zu schade, den Rückwärtsgang einzulegen. Und wenn es die Feldspieler nicht richteten, war immer noch ein Färhmann zur Stelle, der gegen Hazard einen überragenden Reflex zeigte. Natürlich kann man Chelsea nicht 90 Minuten ausschalten, das geht auch in Bestbesetzung nicht. Diese hochkarätig besetzte Mannschaft wird immer zu Chancen kommen. Und normalerweise brauchen die Blues auch nicht viele Möglichkeiten, um zu treffen. Doch gestern hatten die Knappen das Glück, dass Chelsea die Kaltschnäuzigkeit vermissen ließ. Wobei sich die Königsblauen das Glück verdient haben. Mit großer Laufbereitschaft, mit viel Leidenschaft, mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung und mit Mut. Mut, auch Akzente nach vorne zu setzen. Und dieser wurde mit dem 1:1 belohnt.

 

Kuriose Tore: Der Ärger über das 0:1 war gleich doppelt groß. Warum dribbelte Meyer 25 Meter vor dem Tor? Dabei versprang ihm der Ball, verlor ihn gegen den grätschenden Fabregas. Die Folge: Fabregas erzielte fünf Sekunden später das 1:0. Gleichzeitig regte einen der Schiedsrichter auf. Warum pfeift er nicht das Foul von Fabregas an Meyer ab? Der Schalker war vor dem Spanier am Ball, der zu spät kam und Meyer umgrätschte. Die Pfeife blieb aber stumm. Aus dem Nichts gingen die Engländer in Führung. Zum Glück besiegelte diese Szene nicht die Niederlage der Knappen. Denn eine ähnliche Situation führte zum 1:1. Diesmal spitzelte Huntelaar Fabregas den Ball vom Fuß. Kann man, muss man aber nicht pfeifen. Der Pfiff blieb aus. Draxler zog den Spurt an, spielte dem Hunter die Kugel in den Fuß und der Niederländer versenkte den Ball trocken ins linke Eck - 1:1.

Mönchengladbach - Schalke 04 4:1

 

Highspeed-Fußball schlägt Schlafwagen-Gekicke. Der FC Schalke 04 ist mit 1:4 bei Borussia Mönchengladbach unter die Räder gekommen und kann froh sein, dass es nicht noch schlimmer kam. Dabei legten die Königsblauen im Borussia-Park gut los. Doch nach einer Viertelstunde war Schluss mit lustig. Die Fohlen schalteten einen Gang höher und überrannten die Knappen regelrecht. Der doppelte Hahn, Kruse und Raffael schossen den verdienten Sieg heraus. Choupo-Moting verkürzte zwar zwischenzeitlich per Handelfmeter auf 1:2, aber das war nicht mehr als ein Strohfeuer. Trotz der vielen verletzten Akteure war es ein blamabler Auftritt.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Taktische Mängel: Schalke versuchte, über die Außen Druck zu entwickeln. Die Außenverteidiger standen hoch. Rechts wollte Clemens immer Sam unterstützen, links rückte Aogo zu Fuchs auf. Dazu zog es Höger immer nach rechts und Boateng tummelte sich des Öfteren auf der linken Seite. Doch anstatt eine sinnvolle Überzahl zu schaffen, standen sich alle auf den Füßen. Keiner wusste so richtig, wohin er laufen sollte oder wie man die Situationen lösen sollte. Noch schlimmer ist, dass man durch diese Konstellation offen wie ein Scheunentor war – und das ist gegen eine konterstarke Mannschaft wie Gladbach tödlich. Bestes Beispiel war das 0:1. Boateng wollte mit der Hacke ablegen, die Kugel landete bei Stranzl. Der Österreicher leitete weiter auf Kruse, der Hahn rechts in die Tiefe schickte. Und dort war weit und breit kein Aogo, Fuchs oder sonst wer. Hahn sagte danke, spurtete 40 Meter unbedrängt in Richtung Tor und zimmerte die Kugel in die Maschen. Der Anfang vom Ende.

 

Kein Plan B: In der Anfangsphase kamen die Schalker noch über die Außenseiten durch. Vor allem Sam spielte Wendt teilweise schwindelig. Doch nach einer Viertelstunde reagierten die Fohlen und machten die Außen dicht. Und wie reagierte Schalke? Plan- und ideenlos. Teilweise kamen sie in der zweiten Halbzeit nicht einmal mehr in die gegnerische Hälfte. Oftmals fehlten die Anspielstationen, weil sich kaum einer bewegt. Das Spiel war statisch und leicht auszurechnen. Im Gegensatz dazu zeigten die Gladbacher, wie es geht. Schnelles Umschaltspiel, viel Tempo auch ohne Ball und den Mut zum Risiko. Viermal wurde es belohnt, fast genauso oft stoppte Fährmann einen weiteren Gegentreffer.

 

Zu langsam, zu zahm: Im zentralen Mittelfeld waren die Gladbacher eine Klasse besser. Die Knappen waren in Persona von Höger, Neustädter und Boateng einfach zu langsam und nicht aggressiv im Zweikampf. Höger hatte oftmals das Nachsehen im Eins-gegen-Eins, weil er nicht ins Tempo kam.  Beim 1:3 ließ ihn Raffael im Mittelfeld einfach mit einem schnellen Antritt stehen und spielte einen Traumpass zu Kruse, der eiskalt abschloss. Genauso oft hatte Neustädter das Nachsehen und sah so zu oft die Hacken des Gegners. Und Boateng? Für ihn stand symbolisch seine Zweikampfbilanz: 17 Prozent gewonnene Duell.   

Stanzi mit Youri

Schalke 04 - FC Bayern 1:1

 

Maximum erreicht! Der FC Schalke 04 hat sich ein 1:1 gegen den FC Bayern München erkämpft. Es war der erste Punkt gegen das Team vom Weißwurst-Äquator nach sieben Pleiten in Folge und einem Torverhältnis von 2:23. In der ersten halben Stunde sah es aber zunächst danach aus, dass die schwarze Serie weiter geht. Die Bazen erteilten den Knappen eine Lehrstunde und spielten sie fast schwindelig. Nur dank Fährmann hieß es zu diesem Zeitpunkt lediglich 0:1 – Lewandowski traf. Doch wie schon beim Auftakt gegen Wolfsburg ließen die Lederhosen stark nach, die Königsblauen kämpften sich in die Partie. Kirchhoff und Höger setzten Zeichen, sahen Gelb und rüttelten ihr Team wach. Nach dem Seitenwechsel belohnten sich die Schalker dank des Treffers von Weltmeister Höwedes. Die Bazen wackelten kurzzeitig, fielen aber nicht. Mit mehr Überzeugung und Selbstbewusstsein wäre gegen diese Bajuwaren (ohne Robben und Ribery) sogar mehr drin gewesen. Ob es ein gefühlter Sieg war, sei mal dahingestellt. Ein Punkt sollte für Schalke zu Hause eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein! Genauso das Auftreten der Mannschaft mit diesem Engagement in der 2. Hälfte – insgesamt sind die Knappen 121,9 km gelaufen. So eine Einstellung ist für einen Kumpel- und Malocherclub die Basis – egal wer als Gegner auf dem Platz steht.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Verletzte, verletzte, verletzte: Beim Blick auf das Lazarett am Schalker Markt wird jedem Königsblauen schlecht. Vor dem Spiel meldeten sich Boateng (Knöchel) und Huntelaar (Grippe) ab. Während der 90 Minuten ging es dann nahtlos weiter. Nach 40 Minuten war das Spiel für Kirchhoff (Knie) beendet. Nach 76 Minuten erwischte es Ayhan (Wade) und 300 Sekunden später Santana (Adduktoren). Da kann man nur noch den Kopf schütteln. Zumindest wurden Keller die Wechsel-Entscheidungen abgenommen.  

 

Choupo-Moting: Nach Huntelaars Ausfall hieß Schalkes Sturmspitze Choupo-Moting. Und der 25-jährige Neuzugang machte seine Sache richtig gut. Seit vier Jahren hat sich kein Schalker Stürmer so gut gegen eine bajuwarischen Abwehr behauptet. In größter Bedrängnis schirmte er die Kugel sehr gut ab, machte weite Wege und kam zum Abschluss. Leider fehlte ihm in einigen Situationen die Unterstützung von seinen Kollegen, weil sie nur spärlich nachrückten. Dennoch zeigte der Stürmer, dass er ein klares Update zu Szalai ist und der Mannschaft mit seiner Spielweise helfen kann. Sehr gut, Choupo!

 

Saisonauftakt Horster Kurve: Das 1. Heimspiel begann die Horsten Kurve mit einem Kurven-Treffen. Mit 12 Kurvis ging es ab 15 Uhr ins Mezzomar nach Buer. Dabei wurden zwei, drei, 49 Bierchen vernichtet, paar Bruchettas, Pizzen und Nudeln verzehrt und mit Paderborn gejubelt. Herrlich, wie die Ostwestfalen den HSV auseinander genommen haben. Auf dem Weg zum Stadion gab es dann für Stanzi das Highlight des Tages – small talk mit Youri. In der Arena wurde die Stimmung erst getrübt (0:1), dann aber wieder deutlich besser (1:1). So schmeckte auch das Freibier in der Donnerhalle umso besser. Gerdl brachte es am Tag danach auf den Punkt: „Geiler Tag. Danke Horster Kurve.“  

Hannover 96 - Schalke 04 2:1

 

Fehlstart perfekt! Nach dem blamablen Pokal-Aus in Dresden hat der FC Schalke 04 auch den Bundesliga-Start in den Sand gesetzt. Die Knappen kassierten eine 1:2-Pleite bei Hannover 96. Dabei führten die Königsblauen nach einem Treffer von Huntelaar mit 1:0. Doch innerhalb von 180 Sekunden drehten die Niedersachsen die Partie. Noch erschreckender als das Ergebnis war erneut die Vorstellung der Schalker. Die leidigen Themen Kombinationsspiel, Tempo-Fußball und (Gegen-) Pressing bleiben wie in Stein gemeißelt. Die ersten 45 Minuten waren Tristesse pur. Da aber 96 auch Nichts zu Stande brachte – beide Teams kamen auf eine Fehlpassquote um die 30 Prozent, fasste es Toto zur Pause kurz und schmerzlos zusammen. „Not gegen Elend!“ Danach schienen die Blau-Weißen aufzuwachen und spielten ordentliche zehn Minuten. In dieser Phase gingen sie in Führung und hatten durch Choupo-Moting eine dicke Chance, die Zieler stark entschärfte. Doch nach dem Ausgleich brachen bei Königsblauen die Dämme. Es ging nichts mehr - nicht mal die Brechstange. Gerade nach der Enttäuschung von Dresden ein weiterer Tiefschlag.

 

Dreierpack zum Spiel

 

Gegentore: In den letzten Jahren steht Hannovers Spiel vor allem für eins: Konter! Deswegen ist es eigentlich unvorstellbar bei einer eigenen 1:0-Führung in zwei Konter innerhalb von 180 Sekunden zu laufen und damit ein Spiel zu verlieren. Prib und Joselu nutzten die ersten Chancen der Roten eiskalt aus und sicherten den Heim-Dreier. Wie sich in dieser Phase die Schalker auskontern ließen, war schlichtweg amateurhaft. Ein taktisches Verhalten, das einen verstummen lässt.

 

Konsequenzen nach der Blamage: Nach dem Pokal-Aus von Dresden sprach Keller von sechs bis sieben Totalausfällen und drohte Konsequenzen an. Es folgten drei Wechsel in der Startformation. Santana, Höger und Meyer raus. Höwedes, Ayhan und Draxler rein. Das war es, das war das Zeichen des Trainers! Höger war wahrscheinlich froh, dass er als Rechtsverteidiger erlöst wurde. Zudem wurde Youngster Meyer geopfert. Aber was ist mit Neustädter und Boateng, die im defensiven Mittelfeld in Dresden nichts zu Stande brachten und in Hannover erneut auflaufen durften – und erneut enttäuschten. Genauso Sam, der wieder nichts bewirkte. Und was ist eigentlich aus Barnetta geworden? Der Schweizer wurde nach seiner Rückkehr in den höchsten Tönen gelobt. Mit Verlaub, schlechter als das zuletzt genannte Trio kann Barnetta nicht sein.  

 

Gute Besserung, Seo: Sportlich waren das Ergebnis und die Leistung in Hannover schon enttäuschend. Leider verletzt sich bei dem Grottenkick auch noch Kolasinac schwer. Die Diagnose: Kreuzbandriss im rechten Knie – halbes Jahr Pause. Was eine Seuche! Gute Besseung, Seo! 

Dynamo Dresden - Schalke 04 2:1

 

Unter aller Sau! Schalke 04 blamiert sich bei Dynamo Dresden und scheidet erstmals nach 25 Jahren wieder in der 1. Runde des DFB-Pokals aus. Und das absolut verdient! Die königsblaue Mängelliste war lang, sehr lang. Ein fußballerischer Offenbarungseid, der mit einer unterirdischen Einstellung verfeinert wurde – die Floskel vom Kumpel- und Malocherclub verkneife ich mir an dieser Stelle. Mit einfachen Mittel brachte der Drittligist die Knappen zu Fall. Lange Bälle in die Spitze, schnelles Umschaltspiel und eine kompakte Defensive reichten, um Schalke in Schach zu halten. Dazu gesellten sich die altbekannten individuellen Fehler bei den Gegentoren. Wenn dann noch Einzelaktionen ausbleiben und die Offensive behäbigen Schlafwagenfußball spielt, muss man sich nicht wundern, wenn unterm Strich das Aus im DFB-Pokal steht. Was eine Enttäuschung!

 

Dreierpack zum Spiel

 

Brüder Leichtfuß: Zum x-ten Mal an dieser Stelle: Matip und Santana in der Innenverteidigung gehen nicht! Es geht einfach nicht!!! Das Duo sorgt für Unruhe anstatt für Sicherheit. Unfassbar wie Santana („Mein bester Trick: die Grätsche“) Dürholtz im Strafraum umsäbelte. Den Elfer versenkte Eilers zum 1:0. Vor dem 2:0 durch Teixeras Volley-Knaller flipperte Matip. Bleibt noch dieser grausame, katastrophale Spielaufbau. Sieht denn keiner diese langen Bälle ins Nichts von Santana?

 

Keller im Fokus: Die erste Reaktion nach den 90 Minuten in Dresden: Alles beim Alten. Oder wie es Helle so schön während der Partie sagte: „Und täglich grüßt das Murmeltier!“ Verletzungsmisere hin oder her, in punkto System und Taktik gibt es auf Schalke keine Entwicklung. Das Dresden-Spiel steht symbolisch dafür. Bei Schalke erkennt man weiterhin keine Spielphilosophie, alles reduziert sich auf Einzelaktionen (plus Standards, plus Glück). Kombinationen? Fehlanzeige! Gegenpressing nach Ballverlusten? Was ist das? Tempo-Fußball? Eher Schlafwagenfußball und das grauenvolle Quergeschiebe! Und Keller? Wie ein gerupfter Vogel betonte der S04-Coach im ARD-Interview, dass er in der Halbzeit laut wurde und auf die Dresdener Spielweise mit langen Bällen vor der Partie hingewiesen hatte. Zudem habe man zu langsam und nicht zwingend nach vorne gespielt. Hier stellt sich die Frage (seit 2 Jahren), warum es Keller nicht hinbekommt, der Mannschaft ein Konzept zu verpassen? Wofür steht das Spiel von Schalke 04? Die bisherige Antwort: Der Zweck (Siege) heiligt die Mittel. Bleibt der Erfolg aber aus, hat man mit Keller direkt wieder die elendige Trainerdiskussion. Nur leider gibt es nie eine Antwort auf die Frage nach der Handschrift des Trainers.

 

Alarm auf Schalke: So schnell geht es im Fußball – vor allem auf Schalke. Nach der besten Rückrunde der Vereinsgeschichte und einer ruhigen Sommervorbereitung hat sich die Stimmung schlagartig gewandelt. Bereits nach einem Pflichtspiel und noch vor dem Bundesliga-Start herrscht Alarm am Schalker Markt. Dabei träumte Heldt noch vor Wochen davon, dass man künftig selbstbewusster und selbstverständlicher Auftritt. „Wir müssen endlich die Brust raus strecken und zeigen: Wir sind wer?“, forderte Heldt. Nach den ersten 90 Pflichtspielminuten ging der Schuss brutal nach hinten los. „Jetzt haben wir den Salat. Das ist der erste Rückschlag, aber damit wissen wir auf Schalke umzugehen“, erklärte Höger. Gebe es diese Rückschläge nicht in schöner Regelmäßigkeit, wären Heldts Träume vielleicht zu realisieren. So bleibt es spannend. Hannover, die Bazen und Gladbach warten. Mal schauen, wer wir danach sind. Aber bekanntlich geht es im Fußball schnell, ein Spiel kann vieles ändern – in die eine, wie in die andere Richtung.

Let's get ready to rumble!!!!

 

Ludi incipiant - die Spiele mögen beginnen. Am Wochenende geht es mit dem DFB-Pokal los, bevor in der kommende Woche die Bundesliga-Saison startet. Endlich ist die wochenlange Saisonvorbereitung mit den elendigen Freundschaftsspielen vorbei. Oder wie sagte es Huntelaar so schön: "Ich hasse Testspiele!" Recht hat er, der Hunter. Jetzt geht es wieder ums Eingemachte! In der 1. Runde des DFB-Pokals reist der FC Schalke 04 nach Dresden - zur ersten Standortbestimmung für die Königsblauen. Doch mit welcher Startelf? Seit Anfang Juli fiel fast täglich ein Knappe verletzungsbedingt aus. Wenigstens entspannte sich In den letzten Tagen die Lage im S04-Lazarett. Lediglich Farfan (und zwar noch die ganze Hinserie) und Giefer (bis Oktober) fallen längerfristig aus, Goretzka und Kirchhoff sollen bis Ende August zur Mannschaft stoßen. Jedoch bleibt es abzuwarten, ob alle Rekonvaleszenten auch topfit sind. Zumindest reagierte der Verein auf die Verletztenmisere und stellte (neue?) Regeln für die Spieler auf. Darunter sollen regelmäßige Augen- und Zahnarztbesuche auf der Liste stehen, genauso wie die Einnahme von Getränken mit ausreichend Aminosäuren. Zudem soll es die Anweisung geben, in der Mittagspause ein Schläfchen zu halten. Es lebe Charlie Harper aus der US-Serie "Two and a half men" hoch, der in einer Folge mit einem Notizblock durch sein Strandhaus schlurft und seinen Tagesablauf abarbeitet. Nach dem wichtigen Punkt "Sonnenbrille vom Strand holen", stand gegen Mittag als nächster Punkt auf dem Programm: "Schläfchen halten!" Gesagt, getan. Charlie legte sich auf die Couch, nahm seinen Bleistift und hakte den Punkt ab: "Check!" und Augen zu! Also nicht wundern, wenn die Schalker Spieler demnächst mit einem Notizblock in der Hand übers Gelände laufen. Wenn es hilft, bitte schön. In Dresden wird es die ersten Antworten geben. Vor allem die von Keller im Hinblick auf die Aufstellung.

 

Startelf in Dresden: Fährmann - Ayhan, Matip, Santana, Kolasinac - Neustädter, Boateng - Barnetta, Meyer, Choupo-Moting – Huntelaar
Die Weltmeister stehen im Kader, werden aber nicht von Beginn an auf dem Rasen stehen. Gegen Dresden muss es auch ohne Höwedes und Draxler gehen. Nicht verzichten kann man dagegen auf Huntelaar. Der Hunter wird wohl direkt auf Tore-Jagd gehen, da Choupo-Moting sich in der Vorbereitung nicht gerade als Knipser outete. Allerdings wird der Neuzugang aus Mainz entweder als 2. Spitze oder über Linksaußen zum Einsatz kommen. Im zentralen Mittelfeld hat sich Meyer durchgesetzt. Rechtsaußen wird Barnetta das Rennen machen. Der Schweizer konnte zuletzt überzeugen und profitierte auch vom Ausfall von Sam, der erst seit einer Woche erst wieder im Training ist und als Joker fungieren wird. Vor der Abwehr werden Neustädter und Boateng das Rennen machen, während Höger das Nachsehen haben wird. In den Innenverteidiger kommen die beiden Brüder Leichfuß, Santana und Matip, zum Zuge, die Youngster Friedrich ausstechen. Ayhan darf sich als Rechtsverteidiger austoben. Uchida und Clemens sind zwar zurück im Mannschaftstraining, aber noch nicht wieder bei 100 Prozent. Links hinten beginnt Kolasinac, da Aogo sich nach seinem Kreuzbandriss mit musklären Problemen rumplagt und Fuchs vor dem Absprung steht. Im Tor bleibt natürlich Fährmann der Platzhirsch.

 

Startelf in Hannover: Fährmann - Ayhan, Höwedes, Matip, Kolasinac - Neustädter, Boateng - Sam, Meyer, Draxler - Huntelaar

 

Patsches Wunschelf: Fährmann - Uchida, Ayhan, Höwedes, Aogo - Kirchhoff, Goretzka - Farfan (Sam), Meyer, Draxler - Huntelaar

Entscheiden wird aber am Ende natürlich der Trainer. Aber was wären wir ohne die Diskussionen und Spekulation. Es geht endlich wieder los. Melior homo vincat - möge der Bessere gewinnen. Also Schalke!

Endlich geht es wieder los. Nach jeweils einem Monat Sommerloch und WM in Brasilien wird es wieder Zeit für den FC Schalke 04! Die Vorfreude auf die neue Saison ist groß, wurde aber ziemlich früh gedämpft. Die Sommervorbereitung war kaum einen Tag alt, gab es schon die erste Hiobsbotschaft. Farfan fällt wegen einem Knorpelschaden aus. Wann der Peruaner wieder auf den grünen Rasen zurückkehrt, ist ungewiss - im besten Fall im Herbst, im schlimmsten Fall erst zur Rückrunde. Was ein beschissener Auftakt.

Und es kam noch schlimmer. Goretzka (Muskelbündelriss), Uchida (Patellasehne), Kirchhoff (Innenbanddehnung), Clemens (Muskelfaserriss), Sane (Oberschenkel), Obasi (Adduktoren), Wellenreuther (Zerrung), Ayhan (muskuläre Probleme), Kolasinac (Gehirnerschütterung), Sam (Wade)und Giefer (Adduktoren) gesellten sich nach und nach ins Lazarett am Schalker Markt. Was eine Seuche! Aber leider ist das nix Neues! Das sind die Knappen schon aus der letzten Saison gewohnt, dass Spieler wegbrechen. Dagegen verzichten die Königsblauen freiwillig auf sechs Spieler. Papadopoulos (Leverkusen), Szalai (Hoffenheim), Hoogland (Fulham), Unnerstall (Düsseldorf), Hofmann (Kaiserslautern) und Annan (Ziel unbekannt) stehen nicht mehr im Kader. Im Gegenzug präsentierte der Verein drei externe Neuzugänge:

 

Fabian Giefer: Baggerten die Knappen im letzten Sommer und Winter noch vergeblich am den 24-Jährigen, schnappten sie jetzt beim Keeper zu. Giefer kam ablösefrei aus Düsseldorf und unterschrieb einen Vertrag bis 2018 am Schalker Markt. Sein Ziel: "Ich will die Nummer eins werden", sagte Giefer im Bild-Interview. Die Voraussetzungen dazu hat er. "Er ist ein ehrgeiziger Torhüter mit viel Potenzial", lobte S04-Manager Heldt. Trotz seiner 1,96 Meter ist geschmeidig und hat starke Reflexe. In der Strafraumbeherrschung und fußballerisch hat der Hüne noch Luft nach oben. Bei der Fortuna war er die unumstrittene Nummer eins, allerdings nicht frei von Fehlern. Deswegen geht Giefer im Duell mit Fährmann als Außenseiter ins Rennen. Sein Nachteil: während Fährmann seine Klasse auf höchstem Niveau in der letzten Saison bereits untermauert hat, muss Giefer (40 Erstliga- & 30 Zweitliga-Spiele) das erst beweisen. Vor allem in puncto Konstanz auf höchstem Level.

Giefer ist die 2, aber nicht nur wegen seiner Verletzung. Vielleicht ist er kompletter als Fährmann, aber es fehlt der Beweis auf Top-Niveau. S04 kann sich aber kein Experiment leisten, solange Fährmann liefert.

 

Sidney Sam: Für eine festgeschriebene Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro wechselte der Flügelflitzer von Leverkusen nach Gelsenkirchen und unterschrieb einen Vier-Jahres-Vertrag. Mit seiner Schnelligkeit soll der 25-Jährige für mehr Tempo im Spiel der Königsblauen sorgen. Immer wieder fordert Sam die Bälle und versucht mit seinen Sprints in die Tiefe, Lücken zu reißen. "Nicht erst durch seine starken Leistungen in der letzten Saison hat er bewiesen, welche Impulse er in der Offensive setzen kann", erklärte Heldt. Seine starke Bilanz letztes Jahr: 7 Tore und 5 Assists in 13 Spielen. Aber es waren NUR 13 Spiele. Muskuläre Probleme kosteten den Linksfuß nicht nur einen Großteil der Saison, sondern brachten ihn auch um eine mögliche WM-Teilnahme. Ein Problem, das bei Sprinter-Typen leider des Öfteren vorkommt. Zudem muss Sam beweisen, ob er bei einer dominanten Spielweise die technischen Fertigkeiten hat, im Kombinationsspiel zu überzeugen.

Sam ist eine sehr gute Alternative für die Offensivreihe, falls fit. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Farfan winkt ihm ein Startplatz. Aber ist er auch mehr als ein "David Odonkor 2.0"?

 

Eric Maxim Choupo-Moting: In diesem Namen steckt Musik drin. Und in den kommenden drei Jahren will der 25-Jährige auf Schalke rocken. Der Angreifer kam ablösefrei aus Mainz und soll das Schalker Angriffsspiel flexibler gestalten. Die Allzweckwaffe kann in der Offensive alles spielen: auf den Flügeln, als zweite Spitze und als Back-up für Huntelaar. Damit ist der Nationalspieler Kameruns ein Upgrade zu Szalai. Seine Stärken: technisch gut, mutig im Eins-gegen-Eins, Zug zum Tor. Nach seinem Seuchenjahr 2012/13 mit zwei Knie-OPs startete er letzte Saison wieder durch - 10 Tore und 3 Vorlagen in 32 Spielen. Bei der WM stand er in allen Vorrundenspielen in der Startelf, ging aber im Chaos der Löwen mit unter. Bei den Knappen gilt es für Choupo-Moting, den nächsten Schritt auf einem höheren Niveau zu gehen. Wenn er den Belastungen stand hält und selbstbewusst an die Sache heran geht (manchmal wirkt er phlegmatisch), hat er alle Möglichkeiten sich durchzusetzen.

Schalke ist nicht Mainz. Diese Erfahrung machte zuletzt Szalai und strich die Segel. Vorteil Choupo-Moting: sein Repertoire ist größer. Seine Chancen bekommt er, er muss sie nur nutzen.